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Anglistik, Germanistik, Romanistik: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Anglistik, Germanistik, Romanistik.

Anglistik (Englische Sprach- und Literaturwissenschaft)

Anglistin, Informationsspezialistin bei einer Stiftung für Leseförderung: Claudia Kovalik

Claudia Kovalik
Claudia Kovalik
Anglistin, Informationsspezialistin bei einer Stiftung für Leseförderung

«Die Vielfalt der Aufgaben ist herausfordernd und macht meine Arbeit jeden Tag aufs Neue spannend und abwechslungsreich.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2018 bis heuteDirektorin der Stiftung Bibliomedia am Standort Solothurn
2018Führungskurs „Leadership“, Schweizerische Vereinigung für Führungsausbildung SVF
2009-2018Verantwortliche für den Bereich Ausleihe Deutsch, Bibliomedia Solothurn
2008-2010Berufsbegleitendes Studium der Informationswissenschaften HTW Chur und studienbegleitendes Praktikum als Bibliothekarin in der Bibliothek Zug
2001 - 2007Lehrperson für Sport, Englisch und Latein an diversen Oberstufenschulen
2001-2008Studium der englischen Sprach- und Literaturwissenschaften und der Lateinischen Literaturwissenschaft, Universität Zürich
2002-2003Auslandsjahr in Schottland, Assistenzlehrerin für Deutsch an Oberstufenschulen
1997-2001Sportstudium, ETH Zürich 
1997Matura Typ B (Latein), Kantonsschule Zug
Jetzige Tätigkeit

Nach neun Jahren als Leiterin der Ausleihe für die gesamte Deutschschweiz bei Bibliomedia, der Stiftung für das Lesen und die Bibliotheken, habe ich Ende 2018 die Leitung des Standortes Solothurn übernommen. Nebst Personalführung, strategischen Aufgaben und Prozessmanagement bin ich jeweils einen Tag pro Woche in der Ausleihe tätig. So behalte ich den persönlichen Draht zu unseren Kunden, bin ein Teil des Teams und verliere den Bezug zur Basis nicht.
An den Ausleihtagen habe ich intensiven Kundenkontakt, berate Lehrpersonen, Studenten, Bibliothekare und Privatpersonen, stelle individuelle Bücherkollektionen für eine bestimmte Zielgruppe zusammen und bin für die Beschaffung von Hörbüchern zuständig.
In meiner Funktion als Direktorin von Bibliomedia Solothurn gehören die Personalführung und die strategische Planung zu meinen Haupttätigkeiten. Nebst internen Aufgaben wie Teamsitzungen leiten, Vorstellungsgespräche führen, neue Angebote entwickeln und der vorausschauenden Ferien- und Projektplanung gehören auch verschiedene Sitzungen mit externen Partnern, die Leitung von Weiterbildungskursen sowie der Besuch von Weiterbildungen zu meinem Aufgabenbereich.

Berufseinstieg

Nach insgesamt sechs Jahren Unterrichtstätigkeit an verschiedenen Oberstufenschulen beschloss ich, den Beruf zu wechseln und ein Nachdiplomstudium (MAS) in Informationswissenschaften an der HTW Chur, heute FH Graubünden, zu absolvieren. Dieses berufsbegleitende Studium ermöglicht den Einsatz als Informationsspezialist/in in diversen Tätigkeitsfeldern, zum Beispiel in einer Bibliothek, einem Archiv oder einem Museum. Informationswissenschaft behandelt Themen wie Datenbankrecherchen, Erschliessung und Archivierung, Informationsmanagement und die heutzutage immer wichtiger werdende Informationskompetenz.
Parallel zum Teilzeitstudium an der HTW Chur arbeitete ich als Praktikantin in einer Bibliothek, um die gelernte Theorie in der Praxis anzuwenden.

