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Studienrichtung Osteopathie

Die Osteopathie beinhaltet komplementärmedizinische Konzepte und Behandlungen von Krankheiten. Sie beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel zwischen Stukturen und Funktionen des Körpers sowie seinen Selbstheilungskräften.

Fachgebiet


Die Osteopathie als Heilmethode richtet sich an Menschen, die unter Beschwerden am Bewegungsapparat oder an Funktionsstörungen leiden. Aus Sicht der Osteopathie benötigt jede Struktur – seien es Knochen, Muskeln, Sehnen oder Organe – Bewegungsfreiheit zum optimalen Funktionieren. Ist diese eingeschränkt, entstehen Gewebespannungen, die zu Fehlfunktionen und Beschwerden führen. Um allfällige Einschränkungen oder Blockaden aufzuspüren und zu behandeln, wenden die Osteopathinnen und Osteopathen vor allem manuelle Techniken an. In die ganzheitliche Behandlung fliessen nicht nur das genaue Studium der Symptome und des Krankheitsbildes ein, ebenso wichtig sind die Mitberücksichtigung der Lebensgewohnheiten und des Allgemeinzustands des zu behandelnden Menschen.

Studium

Osteopathie kann ausschliesslich an einer Fachhochschule studiert werden. Gegenwärtig wird es nur als zweisprachiges Studium (Französisch und Deutsch) angeboten. Erst der Masterabschluss in Osteopathie befähigt zur Berufsausübung.

Das Bachelorstudium in Osteopathie vermittelt die theoretischen Grundlagen und die erforderlichen Kompetenzen, um die Studierenden auf die klinische Osteopathie-Ausbildung auf Masterstufe vorzubereiten. Er besteht aus zwei Ausbildungsachsen: Die erste Achse vermittelt osteopathisches Wissen und Techniken, die auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis beruhen. Die zweite Achse stützt sich auf medizinisch-biowissenschaftliche Grundlagen, um Differentialdiagnosen zu erstellen und körperliche Untersuchungen durchzuführen. Beispiele für fachspezifische Inhalte sind "Geschichte der Osteopathie", "Osteopathische Prinzipien und Grundlagen" oder "Palpatorischer Ansatz" (körperliche Untersuchung durch Betasten).

Das Masterstudium besteht aus drei Bereichen:

  • Klinische Ausbildung und realitätsnahe Simulation. In dieser Zeit werden die Studierenden von Bezugspersonen betreut, die für die Begleitung in einer Privatpraxis oder auch in einem institutionellen Umfeld ausgebildet sind.
  • Integration, Vertiefung und Synthese der Inhalte des Bachelor-Studiengangs, das heisst also der Grundlagenwissenschaften und der medizinischen Diagnostik sowie der Wissenschaften der Osteopathie.
  • Forschung und Master-Arbeit
J. K.,  Osteopathie im 3. Semester an der Fachhochschule Westschweiz HES-SO

«Die praktische Ausrichtung des Studiums und die Zweisprachigkeit schätze ich sehr.»

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Anforderungen

Angehende Osteopathinnen und Osteopathen sollten vom menschlichen Körper und seinen Funktionen fasziniert sein, sich durch manuelles Geschick auszeichnen sowie gerne mit unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten. Wichtig sind auch reflektiertes Handeln, gute Beobachtungsgabe, analytisches und vernetztes Denken und selbstorganisiertes Lernen. Zudem werden von Studentinnen und Studenten gutes Vorwissen in naturwissenschaftlichen Fächern und gute Englischkenntnisse erwartet.

Praxiserfahrung und Selektion

Je nach Vorbildung müssen Kandidatinnen und Kandidaten vor Studienbeginn Erfahrungen in der Arbeitswelt erwerben oder ein spezielles Vorbereitungsjahr besuchen. Alle Kandidatinnen und Kandidaten müssen an einer kostenpflichtigen Eignungsabklärung teilnehmen.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Studiengänge

Fachhochschule Westschweiz HES-SO

HES-SO Freiburg > Hochschule für Gesundheit (HEdS-FR)

Tätigkeitsfelder

Osteopathinnen und Osteopathen sind insbesondere in Praxen (teilweise mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen), Spitälern, Reha-Kliniken, Pflegeheimen und Gesundheitszentren tätig. Ebenso beraten sie Krankenkassen oder unterstützen Gesundheitsteams von Verbänden (insbesondere Sportverbänden). Zu den weiteren Tätigkeitsbereichen für Osteopathinnen und Osteopathen gehören Gesundheitsförderung und Prävention, Erwachsenenbildung, Engagements bei Fachverbänden oder nationalen Gesundheitsorganisationen oder auch Lehre und Forschung, insbesondere an Fachhochschulen.

Berufliche Selbständigkeit

Osteopathinnen und Osteopathen sind in der Erstversorgung tätig. Die osteopathische Behandlung erfordert also keine ärztliche Verordnung bzw. Zuweisung. Bevor Osteopathinnen und Osteopathen ihren Beruf selbstständig ausüben können, müssen sie nach dem Studium eine zweijährige, vollzeitliche Assistenzzeit durchlaufen. Zudem müssen sie das Examen der Schweizerischen Konferenz der Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) für Osteopathie bestehen.

Weiterbildung

Das Studium der Osteopathie befähigt zur Berufsausübung. Nach ersten Berufsjahren bieten sich verschiedene Möglichkeiten, sich fachbezogen oder fachübergreifend weiterzubilden. Die fachbezogenen Weiterbildungen werden vor allem vom Schweizerischen Verband der Osteopathen SVO-FSO (siehe unter Links) angeboten, die fachübergreifenden Weiterbildungen von Hochschulen.
Hier einige Beispiele:



berufsberatung.ch