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Geografie: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Geografie.

Geografie

Boden-Statistikerin: Madlene Nussbaum

Madlene Nussbaum, Boden-Statistikerin
Madlene Nussbaum, Boden-Statistikerin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAFL

«Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich, da jedes Projekt immer wieder anders ist.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2017 bis heuteWissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berner Fachhochschule, Departement Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), 80-100%
2011-2017Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorat an der ETH Zürich (80-100%). Thema Doktorat: Bodenkartierung mit statistischen Methoden.
2012-2014Diploma of Advanced Studies in angewandter Statistik, Universität Bern. Teile des Certificate of Advanced Studies in Räumliche Informationssysteme, Zürich.
2005-2011Bachelor und Master in Geographie mit Vertiefung in Bodenkunde und Geoinformationswissenschaften, Universitäten Bern und Zürich.
1999-2005Ausbildung zur Kauffrau Notariat mit Berufsmatur, anschliessend berufsbegleitende Erwachsenenmatur parallel zu kaufmännischen Teilzeitstellen.
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Forschungsgruppe Bodennutzung und Bodenschutz an der HAFL. Zu meinen Haupttätigkeiten gehört die Bearbeitung von kleineren und teilweise auch recht grossen Projekten zusammen mit einem Team von fünf Personen. Dabei mache ich statistische Auswertungen, entwickle Prototypen für Datenbanken, erstelle Karten von der Feldarbeit meiner Teammitglieder und schreibe manchmal einen Artikel für eine wissenschaftliche Zeitschrift. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, da jedes Projekt immer wieder anders ist. Es ist jedoch anspruchsvoll, die vielen Projektarbeiten unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig mit dem Stand der Technik Schritt halten zu können.

Berufseinstieg

Das sehr breit ausgerichtete Geografie-Studium ist keine Berufsausbildung. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie das spätere „Berufsbild“ für einen aussehen soll und die Studieninhalte entsprechend zusammenstellen. Am Ende des Bachelor-Studiums habe ich mich zusammengerissen und die Themen für mein Masterstudium eingeschränkt, obwohl alles andere auch sehr spannend gewesen wäre! Ich habe auch versucht, die Masterarbeit gezielt in Richtung meiner Themeninteressen zu lenken und mich weiter zu spezialisieren. Und voilà: Es hat sich aus der Masterarbeit bereits meine erste Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin ergeben.

Tipps

Sich ein berufliches Netzwerk aufzubauen halte ich für äusserst wichtig. Und ich hätte nie gedacht, dass es so einfach ist. Natürlich bedeutet es Aufwand, und Mut braucht es auch. Trete einem Berufsverband bei, besuche Tagungen, Mittagessen, Vorträge - auch alleine! - und nimm allen Mut zusammen, Sitznachbarn, Leute in der Kaffeemaschinen-Schlange und an Stehtischen anzusprechen. Bereits beim zweiten Mal hat es Personen dabei, die man flüchtig kennt. Einen Small-Talk-Guide habe ich zwar nie gelesen, hätte mir aber sicher gut getan. Weiter hat das Praktikum zwischen Bachelor und Master bei mir berufliche Beziehungen geschaffen, die 10 Jahre später immer noch sehr aktiv sind.

Zudem habe ich als Erstausbildung eine Berufslehre absolviert und finde, dies kann auch für den akademischen Werdegang sehr nützlich sein. Sie ermöglicht einem Teilzeitstellen mit passablem Lohn während dem Studium und vermittelt praktisches Wissen, welches den reinen Studierenden fehlt. Ich verstehe beispielsweise die Buchhaltung für unsere neuen Laborgeräte auf Anhieb, während andere Personen in meinem Team mit rein akademischem Werdegang teilweise damit Mühe haben. Die Berufserfahrung und praktische Routine, die man in Zusammenhang mit einer Berufslehre gewinnt, kann für jede Tätigkeit sehr wertvoll sein, auch wenn man danach noch ein Studium macht und am Ende in einem anderen Beruf arbeitet.

