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Porträt: Nachhaltigkeit

Eine Umweltberaterin BP, Projektleiterin bei einer Umweltorganisation, stellt ihre Tätigkeit und ihre Aufgaben vor.

Auf der Suche nach einem sinnvollen Job

Carole Straub, Umweltberaterin BP, Projektleiterin in einem Verein für umweltfreundliche Mobilität

Carole Staub
Carole Staub. © WWF, Foto Thai Christen
Carole Staub

Carole Staub. © WWF, Foto Thai Christen

Berufslaufbahn

Jahr/Alter Tätigkeit/Ausbildung
18Abschluss Diplommittelschule, heute: Fachmittelschule
22Abschluss berufliche Grundbildung als Dekorationsgestalterin EFZ, heute: Polydesignerin 3D EFZ, mit gestalterischer Berufsmaturität: Schule für Gestaltung, Bern
23Administration und Produktionsleitung: Pulls productions, Bern
24Textilkauffrau STF: SchweizerischeTextilfachschule, Zürich
30Eventmanagerin Gurtenfestival: Appalooza productions GmbH, Bern
33Umweltberaterin BP: Bildungszentrum WWF, Bern
37Zuständige für Kommunikation und Mehrwegberatung: Entsorgung und Recycling, Stadt Bern
39Projektleiterin "bike to work": Pro Velo Schweiz, Bern

Wie kamen Sie zum Umweltberuf?

In der 5. Klasse vermittelte der Lehrer sehr engagiert Umweltthemen. Das hat mein Interesse geweckt. Als Eventmanagerin wurde ich mit den Abfallbergen nach mehrtätigen Musikfestivals konfrontiert. Mein damaliger Arbeitgeber für das Gurtenfestival führte das Mehrweggeschirr ein. Mich packte dieses Thema: Es hat gezeigt, dass Veränderungen möglich sind, trotz der komplexen Logistik, die durch die Lage des Standorts bedingt ist. Dieser Erfolg war für mich ein Musterbeispiel. Ich wechselte zu Entsorgung + Recycling der Stadt Bern. Ich suchte einen Job, der für mich sinnstiftend ist. Ich sah den Sinn darin, Ressourcen zu schonen und in der heutigen "Wegwerfgesellschaft" neue Modelle einzuführen, die es dem Einzelnen einfach machen, sich umweltgerecht zu verhalten.

«Das nachhaltige Wirken kann man jedoch in jedem Beruf einflechten. Man muss nicht unbedingt im Umweltbereich arbeiten.»

Welche anspruchsvollen Seiten gibt es in Ihrer Tätigkeit in der Umweltbranche?

Umweltthemen gelten oft als unpraktisch und mühsam. Es braucht viel Überzeugungskraft, will man etwas Neues einführen. Die gegnerischen Einwände darf man nicht persönlich nehmen. In früheren Tätigkeiten musste ich den Gewinn des umweltfreundlichen Vorgehens aufzeigen, z.B. dass die Leute länger an einer Veranstaltung bleiben, wenn das Gelände nicht im Dreck versinkt. Das Projekt "bike to work" jedoch hat für Teilnehmende viele attraktive Seiten. Zur Arbeit radeln ist gesund, macht Freude, ergibt gute Gesprächsthemen am Arbeitsplatz.

Was würden Sie jemandem raten, der/die einen Umweltberuf anstrebt?

Entweder von Anfang an einen Umweltberuf anstreben, zum Beispiel über ein entsprechendes Studium, oder eine solide Grundbildung absolvieren und sich danach für den Bereich Umwelt spezialisieren. Das Fachwissen aus dem Erstberuf ist für eine Tätigkeit in der Umweltbranche sehr hilfreich. Das nachhaltige Wirken kann man jedoch in jedem Beruf einflechten. Man muss nicht unbedingt in der Umweltbranche arbeiten. So stellen sich an jedem Arbeitsplatz dieselben Fragen: Gehen wir nachhaltig mit den Ressourcen um? Wo sind Verbesserungen möglich?

Weitere Informationen



berufsberatung.ch