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Philosophie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Philosophie

Philosophie

Anonym: Philosoph in leitender Funktion an der Universität

Symbolbild Philosophie
Symbolbild Philosophie, © Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Leiter Administration und Finanzen

«Ich komme dabei mit allen Aspekten von Führung an einer grossen Hochschule der Schweiz in Berührung.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Heute bin ich Stabsleiter im Prorektorat zweier Fakultäten mit einem Pensum von 80%. Der Prorektor ist als Mitglied der Universitätsleitung zuständig für alle Belange der zwei Fakultäten sowie für den Bereich Lehre. Meine Aufgabe ist es, mit einem kleinen Team den Prorektor in allen Aufgabenbereichen zu unterstützen, die die beiden Fakultäten betreffen. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung von Entscheiden der Universitätsleitung, das Erarbeiten von Entscheidungsgrundlagen, das Management und die Koordination von Projekten, die Begleitung der Budgetierungs-, Finanz- und Professurenplanung der Fakultäten sowie das Follow-up der Evaluation der Organisationseinheiten durch die Evaluationsstelle der Universität. Zu meinen Aufgaben gehört zudem das Führen eines Teams von vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Verantwortung für Budgetierung und Controlling der Finanzen des Prorektorats. Ein typischer Arbeitstag beinhaltet das Beantworten und Bearbeiten von Anfragen, wofür ich mit verschiedenen Stellen der Universität zusammenarbeite, vom Rechtsdienst übers Controlling bis zum Dekanat. Die Arbeit erlaubt einen Einblick in die Leitung und Verwaltung einer grossen, komplexen und eigentlich höchst politisch funktionierenden Organisation. Ich komme dabei mit allen Aspekten von Führung an einer grossen Hochschule der Schweiz in Berührung: Sowohl mit der Organisation und Entwicklung von Forschung, Wissenschaft und Studium, mit der Entwicklungs- und Finanzplanung, wie auch mit Fragen der Governance und des Managements einer solchen Institution. Die Arbeit ist dadurch sehr vielfältig. Besonders spannend finde ich die Einsicht in die Bedingungen und Möglichkeiten der Steuerung von komplexen Prozessen, an denen eine Vielzahl von Personen mit sehr unterschiedlichen Interessen beteiligt ist. Die Arbeit erlaubt einen Einblick in die Leitung und Verwaltung einer grossen, komplexen und eigentlich höchst politisch funktionierenden Organisation. Ich komme dabei mit allen Aspekten von Führung an einer grossen Hochschule der Schweiz in Berührung: Sowohl mit der Organisation und Entwicklung von Forschung, Wissenschaft und Studium, mit der Entwicklungs- und Finanzplanung, wie auch mit Fragen der Governance und des Managements einer solchen Institution. Die Arbeit ist dadurch sehr vielfältig. Besonders spannend finde ich die Einsicht in die Bedingungen und Möglichkeiten der Steuerung von komplexen Prozessen, an denen eine Vielzahl von Personen mit sehr unterschiedlichen Interessen beteiligt ist.

Berufseinstieg

Ich studierte nach der Matur Philosophie, Geschichte der Neuzeit und Wirtschaftsgeschichte. Während der ersten Jahre des Studiums unterrichtete ich an Kantonsschulen Mathematik und Physik und arbeitete in einer Vermögensverwaltung. Gegen Ende des Studiums und während der Dissertation hatte ich verschiedene Lehraufträge an Kantonsschulen in Philosophie, Ethik und Geschichte.

Tipps

Direkt relevant für meine Tätigkeit ist nicht das Faktenwissen, das ich mir im Studium etwa über Kants Kritik der reinen Vernunft angeeignet habe, sondern weitere Kompetenzen, die man sich in einem Philosophiestudium erwirbt. Dazu gehören „Textverarbeitungskompetenzen“ im weitesten Sinne, kommunikative oder gewissermassen didaktische Fähigkeiten sowie Reflexionskompetenz. Ein geisteswissenschaftliches Studium ist keine berufsorientierte Ausbildung. Deshalb sind Tätigkeiten ausserhalb des Studiums wichtig, in denen über einen längeren Zeitraum berufliche Erfahrungen gesammelt werden können. Diese Tätigkeiten müssen nicht zwingend einschlägig sein.

Anonym: Philosoph als nationaler Koordinator in der Landwirtschaft

Symbolbild Obst
Symbolbild Obst, © Mircea Ploscar auf Pixabay
Leiter Administration und Finanzen

