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Geomatik: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Geomatik.

Geomatik

Geomatikingenieur in einem Vermessungsbüro

Symbolbild Baustelle
Symbolbild Baustelle, © Bild von joffi auf Pixabay
Geomatikingenieur in einem Vermessungsbüro

«Die Kombination von hochtechnischen Instrumenten und handwerklichen Montagearbeiten, die Arbeit am Computer und auf Baustelleneinsätzen, bei Standardaufgaben und Spezialvermessungen machen meinen Berufsalltag sehr abwechslungsreich.»

Laufbahn
Ingenieur in einem privaten Vermessungsbüro
Weiterbildung zum Ingenieur-Geometer (eidgenössisches Patent)
Assistent an der ETH Zürich
Studium der Geomatik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in einem privaten Vermessungsbüro im Raum Zürich in der Ingenieurvermessung. Meine Aufträge gehen vom Abstecken von Punkten auf Baustellen oder dem Erstellen von Fixpunktnetzen bis hin zu Grossprojekten, wie beispielsweise Tunnelvermessungen. Während die Konzeption, Vorbereitung und Auswertung im Büro erfolgt, begleite ich die Arbeiten auch auf dem Feld oder der Baustelle. Dies führt mich immer wieder an spannende Orte – die manchmal auch ganz schön schmutzig und staubig sein können. Die Kombination von hochtechnischen Instrumenten und handwerklichen Montagearbeiten, die Arbeit am Computer und auf Baustelleneinsätzen, bei Standardaufgaben und Spezialvermessungen machen meinen Berufsalltag sehr abwechslungsreich.

Neben den technischen Belangen sorge ich dafür, dass der Auftraggeber die Messwerte richtig interpretieren kann. Manchmal muss ich darauf hinweisen, dass die geforderte Genauigkeit nicht notwendig oder nicht realisierbar ist. Klärende Gespräche mit den Beteiligten sind dabei unabdingbar und erfordern einiges Fingerspitzengefühl, auch in einer rauen Umgebung, wie es eine Baustelle sein kann.

In meinem Arbeitsalltag spielt auch das Monitoring eine wesentliche Rolle. Dabei werden Bauwerke oder natürliches Terrain mit modernsten Instrumenten auf Bewegungen überwacht, meist in Echtzeit. Auch hier plane ich die Systeme und installiere sie vor Ort, wofür handwerkliches Flair, Improvisation, Wetterfestigkeit und Verhandlungsgeschick gefordert sind.

Zwischendurch werde ich auch für Spezialaufträge eingesetzt. So musste ich zum Beispiel die Masse eines Flugzeuges überprüfen um sicherzustellen, dass dieses keine Deformationen erlitten hat. Nebenbei programmiere ich auch kleinere Tools, welche die tägliche Arbeit erleichtern oder in Monitoringprojekten zum Einsatz kommen.

Berufseinstieg

Während der Recherchen für meine Masterarbeit habe ich den Inhaber des Vermessungsbüros kennengelernt, bei welchem ich aktuell beschäftigt bin. Er hat mir unmittelbar nach Abschluss des Studiums eine Stelle angeboten.

Tipps

Es lohnt sich, ein berufliches Netzwerk aufzubauen und zu pflegen, sei es mit direkten Kontakten oder über die Sozialen Medien. Eine fundierte Ausbildung in Kombination mit den richtigen Beziehungen ist der einfachste Weg zu einer interessanten Arbeitsstelle.

Geomatikingenieur in einem Vermessungsamt

Symbolbild Brücke
Symbolbild Brücke, © Bild von athree23 auf Pixabay
Geomatikingenieur bei einem städtischen Vermessungsamt

«Auch bestehende Bauten wie Brücken müssen regelmässig auf Bewegungen im Millimeterbereich überprüft werden, damit schon früh die Gefahr für Schäden erkannt werden kann.»

Laufbahn
Projektleiter Geomatik bei einem städtischen Vermessungsamt
Assistent Lehre an der ETH Zürich
Weiterbildung zum Ingenieur-Geometer (eidgenössisches Patent)
Studium der Geomatikingenieurwissenschaften an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Als Projektleiter bei einem städtischen Vermessungsamt bin ich verantwortlich für den wirtschaftlichen Betrieb des Geografischen Informationssystems (GIS). Dies umfasst den Support und Unterhalt der Software, aber auch die Pflege des umfangreichen Datenbestandes, welcher ständig nachgeführt und an die wachsenden Bedürfnisse der Kunden angepasst werden muss. Diese Daten erfassen Baustellen, Brücken, unterirdische Leitungen und vieles mehr.

Die fachmännische Verwaltung von Geoinformationen und die nachhaltige Planung des Raumes werden aufgrund der Knappheit des verfügbaren Bodens immer wichtiger. Die Geodaten sichern das Eigentum an Grund und Boden. Sie schaffen Rechtssicherheit und dienen als Grundlage für viele Entscheide in der gesamten Wirtschaft. Sie ermöglichen Investitionen und Innovationen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft – auch wenn dies in der Öffentlichkeit nicht immer erkannt wird, da unsere Arbeit nur selten direkt sichtbar ist.

Wir arbeiten normalerweise in kleinen Projektteams von drei bis vier Personen. Meist bin ich für die technische und praktische Umsetzung zuständig. Teilweise leite ich auch die Projekte und arbeite eng zusammen mit den zuständigen kantonalen und eidgenössischen Stellen, den privaten Ingenieurbüros, den Systemherstellern und den interessierten Kunden.

Eine wichtige Nebenaufgabe ist die fachliche Begleitung und die Durchführung von Arbeiten in der Bau- und Ingenieurvermessung. Gerade im städtischen Umfeld gibt es neben den normalen Vermessungsarbeiten bei Neubauten immer wieder Bauprojekte, welche nach spezieller Vermessung verlangen. Bei neuen Grossbauten prüfe ich die Projektdaten auf die Einhaltung der geometrischen Vorschriften. Während des Baus muss ich dem Bauleiter millimetergenau angeben, wo die Stützen für das Dach zu stehen kommen. Auch bestehende Bauten wie Brücken müssen regelmässig auf Bewegungen im Millimeterbereich überprüft werden, damit schon früh die Gefahr für Schäden erkannt werden kann.

Berufseinstieg

Nach Studienabschluss hatte ich die Wahl zwischen zwei Anstellungen. Da ich mich schon während des Studiums unter anderem im Rahmen meiner Masterarbeit vertieft mit geografischen Informationssystemen auseinandergesetzt hatte und dies ein Schwerpunkt in der Ausschreibung war, entschied ich mich für den jetzigen Arbeitgeber.

Tipps

Es lohnt sich, bei den Vertiefungsrichtungen im Masterstudium sowie der Masterarbeit bereits zukünftige Arbeitgeber mitzudenken und den Arbeitsmarkt zu sondieren.



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