Tipps

Studierende sollten sich überlegen, in welchem Bereich sie sich am wohlsten fühlen und welche Arbeit Ihnen am meisten zusagt: in einem Archiv oder in einem Museum? In einer öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliothek? Ein Praktikum hilft, Präferenzen herauszuspüren.

Anglistin, Bibliotheksleiterin

Symbolbild Bibliothek
Symbolbild Bibliothek, © Foundry Co auf Pixabay
Anglistin als Bibliotheksleiterin

«Wer den Umgang mit digitalen Medien scheut, ist genauso fehl am Platz wie jemand, der mit Büchern nur Staub assoziiert.»

Laufbahn
Leiterin einer Kantonsbibliothek
Dokumentalistin für Wirtschaftsinformationen
Weiterbildung: Wissenschaftliche Bibliothekarin
Praktikum Stadt- und Universitätsbibliothek Bern
Studium in Anglistik und Neuere Deutsche Literatur
Jetzige Tätigkeit

An der Kantonsbibliothek sammeln wir Informationen aus und über unseren Kanton, bieten Studien- und Bildungsliteratur für die Mittelstufe wie auch fürs Grundstudium an einer Uni an und sind Dienstleisterin für andere Bibliotheken im Kanton. Erst jetzt, nach bald zwei Jahren im Amt, bin ich so weit, dass ich mich langsam inhaltlichen Fragen zuwenden kann. Von einer Kantonsbibliothekarin wird nämlich erwartet, dass sie kulturell interessiert ist und über «ihre» Sammlungen Bescheid weiss.

Berufseinstieg

Als bei der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern StUB eine Praktikumsstelle für die Ausbildung zur wissenschaftlichen Bibliothekarin ausschrieben war, bewarb ich mich spontan, erhielt den Arbeitsplatz und wurde zwei Jahre lang in sämtliche Aufgabenbereiche eingeführt. Daneben besuchte ich in Zürich eine Weiterbildung für wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare. In den folgenden Jahren erhielt ich Einblick in die Leitung einer grossen Bibliothek, die sowohl über wertvolle historische Sammlungen wie auch über moderne Informationsträger verfügt. In diesem Umfeld konnte ich verschiedenste Projekte begleiten wie die Integration einer neuen Filiale, die Organisation eines europäischen Kongresses, die Mitarbeit an einem Buchprojekt oder die Unterstützung der Direktion bei Vorträgen und Vorlesungen.

Tipps

Der Brückenschlag zwischen traditionellen und modernen Informationsträgern ist ein grosses Thema. Gute IT-Kenntnisse sind für die Tätigkeit als wissenschaftliche Bibliothekarin unerlässlich. Zudem sind in einer Kaderposition Kenntnisse in Betriebswirtschaft und Management wichtig. Oft greife ich bei meiner jetzigen Funktion als Leiterin einer Kantonsbibliothek auf die vielfältigen Erfahrungen und Kontakte meiner früheren Arbeitsstellen zurück.

Anglistin, Projektleiterin in einem Übersetzungshaus

Symbolbild Bücher
Symbolbild Bücher, © Bild von Luisella Planeta Leoni auf Pixabay
Anglistin, Projektleiterin in einem Übersetzerhaus

«Zu meinen besonders schönen Aufgaben gehört die Moderationen literarischer Podiumsdiskussionen. Zu deren Vorbereitung nutze ich literarisches Fachwissen, wissenschaftliche Recherche und natürlich Gespräche mit den auftretenden Autoren und Übersetzerinnen.»

Laufbahn
Projektmanagerin in einem Übersetzerhaus
Lehrbeauftragte für Englische Literatur an einer Universität
Englischlehrerin an einer Berufsmittelschule
Doktorat in Vergleichender Literaturwissenschaft in den USA
Studium der Anglistik und Kunstgeschichte
Jetzige Tätigkeit

Das Übersetzerhaus, für das ich arbeite, bietet auf Nonprofit-Basis mehrwöchige Arbeits- und Studienaufenthalte für professionelle Literatur-Übersetzerinnen und Übersetzer aller Länder. Zusammen mit vier Kolleginnen und Kollegen bin ich verantwortlich für den Betrieb des Hauses: Ich betreue unsere bis zu zehn Übersetzergäste, bin für die Bibliothek zuständig und organisiere vielfältige Weiterbildungsangebote und Veranstaltungen.

