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Tätigkeitsbereich Bibliotheken, Archive und Dokumentationsstellen

In Bibliotheken, Dokumentationen und Archiven arbeiten neben weiteren Berufsleuten auch Fachleute mit Studienabschlüssen in Information und Dokumentation, Konservierung-Restaurierung oder der IT.

Branchenüberblick

In Bibliotheken, Archiven sowie Informations- und Dokumentationszentren der Schweiz arbeiten gemäss arbeitsmarktinfo.ch rund 9000 Personen. Hier werden unterschiedlichste Bestände gesammelt, dokumentiert, geordnet, zur Vermittlung aufbereitet und zugänglich gemacht. Je nach Arbeitsort arbeiten die Berufsleute auch abends und an Samstagen. Teilzeitarbeit ist verbreitet.

Unterschiede zwischen den Arbeitsorten zeigen sich  in der Art des Sammelguts wie auch in der Art der Aufbereitung und Vermittlung. Zusammengetragen, dokumentiert und archiviert werden beispielsweise historische Dokumente, Bücher, Ton- und Bildmedien aber auch aktualitätsbezogene Daten und Informationen.

  • In Archiven spielen Erfassen, Bewerten, Erschliessen und Aufbewahren von historisch wertvollem Archivgut, also historische, restauratorische und juristische Fragen eine wichtige Rolle.
  • In den Bibliotheken sind die Tätigkeiten besonders durch den Standort, die Grösse und die Art der Bibliothek (wissenschaftliche Bibliotheken, öffentliche Bibliotheken) geprägt sowie durch die Spezialisierung auf bestimmte Sachgebiete.
  • In Informations- und Dokumentationsabteilungen von Betrieben und Organisationen sind dagegen aktuelle, branchenspezifische und zweckorientierte Informationen gefragt. Zentral dabei ist die Vermittlung mittels gut zugänglicher Datenbanken.

Tätigkeitsfelder

Die Fachleute im Tätigkeitsbereich Information und Dokumentation sind spezialisiert auf das Erschliessen, Pflegen, Lagern und Präsentieren/Vermitteln von Information in unterschiedlichen Formen. Ihr wichtigstes Arbeitsinstrument bildet die Informatik.

Erschliessen, Pflegen, Aufbewahren

Bei Recherche, Redaktion und Weiterverbreitung von Information und Wissen sind Internet, Intranet und spezifische elektronische Datenbanken nicht mehr wegzudenken. In diesem Bereich spielt das Wissen von Informationswissenschaftlerinnen und Informationswissenschaftlern eine wichtige Rolle.

Bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit solchen Daten, Dokumenten bzw. Archivgütern ist je nach Spezialisierung des Arbeitsorts das Know-how aus verschiedenen Fachrichtungen gefragt, so unter anderem aus Archäologie, Ethnologie, Kunstgeschichte, Geschichte, Musikwissenschaft, Religionswissenschaften/Theologie.

Durch die materielle Verschiedenartigkeit des Archiv- bzw. Sammelguts, von historischen Dokumenten über Bücher bis zu Ton-, Bild- und Datenträgern, erwachsen spezielle Anforderungen. Diese betreffen neben der Recherche auch die Aufbewahrung, Organisation (Katalogisierung) und Sicherung der Bestände. Dabei arbeiten Dokumentationsspezialistinnen und -spezialisten unter anderem mit Restauratorinnen, Medieningenieuren sowie Informatiker/innen zusammen.

Präsentieren und Vermitteln

Neben dem elektronischen und materiellen Bereitstellen von Daten und Informationen kümmern sich die Fachleute aus Information und Dokumentation auch um das Präsentieren und Vermitteln ihrer "Produkte". Sie bieten diese einerseits online an, treten aber andererseits auch in direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden (Einsätze in der Ausleihe, Beratung usw.).

Marketing, PR und Kommunikation

Die Dienstleistungsanbieter können sich heutzutage nicht mehr damit begnügen, passiv auf Benutzer/innen zu warten. Sie müssen sich bekannt machen und auf die Öffentlichkeit zugehen. Damit gehören heute auch Marketing, PR und Kommunikation zu den Aufgaben, sei es in Form von besonderen Publikationen, Webauftritten, Ausstellungen oder auch Tagen der offenen Tür.

Neben Informations- und Dokumentationsfachleuten kommen für dieses Tätigkeitsfeld auch spezialisierte Fachpersonen aus den Wirtschafts-, Sprach- und Kommunikationswissenschaften in Frage.

Management

Je nach Art und Grösse des Arbeitsorts sowie je nach Funktion und Hierarchiestufe sind auch organisatorische und administrative Aufgaben wie Personalführung, Management oder Finanzplanung und Controlling, z.T. auch Fundraising, weitere wichtige Funktionen. Hier werden deshalb auch Absolventinnen und Absolventen aus den Wirtschaftswissenschaften eingesetzt.

Einstieg

Ein spezifisches Hochschulstudium (BA und MA) in Informationswissenschaften / Information Science bietet die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur an. Die Absolventinnen und Absolventen können sich dabei in Bibliothekswissenschaft, Informationsmanagement, Information Engineering oder Records Management (Archivierung) spezialisieren.

Ebenfalls möglich ist der Einstieg über ein Hochschulstudium und eine zusätzlichen Nachdiplomausbildung (MAS) oder via Quereinstieg nach dem Hochschulstudium und Fortbildung in Form von Kursen. Da es ein grosses Spektrum spezialisierter Archive, Bibliotheken usw. gibt, steht diese Weiterbildung Absolventinnen und Absolventen unterschiedlicher Studienrichtungen offen.

Einschlägiges Know-how erhöht auch in diesem Tätigkeitsbereich die Chancen für eine Anstellung. Da jede/r Studierende Kontakte etwa mit Institutsbibliotheken, Archiven oder Dokumentationsstellen hat, können sich Möglichkeiten von Praktika und Volontariaten bereits während des Studiums ergeben.



berufsberatung.ch