Leiterin Managementsysteme und Arbeitssicherheit in einem Industriebetrieb: Eliane Jäggi

Eliane Jäggi bei der Arbeit in der Werkstatt
Eliane Jäggi bei der Arbeit in der Werkstatt
Geografin als Qualitätsmanagerin und Sicherheitsingenieurin

«Als Mitglied des Managements kann ich wichtige Entscheide mitbeeinflussen und die Firma mitgestalten.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2015 bis heuteLeiterin Managementsysteme, Arbeitssicherheit, Mitglied des Managements bei der IMEDCO AG (Industriebetrieb Abschirmtechnik im Bereich der Medizin und Forschung)
2014 – 2015Qualitätsfachfrau, Stv. Leiterin Qualitätsmanagementsystem bei der Vogt-Schild AG (Druckerei)
2013 – 2014Babypause
2011 – 2013Sachbearbeiterin öffentliches Beschaffungswesen, BSB+Partner Ingenieure und Planer
2011 - 2012Verantwortliche Qualitätsmanagement bei der Alimentavera GmbH (Lebensmittelkennzeichnung)
2010Babypause
2004 - 2010Inspektion / Zertifizierung bei der bio.inspecta AG (Bereiche Verarbeitung, Handel, Landwirtschaft)
2001 - 2004Auslandaufenthalte (Indien, Südostasien, USA) und diverse Praktika (Bundesamt für Landwirtschaft, ökologisches Beratungsbüro)
1996 – 2001Studium in Geografie mit Spezialisierung in Bodenkunde, Nebenfächer Ökologie/Biologie (Master of Science)
Jetzige Tätigkeit

Als Qualitätsmanagerin bin ich verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Qualitätsmanagementsystems in der Firma - Abschirmungstechnik für medizinischen Einsatzzweck und Forschung - sowie dessen erfolgreiche Zertifizierung. Dazu gehören Aufgaben wie die Verfolgung normativer Entwicklungen im Qualitätsbereich inklusive Umsetzung ins Managementsystem, Beschwerdemanagement und Durchführung interner Audits. Weiter bin ich als Sicherheitsingenieurin für die Arbeitssicherheit gemäss Anforderung der EKAS 6508 verantwortlich und Datenschutzbeauftragte gemäss DSGVO. Als Mitglied des Managements kann ich wichtige Entscheide mitbeeinflussen und durch Anträge die Firma mitgestalten.

Berufseinstieg

Nach dem Studium und einem Auslandaufenthalt konnte ich zwei Praktika in einem ökologischen Beratungsbüro und im Bundesamt für Landwirtschaft absolvieren. Für beide Praktika habe ich mich auf Inserate beworben. Danach habe ich mich auf eine offene Stelle bei der bio.inspecta beworben, wo die Inspektion und Zertifizierung diverser Labels von Verarbeitungs- und Landwirtschaftsbetrieben im Zentrum steht. Aufgrund meiner bereits vorhandenen Berufserfahrung und der Fremdsprachenkenntnisse konnte ich anfänglich im Landwirtschaftsbereich Fuss fassen.

Tipps

Neben dem Studium habe ich kontinuierlich in Nebenjobs gearbeitet, welche zum Teil studiumsfremd waren. Durch verschiedene Aufenthalte in anderssprachigen Gebieten konnte ich meine Fremdsprachenkenntnisse ständig verbessern. Dadurch konnte ich in den Vorstellungsgesprächen jeweils punkten. Ich habe sich bietende Chancen immer gepackt und teilweise auch für mich weniger spannende Jobs angenommen. Zusätzlich empfehle ich sehr, Weiterbildungen zu absolvieren. Auch als Familienfrau habe ich mich ständig weitergebildet, was teilweise ein rechter Kraftakt bedeutete. Ich möchte alle Frauen ermutigen, sofern das Interesse vorhanden ist, sich in technischen Bereichen einzusetzen. Durch eine sachliche und effiziente Arbeitsweise inklusive Soft Skills kann man viel erreichen - auch in einer reinen Männerdomäne. Die unterschiedliche Sichtweise wird enorm geschätzt.