Zu meinen Kernaufgaben gehören die inhaltliche und administrative Organisation regionaler und internationaler öffentlicher Weiterbildungen und Veranstaltungen. In deren Mittelpunkt steht das literarische Übersetzen und die Förderung seiner Akteurinnen und Akteure. Daneben betreue ich Übersetzungsworkshops für Jugendliche, die in Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Sekundar- und Kantonsschulen konzipiert werden.

Berufseinstieg

Nach meinem Doktorat in den USA habe ich zuerst Englisch an einer Berufsmittelschule unterrichtet, danach war ich vor allem als Lehrbeauftragte für Englische Literatur tätig. Sowohl der Auslandaufenthalt wie die Lehrtätigkeit waren eine gute Vorbereitung auf meine heutige Stelle als Projektleiterin. Denn für meine Veranstaltungen brauche ich Moderationsfähigkeiten und pflege Kontakte zu Übersetzern und Autorinnen in aller Welt.

Tipps

In meiner Funktion begegne ich Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen. Dafür sind nebst fliessenden Sprachkenntnissen und Fachwissen auch Spontaneität und Offenheit gefragt.

Germanistik (Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft)

Germanist und Romanist, Mittelschullehrer für Spanisch und Deutsch: Andreas Hunziker

Andreas Hunziker
Andreas Hunziker
Spanisch- und Deutschlehrer an einer Kantonsschule

«Die Vielseitigkeit meiner Arbeit erlebe ich als grosse Bereicherung. Neben dem Unterricht habe ich noch mehrere andere Ämter und Nebenaufgaben.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
seit 2020Rektor der Alten Kanti Aarau
2000-2020Deutsch- und Spanischlehrer an der Alten Kanti Aarau
2000-2006Doktorat in spanischer Literaturwissenschaft
2001halbjährige Reise durch Lateinamerika
1998-2001Kleinpensum Spanisch und Deutsch an zwei Gymnasien in Bern
1999-2000Höheres Lehramt
1997Semester an der LMU in München
1994-1999Studium an der Uni Bern (Deutsch und Spanisch)
1994halbjähriger Sprachaufenthalt in Mexiko
1989-1994Gymnasium Neufeld (Typus B)
Jetzige Tätigkeit

Seit dem Jahr 2000 arbeite ich als Spanisch- und Deutschlehrer an der Alten Kantonsschule Aarau.
Die Kernaufgabe meiner Arbeit ist das Unterrichten. Im Spanisch steht das Erlernen der Fremdsprache im Vordergrund, im Schwerpunktfach zudem die spanischsprachige Literatur. Daneben lege ich grossen Wert auf kulturelle und landeskundliche Themen sowie auf die Arbeit mit Filmen aus Spanien und Lateinamerika. Im Deutsch liegt der Fokus einerseits auf der Festigung und Erweiterung der schriftlichen und mündlichen Sprachkompetenzen, andererseits auf der Literatur. Auch die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Schreiben und linguistische Themen sind wichtige Elemente meines Unterrichts.
Als grosse Bereicherung empfinde ich, dass das eigentliche Unterrichten nur ungefähr 70% meiner Arbeit ausmacht. Daneben habe ich noch mehrere andere Ämter und Nebenaufgaben wie beispielsweise die Organisation von Projektwochen im In- und Ausland, Verantwortlicher für die Austauschgäste, Ko-Autor des neuen kantonalen Lehrplans Spanisch, Vorsteher und Begründer des DELE-Zentrums Aarau, Examinator Deutsch bei der Ergänzungsprüfung Passerelle. Im August 2020 beginnt ein neuer beruflicher Abschnitt: Ich werde Rektor der Alten Kanti Aarau.

