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Studienrichtung Geschichte

Die Geschichtswissenschaft untersucht Ereignisse, Prozesse und Strukturen in der Vergangenheit und schafft damit Bezüge zu Gegenwart und Zukunft.

Fachgebiet

Geschichte, Bundesbrief
Geschichte,  © Wikimedia

Geschichte als Wissenschaft versucht über verschiedene Zeiträume und geographische Schauplätze hinweg das menschliche Tun in der Vergangenheit zu rekonstruieren. Sie interessiert sich für alle Erscheinungen und Entwicklungen vergangener Kulturen und Gesellschaften. So werden beispielsweise das Denken, Fühlen und Handeln einer einzelnen Person oder Gruppe oder das komplexe Zusammenspiel kultureller, politischer und wirtschaftlicher Gesellschaftsstrukturen betrachtet. Dabei soll weniger das vorhandene Wissen über die Vergangenheit nur bewahrt und verbreitet, sondern vor allem vermehrt werden. Es geht um die kritische Diskussion unterschiedlicher Perspektiven auf vergangene Ereignisse. Ziel ist es, Erkenntnisse über frühere Zeiten zu gewinnen, aber auch Entwicklungsverläufe aufzuzeigen, Schlüsse auf das Hier und Jetzt zuzulassen oder gar Prognosen für die Zukunft zu ermöglichen. Das aktuelle Bild von der Vergangenheit ist stets eine mehr oder weniger plausible (Re-)Konstruktion und Interpretation. Zentralste Methodik der Geschichtswissenschaft ist die Quellenkritik.

Geschichte, Bundesbrief

Geschichte,  © Wikimedia

Zeitlich gliedert sich Geschichte in verschiedene Epochen:

  • Antike/Alte Geschichte: Epoche der antiken griechischen und römischen Kultur von ca. 1600 v.Chr. bis ca. 600 n.Chr.
  • Mittelalter: Zeitraum zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert).
  • Frühe Neuzeit: Von der Entdeckung Amerikas (15. Jahrhundert) bis zur Französischen Revolution (18. Jahrhundert).
  • Neuere Geschichte: Zeit bis zum Ersten Weltkrieg und der russischen Revolution .
  • Neueste Geschichte/Zeitgeschichte: Epoche ab Ende des Ersten Weltkriegs bis heute. Zeitgeschichte definiert sich dabei durch die Existenz noch lebender Zeitzeugen.

Auch eine regionale oder thematische Gliederung des Fachgebiets ist möglich, beispielsweise in osteuropäische Geschichte, Sozial-, Religions-, Wirtschafts-, Rechts-, Umwelt- oder Geschlechtergeschichte.

Studium

Geschichte kann nur an den universitären Hochschulen studiert werden. In der Regel wird das Fach mit mindestens einem weiteren Fach kombiniert. Geschichte kann sowohl als Major (Hauptfach) wie auch als Minor (Nebenfach) oder gleichgewichtet (Uni Basel) studiert werden. Die Auswahl an Fächerkombinationen ist an allen Universitäten gross. An der Uni Bern kann Geschichte auch als Studiengang (Monofach, ohne weitere Fächer) studiert werden.

Das Grundstudium in Allgemeiner Geschichte umfasst meist alle Epochen, später können inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden. Teilweise werden einzelne Epochen oder Regionen auch als eigenständiges Studienfach angeboten (z.B. Alte Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Zeitgeschichte). Ein Vergleich der Hochschulen lohnt sich.

Innerhalb der Module gibt es wenige Pflichtveranstaltungen, vor allem zu Beginn des Studiums, und vieles kann selbst ausgesucht werden. Leistungsnachweise werden häufig durch schriftliche Arbeiten erbracht. Wer Geschichte studiert, beschäftigt sich intensiv mit Quellenarbeit und liest viele komplexe Texte.

K. H., Geschichte im 7. Semester an der Universität Bern UNIBE.

«Ich bin begeistert von der freien Kurswahl.»

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Anforderungen

Freude am Lesen und Analysieren von Fachliteratur und wissenschaftlichen Texten sowie Interesse an der Auseinandersetzung mit historischen Quellen (Quellenkritik) sind zentral. Das Schreiben eigener (Forschungs-)Arbeiten ist unumgänglich. Wie bei allen Geisteswissenschaften sind Selbstdisziplin, Selbstorganisation und Eigenverantwortung, Selbstmotivation, Durchhaltevermögen sowie selbstständiges Arbeiten beim Verfolgen eigener Fragestellungen wichtig.

Sprachen

Für das Bachelorstudium Geschichte ist Latein an den meisten Universitäten keine Voraussetzung. Für den Umgang mit historischen Quellen sind Lateinkenntnisse jedoch empfohlen. An einigen Universitäten ist dagegen obligatorisch, sich Latein in den ersten Semestern des Bachelorstudiums oder bis zu Beginn des Masterstudiums anzueignen. Es werden spezifische Sprachkurse und/oder Ergänzungsprüfungen angeboten. Für das Masterstudium gelten unterschiedliche Sprachanforderungen. Wer Alte Geschichte studieren möchte, muss an manchen Universitäten auch Griechischkenntnisse vorweisen. Weitere Informationen dazu finden sich auf den Websites der Hochschulen sowie unter: Zulassung Universitäre Hochschulen UH > Zusätzliche Anforderungen.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden Sie unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Forschungsthemen

Einige Beispiele für historische Forschungsthemen sind:

  • Basler Münsterschatz goes digital
  • Die Klangwelt verfolgter Juden und Jüdinnen
  • Geschichte Afrikas
  • Doing House and Family. Material Culture, Social Space, and Knowledge in Transition (1700-1850)
  • Herrschaftsstrukturen und Herrschaftspraxis in den antiken Staaten

Studiengänge

Universitäre Fernstudien Schweiz


Interdisziplinäre Studiengänge

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETHZ

Graduate Institute of International and Development Studies IHEID

Tätigkeitsfelder

Historikerinnen und Historiker arbeiten zwar häufig an Mittelschulen und Universitäten, sie sind aber auch bei den Medien und im Kulturbereich, für die Verwaltung oder private Dienstleistungen tätig.



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