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Humanmedizin: Berufsporträts

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Humanmedizin

Humanmedizin

Timo Rimner: Humanmediziner, Facharzt für Innere Medizin

Symbolbild Stethoskop
Symbolbild Stethoskop, © Bild von Bruno Glätsch auf Pixabay
Leiter Dienstleistungmanagement bei Medgate

«Die Anamnese muss sehr präzise und ausführlich sein – man lernt, mit den Ohren zu sehen.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2006 bis heuteOberarzt Telemedizinisches Disease Management, Leiter Dienstleistungsmanagement bei Medgate, Basel
2005Unispital Freiburg
2000 – 2004Unispital Basel
1999 – 2000Kreiskrankenhaus Lörrach
2006Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, Facharzt-Titel
1992 - 1999Studium Humanmedizin in Freiburg im Breisgau
Jetzige Tätigkeit

Ich bin seit fünf Jahren als Arzt bei Medgate tätig. Der augenfälligste Unterschied zur Arbeit im Spital ist natürlich, dass ich die Patientinnen und Patienten nicht leibhaftig vor mir habe, sondern sie am Telefon, über Video oder übers Internet betreue. Man entwickelt ein gutes Sensorium dafür, auf die Stimme und Sprache der Patientin zu achten. Die Anamnese muss sehr präzise und ausführlich sein, weil man daneben praktisch nichts anderes zur Verfügung hat, um das gesundheitliche Problem zu beurteilen. Man lernt dabei, mit den Ohren zu sehen.
Typischerweise melden sich die Patientinnen mit einem akuten Problem bei uns. Auslöser für den Anruf ist dabei oft eine Unsicherheit, ob sich zum Beispiel hinter den Kopf- oder Bauchschmerzen nicht doch eine gravierende Erkrankung versteckt. Die Themen gehen quer durch die ganze Medizin. Meist sind die Anrufenden jedoch nicht in einer kritischen Verfassung. Im Durchschnitt betreut ein/e Telemediziner/in drei bis vier Patient/innen pro Stunde.
Als ich zu Medgate kam, erhielt ich wie alle neuen Mitarbeitenden eine strukturierte und fundierte Grundausbildung in allen Bereichen der Telemedizin und wurde am Anfang von einem routinierten Teamarzt begleitet. Rund um die Uhr ist ein Dienst-Oberarzt erreichbar.
Wir versuchen, bei Medgate möglichst viele Spezialgebiete abzudecken, das heisst Mitarbeitende mit unterschiedlichsten klinischen Fachrichtungen zu vereinen. Die Arbeit in diesem multidisziplinären Team macht mir besonders Freude. Bei besonders komplexen Fragestellungen kann ich auf ein Netz von über 25 externen Fachärzt/innen zurückgreifen. Zudem können wir bei einer begrenzten Anzahl klar definierter Krankheitsbilder Rezepte für eine Therapie ausstellen.
Als Oberarzt ist mein hauptsächliches Betätigungsfeld die Führung und das Coaching der Mitarbeitenden, die medizinische Verantwortung über alle Patient/innen des jeweiligen Tages sowie die Projektarbeit.
Ein gutes Beispiel für die Projektarbeit der letzten zwei Jahre ist die Einführung der Teledermatologie in unsere tägliche Arbeit. Hautausschläge können heutzutage problemlos von den Patient/innen mit einer digitalen Kamera festgehalten und die Bilder dann an uns übermittelt werden. Damit lässt sich ein Hautproblem viel einfacher und effizienter besprechen als mit ausschweifenden Beschreibungen. Hierfür habe ich zunächst die Prozesse definiert, wie diese Bilder in der Qualität sein müssen, welche Informationen die Patientin durch uns erhält, wie wir die Bilder integrieren in unseren Behandlungsprozess. Daraufhin habe ich die Schulung aller Mitarbeitenden geplant und durchgeführt. Zu Beginn der Einführung habe ich zudem eine kleine Machbarkeitsstudie konzipiert und betreut, in der wir beweisen konnten, dass Patienten qualitativ gute Bilder schicken können.
Aktuell bin ich als Leiter des Dienstleistungsmanagements verantwortlich für die Nahtstelle zwischen Vertragspartnern (Versicherer, Bundesstellen, etc.) und dem operativen Betrieb (ärztliche Beratung am Telefon). Hierbei konnte ich mein Verständnis des Gesundheitssystems als Ganzes ausweiten, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Es weitet den Blick für die Medizin und die individuelle Betreuung jeder Patientin.

