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Studienrichtung Biochemie

Biochemie befasst sich mit der Frage, wie Vorgänge in der belebten Natur auf chemischer und physikalisch-chemischer Stufe erklärt werden können.

Fachgebiet

Biochemie
Biochemie, © Shutterstock

Im Zentrum stehen die Stoffwechselwege, über welche mannigfaltige kleine Grundbausteine und Energieträger hergestellt werden. Diese molekularen Bausteine werden zu den Makromolekülen und supramolekularen Strukturen der Zellarchitektur zusammengesetzt. Die Regulation und Harmonisierung des Auf- und Abbaus solcher Strukturen sowie die Reaktion der Zellen auf ändernde Bedingungen, wie Temperatur oder Nahrungszufuhr, sind weitere wichtige Themen. Weil die biologischen Prozesse in der Zelle einer direkten Beobachtung nicht zugänglich sind, ist die Biochemie für ihre Messungen auf Methoden aus der Chemie und Physik angewiesen.

Biochemie

Biochemie, © Shutterstock

Biochemiker/innen forschen im Grenzgebiet zwischen Chemie, Medizin und Biologie. Beispiele aktueller Fragestellungen:

  • die räumliche Struktur der Proteine und ihre Funktion als Nanomaschinen;
  • die molekularen Grundlagen von Krankheiten;
  • die gerichtete Evolution neuer Proteine durch Protein-Engineering.
  • Der Stoffwechsel (z. B. Atmung, Verdauung, Muskelbewegung, Zellteilung und Vererbung) beruht auch auf biochemischen Vorgängen, deshalb umfasst das Forschungsgebiet ebenfalls komplexere Abläufe in Geweben, Organen und Organismen.

Studium

An den meisten Universitäten sind die Studieninhalte von Chemie und Biochemie in den ersten beiden Bachelorjahren identisch (organische und physikalische Chemie, Mathematik, Informatik). Es ist also ohne weiteres möglich, zwischen diesen Studienfächern vor dem 3. Bachelorjahr zu wechseln.
Im letzten Bachelorjahr stehen die molekularen Biowissenschaften und die organische Chemie im Mittelpunkt.
Dazu kommen:

  • Zellbiologie,
  • Bioinformatik,
  • Genetik.

Sowie Laborpraktika in:

  • Biochemie,
  • Molekularbiologie,
  • organischer Chemie,
  • physikalischer Chemie.

An manchen Hochschulen gehören Wahlpflichtmodule, an einigen die Bachelorarbeit zum Studienprogramm.
Das Masterstudium dient der fachlichen Vertiefung und fördert das forschungsorientierte Lernen. Die Masterarbeit ist ein zentraler Teil des Studiums.

K.A., Biochemie im 5. Semester.

«Ich schätze die spannenden Studieninhalte und vor allem die praktischen Teile in meinem Studium.»

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Anforderungen

Wichtig ist ein Interesse an Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, und Informatik. Im Weiteren brauchen Sie einen Sinn für das Praktische, motorisches Geschick und Freude am genauen experimentellen Arbeiten. Zudem sollten Sie sich von Vorlesungen in Englisch und der Lektüre von englischsprachiger Fachliteratur nicht abschrecken lassen. Veranstaltungen auf Master-Stufe sind sehr häufig in Englisch.

Unterschiede Universitäre Hochschulen und Fachhochschulen

Ein Drittel der FH-Bachelor-Absolventinnen und Absolventen studiert weiter bis zum Master, um damit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Praktika

Einen hohen Stellenwert haben die Laborpraktika. Denn das Biochemiestudium hat trotz viel Theorie und Informatikunterstützung eine starke "handwerkliche" Komponente. Hier werden das handwerkliche Geschick trainiert, Arbeitsmethoden und -techniken erlernt, sowie der Vorlesungsstoff praktisch umgesetzt.

Forschungsthemen

Forschungsthemen der Biochemie sind z.B. die Struktur und Funktion von Proteinen, Proteinkomplexen, RNA und anderen Biomolekülen oder die molekularen Grundlagen von Krankheiten. Dabei setzt jede Hochschule eigene Schwerpunkte.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Tätigkeitsfelder

Biochemikerinnen und Biochemiker sind vor allem in Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen sowie in der Nahrungsmittelindustrie tätig. Sie arbeiten aber auch in der Forschung und Lehre oder übernehmen Aufgaben in der öffentlichen Verwaltung.

Weiterbildung

Für eine Tätigkeit in der industriellen oder universitären Forschung wird ein Doktorat oder Post Doc (Mitarbeit in internationalen Forschungsgruppen) vorausgesetzt. Im engeren Fachbereich der Chemie/Biochemie gibt es kaum Angebote für Advanced Studies (MAS/DAS/CAS). Dafür bestehen viele Weiterbildungsmöglichkeiten in verwandten Gebieten. Einige Beispiele:



berufsberatung.ch