Berufseinstieg

Bereits während des Studiums unterrichtete ich mit Kleinstpensen an verschiedenen Schulen. Diese Erfahrung erleichterte mir den Berufseinstieg sicherlich enorm.

Tipps

Für den Einstieg ins Berufsleben empfehle ich, bezüglich Wunschpensum, Arbeitsort, Art der Bildungsinstitution und Fächerkombination möglichst flexibel zu sein. Wichtig ist auch ein grosser Einsatz bei den Praktika und die Annahme von Stellvertretungen.

Germanistin, Dozentin für Kommunikation an einer Fachhochschule

Symbolbild Literaturwissenschaft
Symbolbild Literaturwissenschaft, © Dariusz Sankowski auf Pixabay


Germanistin, Dozentin für Kommunikation an einer Fachhochschule

«Rund die Hälfte meiner Arbeitszeit nehmen Vorlesungen, Seminarien und die dazu gehörigen Vorbereitungen in Anspruch.»

Laufbahn
Professorin und Dozentin an einer Fachhochschule
Weiterbildung zur Tutorin in Blended Learning
Dozentin für Unternehmenskommunikation an einer Fachhochschule
Stellvertretungen als Teilzeit-Lehrbeauftragte an Fachhochschulen
Arbeit in verschiedenen Projekten: Lehrerin, Literaturkritikerin, Archivarin, PR-Mitarbeiterin und Sekretärin
Studium der Germanistik, Linguistik und Musikwissenschaft
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite an einer Fachhochschule für Wirtschaft und unterrichte hauptsächlich Studierende im Bachelor der Betriebsökonomie sowie Personen, die aus Unternehmen und Organisationen zu uns kommen, um sich in einer Nachdiplomausbildung oder in Einzelseminaren beruflich weiterzubilden. Rund die Hälfte meiner Arbeitszeit nehmen Vorlesungen und Seminare in Anspruch. Natürlich gehört auch die Korrektur von Prüfungen, Semester- und Diplomarbeiten zu meinen Aufgaben als Dozentin.

Im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten redigiere ich zudem die wissenschaftlichen Publikationen der Kolleginnen und Kollegen. Neben der Unterrichtstätigkeit bin ich an einem Forschungsprojekt zum Thema Corporate Language beteiligt. Wir versuchen ein Instrumentarium zu finden, welches die Sprache eines bestimmten Unternehmens analysiert. Ziel ist es, dieses anschliessend zu beraten, in welcher Richtung Verbesserungen des sprachlichen Gesamtauftritts zu realisieren wären.

Berufseinstieg

Nach meinem Studium habe ich viele Projekte teilweise gleichzeitig verfolgt. Ich arbeitete als Lehrerin, Sekretärin, Literaturkritikerin, Archivarin und PR-Mitarbeiterin in einer Verwaltungsabteilung. Immer mehr zeichnete sich ab, dass mir das Unterrichten liegt. Zuerst war ich Teilzeit- Lehrbeauftragte an verschiedenen Fachhochschulen, danach wurde ich zur Dozentin für Kommunikation an eine Fachhochschule gewählt, wo ich bis heute als Dozentin und Professorin arbeite.

Tipps

Direkt nach dem Studium arbeitete ich in unterschiedlichsten Projekten. Dadurch konnte ich vieles ausprobieren und herausfinden, welche Tätigkeiten mir gefallen und welche beruflichen Möglichkeiten für mich in Frage kommen.

Germanist, Lehrer für Maturitätsschulen, Mittelschullehrer Deutsch

Symbolbild Schule
Symbolbild Schule, © Steve Buissinne auf Pixabay
Germanist, Deutschlehrer an einer Kantonsschule

«Für den Berufseinstieg ist es wichtig, Praktika an Schulen zu absolvieren und die Schulleitung kennen zu lernen.»

