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Zulassung, Eignungstests

Viele Lehrbetriebe verlangen heute als Teil der Bewerbung Resultate von Eignungstests.

Verschiedene Zulassungswege

Eignungstests wollen je nach Beruf unterschiedliche Fähigkeiten prüfen. Die Tests werden von den Lehrbetrieben selbst, von Berufsverbänden oder von unabhängigen Firmen (z.B. Multicheck, Basic-Check, Kompass) durchgeführt. Zum Teil werden auch Aufnahmeprüfungen durchgeführt.

Ziel: Hilfe bei der Auswahl

Eignungstests und Aufnahmeprüfungen werden aus verschiedenen Gründen durchgeführt:

  • Viele bewerben sich für die gleiche Lehrstelle. Eignungstests können die Lehrbetriebe bei der Auswahl der richtigen Kandidatin, des richtigen Kandidaten unterstützen.
  • Die Tests prüfen Schulwissen und die Fähigkeiten, welche zum Erlernen des gewünschten Berufs und zu einem erfolgreichen Lehrabschluss notwendig sind.
  • In Lehrwerkstätten, Handels- und Informatikmittelschulen können Aufnahmeprüfungen auch zur Auswahl der geeigneten Bewerberinnen und Bewerber dienen.

Für welche Berufe?

Eignungstests werden immer gefragter. Sie sind aber nicht in jedem Fall obligatorisch. Meist werden sie empfohlen.

Die kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen informieren, ob ein Test verlangt wird oder nicht. Auch die Berufsverbände und Lehrbetriebe geben dazu Auskünfte.
Für viele Berufe gehören die Resultate der Eignungstests zum Bewerbungsdossier.

Was wird getestet?

Verschiedene Bereiche werden getestet: Schulwissen, Wissens- und Fachkompetenzen und die Persönlichkeit.

Schulwissen

Grundsätzlich prüfen alle Tests Wissen und Können am Ende der 8. Klasse. Je nach Beruf werden unterschiedliche Fähigkeiten geprüft:

  • Deutsch: Leseverständnis, Grammatik, Rechtschreibung
  • Mathematik : Grundlagen
  • Fremdsprache: Französisch oder Englisch
  • Allgemeinwissen: Geschichte, Geografie, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Sozialkunde

Je nach angestrebtem Berufsfeld unterscheiden sich die verlangten Kenntnisse:

  • Für alle Berufsfelder: Deutsch, Mathematik, Allgemeinwissen
  • Einige Berufsfelder wie Wirtschaft, Verwaltung, Verkauf, Gesundheit, Bildung, Soziales verlangen in Deutsch ein höheres Niveau.
  • Das gleiche gilt für Mathematik in den Berufsfeldern Bau, Gestaltung und Kunst, Elektrotechnik, Planung und Konstruktion usw.

Wissens- und Fachkompetenzen

Neben den Wissensfragen werden auch Geschwindigkeit, Konzentrationsfähigkeit, logisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit und Textverständnis geprüft.

Persönlichkeitstests

Persönlichkeitstests können ebenfalls zum Einsatz kommen. Damit sollen zum Beispiel Lernbereitschaft, Kontaktfähigkeit oder Motivation getestet werden.

Unterschiede je nach Berufsfeld

Spezielle Kenntnisse können je nach Berufsfeld ebenfalls abgeklärt werden. Eignungsprüfungen können vorausgesetzte Fähigkeiten eines bestimmten Berufes in den Vordergrund stellen.

  • Technische und handwerkliche Berufe: verlangen Kompetenzen in Mathematik und Logik, wie auch praktische Intelligenz. Kenntnisse einer zweiten Landessprache werden in der Regel keine gefordert. Hingegen ist Englisch in vielen technischen Berufen ein Muss, ist aber meist nicht Teil von Eignungstests oder Aufnahmeprüfungen. Ein praktischer Teil kann Teil der Aufnahmeprüfung sein.
  • Wirtschaft und Handel: Sprachkenntnisse und sprachliche Ausdruckfähigkeit in mündlicher und schriftlicher Form. Aufnahmeprüfungen testen Deutsch, Französisch und Mathematik.
  • Bildung, Soziales: Umgangsformen, Umgang mit Mitmenschen, mündliche Verständigung.
  • Gestaltung, Kunst: Kreativität. Zum Teil Vorkurs an einer Schule für Gestaltung.

