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Geschichte: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Geschichte.

Geschichte

Historiker, Ausstellungskurator an einem Museum: Dominik Streiff Schnetzer

Dominik Streiff Schnetzer
Dominik Streiff Schnetzer, © Samir Seghrouchni
Ausstellungskurator am Historischen Museum Thurgau

«Wichtig und zentral ist das frühe Sammeln von Erfahrungen.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2013Ausstellungskurator am Historischen Museum Thurgau
Seit 2013Co-Präsident des Schweizer Oral-History-Netzwerks "oralhistory.ch"
Seit 2001Freischaffender Historiker, Ausstellungsmacher und Publizist
Seit 2001Unterricht an Mittel-, Hoch- und Fachhochschulen in Zürich, Basel und Bern
2001–2013Realisation und Leitung mehrerer nationaler Oral-History-Projekte (u.a. Archimob, Humem)
2009–2011Master of Advanced Sutdies in Kulturmanagement an der Universität Basel
2000–2008Kulturredaktor und -journalist bei verschiedenen Schweizer Tageszeitungen
2004–2008Doktorat zur Bild- und Mentalitätsgeschichte der Schweiz
1997–2003Studium in Allgemeiner Geschichte, Musikwissenschaft und Ethnologie
Jetzige Tätigkeit

Als Ausstellungskurator und als stellvertretender Direktor am Historischen Museum Thurgau darf ich als ausgebildeter Historiker einen Traumjob ausüben. Meine Tätigkeit hat direkt mit den Inhalten und Methoden des Studiums zu tun. Für das Museum erforsche ich Geschichte, bereite sie publikumsgerecht auf und vermittle sie an die Bevölkerung. Im Rahmen meiner Leitungsfunktion habe ich die Möglichkeit, die Ausstrahlung des Hauses aktiv mitzuprägen oder Leitplanken und Visionen für die Zukunft des Museums mitzuentwickeln.

Hinzu kommt, dass mit diesem Auftrag viele inspirierende Begegnungen mit Menschen verbunden sind. Dazu gehören unsere vielen interessierten Besucherinnen und Besucher, die Fachleute aus dem Museumsteam, Vertreterinnen und Vertreter aus der Forschung sowie verschiedene Anspruchsgruppen aus dem Kulturbereich.

Berufseinstieg

Der Einstieg in den Kulturbereich gelang mir über zwei Studentenjobs. Am Anschlagbrett des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich entdeckte ich ein Inserat, über welches Musikkritiker für eine grosse Tageszeitung gesucht wurden. Fast gleichzeitig versuchten die Macher des nationalen Oral-History-Projekts zum Zweiten Weltkrieg über eine Ausschreibung Studierende für die Transkriptionsarbeit und die Beschlagwortung von Quellen zu gewinnen. Ich habe mich zweimal erfolgreich beworben. Beide Jobs erforderten dann viel Knochenarbeit für ein tiefes Honorar. Der Lerneffekt war aber ausserordentlich hoch, sodass ich bis heute von den damals gesammelten Erfahrungen profitiere.

Tipps

Wichtig und zentral ist das frühe Sammeln von Erfahrungen. Abgesehen davon, dass eine Kombination von Studium und nebenberuflicher Tätigkeit viele Synergien freisetzen kann, machen sich Anstellungen, Projekte oder Praktika im Fachgebiet auch sehr gut im Lebenslauf. Ein positiver Zusatzeffekt ist, dass sich bereits früh ein Netzwerk aufbauen lässt. Mit einem zeitigen Einstieg über Nebenjobs und Praktika kann später auch ein nachhaltiges Interesse am Fachgebiet aufgezeigt werden.

Historikerin, Co-Leiterin eines Museums: Kaba Rössler

Kaba Rössler
Kaba Rössler, © Peter Koehl
Leiterin des Henry-Dunant-Museums

«In Co-Leitung denke und plane ich das weltweit einzige Museum, das den Namen des Initiators des Roten Kreuz, Henry Dunant, trägt und den Werten von Humanität, Völkerrecht und Demokratie verpflichtet ist, komplett neu.»