Tipps

Wer sich für allgemeinmedizinische Fragestellungen interessiert, die eigenen Anamnesefähigkeiten perfektionieren und gerne Schnittstellen zu anderen Arbeitsfeldern kennenlernen möchte, ist bei Medgate gut aufgehoben. Teilzeitarbeit ist innerhalb eines klaren Dienstplans sehr gut möglich. Sinnvoll für die Arbeit bei Medgate ist sicherlich möglichst viel klinische Erfahrung.

Regula Meier: Humanmedizinerin, Kinderchirurgin, Sportmedizinerin

Symbolbild Operation
Symbolbild Operation, © Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay
Kinderärztin im Kinderspital

«Die Arbeit auf dem Notfall ist sehr spannend und anstrengend, weil man nie weiss, was auf einen zukommt.»

Jetzige Tätigkeit

Im Moment arbeite ich als Kinderärztin im Kinderspital Zürich. Hier gibt es verschiedene Abteilungen, wo man als Assistenzärztin jeweils 6 Monate verbringt. Zum Beispiel die Intensivstation, Notfall, Bettenstationen, die Säuglingsstation oder die Poliklinik.
Ich war ein halbes Jahr auf dem Notfall. Die Arbeit dort war sehr spannend, jeden Tag gab es wieder neue Dinge zu sehen und zu lernen. Gleichzeitig ist die Arbeit auf dem Notfall sehr anstrengend, weil man nie weiss, was auf einen zukommt. Es kann sein, dass die Tage ganz ruhig sind, dann gibt es wieder Tage, wo es wie in einem Bienenhaus zu und her geht. Zudem hat man auf dem Notfall viele Abend- und Nachtdienste und auch Wochenenden, wo man arbeiten muss. Dann, wenn am meisten Kinder kommen, braucht es auch am meisten Ärzte. . .
Um sich die Arbeit auf dem Notfall etwas besser vorstellen zu können, möchte ich kurz einen Tag schildern:
Man kommt zum Beispiel auf den Nachmittag ins Ärztebüro, wo bei Hochbetrieb bis zu zehn Ärzt/innen arbeiten. Man verschafft sich einen kurzen Überblick, wie viele Kinder warten und ob es solche gibt, die sehr bald von einer Ärztin angeschaut werden müssen. Einige Beispiele zu den häufigsten Fällen auf dem Notfall: Bein- und Armbrüche nach Stürzen, Wunden, die genäht werden müssen, verschiedenste Dinge, die Kinder sich in die in Ohren oder in die Nase gesteckt haben und die nun wieder entfernt werden müssen. Husten, Fieber, Lungenentzündung, Asthma, aber auch Kinder, die an Diabetes erkrankt sind, bei denen ein Tumor festgestellt wird . . . und so weiter. Die meisten Sachen sind nicht so schlimm und die Kinder können nach ein paar Minuten (bis Stunden, je nach Wartezeit) wieder nach Hause gehen. Kinder, denen es nicht so gut geht - die beispielsweise Sauerstoff benötigen oder bei denen weitere Abklärungen durchgeführt werden müssen - bleiben im Spital und kommen auf die jeweilige Abteilung.
Man schaut sich ein Kind nach dem anderen an, bespricht sich mit der Pflege und bei Unsicherheiten mit dem Oberarzt. Gegen Ende des Dienstes müssen noch die Berichte geschrieben und Leistungen abgerechnet werden. Nach 10 bis 12 Stunden Arbeit, manchmal ohne Pause, geht man mit vielen spannenden, manchmal auch traurigen und bedenklichen Eindrücken nach Hause.
Seit einem Monat bin ich nun auf der Poliklinik der Kinderchirurgie. Hier ist alles viel geordneter und geregelter als auf dem Notfall. Um 7:45 Uhr ist Morgenrapport. Eine Viertelstunde später kommt das erste Kind. Die meisten kommen nach einem Unfall zur Kontrolle. Wir schauen, ob der Heilungsprozess in Ordnung ist, ob der Knochen im Röntgenbild beispielsweise nicht krumm zusammenwächst. Jede Viertel- bis halbe Stunde kommt ein Kind. Am Mittag dann eine kurze Pause, bis es weiter geht. Um 15:45 Uhr ist wieder Rapport, wo die Kinder, die ich gesehen habe, mit dem Chef- und Oberarzt besprochen werden.