Form und Dauer

Meist beinhalten Eignungstests und Aufnahmeprüfungen Übungen, die in einem bestimmten zeitlichen Rahmen gelöst werden müssen.
Die Tests können verschiedene Formen umfassen:

  • Computer-basiert oder auf Papier. Fragebogen in Form von Multiple Choice usw.
  • Gruppenanlässe, die zum Beispiel Umgangsformen und Persönlichkeit testen: Präsenz, Aufmerksamkeit, Sprache, Vorführung.
  • Praktische Tätigkeit
  • Einreichen einer Mappe mit gestalterischen Arbeiten
  • Aufnahmegespräch im Rahmen des Prüfungstages. Dient zur Abklärung der Motivation. Teil des Gesprächs kann das Vorstellen einer Hausaufgabe sein.

Die Dauer dieser Tests und Aufnahmeprüfungen kann sehr unterschiedlich sein: eine Stunde, ein halber oder ein ganzer Tag, selten auch mehr als ein Tag.

Wer führt die Eignungstest und Aufnahmeprüfungen durch?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Lehrwerkstätten, Handels- und Informatikmittelschulen können Aufnahmeprüfungen organisieren.
  • Berufsverbände organisieren Eignungstests.
  • Grosse Lehrstellenfirmen stellen zum Teil eigene Tests auf die Beine. Immer öfter greifen Lehrstellenfirmen auf Angebote unabhängiger Firmen zurück, welche ihre Eignungstests den unterschiedlichen Bedürfnissen der Berufsfelder anpassen:
    multicheck.org, basic-check.ch, kompass.nantys.com.
  • Einige Kantone bieten Gratistests an, welche von den kantonalen Lehrstellenanbietern benützt werden können.

Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen des Wohnkantons geben weitere Informationen.

Vorbereitung

Es empfiehlt sich, rechtzeitig abzuklären, ob und welche Tests verlangt werden und wann sie stattfinden.

Schulische Kenntnisse in Deutsch, Französisch und Mathematik können repetiert werden. Andere Fähigkeiten sind schwieriger zu trainieren, aber das Lösen von Übungsaufgaben, wenn vorhanden, kann eine nützliche Vorbereitung sein.

Hilfsmittel

Zum Teil bieten die Websites der kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen Unterstützung an: Übungen, Testbeispiele, usw.

Anmeldung, Fristen, Kosten

Die Tests bauen auf dem Schulstoff der 8. Klasse auf. Deshalb sollten Eignungstests frühestens Ende 8. oder zu Beginn der 9. Klasse gemacht werden. In jedem Fall sind frühzeitig Erkundigungen einzuholen.

Anmeldefristen

Die kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen informieren über Anmeldefristen, Aufnahmeverfahren, Anbieter usw., ebenso wie Berufsverbände, Schulen und Firmen.

Kosten

Einige Tests sind gratis. Andere kosten zwischen 30 und 200 Franken. Einige Lehrfirmen bezahlen diesen Betrag nach Abschluss eines Lehrvertrags zurück.

Kein Erfolg?

Für eine Lehrstellenbewerbung zählen nicht nur die Resultate der Tests. Wichtig sind auch die übrigen Dokumente im Bewerbungsdossier, wie Lebenslauf, Motivationsschreiben, persönliche Arbeiten. Ebenso wichtig sind allfällige Schnupperlehren oder sonstige praktische Einsätze, die schulischen Leistungen und das Vorstellungsgespräch.

Wenn das Testergebnis schlechter ist als erwartet, kann die angestrebte Ausbildung, der angestrebte Beruf in Frage gestellt sein. Mögliche Wege:

  • Die Firma, welche den Test anbietet, der Lehrer oder die Berufsberaterin können bei der Auslegung der Resultate helfen.
  • Basic-Check und Multicheck können ein Mal wiederholt werden.
  • Vielleicht zeigt das Testergebnis aber auch, dass das Berufsziel zu hoch gesteckt ist. In diesem Fall sollte ein Beruf gewählt werden, der den eigenen Fähigkeiten besser entspricht. In diesem Prozess kann die Berufsberatung unterstützen.


Informationen

Informationen aus den Kantonen

Die folgenden Deutschweizer Kantone stellen zusätzliche Inhalte zur Verfügung.

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Bern

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Graubünden

Eine Übersicht der Eignungstests im Kanton Graubünden bietet das folgende Merkblatt:

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Zürich

Das Merkblatt Eignungstests für die Lehrstellensuche beschreibt u. a. die verschiedenen Arten von Tests, gibt Tipps zur Vorbereitung und erläutert den Nutzen der Testresultate.

Folgendes Dokument bietet einen Überblick über die Testveranstalter, die Testinhalte sowie die Anmeldung und Kosten. Es zeigt ausserdem auf, für welche Ausbildungen welche Tests verlangt werden können.