Laufbahn
Teilzeitanstellung Co-Leitung Henry-Dunant-Museum, Heiden AR, mit Mandat für eine Neupositionierung
Wiederaufnahme der Selbständigkeit als Expertin für Museen und Ausstellungen, Aktivierung der AG
Unterbruch der Selbständigkeit, 100% Anstellung Museumsleiterin Stadtmuseum Aarau
Teilzeit-Anstellung als Kuratorin für das Bundesamt für Kultur: Forum der Schweizer Geschichte Schwyz, Landesmuseum Zürich
Volontariate und Praktika (Redaktion, Verlag, Computergeschäft)
Im Studium Gründung einer AG und Geschäftsführung (Desktop und Databse Publishing, digitale Filmevents und Ausstellungen)
4 Semester Studium der Informatik und Soziologie
Studium der Geschichte, Filmwissenschaft und Kunstgeschichte, Werkstudentin
Matura und Ausbildung als J+S Expertin Tennis & Tennislehrerin STV
Jetzige Tätigkeit

Nach einem Jahrzehnt der Leitung eines Stadtmuseums suchte ich eine neue Herausforderung. Diese fand ich in Heiden AR, 800 m ü M mit Blick über die Landesgrenzen. In Co-Leitung denke und plane ich das weltweit einzige Museum, das den Namen des Initiators des Roten Kreuz, Henry Dunant, trägt und den Werten von Humanität, Völkerrecht und Demokratie verpflichtet ist, komplett neu. Daneben bin ich zusammen mit einer Geschäftspartnerin aktiv in meiner AG.

Berufseinstieg

Als Werkstudentin absolvierte ich verschiedene Praktika und baute ein eigenes Geschäft (Aktiengesellschaft) mit auf. Dadurch dauerte das Studium zehn Jahre, dafür konnte ich Praxis sammeln und Kontakte knüpfen. Nach dem Studium machte ich ein Volontariat und erhielt ein Teilzeitpensum bei einer Filmzeitschrift. Für diese erstellte ich das erste Onlinekonzept und setzte es um. Meine Firma realisierte Projekte im Bereich von Kultur, Kunst, Bildung und Soziales. Wir hatten zum Beispiel den Nachlass einer Fotografenfamilie gesichtet und daraus eine Ausstellung, ein Fotobuch und ein Wanderkino gestaltet. Für einen Perspektivenwechsel gab ich nach einigen Jahren die Geschäftsleitung ab.

Beim Bundesamt für Kultur machte ich neue Erfahrungen als Kuratorin in einer grösseren Institution. Für ein Museum gestaltete ich umfangreiche kulturhistorische Ausstellungen. Dies bedeutet Objekte recherchieren, Leihgesuche stellen, Ausstellungstexte schreiben, eine Szenografie finden, künstlerische Interventionen, Videoprojektionen oder Hörstationen in Auftrag geben, Verträge ausarbeiten, Finanzen im Griff behalten, Termine koordinieren und ein Team führen.

An meiner nächsten Stelle baute ich als Museumsleiterin ein kleines Ortsmuseum mit 2 Stellen zu einem Team von über 25 Personen auf. Ich leitete die Neupositionierung mit einer baulichen Erweiterung. Nach rund 12 Jahren konnte ich meinem Stellvertreter ein modernes, breit akzeptiertes Museum übergeben.

Tipps

Früher habe ich meine Vielseitigkeit oft als Mangel empfunden, mich nicht auf eine Sache konzentrieren zu können. Heute schätze ich sie als Qualität, weil sie den Horizont öffnet und dadurch spannende Vernetzungen entstehen.