Laufbahn
Deutschlehrer an einer Kantonsschule
Weiterbildung: Lehrdiplom für Maturitätsschulen
Studium in Deutscher Sprach- und Literaturwissenschaft und Geschichte
Jetzige Tätigkeit

Der Hauptteil meiner Arbeit findet ausserhalb der Schule statt. Aber gerade die Möglichkeit, auch zu Hause arbeiten zu können, schätze ich sehr. Einen typischen Arbeitstag kenne ich nicht. An einem Tag muss ich am Nachmittag unterrichten und mich am Vormittag für die Schule vorbereiten, an einem anderen Tag beginnt die Schule um halb acht Uhr und ist am Mittag fertig. Dann korrigiere ich vielleicht noch mehrere Stunden Aufsätze oder Prüfungen.

Als Deutschlehrer muss oder darf ich mich natürlich immer wieder in literarische Werke vertiefen. Aber auch die Evaluation der Unterrichtsmaterialien und die Nachbearbeitung der Lektionen gehört zu meinen Arbeitsinhalten. Was mir am Deutschunterricht besonders gefällt, ist die Vielfalt der Themen. Neben Literatur kann ich mit der Klasse beispielsweise die verschiedenen Textstile in Zeitungen untersuchen. Aber auch Grammatik und Orthographie gehören zum Deutschunterricht. Wichtig ist es, dass man als Lehrer Sachverhalte anschaulich erklären kann. In prüfungsintensiven Zeiten gehört es zu den Herausforderungen des Lehrerberufs, mit Belastungen umgehen zu können.

Berufseinstieg

Schon während der Ausbildung zum Gymnasiallehrer habe ich in diversen Praktika Berufserfahrung sammeln können. Danach bekam ich die Möglichkeit, an einer dieser Schulen mit einem kleineren Pensum in den Lehrerberuf einzusteigen und konnte unterdessen mein Unterrichtspensum auf 17 Lektionen ausbauen. Momentan bin ich nur befristet angestellt, aber mein Ziel ist es, bald eine Festanstellung als Deutschlehrer zu erhalten.

Tipps

Neben der Begeisterung für das eigene Fach braucht es für den Umgang mit den Jugendlichen viel Geduld. Ich wollte unbedingt mit Jugendlichen arbeiten, weil sie im Gegensatz zu vielen Erwachsenen aus dem Moment heraus leben. Für den Berufseinstieg ist es wichtig, Praktika an Schulen zu absolvieren und Bekanntschaft mit der Schulleitung zu machen.

Germanistin, Redaktorin bei einer Lokalzeitung

Zeitung, Bild von Andrys Stienstra auf Pixabay
© Bild von Andrys Stienstra auf Pixabay
Germanistin, Redaktorin bei einer Lokalzeitung

«Als Journalistin habe ich es mit interessanten Menschen und Themen zu tun.»

Laufbahn
Lokalredaktorin bei einer Tageszeitung
Weiterbildung: MAZ – die Schweizer Journalistenschule in Luzern
Studium in Germanistik und Anglistik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Redaktorin bei einer Lokalzeitung. Als Journalistin habe ich es mit interessanten Menschen und Themen zu tun. An der morgendlichen Redaktionssitzung werden die Themen ausgetauscht, besprochen, ergänzt und verteilt. Dann geht es ans Recherchieren, Telefonieren, Aufspüren von zusätzlichen Fakten und Argumenten, Schreiben, Fotografieren, Korrigieren, Gegenlesen. Irgendwann zwischen sieben und elf Uhr abends sind die Seiten fertig produziert und werden ins Druckzentrum übermittelt.

Als Tageszeitung möchten wir schnell und aktuell sein. Aber natürlich geht nicht immer alles reibungslos. Manchmal fehlen Auskünfte oder sie werden verweigert, Gesprächspartner sind nicht erreichbar, die Fotos sind verschwommen oder der Text ist zu lang. Da muss man improvisieren. An den Nachmittagssitzungen muss das eine oder andere Thema ersetzt und auf einen anderen Tag verschoben werden.

