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Behindertensportleiter/in

Behindertensportleitende gestalten Sportprogramme für Menschen mit Behinderung. Dabei steht nicht das leistungsorientierte Training im Vordergrund, sondern die Bewegungsfreude und der soziale Kontakt. Behindertensportleitende übernehmen Betreuungs- und Organisationsaufgaben.

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Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Schönheit, Sport - Bildung, Soziales

Branchen

Bewegung und Sport - Erwachsenenbildung / Kurswesen

Swissdoc

0.721.3.0

Aktualisiert 28.07.2020

Tätigkeiten

Behindertensportleitende vermitteln Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder älteren Menschen mit Behinderung Freude an Bewegung und Sport. Das Leistungsniveau der Teilnehmenden kann ganz unterschiedlich sein. Für viele der sportlich Tätigen steht dabei nicht das leistungsorientierte Training im Vordergrund, sondern neben der persönlichen Fitness eine Förderung des Ausgleichs, des Selbstvertrauens, der mentalen Stärke und Konzentrationsfähigkeit sowie nicht zuletzt der sozialen Kontakte.

Behindertensportleitende gestalten Trainingseinheiten, die speziell auf die Voraussetzungen und Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt sind. In der von ihnen unterrichteten Sportart stellen sie ein Programm für eine längere Zeitspanne zusammen und teilen Helfende sowie Assistierende ein. Während der Sportlek­tion tragen sie die Hauptverantwortung für die Sicherheit der Teilnehmenden.

Behindertensportleitende planen die einzelnen Lektionen und treffen Vorbereitungen, indem sie beispielsweise das benötigte Material bereitstellen sowie die Turngeräte aufstellen und die Halle einrichten. Nach der Lektion kümmern sie sich um das Wegräumen der benützten Geräte und Materialien sowie um den Rücktransport der Betreuten an ihren Wohnort. Ausserdem gehören die Auswertungen der Sportstunden sowie regelmässige Evaluationen zu ihren Tätigkeiten.

Behindertensportleitende prüfen die eingereichten Anmelde­unterlagen. Sie informieren die technische Leitung, das Sekretariat und den Vorstand des Sportvereins zu Ein- und Austritten sowie zum Unterricht. Zudem stehen sie in Kontakt mit Eltern, Bezugspersonen und Vorgesetzten und melden ihnen Auffälligkeiten oder gesundheitliche Probleme der Betreuten.

Die Tätigkeit erfordert viel Kreativität, Flexibilität und Offenheit. Neben einer soliden Sportausbildung ist Einfühlungsvermögen unerlässlich sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, mit Menschen zu arbeiten, die unterschiedliche Voraussetzungen, Interessen und Ziele mitbringen. Bei ihrer Arbeit berücksichtigen Behindertensportleitende darum immer medizinische, pädagogische und psychologische Aspekte.

Ausbildung

Grundlage

In der Schweiz gibt es keine ­eidg. reglementierte, jedoch eine vom Verband PluSport Behindertensport Schweiz anerkannte Ausbildung.

Ausbildungsmöglichkeiten

PluSport, Volketswil

Ausbildungskonzept

Bei der Leiterausbildung kann eine von vier Richtungen gewählt werden: Polysport, Schwimmen, Schneesport oder Reisen und Sportcamps.

  • In den Richtungen Polysport und Schwimmen besteht die Ausbildung aus vier Teilen, die nacheinander absolviert werden müssen: Kernausbildung, Fachausbildung, Praktikum Leitungsfunktion (mind. 15 Lektionen) und Praxisprüfung.
  • Für die Leiterausbildung Schneesport muss nach absolvierter Begleiterausbildung eine Praxisprüfung absolviert werden.
  • Die Leiterausbildung Reisen und Sportcamps besteht aus einem mind. 10-tägigen Praktikum und einem dreitägigen Block-Seminar.

Dauer

Ca. 2 Jahre, berufsbegleitend

Abschluss

PluSport-Qualifikation als "Behindertensportleiter/in"

Voraussetzungen

Vorbildung

  • Mindestalter 18 Jahre
  • gültiger Ausweis als PluSport-"Assistent/in" 
  • Absolvierte Module und bestandene Prüfungen
  • abgeschlossenes Praktikum als PluSport-"Helfer/in" 
  • Empfehlung und Praktikumsbestätigung
  • gültiger BLS-AED-Ausweis
  • Nothelfer oder Samariterausweis
  • für das Schwimmen: gültiger Ausweis Brevet Basis Pool der SLRG, ab 2013 Brevet Plus Pool
  • Für Schneesport gelten zusätzliche Bedingungen.

    Fachpersonen aus den Bereichen Bewegung, Sport und Therapie können eine verkürzte Ausbildung absolvieren.

Weiterbildung

Kurse

Angebote von PluSport

Mehrfachqualifikationen

Qualifikationen auf zusätzliche Sportarten wie bspw. Reiten oder Gehörlosensport oder Behindertensportleiter/in Schneesport

Spezialisierung

Organisation und Begleitung von Sommer- und Winter-Sportcamps sowie von Reisen

Berufsprüfung (BP)

Mit eidg. Fachausweis verschiedene Sportartenlehrer wie z. B. Schneesportlehrer/in oder Karatelehrer/in

Höhere Fachprüfung (HFP)

Dipl. Trainer/in Spitzensport

Fachhochschule

Studiengänge in verwandten Fachbereichen, z. B. Bachelor of Science (EHSM) in Sports, Bachelor of Arts (FH) in Musik und Bewegung, Bachelor of Science (FH) in Physiotherapie, Bachelor of Arts (HfH) in Psychomotoriktherapie

Berufsverhältnisse

Behindertensportleitende üben ihre Tätigkeit in örtlichen Sportgruppen, Vereinen oder Sportlagern aus. Sie organisieren Freizeitaktivitäten, planen Lagerwochen und Reisen. Die wöchentlichen Sportstunden finden vorwiegend abends und die Sportveranstaltungen wochenweise oder an Wochenenden statt. In Einzelfällen besteht für Behindertensportleitende die Möglichkeit, in Institutionen wie Sonderschulen, Heimen und geschützten Werkstätten eine Anstellung als Unterrichtshilfe oder als Sportlehrperson zu finden. In der Regel ist die Tätigkeit nebenberuflich.

Weitere Informationen

Adressen

PluSport Behindertensport Schweiz
Ausbildung
Chriesbaumstr. 6
8604 Volketswil
Tel.: 044 908 45 00
Fax: 044 908 45 01
URL: http://www.plusport.ch
E-Mail:
E-Mail:

Bundesamt für Sport BASPO Erwachsenensport
Hauptstr. 247
2532 Magglingen/Macolin
Tel.: 032 327 61 11/68
Fax: 032 327 64 04
URL: http://www.erwachsenen-sport.ch
URL: http://www.baspo.ch
E-Mail:

berufsberatung.ch