Historikerin, Politische Grundlagenarbeit bei einem Hilfswerk: Marianne Hochuli

Marianne Hochuli, Leiterin Bereich Grundlagen, Caritas Schweiz
Marianne Hochuli,  © Franca Pedrazzetti
Marianne Hochuli: Politische Grundlagenarbeit bei einem Schweizerischen Hilfswerk

«Mit Positionspapieren, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit setzen wir uns für eine Sozial-, Migrations- und Entwicklungspolitik ein, die auch den Benachteiligten zugutekommt.»

Laufbahn
Leiterin Grundlagen und Geschäftsleitungsmitglied bei Caritas Schweiz
Stellvertretende Leiterin der Integrationsförderung beim Bundesamt für Migration
Studium Management für Nonprofit-Unternehmen
Koordinatorin der NGO Erklärung von Bern und Leiterin der Handelspolitik
Begleitend zum Studium Tätigkeit bei Pro Natura Zürich und bei der Zeitung FRAZ
Studium der Geschichte mit einem Auslandsemester in Berlin
Handelsdiplom, Ausbildung als Buchhändlerin und Matura auf dem zweiten Bildungsweg
Jetzige Tätigkeit

Als Leiterin der politischen Grundlagenarbeit bei Caritas Schweiz engagiere ich mich zusammen mit meinem Team gegen Armut und Ausgrenzung im In- und Ausland. Konkret setzen wir uns mit Positionspapieren, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für eine Sozial-, Migrations- und Entwicklungspolitik ein, die auch den Benachteiligten zugutekommt.

Die Arbeit bei der Erklärung Bern eröffnete mir ein neues Feld: die Globalisierung, das Nord-Süd-Ungleichgewicht, die Handelspolitik. Acht Jahre war ich zudem Koordinatorin des selbstverwalteten Betriebs und absolvierte in dieser Zeit ein zweieinhalbjähriges Studium zu „Management für Non-Profit-Unternehmen“, um mich in Führungsfragen auszubilden.

Berufseinstieg

Während meines Geschichtsstudiums war ich bei Pro Natura Zürich und bei der feministischen Zeitung FRAZ tätig. Aufgrund dieser Erfahrungen erhielt ich anschliessend die Stelle bei der damaligen NGO Erklärung von Bern – heute Public Eye – wo ich zehn Jahre lang den Bereich Handelspolitik leitete.

Tipps

Die Arbeit bei der Erklärung Bern eröffnete mir ein neues Feld: die Globalisierung, das Nord-Süd-Ungleichgewicht, die Handelspolitik. In diese noch unbekannte Materie musste ich mich reinknien und den Bereich selbständig aufbauen. Dies bedingte das Aufarbeiten von handelspolitischen Fakten, das Verfassen von Positionspapieren, das Lobbyieren bei Parlament und Regierung sowie Kampagnen- und Vernetzungsarbeit mit anderen Nichtregierungsorganisationen.
Weiter war die Öffentlichkeitsarbeit zentral: Artikel und Communiqués mit klaren Botschaften, weg vom Universitätsstil. Dazu gehörte auch die Suche nach finanziellen Mitteln und das Halten von Vorträgen. Voraussetzung war die Freude, auch schwierige Sachverhalte einem Laienpublikum nahe zu bringen und dieses zu einem Engagement zu bewegen.

Acht Jahre war ich zudem Koordinatorin des selbstverwalteten Betriebs und absolvierte danebst ein zweieinhalbjähriges Studium zu „Management für Non-Profit-Unternehmen“, um mich in Führungsfragen weiterzubilden.
Die anschliessende dreijährige Tätigkeit beim Bundesamt für Migration (heute SEM) erlaubte mir die thematische Weiterentwicklung zur Migrationsexpertin und den Einblick in ein Bundesamt.

Nun bei Caritas Schweiz kann ich seit beinahe zehn Jahren alle diese beruflichen Erfahrungen zusammenbringen und anwenden. So habe ich mit 61 Jahren noch immer den Traumjob.