Meteorologin bei Schweizer Radio und Fernsehen: Sabine Balmer

Sabine Balmer
Sabine Balmer, © SRF/Oscar Alessio
Medienmeteorologin

«Als Medienmeteorologin arbeitet man an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Journalismus, man muss also auch einen Zugang zum Publikum finden.»

Laufbahn
Seit 2004 bis heuteMedienmeteorologin bei der Redaktion von SRF Meteo
2002-2004Prognostikerin und Betreuung Back-Office bei Meteotest in Bern
1999-2002Praktikum und anschliessend Assistentin in der Wetterprognose der Firma Meteotest, Bern
1996-2002Geografiestudium an der Universität Basel, Nebenfächer Meteorologie, Natur-, Landschafts- und Umweltschutz (NLU) und Informatik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Meteorologin bei Schweizer Radio und Fernsehen. Wir sind eine kleine Redaktion von vorwiegend Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern, unser Team umfasst 15 Leute. Unsere Hauptaufgabe ist die Präsentation und Erläuterung der aktuellen Wetterprognose im Fernsehen, im Radio oder online. Seit einigen Jahren sind wir auch auf Social Media präsent. Wir beraten die internen Redaktionen in Wetter- und Klimafragen, beliefern aber auch externe Kunden mit Wetterprognosen.

Die Wetterprognose entsteht im Büro, der Computer ist dabei unerlässlich. Eine grosse Datenquelle ist das Internet. Die Arbeitszeiten sind unregelmässig, teilweise beginne ich schon frühmorgens um 03.30 Uhr mit der Arbeit. Wenn ich die Wetterprognose im Fernsehen präsentiere, dann arbeite ich von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Auch am Wochenende bin ich regelmässig im Einsatz. Mir gefällt, dass ich in einem Team arbeiten kann, aber dabei doch sehr selbstständig bin. Der Vorteil der Schichtarbeit ist, dass ich am Abend immer meine Pflichten abgearbeitet habe und nichts auf den nächsten Tag verschieben muss. Das ist auch ein Vorteil, wenn man Teilzeit arbeitet. Ich bin zurzeit mit einem Pensum von 50% angestellt, da ich eine Familie mit drei Kindern habe.

Berufseinstieg

Das obligatorische Berufspraktikum bei der Firma Meteotest während des Studiums hat mir beim Berufseinstieg geholfen. Nach dem halbjährigen Praktikum konnte ich neben dem Studium Teilzeit in der Wetterprognose weiterarbeiten und bereits erste Erfahrungen sammeln. Ich arbeitete mit Meteorologen zusammen und erlebte ihren Arbeitsalltag. Bereits vor Abschluss des Studiums wurde mir dann eine Stelle angeboten, so fiel mir der Einstieg ins Berufsleben relativ einfach.

Tipps

Praktika während oder nach dem Studium helfen sicher, den Berufsalltag kennenzulernen. Für den Beruf der Meteorologin sollte man aufgrund der Arbeitszeiten recht flexibel sein. Als Medien-Meteorologin arbeitet man an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Journalismus, man muss also auch einen guten Zugang zum Publikum finden.