Berufseinstieg

Aufgrund meiner Freude an Texten, an der Literatur habe ich mich für das Germanistikstudium entschieden. Schon während des Studiums habe ich angefangen, Artikel für eine Wochenzeitung zu schreiben. Unterdessen bin ich Lokalredaktorin bei einer Tageszeitung. Wir Lokaljournalistinnen und -journalisten schreiben über unsere Region und damit über unser eigenes Umfeld. Da ist es wichtig, in der Nähe des Arbeitsorts zu wohnen.

Tipps

Täglich lese ich mehrere Zeitungen und stosse so immer wieder auf thematische und sprachliche Anregungen. Ich habe bereits während der Studienzeit für eine kleine lokale Wochenzeitung gearbeitet. Das hat sich als berufliches Sprungbrett erwiesen.

Germanistin, Moderatorin bei einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Mikrofon, Bild von Jorge Guillen auf Pixabay
© Bild von Jorge Guillen auf Pixabay
Germanistin als Fernsehmoderatorin

«Die Zeit im Studio beträgt nur einen Bruchteil des Arbeitstages.»

Laufbahn
Fernsehmoderatorin
Lehrdiplom für Maturitätsschulen
Interne Weiterbildungskurse bei SRF
Studium Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaft
Moderatorin SRF glanz & gloria
Radio Kurse am MAZ in Luzern
Volontariat als Reporterin und  Moderatorin Radio Ri in Buchs, Radio FM1
Jetzige Tätigkeit

Meine Tätigkeit beim Fernsehen ist vielseitig. Täglich entdecke ich neue Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Besonderheiten. Den grössten Teil des Arbeitstages verbringe ich aber am Computer. Ich recherchiere nach relevanten Informationen, die mir zum Schreiben einer ansprechenden Moderation dienlich sein könnten. Ziel ist es, einen Faden durch die Sendung zu spannen, Übergänge zu schaffen, eine packende Begrüssung zu schreiben, um die Zuschauer an das Sendegefäss zu binden.

Die Zeit im Studio beträgt nur einen Bruchteil des Arbeitstages. Viel mehr Zeit beansprucht die Vorbereitung, bis die Ausstrahlung oder Aufnahme getätigt werden kann. Etwas weniger häufig, durchschnittlich ein bis zweimal im Monat, stehen Spezialprojekte an. Dann darf ich Interviews mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen wie Showbusiness, Kultur, Politik und Wirtschaft führen oder von einem speziellen Anlass berichten. Das scheinbar freie Sprechen vor der Kamera muss mit viel Vorbereitung geplant und geübt werden.

Berufseinstieg

Nach der Matura fiel es mir schwer, mich für eine Studienrichtung zu entscheiden. Ich interessierte mich für zu viele Bereiche. Das zweijährige Volontariat beim Radiosender „Radio Ri“ kam deshalb wie gerufen. Täglich musste ich mich mit neuen Themen beschäftigen und relevante Informationen dazu recherchieren, Menschen treffen, die mir dazu Auskunft gaben; das alles, um einen informativen Beitrag von zwei bis drei Minuten zu schneiden. Nach einem Jahr als Reporterin konnte ich im Studio mit meinen ersten Moderationen beginnen.

Nach abgeschlossenem Volontariat musste ich mich entscheiden, ob ich den Diplomstudiengang am MAZ besuche oder eine universitäre Karriere einschlage. Da ich mir immer vorgenommen hatte zu studieren, begann ich mein Studium mit den Fächern Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Zürich und arbeitete parallel dazu weiter beim Radio.
Nach zwei Jahren Studium und insgesamt vier Jahren Radiotätigkeit bewarb ich mich beim Schweizer Fernsehen um eine Moderationsstelle. Momentan lasse ich mich zur Fernsehjournalistin ausbilden, was bedeutet, dass ich lerne, selber Beiträge für die Sendung zu gestalten.

Tipps

Der Einstieg als Journalistin oder auch Moderatorin läuft über das Volontariat, welches ein endloses Übungsfeld für die ersten Schritte im journalistischen Alltag bietet. Um die eigenen Kompetenzen zu erweitern sind in diesem Berufsfeld Kurse am Medien Ausbildungszentrum (MAZ) in Luzern sehr wertvoll.

Romanistik (Französische, Italienische, Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft)

Romanistin, Lehrerin für Italienisch und Spanisch an einer Mittelschule

Symbolbild Granada
Symbolbild Granada, © Frank Nürnberger auf Pixabay
Romanistin, Lehrerin für Italienisch und Spanisch an einer Mittelschule

«In einem Romanistikstudium erhält man einen Überblick über die Literatur der betreffenden Sprache. Die Literaturanalysen an der Uni sind spannend, können aber nicht direkt im Lehrberuf am Gymnasium angewendet werden.»

Laufbahn
Lehrerin für Maturitätsschulen für Spanisch und Italienisch
Mitarbeiterin Bundesamt für Migration
Weiterbildung: Höheres Lehramt
Studium in Romanistik (Italienisch und Spanisch)
Jetzige Tätigkeit

Ich unterrichte insgesamt neun Stunden pro Woche an einem Kurzzeitgymnasium das Schwerpunktfach Spanisch. An meiner Arbeit gefällt mir einerseits die Arbeit mit jungen Menschen, andererseits die Auseinandersetzung mit einer Fremdsprache und der mit ihr verbundenen Kultur und Literatur. Die Herausforderung sehe ich in meinem Beruf darin, den Schülern einen spannenden Unterricht bieten zu können, in welchem sie einen breiten sprachlichen, kulturellen und literarischen Rucksack mitnehmen können. Die Schwierigkeit besteht darin, aus dem vielen guten Material, das für die Schüler nützliche zusammenzustellen. Ich fühle mich im Lehrberuf sehr wohl.  Da ich drei Kinder habe, ist für mich die Kombination von Familie und Schule ideal.

Berufseinstieg

Nach dem Studium bin ich während sechs Monaten quer durch Südamerika gereist, denn eigentlich wollte ich in einer Entwicklungsorganisation mitarbeiten. Doch diese Stellen sind äusserst rar. Schon während des Studiums engagierte ich mich in Flüchtlingsgruppierungen. Als das damalige Bundesamt für Flüchtlinge BFF (heute Bundesamt für Migration) für die Behandlung von Asylgesuchen Hochschulabsolventen suchte, sah ich dies als Chance, um mich für die Gesuchsteller einzusetzen.

Meine Aufgabe war es, anhand der durch die von der Fremdenpolizei durchgeführten Interviews, Befragungen, Dokumentenanalysen usw. die Asylgesuche zu prüfen. Um die Hintergründe für die Asylgesuche von diesen Menschen zu verstehen, musste ich mich in viele verschiedene Kulturen einarbeiten. Es war eine sehr abwechslungsreiche, aber leider auch eine menschlich sehr belastende Arbeit, so dass ich nach fünfjähriger Tätigkeit ausgebrannt war. Ich nahm unbezahlten Urlaub und machte eine sechsmonatige Stellvertretung als Italienischlehrerin an einer grossen Kantonsschule. Diese Stellvertretung hat mir sehr gut gefallen und mich zu einem Berufswechsel bewogen.

Tipps

Durch mein Engagement für Flüchtlinge schon während meines Studiums, war es naheliegend, mich für die Stelle zur Behandlung von Asylgesuchen beim Bundesamt für Migration zu bewerben. Wie meine Berufslaufbahn zeigt, braucht es Offenheit und Flexibilität, andere Wege zu gehen, wenn der eingeschlagene Weg nicht mehr passt.



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