Historikerin, Leiterin einer Fachhochschulbibliothek: Marianne Ingold

Symbolbild Bibliothek
Symbolbild Bibliothek, © Foundry Co auf Pixabay
Wissenschaftliche Bibliothekarin und Informationsspezialistin

«Stetige Weiterbildungsbereitschaft ist im sich rasch wandelnden Bibliotheksumfeld ein Muss.»

Laufbahn
Leiterin einer Fachhochschulbibliothek
Abteilungsleiterin in der Bibliothek einer Technischen Universität
Informationsspezialistin bei einer Schweizer Grossbank
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universitätsbibliothek
Unterrichtstätigkeit an Gymnasien, Berufsmittelschulen und in der Erwachsenenbildung
Studium der Geschichte, Anglistik und Filmwissenschaften
Jetzige Tätigkeit

Meine Tätigkeit als Leiterin einer Fachhochschulbibliothek ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Zu den regelmässigen Aufgaben gehören Personalführung, Bestandesaufbau und –pflege, die in einer Gebrauchsbibliothek ohne Archivierungsauftrag auch das Aussondern umfasst. Ich mache Einführungen und Schulungen für Studierende und wissenschaftliches Personal sowie die Ausleihe und Beratung am Bibliotheksschalter. Daneben organisiere ich zusammen mit meinem Team Veranstaltungen und Marketingaktionen, konzipiere neue oder erweitere bestehende Dienstleistungen.

Daneben bin ich unter anderem verantwortlich für die Planung einer neuen Campusbibliothek, in der mehrere Teilbibliotheken zusammengeführt werden sollen. In der Fachkommission "Hochschulbibliotheken" der KFH (Konferenz der Fachhochschulen Schweiz) vertrete ich alle Bibliotheken unserer Fachhochschule. Mit diesen arbeiten wir besonders im Bereich der elektronischen Medien regelmässig zusammen. Last but not least bin ich in einem kleinen Pensum Beauftragte für Gleichstellung und Diversity einer Teilhochschule an unserem Standort. Das ermöglicht vielfältige Kontakte und Einsitz in hochschulinternen Gremien, was wiederum der Bibliotheksarbeit zugutekommt.

Berufseinstieg

Bereits während meines Studiums unterrichtete ich an verschiedenen Gymnasien, Berufsschulen und in der Erwachsenenbildung. Diese Tätigkeit führte ich nach dem Studium weiter. Daneben betreute ich nebenamtlich die Bibliothek eines Berufsbildungszentrums. Nach dem Umzug in eine andere Ecke der Schweiz erhielt ich eine der wenigen Ausbildungsstellen zur wissenschaftlichen Bibliothekarin. Vom Magazin bis zur Direktion konnte ich zwei Jahre lang wertvolle praktische Erfahrungen in allen Arbeitsbereichen einer grossen Universitätsbibliothek sammeln. Die dazugehörige Theorie vermittelte ein damals noch vom Berufsverband organisierter berufsbegleitender Kurs. Heute stehen dafür verschiedene MAS-Studiengänge zur Auswahl. Einen guten Überblick über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare bietet die Website der IG WBS, deren Präsidentin ich bin: www.igwbs.ch.

Tipps

Eigenschaften wie Flexibilität, Kontaktfreude, Kommunikationsfähigkeit, Offenheit für neue Entwicklungen und Kooperationsbereitschaft sind sehr hilfreich für dieses Aufgabenfeld. Auch stetige Weiterbildungsbereitschaft ist im sich rasch wandelnden Bibliotheksumfeld ein Muss. Ich selbst bilde mich zurzeit in Dienstleistungsmarketing und -management weiter.

