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Studienrichtung Pflege, Pflegewissenschaft

In der Pflege und der Pflegewissenschaft geht es darum, die Gesundheit von Menschen zu fördern und zu erhalten. Um die pflegerischen Dienstleistungen zu verbessern, werden die Betreuungsmodelle und Versorgungsstrategien kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt.

Fachgebiet

Pflege
Pflege, ©  canstockphoto

Die Pflege ist eine angewandte Wissenschaft und hat neben der Forschung einen bedeutenden Fokus auf den Praxisbezug. Dabei steht der Mensch mit seinen gesundheitlichen, psychischen und sozialen Bedürfnissen und Ansprüchen im Zentrum. Sie beschäftigt sich mit Techniken, Methoden und Prozessen, mit denen Menschen aller Altersstufen professionell gepflegt werden und im Umgang mit Krankheiten und gesundheitlichen Einschränkungen unterstützt werden können. Zudem setzt sie sich mit Methoden der Qualitätssicherung und Evaluierung und Optimierung von Pflegeleistungen auseinander.

Pflege

Pflege, ©  canstockphoto

Während bei der Pflege der Schwerpunkt auf der Anwendung von Pflegemassnahmen und der direkten pflegerischen Unterstützung von Patientinnen und Patienten liegt, hat die Pflegewissenschaft ihren Fokus auf der Pflegeforschung. Die Übergänge sind dabei aber fliessend, es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen den beiden Disziplinen.

Die Pflegewissenschaft befasst sich auf der Basis wissenschaftlicher Forschung mit der Überprüfung von Pflegemassnahmen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und mit der Entwicklung und Evaluation neuer oder angepasster Versorgungsmodelle und Handlungsstrategien in der Pflege. Wichtige Themen sind die zielführende Betreuung von Personen mit komplexen bzw. chronischen Erkrankungen (Advanced Nursing Practice), Methoden der Qualitätssicherung, Verbesserung der Patientensicherheit sowie die Berücksichtigung von Kostendruck bei der Entwicklung von wirksamen Pflegemassnahmen.

Studium

Bachelorstudium Pflege

Das Bachelorstudium vermittelt Grundlagen in Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Pharmakologie, Kommunikation und interdisziplinärer Zusammenarbeit, Recht, Ethik, Fachenglisch, evidenzbasierender Intervention, Forschungsmethoden, Statistik, Qualitätssicherung, Prävention und Gesundheitsförderung. Praxisinhalte sind Pflegeanamnesen, Pflegeprozesse, Pflegemethoden, Pflegetechniken (Injektionen, Infusionen, Verbände etc.), Klinisches Assessment, die Bewältigung von Schmerzen, der Umgang und das Leben mit Atemnot oder mit psychischer Krankheit usw. Theoretisches Fachwissen an der Fachhochschule wechselt sich ab mit mehrwöchigen Praktika in verschiedenen Arbeitsbereichen der Pflege. Das Studium dauert Vollzeit je nach Vorbildung 2 bis 4 Jahre.

Masterstudium Pflege und Pflegewissenschaft

In den Masterstudiengängen Pflege und Pflegewissenschaft werden die fachlichen und methodischen Kompetenzen vertieft und erweitert. Studienangebote gibt es sowohl an Fachhochschulen wie auch an Universitäten. Sie bereiten auf eine Tätigkeit als Advanced Practice Nurse (APN) und/oder innerhalb der Pflegeforschung vor. Ob sich ein Masterstudiengang "Pflege" oder "Pflegewissenschaft" nennt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle: beide bereiten auf pflegewissenschaftliche Tätigkeitsfelder vor. Es gibt allerdings je nach Hochschule Unterschiede in der Schwerpunktsetzung und Gewichtung der einzelnen Themen, unterschiedliche Vertiefungsrichtungen sowie Unterschiede in Bezug auf den Studienumfang. Es empfiehlt sich deshalb, sich die einzelnen Studiengänge genauer anzusehen und zu vergleichen.

Häufig vermittelte Inhalte sind beispielsweise qualitative und quantitative Forschungsmethoden, Statistik, wissenschaftliches Schreiben, Advanced Practice, Ethik, Leadership, Projektmanagement oder interprofessionelle Kommunikation.

