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Arbeitsmarkt: Polizei, Justizvollzug

Ein Blick auf die Branche mit der Kantonspolizei Bern. Ihre rund 2'700 Mitarbeitenden sorgen kantonsweit für Sicherheit und Ordnung.

Rund um die Uhr und fast überall im Einsatz

Marco Blaser
Marco Blaser © Kantonspolizei Bern
Marco Blaser

Marco Blaser © Kantonspolizei Bern

Der Polizeiberuf hat viel mehr zu bieten, als Streife fahren und Rapporte schreiben. Wie der Stellenmarkt aussieht und welche beruflichen Möglichkeiten Polizistinnen und Polizisten offen stehen, erläutert Marco Blaser von der Kantonspolizei Bern.

Marco Blaser, Fachstellenleiter Rekrutierung bei der Kantonspolizei Bern

Wie ist die Situation in Ihrer Branche?

Da wir während der Pandemie keine Präsenzveranstaltungen durchführen konnten, sind zurzeit nicht alle Ausbildungsplätze besetzt. Generell kann man sagen, dass auch die Polizei der Wirtschaftslage ausgesetzt ist, nur im umgekehrten Zyklus. Läuft die Wirtschaft gut, haben die Leute in ihrem erlernten Beruf gute Aufstiegschancen und attraktive Arbeitsbedingungen. Schwächelt die Wirtschaft, suchen sie eine sichere Stelle in der Verwaltung. Zum Teil bewerben sich Interessierte am Polizeiberuf nicht, weil sie Angst vor den sportlichen Anforderungen haben oder meinen, man müsse Militärdienst leisten. Beides stimmt nicht. Die Ausbildung kann mit einer durchschnittlichen Fitness und ohne Militärdienst erfolgreich absolviert werden.

«Es ist wichtig, sich über den Polizei-Beruf informiert, bevor man sich bewirbt.»

In welchen Bereichen sind Polizistinnen und Polizisten tätig?

Die Kantonspolizei Bern ist gross und bietet über 120 Funktionen an, die ganz unterschiedliche Aufgaben beinhalten: Die stationierte Polizei ist mehrheitlich auf den Polizeiposten und in der Ermittlung tätig. Die mobile Polizei hingegen ist häufig auf Streife und befasst sich mit Unfällen und Interventionen aller Art. Die regionale Fahndung ermittelt in Fällen von mittlerer Kriminalität. Dabei sind die Polizistinnen und Polizisten in ziviler Kleidung im Einsatz. Im Bereich Verkehr und Umwelt kontrolliert die Polizei unter anderem den Schwerverkehr und befassen sich mit Fällen von Umweltverschmutzung sowie Tierdelikten. Die Kriminalpolizei ist eine Abteilung für sich. Sie klärt schwere Straftaten auf, insbesondere Kapitalverbrechen, Fälle von Wirtschaftskriminalität, bandenmässige Einbruchdiebstähle und schwere Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz. Nach ca. fünf Jahren Praxis kann man sich für eine Spezialisten-Funktion bewerben und wird korpsintern ausgebildet. Ich kenne keinen anderen Beruf, der eine so reiche Palette an Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Welche Fähigkeiten sind bei der Polizei wichtig?

Als Polizistin oder Polizist muss man mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, seriös, aber nicht verbissen sein und dienstleistungsorientiert handeln. Es ist wichtig, sich über den Polizei-Beruf informiert, bevor man sich bewirbt. Der Polizeialltag konfrontiert einem auch mit aggressiven verbalen Diskussionen, Pöbeleien und tragischen Ereignissen. Polizistinnen und Polizisten tragen bereits direkt nach der Ausbildung eine grosse Verantwortung. Die gesellschaftlichen Veränderungen wirken sich auch auf das Kompetenzprofil der Berufsleute aus. Bei Vermögensdelikten geht es zum Beispiel nicht mehr nur um Gelddiebstahl, sondern auch um Cyberkriminalität.

Welche Voraussetzung muss ich für eine Polizei-Ausbildung erfüllen?

Die Voraussetzungen sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Im Kanton Bern müssen Sie Schweizer Bürgerin oder Bürger und mindestens 21 Jahre als sein sowie einen Berufsabschluss oder eine Maturität haben. Zudem dürfen Sie keinen Eintrag im Strafregister haben und müssen einen Führerausweis Kategorie B besitzen. Gewisse Kantone kennen auch eine Altersobergrenze oder eine körperliche Mindestgrösse. Bei uns bewerben sich Personen mit ganz unterschiedlichen Vorbildungen, vom Berufs- bis zum Masterabschluss.



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