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Geigenbauer/in EFZ

Geigenbauer/innen warten, reparieren, restaurieren und bauen Streichinstrumente. Dabei bearbeiten sie Holz mit Hobeln, Schnitzeisen, Raspeln und Feilen. Daneben verkaufen und vermieten sie die Instrumente und Zubehör.

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Kategorien
Bildungstypen

Grundbildung (Lehre)

Berufsfelder

Gestaltung, Kunst

Branchen

Kunst & Kunsthandwerk

Swissdoc

0.821.5.0

Aktualisiert 18.05.2017

Tätigkeiten

Geigenbauer restaurieren und reparieren nicht nur Geigen, sondern auch Bratschen, Celli, Kontrabässe und andere Streichinstrumente. Je nach Ausrichtung des Ateliers, in dem sie tätig sind, haben sie auch mit Zupfinstrumenten wie Gitarren oder Lauten zu tun. Ihre Haupttätigkeit unterscheidet sich je nach Atelier: Während die einen auf das Restaurieren alter Instrumente spezialisiert sind, bilden in anderen der Verkauf, die Vermietung und der Unterhalt von Streichinstrumenten und Zubehör die Grundlage des Einkommens. Der Bau von Instrumenten macht in vielen Geigenbau-Ateliers nur einen kleinen Teil der Arbeit aus.

Geigenbauerinnen reparieren Streichinstrumente: Sie ersetzen Stege und Stimmstöcke, richten Griffbretter ab, erneuern Wirbel und leimen offene Randstellen nach. Das Leimen von Rissen, das Ersetzen von Hälsen oder das Retouchieren von Lackschäden gehören zu den aufwendigeren Arbeiten. Eine häufige Servicearbeit ist auch die Neubehaarung von Streichbögen.

Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe entstehen oft noch in Handarbeit. Maschinen werden vorwiegend in der industriellen Fertigung eingesetzt. Geigenbauer bearbeiten das Holz mit Sägen, Hobeln und Handmessern, hohlen und flachen Schnitzeisen in allen Grössen sowie mit Raspeln, Feilen und Ziehklingen.

Wichtigstes Arbeitsmaterial von Geigenbauerinnen ist Holz, vor allem Bergahorn und Fichte. Bergahorn verwenden sie für den Boden, die Zargen, den Hals und den Steg, Fichte für die Decke mit den Schalllöchern, den Stimmstock und den Bassbalken. Das Griffbrett wird aus Ebenholz gefertigt.

Decke und Boden sind gewölbt. Sie müssen von innen und aussen sorgfältig auf die richtige Dicke abgestochen, dann gehobelt und mit Ziehklingen geputzt werden. Die Zargen, die Seitenwände des Resonanzkörpers, biegen Geigenbauer anhand von Schablonen im Dampf. Sie verleimen die einzelnen Teile mit wasserlöslichem Warmleim. Somit können reparaturbedürftige Instrumente jeweils wieder auseinander genommen werden.

Geigenbauerinnen beherrschen das Spielen eines Streichinstruments so gut, dass sie die klanglichen und spieltechnischen Qualitäten eines solchen Instruments beurteilen können.

Ausbildung

Grundlage

Eidg. Verordnung vom 25.10.2016

Dauer

4 Jahre

Bildung in beruflicher Praxis

An der Geigenbauschule Brienz (Vollzeit-Berufsfachschule) oder in einem Geigenbau-Atelier

Schulische Bildung

  • Berufskunde: an der Geigenbauschule Brienz (Blockunterricht)
  • Allgemeinbildung: an der Schule für Holzbildhauerei Brienz (Blockunterricht)
  • Instrumentalunterricht: bei befähigten Musikern/Musikerinnen

Berufsbezogene Fächer

Werkstoffkunde, Werkzeug­kunde, Geigenbau, Mechanik, Akustik, Geigenbau und Musikgeschichte, Allgemeine Musik­instrumenten­kunde, Musiktheorie, Instrumentalunterricht, Fach­zeichnen

Überbetriebliche Kurse

Zu verschiedenen Themen

Berufsmaturität

Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.

Abschluss

Eidg. Fähigkeitszeugnis ­"Geigenbauer/in EFZ"

Voraussetzungen

Vorbildung

  • abgeschlossene Volksschule
  • Der Eintritt in die Geigenbauschule Brienz setzt ein bestandenes Aufnahmeverfahren voraus. Der praktische Teil umfasst die handwerkliche Arbeit mit Holz, Zeichnen und Modellieren. Dazu kommen das Spielen eines ­Instruments (vorzugsweise Geige, Bratsche oder Cello), eine Gehörprüfung, ein Augentest, eine schriftliche Arbeit und ein Prüfungsgespräch.

    Wer sich für eine duale Grundbildung (Bildung in beruflicher Praxis im Geigenbau-Atelier) interessiert, muss sich vor Unterzeichnung des Lehrvertrags mit der Geigenbauschule Brienz (Anbieterin des Berufskundeunterrichts und der überbetrieblichen Kurse) in Verbindung setzen.

Anforderungen

  • handwerkliches Geschick
  • exakte Arbeitsweise
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sinn für Formen und Farben
  • Musikalität und gutes Gehör
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Geduld und Ausdauer
  • gute Umgangsformen

Weiterbildung

Kurse

Angebote der Geigenbauschule Brienz sowie des Berufsverbandes SVGB oder von ausländischen Anbietern

Höhere Fachprüfung (HFP)

Geigenbaumeister/in

Fachhochschule

Studiengänge in verwandten Fachbereichen, z. B. Bachelor of Arts (FH) in Produkt- und Industriedesign oder Bachelor of Science (FH) in Holztechnik

Berufsverhältnisse

Neben der Tätigkeit in einem Geigenbau-Atelier kommt für Geigenbauer/innen auch eine Tätigkeit in einem Musikhaus in Frage. Geigenbauer/innen mit entsprechender Berufserfahrung erstellen auch Expertisen und Gutachten.

Wer ein eigenes Geigenbau-Atelier eröffnen möchte, ist auf eine günstige Konjunktur ange­wie­sen.

Weitere Informationen

Adressen

Schweizer Verband der Geigenbauer und Bogenmacher SVGB
Schauenburgerstr. 37
4052 Basel
Tel.: +41 61 508 25 21
URL: http://www.geigenbauer.ch
E-Mail:

Geigenbauschule Brienz
Oberdorfstr. 94
3855 Brienz BE
Tel.: +41 33 951 18 61
URL: http://www.geigenbauschule.ch
E-Mail: