?global_aria_skip_link_title?

Geomatik: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Geomatik.

Geomatik

Pat.-Ing.-Geometer und Projektleiter in einem Ingenieurbüro: Pascal Schär

Pascal Schär
Pascal Schär, © Pascal Schär
Pascal Schär

Pascal Schär, © Pascal Schär

Geomatikingenieur in einem Ingenieurbüro

«Die Möglichkeit, sowohl im Büro als auch auf dem Feld zu arbeiten, schätze ich sehr.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2020Stv. Geometer und Projektleiter Landumlegung, 3D- und Spezialvermessung, W+H AG Ingenieure und Planer, Biberist
2020 − 2021Eidgenössisches Staatsexamen Patentierter Ingenieur-Geometer
2019Certificate of Advanced Studies CAS GeoBIM, FHNW, Olten
2018 − 2020Projektleiter und Innovationsverantwortlicher im Bereich Geomatik, Geoinfo Vermessungen AG
2015 − 2018Wissenschaftlicher Assistent am Institut Geomatik der FHNW (Teilzeit)
2015 − 2018Masterstudium Geomatik, FHNW (Teilzeit)
2012 − 2015Bachelorstudium Geomatik, Fachhochschule Nordwestschweiz, Muttenz
2007 − 2011Berufslehre als Geomatiker (EFZ) mit berufsbegleitender BMS
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite bei der W+H AG, welche die Bereiche Planen, Messen und Bauen abdeckt. Als stellvertretender Geometer bin ich dafür verantwortlich, dass unsere Firma die Arbeiten der Amtlichen Vermessung korrekt ausführt sowie die Daten einwandfrei verarbeitet, verwaltet und eingetragen resp. publiziert werden.
Als Projektleiter in diversen Geomatik-Fachbereichen bin ich für die korrekte, termingerechte und gewinnorientierte Abwicklung der Vermessungsprojekte zuständig. Dazu führe ich gewisse Tätigkeiten selber aus oder leite Mitarbeitende an.

Als Gesamtprojektleiter zweier grosser Landumlegungen, mit dem Hauptziel, die Produktionsbedingungen für die Landwirtschaft zu verbessern, leite und koordiniere ich die Projektbeteiligten sowie Mitarbeitenden und führe auch selbst planerische Tätigkeiten aus. Beispielsweise führe ich mit Grundeigentümern Gespräche und ordne das Grundeigentum (Land) nach unterschiedlichen Kriterien und Wünschen der Beteiligten neu. Nebenbei akquiriere ich Aufträge, betreue Kunden, rekrutiere Mitarbeitende und erschliesse neue Geschäftsbereiche mit neuen Technologien.

Meine Arbeitstage verbringen ich im Büro, HomeOffice und zum Teil auch draussen, oder wie wir sagen: auf dem Feld. Die Möglichkeit, sowohl im Büro als auch auf dem Feld zu arbeiten, schätze ich sehr an meinem abwechslungsreichen Beruf.

Berufseinstieg

Aufgrund des Fachkräftemangels in der Geomatik-Branche sind die Berufsaussichten gut. Insbesondere mit einer vorgängig absolvierten Berufslehre und darauf aufbauenden Aus- und/oder Weiterbildungen steht einem direkten Berufseinstieg nichts im Wege.

Dank meiner vorgängigen Berufslehre und Tätigkeit als Geomatiker wusste ich grösstenteils, was mich am Arbeitsplatz erwartet. Dies erleichterte den Berufseinstieg nach der mehrjährigen Hochschulausbildung entscheidend. Gleichwohl empfand ich den Einstieg als Geomatikingenieur als Herausforderung, da der externe Leistungsdruck für mich eine neue Erfahrung war. An die Funktion als Pat. Ing.-Geometer tastet man sich mit einigen Jahren Berufserfahrung, welche zur Erlangung des Patents zwingend sind, dann langsam heran.

Tipps

Nach dem Hochschulabschluss mit vorgängiger Arbeitserfahrung: Suchen Sie sich einen Job, in welchem Sie in der Startphase ein erfahrener Mitarbeiter als Mentor, Coach oder Trainer begleitet.

Nach dem Hochschulabschluss mit wenig vorgängiger Arbeitserfahrung: Absolvieren Sie mindestens zwei Praktika. Diese helfen Ihnen, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden sowie unterschiedliche Firmen und Berufsausrichtungen hautnah kennenzulernen.

Geomatikingenieur in einem Vermessungsbüro

Symbolbild Baustelle
Symbolbild Baustelle, © Bild von joffi auf Pixabay
Geomatikingenieur in einem Vermessungsbüro

«Die Kombination von hochtechnischen Instrumenten und handwerklichen Montagearbeiten, die Arbeit am Computer und auf Baustelleneinsätzen, bei Standardaufgaben und Spezialvermessungen machen meinen Berufsalltag sehr abwechslungsreich.»

Laufbahn
Ingenieur in einem privaten Vermessungsbüro
Weiterbildung zum Ingenieur-Geometer (eidgenössisches Patent)
Assistent an der ETH Zürich
Studium der Geomatik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in einem privaten Vermessungsbüro im Raum Zürich in der Ingenieurvermessung. Meine Aufträge gehen vom Abstecken von Punkten auf Baustellen oder dem Erstellen von Fixpunktnetzen bis hin zu Grossprojekten, wie beispielsweise Tunnelvermessungen. Während die Konzeption, Vorbereitung und Auswertung im Büro erfolgt, begleite ich die Arbeiten auch auf dem Feld oder der Baustelle. Dies führt mich immer wieder an spannende Orte – die manchmal auch ganz schön schmutzig und staubig sein können. Die Kombination von hochtechnischen Instrumenten und handwerklichen Montagearbeiten, die Arbeit am Computer und auf Baustelleneinsätzen, bei Standardaufgaben und Spezialvermessungen machen meinen Berufsalltag sehr abwechslungsreich.

Neben den technischen Belangen sorge ich dafür, dass der Auftraggeber die Messwerte richtig interpretieren kann. Manchmal muss ich darauf hinweisen, dass die geforderte Genauigkeit nicht notwendig oder nicht realisierbar ist. Klärende Gespräche mit den Beteiligten sind dabei unabdingbar und erfordern einiges Fingerspitzengefühl, auch in einer rauen Umgebung, wie es eine Baustelle sein kann.

In meinem Arbeitsalltag spielt auch das Monitoring eine wesentliche Rolle. Dabei werden Bauwerke oder natürliches Terrain mit modernsten Instrumenten auf Bewegungen überwacht, meist in Echtzeit. Auch hier plane ich die Systeme und installiere sie vor Ort, wofür handwerkliches Flair, Improvisation, Wetterfestigkeit und Verhandlungsgeschick gefordert sind.

Zwischendurch werde ich auch für Spezialaufträge eingesetzt. So musste ich zum Beispiel die Masse eines Flugzeuges überprüfen um sicherzustellen, dass dieses keine Deformationen erlitten hat. Nebenbei programmiere ich auch kleinere Tools, welche die tägliche Arbeit erleichtern oder in Monitoringprojekten zum Einsatz kommen.

Berufseinstieg

Während der Recherchen für meine Masterarbeit habe ich den Inhaber des Vermessungsbüros kennengelernt, bei welchem ich aktuell beschäftigt bin. Er hat mir unmittelbar nach Abschluss des Studiums eine Stelle angeboten.

Tipps

Es lohnt sich, ein berufliches Netzwerk aufzubauen und zu pflegen, sei es mit direkten Kontakten oder über die Sozialen Medien. Eine fundierte Ausbildung in Kombination mit den richtigen Beziehungen ist der einfachste Weg zu einer interessanten Arbeitsstelle.

Geomatikingenieur in einem Vermessungsamt

Symbolbild Brücke
Symbolbild Brücke, © Bild von athree23 auf Pixabay
Geomatikingenieur bei einem städtischen Vermessungsamt

«Auch bestehende Bauten wie Brücken müssen regelmässig auf Bewegungen im Millimeterbereich überprüft werden, damit schon früh die Gefahr für Schäden erkannt werden kann.»

Laufbahn
Projektleiter Geomatik bei einem städtischen Vermessungsamt
Assistent Lehre an der ETH Zürich
Weiterbildung zum Ingenieur-Geometer (eidgenössisches Patent)
Studium der Geomatikingenieurwissenschaften an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Als Projektleiter bei einem städtischen Vermessungsamt bin ich verantwortlich für den wirtschaftlichen Betrieb des Geografischen Informationssystems (GIS). Dies umfasst den Support und Unterhalt der Software, aber auch die Pflege des umfangreichen Datenbestandes, welcher ständig nachgeführt und an die wachsenden Bedürfnisse der Kunden angepasst werden muss. Diese Daten erfassen Baustellen, Brücken, unterirdische Leitungen und vieles mehr.

Die fachmännische Verwaltung von Geoinformationen und die nachhaltige Planung des Raumes werden aufgrund der Knappheit des verfügbaren Bodens immer wichtiger. Die Geodaten sichern das Eigentum an Grund und Boden. Sie schaffen Rechtssicherheit und dienen als Grundlage für viele Entscheide in der gesamten Wirtschaft. Sie ermöglichen Investitionen und Innovationen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft – auch wenn dies in der Öffentlichkeit nicht immer erkannt wird, da unsere Arbeit nur selten direkt sichtbar ist.

Wir arbeiten normalerweise in kleinen Projektteams von drei bis vier Personen. Meist bin ich für die technische und praktische Umsetzung zuständig. Teilweise leite ich auch die Projekte und arbeite eng zusammen mit den zuständigen kantonalen und eidgenössischen Stellen, den privaten Ingenieurbüros, den Systemherstellern und den interessierten Kunden.

Eine wichtige Nebenaufgabe ist die fachliche Begleitung und die Durchführung von Arbeiten in der Bau- und Ingenieurvermessung. Gerade im städtischen Umfeld gibt es neben den normalen Vermessungsarbeiten bei Neubauten immer wieder Bauprojekte, welche nach spezieller Vermessung verlangen. Bei neuen Grossbauten prüfe ich die Projektdaten auf die Einhaltung der geometrischen Vorschriften. Während des Baus muss ich dem Bauleiter millimetergenau angeben, wo die Stützen für das Dach zu stehen kommen. Auch bestehende Bauten wie Brücken müssen regelmässig auf Bewegungen im Millimeterbereich überprüft werden, damit schon früh die Gefahr für Schäden erkannt werden kann.

Berufseinstieg

Nach Studienabschluss hatte ich die Wahl zwischen zwei Anstellungen. Da ich mich schon während des Studiums unter anderem im Rahmen meiner Masterarbeit vertieft mit geografischen Informationssystemen auseinandergesetzt hatte und dies ein Schwerpunkt in der Ausschreibung war, entschied ich mich für den jetzigen Arbeitgeber.

Tipps

Es lohnt sich, bei den Vertiefungsrichtungen im Masterstudium sowie der Masterarbeit bereits zukünftige Arbeitgeber mitzudenken und den Arbeitsmarkt zu sondieren.



berufsberatung.ch