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Studienrichtung Erdwissenschaften

Bei den Erdwissenschaften steht unsere Erde, ihre Geschichte, ihr heutiger Zustand und ihre Entwicklung im Mittelpunkt. Ihre Forschungsresultate erlauben zum Beispiel die Voraussage von Erdbeben oder das Auffinden von Trinkwasserquellen.

Fachgebiet

Erdwissenschaften
Erdwissenschaften

In den Erdwissenschaften geht es um komplexe Fragen rund um das System Erde: Fossilien, Strukturen und chemische Signale in Sedimenten und Gesteinen dienen als Informationsquellen über vergangenes Klima, über das Zusammenwirken von Lebewesen, über Entstehen und Vergehen von Landschaften und Gebirgen. Umweltveränderungen, die durch den Menschen ausgelöst werden, können durch das Verständnis der Erdgeschichte mit früheren, natürlichen Umweltveränderungen verglichen werden. Aussagen über langfristige Klimaänderungen und die Grenzen der Belastbarkeit der Biosphäre sind weitere Themen der Erdwissenschaften. Es werden ökologische und ingenieurgeologische Fragestellungen wie auch Probleme der Rohstoffgewinnung oder Naturgefahren wie Erdbeben oder Lawinen behandelt.
Die Geologie gliedert sich in drei grössere Teilgebiete:

Erdwissenschaften

Erdwissenschaften

  • Die historische Geologie untersucht die Entstehung und Entwicklung der Erde.
  • Die allgemeine Geologie erforscht den Stoffbestand und Aufbau der Erdkruste sowie die geologischen Vorgänge der Erde.
  • In der angewandten Geologie geht es beispielsweise um die Suche und Erschliessung von Rohstoffen, die Möglichkeit von Lagerung von Abfall oder die Beurteilung von Untergrund für grössere Bauwerke.

Die Untersuchungsmethoden reichen von der globalen Beobachtung durch Satelliten bis zur Materialuntersuchung auf atomarer Ebene. Im Gelände wird die genaue Position von Felsschichten kartiert und später modelliert. Mit mikrochemischen Analysemethoden werden z.B. Alter und Bildungsbedingungen von Gesteinen bestimmt. Eine wichtige Rolle für das Verständnis von grossräumigen Prozessen spielen auch Laborexperimente und Computersimulationen. Prägend für die Erdwissenschaften ist auch der hohe Anteil an praktischer Arbeit, teilweise draussen "im Feld".

Studium

Im Bachelorstudium wird ein breites geo- und naturwissenschaftliches Grundwissen vermittelt. Zu den erdwissenschaftlichen Fächern gehören Geophysik, Mineralogie, Petrologie, Sedimentologie, Geochemie, Klima, Hydrogeologie, Tektonik. Bei den Naturwissenschaften werden Grundlagen in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie gelehrt. Je nach Universität kommen noch sozialwissenschaftliche Veranstaltungen hinzu mit dem Ziel, die Erde als globales System zu verstehen.

Im Masterstudium wird das im Bachelorstudium erworbene Wissen vertieft und es werden eigene Schwerpunkte gesetzt. Zentral im Masterstudium ist die eigene Forschungstätigkeit im Rahmen der Masterarbeit.

A. R. , 2. Mastersemester Geosciences an der Université de Genève UNIGE

«Es gibt viele Experimente, Ausflüge und Reisen.»

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Anforderungen

Für das Studium der Erdwissenschaften sollte man neben einem grossen Interesse an Fragestellungen rund um das System Erde auch ein Interesse für Mathematik, Physik und Chemie mitbringen sowie die Freude an der Arbeit im Gelände. Ebenfalls gefragt ist die Fähigkeit zu vernetztem Denken und die Bereitschaft für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Forschungsthemen

Beispiele von Forschungsthemen sind: Geologie, Angewandte und Allgemeine Umwelt- und Rohstoff-Geochemie, Entwicklung der Erde und des Lebens, Geophysik oder Wasser. Die Forschungsresultate der Erdwissenschaftler/innen sind wichtig, um zukünftige Entwicklungen vorhersagen zu können, zum Beispiel Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Überschwemmungen. Aber auch die Gefahrenbeurteilung beim Tunnelbau oder die Erforschung des Ölvorkommens haben, ebenso wie Wassersuche, Umweltschutz und Klimaforschung, grosse Auswirkungen.

Praktika und Feldforschung

Neben Vorlesungen und Seminaren sind auch Exkursionen, Geländearbeit und Feldkurse wichtige Bestandteile des Studiums und ermöglichen einiges an praktischer Erfahrung. Lava-Fontänen am Stromboli, frischer Meeresschlamm an der Nordsee und Hochdruck-Minerale im Tessin machen die Erdwissenschaften mit ihren zeitlichen und räumlichen Beziehungen vorstellbar.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Tätigkeitsfelder

Erdwissenschaftler/innen arbeiten u.a. in der Forschung und Entwicklung von Industriebetrieben, bei der öffentlichen Verwaltung, aber auch bei privaten Dienstleistern wie Umweltberatungsbüros oder Versicherungen.

  • Erosionsprobleme (Untersuchungen im Zusammenhang mit Bergstürzen, Erdbeben etc.)
  • Grundwasserforschung
  • Abfallentsorgung und –wirtschaft (z. B. Abklärungen für mögliche Standorte für die Lagerung von Industrieabfall oder Deponien)

Erdwissenschaftler/-innen arbeiten meist mit anderen Naturwissenschaftler/innen (Biologen/innen, Physiker/innen etc.) zusammen. Die Grenzen des Fachgebietes sind zudem nicht fest – es gibt z. B. Überschneidungen mit der Physik (Geophysik) oder der Paläontologie (Wissenschaft vom Leben in der Vorzeit).



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