Humanmediziner, Chirurg

Symbolbild Operation
Symbolbild Operation, © Bild von skeeze auf Pixabay
Assistenzarzt an einem Kantonsspital

«Im Gegensatz zu andern Ärzteberufen kann man in der Chirurgie direkt und effektiv die Krankheitsymptome bekämpfen.»

Jetzige Tätigkeit

Ein Arbeitstag beginnt vor sieben Uhr. Ich besuche die Patiententen und Patientinnen; will wissen, wie es ihnen geht. Der Kontakt mit den Menschen gefällt mir. Vor der Operation muss ich sie oft beruhigen und ihnen zu spüren geben, dass ich ihnen helfen kann. Bei am Vortag Operierten erkundige ich mich, wie es ihnen in der Nacht ergangen ist. Falls Komplikationen aufgetreten sind, muss ich dem leitenden Oberarzt einen Rapport abliefern. So können wir die nächsten Schritte besprechen und diese einleiten.
Um acht Uhr gehe ich in den Operationssaal, wo ich bis in den frühen Nachmittag Bauchoperationen vornehme und Knochenbrüche repariere. Um wirklich komplexe Operationen durchführen zu können, muss man Oberarzt sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ich noch mindestens zwei Jahre als Assistenzarzt Erfahrungen sammeln. Nach den Operationen gibt es auch noch administrative Arbeiten zu erledigen. Leider nimmt dieser Teil der Arbeit immer mehr zu. Es müssen neben Entlassungsberichten auch Berichte für die Versicherungen und dergleichen verfasst werden. Ich arbeite sehr gerne als Chirurg. Im Gegensatz zu andere Ärzteberufen kann man in der Chirurgie direkt und effektiv die Krankheitssymptome bekämpfen.
Den Abend widme ich oft meiner Weiterbildung. In meinem Privatleben muss ich auf vieles verzichten. Zum Teil habe ich auch in der Nacht und am Wochenende Dienst. Es kann auch vorkommen, dass sich Operationen und administrative Arbeiten bis spät in den Abend hineinziehen.

Berufseinstieg

Nach meinem Studienabschluss hatte ich während zwei Jahren eine Stelle als Assistenzarzt in einem kleinen Spital. Nun arbeite ich schon seit einem Jahr in einem Kantonsspital.

Etienne Waldesbühl: Humanmedizinerin, Psychiaterin, Psychotherapeutin

Symbolbild Gesprächszimmer
Symbolbild Gesprächszimmer, © Bild von Oliver Kepka auf Pixabay
Assistenzärztin in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik

«Zu uns kommen Menschen mit psychischer Verunsicherung, die einen anderen Umgang mit sich, der Krankheit und den Mitmenschen finden möchten.»

Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Assistenzärztin in einer psychotherapeutisch orientierten Tagesklinik für Menschen mit Depressionen, Angst- und Zwangserkrankungen. Wir sind organisatorisch der psychiatrischen Uniklinik Zürich angeschlossen.
Zu uns kommen Menschen mit psychischer Verunsicherung, die einen anderen Umgang mit sich, der Krankheit und den Mitmenschen finden möchten. Wir bieten ein teilstationäres Programm an, d.h. die Patienten kommen nur tagsüber zu uns. Das bedingt, dass sie stabil genug sind und eine geregelte Wohnsituation haben. Unser Programm beinhaltet Gruppentherapien (Ergotherapie, Musik- und Bewegungstherapie, Psychoedukation und Gesprächsgruppe), Einzeltherapiesitzungen, Milieutherapie, Hilfe bei sozialen Problemstellungen oder auch die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.
Meine Aufgabe besteht darin, mit meinen 7-9 Patient/innen zweimal wöchentlich 45-minütige therapeutische Gespräche zu führen und den jeweiligen Fall zu führen. Ausserdem leite ich eine themenzentrierte therapeutische Gruppe und eine Psychoedukationsgruppe, in der Informationen über das Krankheitsbild vermittelt werden. Einmal pro Woche findet eine Besprechung mit dem Oberarzt statt, in der wir den weiteren Therapieverlauf planen und die medikamentöse Behandlung absprechen. Sehr wichtig ist auch der interdisziplinäre Austausch mit den verschiedenen Mitgliedern des Behandlungsteams. Weitere Aufgaben sind das Diktieren von Austritts- oder IV-Berichten, das Dokumentieren der Therapieverläufe und das Schreiben von Gutachten bezüglich Arbeitsfähigkeit oder zu forensischen Fragestellungen.
Zu den Privilegien dieser Station gehört, dass ich keine Wochenend- und keine Nachtdienste machen muss, worum mich meine Kolleg/innen wohl etwas beneiden. Manchmal fehlt mir aber auch das Aufregende, das es mit sich bringt, im Nachtdienst zu einem aufgeregten Patienten gerufen zu werden oder an vorderster Front die Neuzugänge in Empfang zu nehmen. Solche Aufgaben können sehr anstrengend sein, zwingen einen aber auch dazu, die volle Verantwortung zu übernehmen und in heiklen Situationen kühlen Kopf zu bewahren.
Um meine Patient/innen kompetent behandeln zu können, besuche ich eine Gruppensupervision und mache Selbsterfahrung bei einer erfahrenen Psychotherapeutin. Viel Zeit verwende ich für das Lesen über die verschiedenen psychologischen Zusammenhänge und für Literaturrecherchen bezüglich der neuesten Forschungsergebnisse. Die Weiterbildung und die Arbeit an der persönlichen Entwicklung gehören also selbstverständlich dazu und werden mich ein (Berufs-)Leben lang begleiten.

Humanmedizinerin, Medical Managerin

Symbolbild Röntgenbild
Symbolbild Röntgenbild, © Heike Georg, Pixabay
Ärztin in der Pharmakommunikation

«Ich kommuniziere vielschichtige medizinische Inhalte einfach und wirkungsvoll.»

Jetzige Tätigkeit

Nach verschiedenen beruflichen Erfahrungen (siehe Berufseinstieg) bin ich heute Kommunikationsleiterin bei einem grossen Pharmaunternehmen mit einem Arbeitspensum von 60%. In einem dreiköpfigen Team bereiten wir Gesundheitsinformationen auf, die mit unserem Unternehmen in Zusammenhang stehen. Diese werden über Internet, Medien, Ärztinnen, Apotheker sowie in selbst erarbeiteten Publikationen in die Öffentlichkeit getragen. Da Ärztinnen und Patienten heute die gleichen Informationsquellen offen stehen, ist eine inhaltliche und zeitliche Abstimmung unserer Kommunikationsaktivitäten mit der Strategie des Konzerns und des Marketings unabdingbar geworden. Als Pressesprecherin beantworte ich Medienanfragen und übernehme im Falle einer Krise die Leitung der Krisenkommunikation.

Berufseinstieg

Den bequemen weissen Kittel habe ich nach mehreren Jahren als Medizinerin im Spital an den Bügel gehängt. Mein damaliger Chefarzt öffnete mir die Tür zur Welt der Kommunikation rund um die Medizin. Ich wurde Projektleiterin in einer Marketingagentur mit Fokus Gesundheitswesen. Das Ziel war, vielschichtige medizinische Inhalte einfach und wirkungsvoll zu kommunizieren. Gemeinsam erarbeiteten Fachleute, Kommunikatoren, Texterinnen und Grafiker die Konzepte. Ich war auf Anhieb begeistert von dieser kreativen Teamarbeit, zumal ich mein medizinisches Wissen und meine Fähigkeiten voll einbringen konnte. Wissenslücken in den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaft sowie Gesundheitsökonomie schloss ich in einem Nachdiplomstudium zum Medical Manager an einer Fachhochschule.



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