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Berufsmöglichkeiten bei Verbänden

Verbände vertreten die Interessen der Verbandsmitglieder, von Dritten oder engagieren sich für eine bestimmte Sache. Für die Mitarbeit in einem Verband spielen die eigenen Interessen und Wertvorstellungen eine entscheidende Rolle.

Berufsmöglichkeiten

Wirtschafts-, Berufs- und Wissenschaftsverbände, Kultur- und Sportverbände, Sozial- und Wohlfahrtsorganisationen, politische Parteien und Gewerkschaften arbeiten im nichtkommerziellen Bereich. Sie alle vertreten Interessen. Die Interessen stammen von den Verbandsmitgliedern, von Dritten (z. B. von Benachteiligten) oder die Organisationen treten für eine bestimmte Sache ein wie z. B. Pro Helvetia, welche das künstlerische Schaffen aus der Schweiz fördert. Die Organisationen unterscheiden sich: Ein Sportverband ist anders ausgerichtet und strukturiert als ein Hilfswerk, ein Arbeitgeberverband anders als eine Gewerkschaft, die Multiple-Sklerose-Gesellschaft anders als der Schweizer Heimatschutz. Massgebend ist neben dem Zweck auch die Grösse des Verbandes. Diese ist meist abhängig von der Zahl der Mitglieder und vom Budget. Finanziert werden die Verbände durch die Beiträge der Mitglieder, durch Spenden oder die Organisationen erhalten öffentliche Subventionen. Die Organisationen unterscheiden sich auch in ihrer Rechtsform. Die meisten Verbände sind Vereine, daneben gibt es auch Stiftungen oder Genossenschaften.

Erste Erfahrungen schon während des Studiums

Wer sich für das Berufsfeld von Verbänden interessiert, sammelt am besten bereits schon vor oder während des Studiums Erfahrungen in diesem Bereich, um Eigenheiten von Verbänden kennen zu lernen – etwa im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Die ehrenamtliche Tätigkeit gibt einen ersten Blick auf Strukturen, Abläufe, Meinungsbildung und Öffentlichkeitsarbeit in einer solchen Organisation. Für die Mitarbeit in einem Verband spielen oftmals eigene Interessen oder Wertvorstellungen eine entscheidende Rolle, fast noch mehr als die absolvierte Ausbildung. Wichtig sind Initiative und Selbstständigkeit, rasche Auffassungsgabe, analytisches Denkvermögen, Blick für das Wesentliche, Kontaktfähigkeit, Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit.

Management einer Geschäftsstelle

Zum Erfahrungsaustausch und zur Vorbereitung der Meinungsbildung unterhalten Verbände in der Regel Ausschüsse und Arbeitsgruppen, in denen Mitglieder tätig sind. Diese Sitzungen werden meist von der Geschäftsstelle geplant, durchgeführt, protokolliert und ausgewertet. Entwicklungen sowie Trends erkennen und einschätzen, Meinungsbildung initiieren und zu einem beschlussfähigen Konsens zu gelangen, gehören zur zentralen Tätigkeit auf einem Generalsekretariat oder einer Geschäftsstelle. Dazu erhalten die Angestellten auch Anregungen von den Mitgliedern oder holen die Meinungen von Unterorganisationen ein. Sie erarbeiten Leitbild, Strukturen und Konzepte. Wirtschafts- und Berufsverbände stützen sich hierbei auch stark auf das Expertenwissen in den Unternehmen und bei den Mitgliedern.
Die Geschäftsstellen sind mit vergleichsweise wenig Personen besetzt. Meist umfassen sie einen oder mehrere Geschäftsführer/innen und ein Sekretariat. Die Geschäftsstelle erbringt auch Informationsleistungen an die Mitglieder, indem sie eine Website unterhält, Newsletter und Verbandszeitschriften produziert. Sie organisiert Tagungen, Kongresse, Seminare und Mitgliederversammlungen. Auch Beratung und Fortbildung werden den Mitgliedern angeboten.

Kommunikation: PR und Lobbying

Ist die Verbandsmeinung beschlossen, muss sie nach aussen kommuniziert werden. Die Öffentlichkeitsarbeit nimmt neben der Arbeit innerhalb der Organisation einen weiteren wichtigen Stellenwert ein. Bewusstes, geplantes und kontinuierliches Kommunizieren der Verbandsmeinung, von Slogans oder Abstimmungsparolen soll Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und bei politischen Entscheidungsträgern wecken. Public Relations hat immer das Endziel vor Augen, Verständnis und Vertrauen zur Organisation und für die Interessen der Organisation zu fördern. In der Öffentlichkeitsarbeit ist daher Berufserfahrung oder eine Weiterbildung in den Bereichen Medien und Journalismus von Vorteil.

Marketing: Fundraising

In Zeiten knapper werdender öffentlicher und privater Gelder befinden sich Verbände im Umbruch: Immer mehr Organisationen und zunehmend auch öffentliche Dienste sind darauf angewiesen, zusätzliche finanzielle Mittel zu erwerben, um Projekte solide zu finanzieren. Geldbeschaffung stellt so ein zentrales Thema dar. Die Tätigkeit des Fundraisers, der Fundraiserin umfasst nebst dem professionellen Sammeln von Spenden auch das Ersuchen um Sachmittel und das Gewinnen von personellen Ressourcen. Direktes Anfragen und echte Überzeugungsarbeit bei Personen und Organisationen, auf der Strasse, per Brief, per Telefon und bei Veranstaltungen gehört zur täglichen Arbeit. Auch hier ist Fundraising nicht gleich Fundraising: Es kommt auf die Organisation an, für die gearbeitet wird. Es kann beispielsweise einfacher sein, zu Spenden für krebskranke Kinder aufzurufen als für einen Sportverband um Geld für ein neues Trainingscenter zu werben.

Hohe Frustrationstoleranz

Die Arbeit im Bereich Marketing und Kommunikation mit den Mitgliedern verlangt eine schnelle Auffassungsgabe, Kreativität, Redegewandtheit, Kontaktfreude und sicheres Auftreten – aber auch eine hohe Frustrationstoleranz. Selten lassen sich in einem Verband schnell Erfolge verbuchen. Wegen der Freiwilligkeit der Mitgliedschaft und der Mitgliedersteuerung ist in Verbänden ein hohes Mass an Konsens erforderlich. Dies unterscheidet das Verbandsmanagement von gewinnorientierten Unternehmen. Dieser Konsens erfolgt meist erst nach langer Überzeugungsarbeit. Bei den Mitarbeitern sind hier Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt. Jemanden überzeugen zu können, ergibt ein gutes Gefühl. Doch wer mit eigenen Argumenten nicht überzeugen kann – sei es bei internen Abstimmungen oder z. B. beim Fundraising – muss den Frust aushalten können. Geschäftsführer/innen müssen zudem akzeptieren, dass der Vorstand (meist ein Milizgremium) oder die Mitgliederversammlung im Organigramm über ihnen positioniert sind und die Organisation wesentlich mitgestalten.



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