Selbstständige Historikerin in der Kulturvermittlung: Andrea Huwyler-Bachmann

Symbolbild Museum
Symbolbild Museum, © Public Co auf Pixabay
Selbstständige Historikerin in der Kulturvemittlung

«Mein Fachwissen als Historikerin, meine Kreativität und meine pädagogische Erfahrung sind gleichermassen gefragt»

Laufbahn
Gründung GmbH und Arbeit als selbständige Historikerin mit verschiedenen Mandaten (Stadt, Kantonale Denkmalpflege, Museen, Vereine, Private) und Projektleitungen
Verantwortliche Museumspädagogik & Öffentlichkeitsarbeit in Historischem Museum
Projektleitung einer Wanderausstellung
Studium der Zeitgeschichte, Neueren Geschichte und Neueren Deutschen Literatur, Uni Freiburg/Fribourg
Primarlehrinnendiplom
Jetzige Tätigkeit

Während eines grossen Teils meiner Arbeit bin ich „Schreibtischtäterin“: An meinem Bürotisch entstehen Konzepte zu Ausstellungen, für Museen, Führungen und Events - manchmal auch beim Kaffee mit involvierten Personen. Dabei sind mein Fachwissen als Historikerin, meine Kreativität und pädagogische Erfahrung gleichermassen gefragt. In weiteren Schritten kommen organisatorische, gestalterische und administrative Aufgaben dazu.

Während der Betriebsphase eines Projekts werde ich dann zur Allrounderin und Teamplayerin: Ich manage das berufsübergreifende Team, überblicke das Budget, schule die Guides, suche Sponsoren, bin verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit/Werbung, aktualisiere den Webauftritt, überwache die Wartung usw. Eine Herausforderung bei meiner selbständigen Tätigkeit ist die zeitliche Koordination der verschiedenen Projekte.

Berufseinstieg

Was kurz nach dem Studium mit einem Sprung ins kalte Wasser begann, konnte ich in meiner 25-jährigen Berufserfahrung etablieren. Als ersten Job direkt ab Uni habe ich aus lauter Neugier die Projektleitung einer Aussenausstellung eines Historischen Museums übernommen. Von den Kontakten und Erfahrungen, die ich damals und anschliessend als Museumspädagogin machte, zehre ich noch heute als selbständige Historikerin.

Tipps

Sich bei Studienabschluss etwas zutrauen und mutig anpacken. Breite Berufserfahrungen verschaffen ein grosses Kontaktnetz und erlauben später das Verbinden von verschiedensten Fähigkeiten und Interessen. Und: Leidenschaftliches Interesse, Kontaktfreude und Engagement sind für eine Selbstständigkeit unabdingbar.

Historiker, Stv. Chefredaktor bei einer regionalen Tageszeitung: Stefan Ragaz

Symbolbild Presse
Symbolbild Presse, © Andrys Stienstra auf Pixabay
Stellvertrender Chefredaktor der Neuen Luzerner Zeitung

«Journalist wird man nicht, weil man Freude an der Sprache hat oder gerne Deutschaufsätze schreibt, sondern aus Liebe zu Quellen, Fakten und Zusammenhängen.»

Laufbahn
Stv. Chefredaktor bei der Neuen Luzerner Zeitung
Selbständiger US-Korrespondent in Washington DC für Schweizer und Österreichische Medien
Chefredaktor bei zwei Lokalzeitungen
Studium in Allgemeiner Geschichte, Politologie und Schweizergeschichte an der Uni Zürich, mit Teilzeittätigkeiten als Redaktor bei Lokalzeitung und als Reiseleiter
nach Matura: Volontariat auf der Redaktion einer Lokalzeitung
Jetzige Tätigkeit

Hautsächlich arbeite ich als Blattmacher. Das ist eine Führungsaufgabe an der Schnittstelle zwischen Redaktion und Publikum. Ich bin dafür zuständig, die Ressourcen der Redaktion auf das Wesentliche anzusetzen, zwischen Bild und Text, zwischen Form und Inhalt zu koordinieren, und für Einordnungen und Einschätzungen zu sorgen und ich gebe die Gewichtung auf der Titelseite vor. In meiner Funktion bin ich für die überregionalen Ressorts verantwortlich: die Politik-, Nachrichten- und Wirtschaftsressorts.