«Meine Aufgabe ist es, Herdenschutzmassnahmen so zu koordinieren, dass möglichst wenig Schäden in der Landwirtschaft durch Grossraubtiere verursacht werden.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite bei einer landwirtschaftlichen Beratungszentrale. Wir sind eine Vereinigung, die Aus-und Weiterbildungen für Akteure landwirtschaftlicher Tätigkeiten anbietet. Wir arbeiten im Auftrag von Bundesämtern, kantonalen Verwaltungen und NGOs.
Meine Aufgabe ist es, Herdenschutzmassnahmen so zu koordinieren, dass möglichst wenig Schäden in der Landwirtschaft durch Grossraubtiere verursacht werden. Die Koordinationsaufgaben sind aus folgenden Kernpunkten zusammengesetzt:
Wissenstransfer von den Forschungsinstitutionen zu den direkt Betroffenen Akteuren im Feld; Verwaltung des Bundesbudgets, das für den Herdenschutz zur Verfügung steht; Aufbau und Betreuung eines nationalen Netzwerks zum Thema Herdenschutz; Internationaler Austausch zwischen den Nachbarländern; Leitung einer mobilen Eingreifgruppe zur Vermeidung von Schäden während der Sömmerungszeit; Kommunikation mit Bund und Kantonen zur Optimierung der nationalen Zusammenarbeit; Organisation von Weiterbildungen und Workshops für alle vom Thema betroffenen Akteure; Aufbau und Unterhalt einer dreisprachigen Internetseite.

Berufseinstieg

Meine Arbeit ist sehr vielseitig und kein Tag gleicht dem anderen. Viele Tätigkeiten stehen aber unter einem gewissen öffentlichen Druck, da das Thema Grossraubtiere stark mediatisiert und politisch aufgebauscht wird. Für die oft hartnäckigen Konflikte in den verschiedenen Sprachregionen braucht es Mediations-Fähigkeiten, Ausdauer und Geduld in der Kommunikation.

Tipps

Die Philosophie bleibt mir ein treuer Begleiter in der Lektüre und beim Schreiben von den verschiedenartigen Texten, obwohl meine Arbeit auf den ersten Blick nichts mehr mit meinem ursprünglichen Studium zu tun hat.

Anonym: Politikphilosophin und -beraterin

Symbolbild Bundeshaus
Symbolbild Bundeshaus, © Bild von Marcel Kessler auf Pixabay
Philosophin

«In meiner Funktion realisierte ich zusammen mit Ökonominnen mehrere Studien zu sozialstaatlichen Themen und zu Gerechtigkeitsfragen sowie mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zur Europapolitik der Schweiz»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Co-Gründerin und Partnerin einer Beratungsfirma. Zu meinen Kunden zählen Personen, Unternehmen und Institutionen, die ich in gesellschaftspolitischen Fragen berate. Ausserdem bin ich Lehrbeauftragte für Public Affairs und habe diverse Verwaltungs- und Stiftungsratsmandate inne. In Referaten, Artikeln oder auf Podien äussere ich mich regelmässig zu Themen, die von öffentlichem Interesse sind. Gleichzeitig moderiere ich Workshops, Ad-hoc-Think-Tanks oder Tischgespräche zu diesen Themen. Meine philosophische Perspektive besteht darin, den Dingen auf den Grund zu gehen, Unterschiede aufzuzeigen und Differenzierungen vorzunehmen sowie Brücken zu schlagen. Die Breite meiner jetzigen Tätigkeit ergibt sich aus dem vielseitigen Lebenslauf; die Philosophie ermöglicht es mir, die Dinge sehr grundsätzlich, aber auch pragmatisch zu betrachten.

Berufseinstieg

Nach der Matura Typus B studierte ich Germanistik, Geschichte und Philosophie in Zürich und Paris. In Salzburg und Harvard bildete ich mich in Kultur- und Verwaltungs-Management weiter. Daraufhin promovierte ich bei Georg Kohler an der Universität Zürich in politischer Philosophie. Die Stationen meiner beruflichen Laufbahn führten mich über die Leitung einer Kulturinstitution und verschiedener Kulturprojekte. Danach war ich in leitender Position auf einer Staatskanzlei tätig, wo ich in den Feldern Strategie & Controlling sowie Aussenbeziehungen und Informatikstrategie gearbeitet habe. Unsere Aufgabe war ein systematisches Umfeldmonitoring, in dem wir Informationen von Behörden, Think-Tanks, Forschungsinstituten, aber auch Hintergrundmedien auf ihre Relevanz für den Kanton Aargau durchforsteten und für den Regierungsrat aufbereiteten: als Empfehlung, zur Berücksichtigung bei laufenden Arbeiten, zur Einleitung bestimmter Aktivitäten oder auch als reine Information.In meinen ersten Berufsjahren konnte ich diverse Weiterbildungen in den Bereichen Führung, Moderation und Kommunikation mitmachen.

Tipps

Später war ich stellvertretende Direktorin einer Denkfabrik. Aufgabe eines Think-Tanks ist es, in zentralen Politikbereichen wissenschaftlich gestützte, aber umsetzbare Reformvorschläge für die mittlere bis längere Frist zu machen. In meiner Funktion realisierte ich zusammen mit Ökonominnen mehrere Studien zu sozialstaatlichen Themen und zu Gerechtigkeitsfragen sowie mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zur Europapolitik der Schweiz. Nach der Publikation der Studien in Form von Büchern war es meine Aufgabe, die gewonnen Erkenntnisse und Vorschläge in Politik, Medien und in der interessierten Öffentlichkeit zu vertreten.



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