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Erdwissenschaften: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Einfach mal los! Es kommt dann alles wie von alleine.

A. R. studiert Geosciences im 2. Mastersemester an der Université de Genéve UNIGE.

Durch Zufall ins Studium

Nach der Matura wusste ich nur, dass ich weder Medizin, noch Wirtschaft oder Recht studieren wollte. In einem Zwischenjahr wollte ich herausfinden, welches Studium das Richtige für mich ist. Ich verbrachte ein halbes Jahr in den USA in Colorado und nach diesem Auslandaufenthalt habe ich mich zumindest selbstständiger gefühlt. Ich hatte Lust etwas zu riskieren und Neues kennenzulernen. So habe ich mich am Tag des Anmeldeschlusses – fast aus einer Art Torschlusspanik – an der Uni in Genf angemeldet. Meine Idee war, dass was auch immer kommen möge, ich mindestens ein bisschen Französisch gelernt hätte. Schlussendlich entschied ich mich für eine Naturwissenschaft. Die Wahl meines Fachs war eher zufällig und auf Sympathie gegründet. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, wusste ich damals nicht einmal, dass es sich um Geologie handelte.

Die Masterarbeit

Ich versuche, jeden Tag an der Uni mit meiner Masterarbeit voranzukommen. Da muss ich viel Recherchieren (Artikel lesen), Analysen machen, Feldarbeit auswerten, "Steine" unter dem Mikroskop beobachten, das Ganze interpretieren und nicht zuletzt alles niederschreiben.
Meine Masterarbeit handelt von einer Region in Graubünden, genauer gesagt vom Piz Mundin. Die Region enthält Vulkansteine (Pillow-Basalten), die in der grossen Spalte eines Ozeanbeckens entstanden sind und sich jetzt auf 3000m inmitten der Alpen befinden. Mit einer genauen Kartierung der verschiedenen Gesteine und verschiedenen Analysen will ich versuchen, den Werdegang von der Entstehung zum jetzigen Stand dieser Gesteine zu erklären.

Reisen in ferne Länder

Mich fasziniert, weshalb alles um uns herum – Berge, Seen, Flüsse, Hügel, Flächen, Täler – so ist, wie es ist und wie es funktioniert. Schon früh im Studium merkt man, dass alles zusammenhängt und wie wenig man noch über das System Erde weiss. Diese Komplexität finde ich äusserst faszinierend.
Das „Praktische“ im Studium gefällt mir sehr! Es gibt viele Experimente, Ausflüge und Reisen. Wir sind zum Beispiel nach Frankreich, Korsika, Spanien, Rumänien und Norwegen gereist. Das Tolle daran ist, dass man viel über die Geologie und Landschaft des Landes lernt. Doch leider sind diese Aktivitäten nicht ganz billig…
Wir sind eine ganz kleine Klasse von zehn bis zwanzig Studierenden pro Jahr. Man ist oft zusammen und lernt alle sehr gut kennen. Fast wie in einer kleinen Familie, bei der nicht immer alles glatt läuft, aber doch schlussendlich alles gut geht. Man fühlt sich wohl und kann aufeinander zählen.

Was danach?

Leider ist mir noch nicht klar, was ich nächstes Jahr (schon bald) machen werde. Man könnte auf Ölsuche oder auf Goldsuche bzw. Metallsuche gehen. Das ist sehr gefragt bei verschiedenen Firmen. Sonst gibt es noch Vulkanologie, Erdbebenkunde, Mineralogie und vieles mehr. Ich habe mich auf Alpingeologie spezialisiert. Andere Möglichkeiten sind im Bereich Engineering (Bauten und Technik..), Wassermanagement oder auch Erkennen von Naturgefahren in den Alpen (Bodenrutsch, Steinschlag...). Auf akademischer Basis kann man sehr gut auch weiter ein Doktorat machen (was nicht unüblich ist in der Geologie) und somit weiterhin die grossen Fragen der Erde erforschen. Das ist etwas was mich schon reizen würde…

Zu Beginn des Studiums muss man sich an das Tempo der ETH gewöhnen und es gibt wenig Freizeit. Das wird aber jedes Semester besser.