Einmal pro Woche arbeite ich auch als Leiter des Newsdesks, wo ich die Tagesthema-Seite redigiere. Ich bin auch Anlaufstelle für die Leserinnen und Leser und werde auch immer wieder angefragt, Podiumsgespräche zu leiten oder Veranstaltungen zu moderieren. Als Journalist bin ich selber Teil der Öffentlichkeit.

Berufseinstieg

Ich habe bereits in der Kantonsschule als Sport- und Lokalreporter gearbeitet. Die journalistische Arbeit habe ich dann auch während des Studiums weitergeführt, was mich schliesslich in die Redaktion brachte. Einer Sache auf den Grund gehen, Widersprüche erkennen, Zusammenhänge analysieren und Erkenntnisse verständlich präsentieren – dies sind die Parallelen zwischen dem Journalisten und dem Historiker.

Tipps

Wer in den Medienbereich einsteigen möchte, sollte schon früh Gelegenheiten zur freien journalistischen Mitarbeit nutzen oder in einem Volontariat Erfahrungen sammeln.

Selbstständige Historikerin, Redaktorin

Symbolbild Buch
Symbolbild Buch, © Dariusz Sankowski auf Pixabay
Selbstständige Historikerin, Redaktorin

«Da es mittlerweile viele freischaffende Historiker gibt, ist besonders bei öffentlichen Ausschreibungen die Konkurrenz gross.»

Laufbahn
Selbstständige Historikerin
Redakteurin bei einem Historischen Lexikon
Marketingassistentin bei einem Schweizer Berufsverband
Studium der Geschichte, russischen Philologie und Volkswirtschaft an der Universität Bern
Jetzige Tätigkeit

Meine Haupttätigkeit besteht aus dem Sammeln, Analysieren und Interpretieren historischer Quellen, dem Aneignen von Fachliteratur sowie dem Verfassen von Texten. Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist das Lektorieren eigener oder fremder Texte. Dabei kann ich auf meine in der Redaktion des Historischen Lexikons der Schweiz gewonnenen Fähigkeiten zurückgreifen.

In einigen Projekten bin ich als Projektleiterin engagiert, in dieser Funktion trage ich die Verantwortung für den Kontakt zum Kunden und die Führung des Projektteams. Auch die Akquisition neuer Aufträge gehört zu meinem Beruf. Da es mittlerweile viele freischaffende Historiker gibt, ist besonders bei öffentlichen Ausschreibungen die Konkurrenz gross. Wir schreiben viele Offerten, ohne dass wir den Auftrag bekommen. Ferner gibt es zahlreiche administrative Aufgaben zu erledigen.

Berufseinstieg

Um als selbstständige Historikerin zu arbeiten, habe ich 2011 zusammen mit drei Kollegen - zwei Historikern und einem Germanisten - meine Firma gegründet. Alle vier sind wir Teilhaber und Geschäftsführer, aber auch Angestellte. Wir führen geschichtswissenschaftliche Projekte durch. Oft geht es darum, für einen Kunden – eine Gemeinde, eine Firma oder eine Institution – ein Buch zu schreiben. In diesen Fällen durchsuchen wir verschiedene Archive nach Quellen, schreiben darauf basierende Texte und stellen die Bebilderung zusammen. Wir begleiten das Buch bis zum Druck. In anderen Projekten wünscht ein Kunde eine Beratung, eine Ausstellung, die Transkription in deutscher Kurrentschrift geschriebener Dokumente, ein Lektorat oder die Übersetzung eines fremdsprachigen Textes. Bei unserer Arbeit sind wir nicht an einen fixen Arbeitsplatz gebunden. Wir arbeiten in den Archiven, im Büro oder auch am Schreibtisch zu Hause.

Tipps

Was mir für den Übergang vom Studium zum Beruf am meisten geholfen hat, sind die ausseruniversitären Projekt- und Berufserfahrungen, die ich als Studentin gesammelt habe. So durfte ich an verschiedenen Buchprojekten mitarbeiten und stand als Angestellte in den Bereichen Marketing und Informationsmanagement auch immer mit einem Bein im Berufsleben.

