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Studienrichtung Materialwissenschaft

In der Materialwissenschaft geht es um das Erforschen, Entwickeln, Produzieren und Prüfen von Werkstoffen. Die Forschenden befassen sich mit ihren möglichen Einsatzfeldern, ihrer Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Fachgebiet

Materialwissenschaft
Materialwissenschaft, © Maja Dumat, Pixelio

Die Wissenschaft von den Werkstoffen erstreckt sich über ein sehr breit gefächertes Spektrum: Von Polymeren, Keramiken, Metallen und ihren Legierungen, über Materialien mit speziellen optischen und elektronischen Eigenschaften, und von Verbundwerkstoffen bis zu Biomaterialien.
Das Verhalten eines Werkstoffes in Produktion und Einsatz wird durch das Zusammenspiel chemischer, physikalischer und teilweise biologischer Faktoren bestimmt. Bei der Werkstoffauswahl spielen wirtschaftliche Überlegungen häufig eine zentrale Rolle, und auch die Frage der Umweltverträglichkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Materialwissenschaftler/innen verfügen deshalb nicht nur über naturwissenschaftliche Grundlagen sondern auch über ein Verständnis für verfahrenstechnische, ökonomische und ökologische Zusammenhänge.

Materialwissenschaft

Materialwissenschaft, © Maja Dumat, Pixelio

Studium

Am Anfang der Ausbildung steht der Auf- und Ausbau des Fundaments in den naturwissenschaftlichen Disziplinen Mathematik, Chemie, Physik und Biologie und der Erwerb der Grundlagen in der Materialwissenschaft im Vordergrund. Ab dem dritten Studienjahr und im Masterstudium geht es um die Vertiefung in materialwissenschaftlichen Fächern (Metalle, Polymere, Keramik, Materialien in Biologie und Medizin, Verbundstoffe).

Das Studium umfasst neben Vorlesungen auch Übungen: So geben bereits vom ersten Semester an praktische Erfahrungen im Labor einen Einblick in die aktuelle Forschung. Auch der Erwerb von Kenntnissen in Programmier- und Simulationstechniken gehört zu dieser Ausbildung.

K. S., Materialwissenschaft im 6. Semester an der ETH Zürich

«Vom ersten Semester an sind wir jede Woche auch im Labor.»

Mehr dazu

Anforderungen

Ein naturwissenschaftliches und ein technisches Interesse gehören zu den wichtigsten Anforderungen. Darüber hinaus ist das Verständnis für verfahrenstechnische, ökonomische und ökologische Fragestellungen wichtig. Als Vermittler zwischen Naturwissenschaft und Technik ist die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Vertretenden anderer Fachrichtungen für Materialwissenschaftler/innen von besonderer Bedeutung.

Trend zu "intelligenten" Werkstoffen

Materialwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen erforschen neue Werkstoffe, die zugleich technisch und wirtschaftlich interessant sind, mit geringem Energieaufwand produziert werden können und gut recyclierbar sind. Heutzutage spielen in Sport, Medizin, Automobilindustrie, für Bekleidung oder elektronische Bauteile gezielt eingesetzte Werkstoffe eine wichtige Rolle. In Zukunft wird es vermutlich immer mehr so genannte "intelligente" Werkstoffe geben, die ihre Eigenschaften den Umständen ihrer Nutzung und den äusseren Einflüssen anpassen können.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Studiengänge

Universitäre Hochschulen

Tätigkeitsfelder

Materialwissenschaftlerinnen und Materialwissenschaftler arbeiten in Forschungslabors und Entwicklungsabteilungen der Maschinenindustrie, der Automobilindustrie, im Flugzeugbau, in der biomedizinischen Technik, in der Powerelektronik, der Spezialitätenchemie, der kunststoff- oder metallverarbeitenden Industrie oder der Ton- und Keramikindustrie. Sie stehen häufig an Schlüsselstellen als Vermittler zwischen Entwicklung und Konstruktion. Dabei betrachten sie stets den gesamten Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt, dessen Anwendung und die notwendigen Verbesserungsmöglichkeiten mit den zugehörigen analytischen, physikalischen und materialtechnischen Prüfverfahren.

Auch Hochschulen, staatliche Forschungsinstitute und die Bundesverwaltung beschäftigen Materialwissenschaftler/innen. Weitere  Arbeitsfelder der  Materialwissenschaft sind die Prüfung  und  Schadensanalyse.  Materialwissenschaftler und  -wissenschaftlerinnen überprüfen  und  kontrollieren Werkstoffzusammensetzungen  und  das  Verhalten  eines Werkstoffs. Viele  Materialwissenschaftlerinnen und Materialwissenschaftler machen vor dem Berufseinstieg eine Doktorarbeit.

Weiterbildung

Wer nach dem Hochschulabschluss in Materialwissenschaft in die Praxis geht, hat je nach Arbeitsbereich unterschiedliche unterschiedliche fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Für Materialwissenschaftler/innen, die in der Industrie arbeiten und eine leitende Stellung in Aussicht haben, empfiehlt es sich, sich zusätzliche betriebswissenschaftliche Kenntnisse anzueignen.



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