U. A. studiert Earth Sciences an der ETH Zürich. Als Vertiefungsrichtung hat er Geologie gewählt.

Zufälle?

Ich kam durch meine Maturarbeit über die Geologie der Rheinschlucht auf die Idee, Erdwissenschaften zu studieren. Und zum Thema der Maturarbeit kam ich eher per Zufall über meinen damaligen Geographie-Lehrer. Da mich das Thema im Verlaufe der Arbeit enorm zu interessieren begann und man im Studium viel "im Feld" – also auf geologischer Feldarbeit in der Natur – ist, wollte ich unbedingt Erdwissenschaften studieren.

(Viel) Struktur an der ETH

Im Bachelorstudium ist das Meiste mehr oder weniger vorgeschrieben. Es gibt aber einige Fächer, die man abwählen oder hinzufügen kann. Im dritten Studienjahr ist eine Vertiefungsrichtung (Geophysik, Geologie und Atmosphäre & Klima) wählbar. Im Masterstudium ist die Auswahl an Veranstaltungen gross und man kann sich seinen Studienplan relativ individuell zusammenstellen. Im Bachelor- und anfangs Masterstudium ist die Präsenzzeit aber gewöhnlich 20-30 Stunden pro Woche. Hinzu kommen sicher noch acht bis sechzehn Stunden Heimarbeit. Derzeit verbringe ich zehn Stunden pro Woche in Veranstaltungen an der Uni. Daneben arbeite ich an meiner Masterarbeit.

Forschen in Kolumbien für die Masterarbeit

Es geht bei meiner Masterarbeit darum herauszufinden, wie die Gold-Mineralisation einer Lagerstätte in der Nähe von Medellin, Kolumbien, zustande gekommen ist. Dafür war ich drei Wochen in Kolumbien für Forschungsarbeit. Für die Arbeit bin ich in der Forschungsgruppe "Fluide und mineralische Ressourcen" integriert und habe Zugang zu modernen Mess- und Analysegeräten (z. B. dem Laser-Massenspektrometer-System LA-ICP-MS). Später würde ich gerne ein Doktorat machen oder für eine Explorationsfirma im Ausland (z. B. Australien, Schweden, Kanada) arbeiten.

Wohnen und leben in Zürich

Ich wohne in Zürich Seebach in einer WG mit zwei anderen Studierenden, ca. eine halbe Stunde mit den ÖV vom ETH Zentrum weg. Das Wohnen in Zürich ist sehr teuer. Man bekommt kaum Zimmer unter 500 Fr. im Monat. Dafür hat man eine sehr gute Infrastruktur, viele Ausgangsmöglichkeiten und ist nahe bei den vielen kulturellen Events.
Mit mir studieren um die 50 Personen im gleichen Studiengang, davon 18 mit der Vertiefung Geologie und ich habe mit über 20 Personen regelmässigen Kontakt. Wir gehen häufig zusammen noch auf ein Bier oder waren auch schon zusammen in den Ferien. Der Studentenverein (Erfa) organisiert Events - so lernt man rasch Leute aller Semester kennen. Das Verhältnis zu den Dozierenden ist entspannt, mit vielen sind wir per Du. Alles in allem herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre und ich kann sagen, dass ich im Studium Freunde fürs Leben gefunden habe.

Outdoor!

Für Leute, die gerne in den Bergen und in der Natur sind und auch noch Interesse an Naturwissenschaften haben, ist es sicher ein sehr spannendes Studium.
Mir gefällt es sehr, dass ich häufig in der Natur und in den Bergen sein kann. Das Studium beinhaltet viele praktische Teile (Laborarbeit, Kartieren, geologische Feldarbeit).



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