Historiker, Verwaltungsrats-Delegierter

Symbolbild Gespräch
Symbolbild Gespräch, © Gerd Altmann auf Pixabay
Verwaltungsrats-Delegierter

«Meine Spezialität ist die Begleitung von Personen, die vor Auftreten eines gesundheitlichen Problems ein eigenes Geschäft hatten oder aber gerade dabei waren, ein solches aufzubauen.»

Laufbahn
Verwaltungsratsdelegierter und Mitinhaber zweier Firmen
Betriebswirtschaftliches Nachdiplomstudium, ETH Zürich, berufsbegleitend
Gründer der Satirezeitschrift 'Schpoiz', Verkauf nach 2 Jahren
Führungsfunktion im Marketing von ATAG Ernst & Young
Freelancer für den Tages Anzeiger (Sportteil, studienbegleitend)
Studium der Geschichte, Biologie und Publizistik
Jetzige Tätigkeit

In meinen beiden Unternehmen Rehafirst und RehaWork arbeite ich in zwei Funktionen: Als Verwaltungsrats-Delegierter und als Mitinhaber, zu gleichen Teilen wie mein Geschäftspartner, einem Rechtsanwalt. Wir erbringen Dienstleistungen auf zwei Ebenen: Einerseits unterstützen wir Menschen nach Krankheit oder Unfall dabei, sich wieder erfolgreich in die Berufswelt zu integrieren. Meine Spezialität ist die Begleitung von Personen, die vor Auftreten eines gesundheitlichen Problems ein eigenes Geschäft hatten oder gerade dabei waren, ein solches aufzubauen. Solche Menschen erhalten in der Regel durch Ärzte, Therapeutinnen, Familie und Freundeskreis genügend Support. Meine Klientinnen und Klienten unterstütze ich beim betriebswirtschaftlichen Denken und Handeln sowie in der Gesamtkoordination der oft komplizierten Fälle (Versicherungen, Ärzte, Anwalt, Familie etc.).

Mit Unternehmenskunden arbeite ich an Projekten, mit denen die Reintegration von Mitarbeitenden nach Krankheit oder Unfall verbessert werden kann. So führen wir zum Beispiel ein Projekt, in dem eine Firma eigene Case Manager/innen einstellt, um den Mitarbeitenden eine Reha-Unterstützung bieten zu können. In solchen Situationen beteilige ich mich an der Erstellung der nötigen Management-Prozesse (Richtlinien, Schnittstellen, interne Kommunikation etc.) sowie an der Schulung. Daneben führe ich viele interne und organisatorische Tätigkeiten aus wie Finanzplanung, Ressourcenplanung, Produktentwicklungen. Natürlich lege ich auch Gewicht auf Marketing und Verkauf – hier kommt mir meine Erfahrung zugute, die ich während meiner früheren Anstellung im Marketing erworben habe.

Berufseinstieg

Der Weg zur heutigen Firma führte via publizistische Tätigkeiten und ein betriebswirtschaftliches Nachdiplomstudium. Ziel bei der Gründung war es, das Case Management in der Schweiz stärker zu verankern. Unsere Schwerpunkte sind die Reintegrationsunterstützung für Menschen nach Krankheit oder Unfall sowie die Invaliditätsvermeidung. In einem späteren Schritt konnten wir eine Reha-Klinik als Partner gewinnen – ein Meilenstein in unserer Firmenentwicklung, wie auch in der Entwicklung der sozialberuflichen Reintegration. Der Schritt eines anerkannten und innovativen, aus dem Bereich der medizinischen Rehabilitation stammenden Akteurs in unser Thema, ist ein sehr wichtiges inhaltliches und fachliches Zeichen.

Tipps

Historiker/innen verfügen über allgemeine Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie das Verstehen und Deuten komplexer Zusammenhänge unserer Gesellschaft. Zusätzliche Wirtschaftskenntnisse und unternehmerisches Flair öffnen Türen, auch in die berufliche Selbständigkeit.



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