Die Masterstudiengänge sind theoretisch-wissenschaftlich ausgerichtet und gleichzeitig praxisorientiert. Es wird Wert darauf gelegt, dass die theoretischen Konzepte des Unterrichts in der Praxis angewendet und reflektiert werden. Die meisten Masterstudiengänge sind berufsbegleitend möglich, je nach Studiengang gehören auch Praktika zur Ausbildung.

J.K., Pflege im 3. Semester an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW.

«Das Praktikum im Spital war für mich das absolute Highlight.»

Mehr dazu

Anforderungen

Die Pflege setzt Freude an der Arbeit mit und am Menschen voraus sowie Interesse für gesundheitliche Fragestellungen und Lösungen. Von Vorteil ist auch ein gutes Vorwissen in naturwissenschaftlichen Fächern und gute Englischkenntnisse, da ein Teil der Fachliteratur in Englisch verfasst ist. Die praktische Tätigkeit bedingt Kommunikationskompetenzen, Teamfähigkeit und die Freude an interdisziplinärer Zusammenarbeit. Ebenso wichtig sind ein hohes Mass an Verantwortungsgefühl, Leistungsbereitschaft und Selbstreflexionsfähigkeiten. Die tägliche Konfrontation mit zum Teil schwer erkrankten Menschen verlangt ein hohes Mass an psychischer Belastbarkeit.

Das Studium der Pflegewissenschaften erfordert zudem Interesse an der Entwicklung und Verbesserung von Pflegedienstleistungen und -konzepten, am wissenschaftlichen Arbeiten sowie an gesundheitspolitischen Fragestellungen. Hinzu kommen analytisches Denken, Freude am Problemlösen sowie Selbständigkeit beim Lernen und Arbeiten.

Zusätzliche Anforderungen

Vor dem Bachelorstudium absolvieren Kandidatinnen und Kandidaten ohne einschlägige Berufserfahrung ein Praktikum im Gesundheitsbereich, das je nach Studienort zwischen 2 und 12 Monaten umfasst. An den meisten Fachhochschulen entscheidet eine kostenpflichtige Eignungsabklärung über die definitive Zulassung.

Die Masterstudiengänge setzen in der Regel einen Bachelorabschluss in Pflege voraus. Oft wird auch zusätzliche Praxiserfahrung verlangt. Über die Zulassungsbedingungen im Einzelnen informieren die verlinkten Studiengänge (siehe unten) und die Websites der Hochschulen.

Forschungsthemen

Beispiele für Forschungsthemen in der Pflege und Pflegewissenschaft sind:

  • Big Data in der Gesundheitsversorgung
  • Evidenzbasierte Behandlungsmassnahmen in der Brustkrebstherapie
  • Work-related stress among health professionals in Switzerland
  • Pflegegeleitete Versorgungsmodelle in Schweizer Pflegeinstitutionen
  • Selbstmanagement von älteren Menschen in der stationären Kurzzeitpflege

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Studiengänge

Fachhochschulen

Berner Fachhochschule BFH

Departement Gesundheit

Fachhochschule Ostschweiz FHO

Hochschule für Angewandte Wissenschaften St.Gallen FHS

Fachhochschule Südschweiz SUPSI

Departement für Betriebsökonomie, Gesundheit und Soziale Arbeit

Fachhochschule Westschweiz HES-SO

Haute école Arc > HE-Arc Santé
HES-SO Freiburg > Hochschule für Gesundheit HEdS-FR
HES-SO Genève > Haute école de santé HEdS-GE
HES-SO Valais-Wallis > Hochschule für Gesundheit
Haute école de santé Vaud HESAV
Institut et haute école de la santé - La Source
HES-SO Master

Zürcher Fachhochschule ZFH

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW

Kalaidos Fachhochschule FH KAL

Careum Hochschule Gesundheit


Universitäre Hochschulen

Tätigkeitsfelder

Fachleute für Pflege und Pflegewissenschaften sind in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Forschung tätig. Der direkte Patientenkontakt variiert je nach Funktion, die sie ausüben.

  • Studium - und dann?
    Informationen zum Berufseinstieg für Hochschulabsolventinnen und -absolventen.


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