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Arbeitsmarkt: Feuerwehr, Brandschutz

Vorstellung einer Branche in ständigem Wandel mit dem Schweizerischen Feuerwehrverband. Dieser vertritt die Interessen der Berufs- wie auch der freiwilligen Feuerwehrleute.

Auf viele Bereiche anwendbare Kompetenzen

Laurent Wehrli, Präsident des Schweizerischen Feuerwehrverbands
Laurent Wehrli. © 2021 Matthias Luggen
Laurent Wehrli, Präsident des Schweizerischen Feuerwehrverbands

Laurent Wehrli. © 2021 Matthias Luggen

Der Mangel an Freiwilligen bei der Feuerwehr, die Auswirkungen des Klimawandels und die sich ändernden Sicherheitsstandards für Gebäude: Die Anforderungen an Personen, die in der Feuerwehr und im Brandschutz tätig sind, werden immer komplexer. Sie müssen zum Beispiel grosse Waldbrände unter Kontrolle halten und gleichzeitig bei kleinen Bränden zur Stelle sein. Sie müssen sich für neue Rettungssituationen ebenso schulen lassen wie für jede Art von brennbarem Material. Erläuterungen des Schweizerischen Feuerwehrverbands und seines Präsidenten, Laurent Wehrli.

Laurent Wehrli, Präsident des Schweizerischen Feuerwehrverbands

Wie ist die Situation in der Branche Feuerwehr und Brandschutz?

Die gesellschaftlichen Entwicklungen wirken sich in der Branche auf mehreren Ebenen aus. Neue Technologien erfordern spezielle Lernprozesse: Ein Auto mit Elektromotor kann nicht wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gelöscht werden. Der Klimawandel führt zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Der Bedarf an grossen Einsatzteams steigt. Grossbrände erfordern die Zusammenarbeit mit Berufsleuten aus anderen Branchen. Im Brandschutz sind wir mit den stärkeren elektrischen Leistungen in Räumen konfrontiert. Zudem gibt es immer mehr Brandschutzvorschriften für Gebäude. Mit all diesen Veränderungen bleibt unsere Branche dynamisch.

«Die Arbeit des Brandschutzes trägt dazu bei, die Zahl der Brandfälle zu senken. Die Feuerwehr hat trotzdem nicht weniger zu tun.»

Welche Fähigkeiten sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt?

Die Art der Einsätze hat sich in den letzten Jahren verändert und damit auch das Anforderungsprofil. Dies erfordert Lernprozesse in vielen verschiedenen Bereichen: Brände löschen, die durch Pflanzenschutzmittel ausgelöst wurden, Rettung in Überschwemmungsgebieten usw.  Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich während ihrer gesamten Beschäftigungsdauer weiterzubilden. Zahlreiche Spezialisierungskurse werden auf swissfire.ch angeboten. Die Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren oder privaten Unternehmen ist notwendig, insbesondere bei der Einrichtung von Brandschutzzonen. Man muss in der Lage sein, sich zu vernetzen und nach neuer Unterstützung zu suchen. Die Einsätze dauern heute länger: Körperliche Belastbarkeit und Stressresistenz sind nach wie vor wichtig. Allerdings sind alle Fähigkeiten, die man in unserem Beruf erlernt, z. B. im Bereich des Krisenmanagements, auch auf andere Berufe übertragbar. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der in der beruflichen und persönlichen Laufbahn der Freiwilligen aufgewertet werden muss.

Wo werden in den nächsten Jahren Arbeitsplätze geschaffen?

Die Arbeit des Brandschutzes trägt dazu bei, die Zahl der Brandfälle zu senken. Die Feuerwehr hat trotzdem nicht weniger zu tun! In der Schweiz wird sie jedes Jahr zu 66'500 Einsätzen gerufen. Es herrscht ein grosser Bedarf an Freiwilligen: Ich schätze, dass in der ganzen Schweiz etwa 15'000 zusätzliche freiwillige Feuerwehrleute benötigt werden. Aufgrund dieser Sachlage bieten die Gemeinden immer mehr feste Stellen an. Diese Arbeitsplätze beinhalten Tätigkeiten, die die Feuerwachen unterstützen: Wartung von Fahrzeugen, Administration, Organisation von Schulungen usw. Sie stellen auch die unverzichtbare, tägliche Präsenz sicher und müssen zum Beispiel in der Lage sein, nach einem Feueralarm den "ersten Schritt" auszuführen oder bei Sanitätsnotfällen zu helfen.



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