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Osteopathie: Studium selbst erlebt

Einblick in den Hochschul-Alltag

Ganzheitliche Arbeit am Körper

S. B. studiert Osteopathie im 5. Semester Bachelor an der Hochschule für Gesundheit Freiburg HEdS-FR.

Wie bewerten Sie das Studium?

Während der Semester haben wir zwischen 36-40 Stunden Unterricht pro Woche, wobei bei allen Fächern Präsenzpflicht gilt. Je etwa die Hälfte der Woche ist Theorie und praktischer Unterricht. Dies bringt eine schöne Abwechslung. Das Studium an sich empfinde ich als extrem anstrengend und aufwändig. Das Lernen der Theorie und auch das Üben der Behandlungstechniken benötigt sehr viele Stunden. Da ist es wichtig, eine gute Balance zu finden, um nicht nur das Studium im Kopf zu haben. Mein Ausgleich besteht aus dem Beisammensein mit Familie und Freunden sowie Sport.

Wir haben erst im Masterstudium vier verschiedene Praktika. Darum organisiere ich für meine Ferien jeweils Kurzeinblicke. Ich habe eine Menge dazugelernt, durfte auch selber Hand anlegen und spürte so Dysfunktionen, die ich im praktischen Unterricht bei meinen jungen, gesunden Mitstudierenden noch nie gespürt hatte.

Wie erleben Sie den Kontakt mit Studierenden und Dozierenden?

In unseren Studiengang werden pro Jahr nur 30 Personen zugelassen. Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt und bringen uns gegenseitig weiter. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir uns in Unterwäsche sehen und uns respektvoll behandeln. Momentan sind 7 Männer und 23 Frauen in unserer Klasse. Ich gehöre zu den Älteren, im Schnitt sind meine Studienkolleginnen und -kollegen 23 Jahre alt. Der Kontakt zu den Dozierenden ist kollegial und wir können extrem von ihnen profitieren. Unsere Studierenden-Vereinigung organisiert regelmässig Sportevents, Vorträge und auch ab und zu eine Party.

Was sollten Studieninteressierte beachten?

Weil wir mit dem "osteopathischen Denken" ganzheitlich und immer mit dem und nicht gegen den Körper des Patienten arbeiten wollen, ist das Interesse an der physischen und psychischen Gesundheit des Menschen zentral. Wichtig sind auch eine grosse Sozialkompetenz und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Patientinnen und Patienten. Man muss gerne mit Menschen zusammenarbeiten, sich aber auch abgrenzen können. Dabei hilft eine positive Einstellung. Es wird wohl kaum je ein Patient zu mir kommen und sagen: "Es geht mir super."

Gute Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen

E. R. studiert Osteopathie im 3. Semester Bachelor an der Hochschule für Gesundheit Freiburg HEdS-FR.

Welche Eigenschaften braucht man als Osteopathiestudent oder -studentin?

Das Wichtigste ist für mich ganz klar das Interesse an allen Bereichen des Menschen. Zudem sollte man bereit sein, sein Privatleben hinter das Studium zu stellen. Man hat zwischen 36 bis 40 Stunden Unterricht pro Woche. Dazu kommen noch regelmässiges Selbststudium und das Üben der Praxistechniken. Des Weiteren sind soziale Kompetenzen sehr wichtig. Osteopathen und Osteopathinnen dürfen selber Diagnosen stellen. Deshalb sind gute Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen gefragt. Zudem sollte man mit Verantwortung umgehen können. Die Patienten vertrauen darauf, dass die richtige Diagnose gestellt und ihrem Körper durch die Manipulationen und manuellen Techniken kein Schaden zugefügt wird. Man sollte keine Hemmungen haben, mit anderen Menschen in Körperkontakt zu kommen. Dies ist aber eine Gewöhnungssache.

Was bedeutet das zweisprachige Studium konkret?

Die Sprache ist für jeden Kurs vorgegeben, je nachdem welche Sprache der Professor oder die Professorin spricht. Ungefähr 70 Prozent des Unterrichts ist auf Französisch und 30 Prozent auf Deutsch. Das Sprachniveau empfinde ich als recht hoch, da zum Teil ziemlich komplexe Themen behandelt werden.



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