Selbständig mit Einzelfirma: Monika Schaffner

Monika Schaffner
Monika Schaffner, © Remo Eisner
Geografin mit eigener Firma

«Mit meiner Einzelfirma gebe ich mir den Rahmen, ein breitgefächertes Portfolio an beruflichen Wirkungsfeldern zu verfolgen. So kann ich meine vielfältigen Interessen und Stärken vereinen.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2017 bis heuteGründung und Aufbau der eigenen Firma "connecting spaces"
2016Sabbatical: Klärung und Entwicklung der neuen beruflichen Ausrichtung
2008-2015Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesamt für Umwelt, Abteilung Wasser: Teamleaderin in Projekten der Gewässerbewirtschaftung und des Gewässerschutzes; Kommunikation; Umweltberichterstattung; CH-Vertreterin in der Europäischen Umweltagentur EUA
2003-2007Doktorat in integrativer Geografie im Nationalen Forschungsprogramm NCCR Nord-Süd des Schweizerischen Nationalfonds. Zusammenarbeit mit dem Wasserforschungsinstitut EAWAG, dem Asian Institute of Technology in Bangkok und dem Center for Development and Environment (CDE) der Universität Bern
1996-2003Master in Geografie, Universität Bern. Diplomarbeit am ICIMOD in Nepal. Nebenfächer: Allgemeine Ökologie; Religionswissenschaft
Jetzige Tätigkeit

Seit 2017 bin ich mit der Einzelfirma "connecting spaces" selbständig und gebe mir damit den Rahmen, ein vielfältiges Portfolio an beruflichen Wirkungsfeldern zu verfolgen. Mein übergeordnetes Anliegen ist es, auf der individuellen und kollektiven Ebene einen positiven Wandel hin zu einem bewussteren Umgang mit uns selber und unseren Lebensgrundlagen mitzugestalten. Dazu gehört der Aufbau und die Leitung von Pilotprojekten zur Förderung eines ganzheitlichen Tourismus in Nepal zusammen mit Partnern vor Ort. Dies beinhaltet die Projektplanung, die Suche nach geeigneten Partnern, die Zusammenstellung des Projektteams und gemeinsam mit diesem die Erstellung von Finanzierungsanträgen bei passenden Finanzierungsstellen, die übergeordnete Koordination und Organisation der Projektarbeiten sowie die Berichterstattung an die Geldgeber.

Zurzeit erarbeiten wir anhand von Pilotprojekten einen ganzheitlichen Ansatz, der in Zukunft in der Himalaya-Region weiterverbreitet und verankert werden soll. Ziel ist es, einen wertebewussten Tourismus-Standard zu entwickeln, der zu einer nachhaltigen Entwicklung im Himalaya beiträgt. Hier sind Recherchearbeiten und Networking gefragt, um bereits erfolgreiche Beispiele zusammenzutragen, aktive Stakeholder zu verbinden und eine geeignete Plattform zu finden, die dem Anliegen die nötige globale Sichtbarkeit bringt. Daneben organisiere und begleite ich achtsame Trekkingauszeiten im Himalaya und den Schweizer Alpen und gebe in einer Gemeinschaftspraxis in der Schweiz Lomi Lomi Nui Massagen.

Berufseinstieg

Ich wurde in Nepal geboren und verbrachte einen grossen Teil meiner Kindheit dort, was meine berufliche Laufbahn prägt: Ich möchte in und für Nepal arbeiten. Für meine Diplomarbeit durfte ich dann als Mitglied eines regionalen Forschungsteams ein Jahr in Nepal leben und arbeiten. Diese Zeit hat mir sehr gefallen. Ich genoss es, als Teil eines Teams mein eigenes Projekt zu managen, und ich sah eine Vielzahl an Möglichkeiten, in Nepal beruflich zu wirken. Deshalb war für mich die Entscheidung klar, direkt ein Doktoratsprojekt anzuhängen. Die politische Lage in Nepal war in dieser Zeit aufgrund des Bürgerkriegs schwierig, und so wich ich nach Thailand aus, wo ich im Rahmen eines Nationalen Forschungsprojekts, angegliedert an die regionale Universität, die nächsten drei Jahre lebte und arbeitete.

Etwas desillusioniert vom Tätigkeitsfeld der internationalen Zusammenarbeit bewarb ich mich während meines Diss-Abschlusses auf zwei Stellen in der Schweiz mit dem Wunsch, in der Entwicklungszusammenarbeit eine Pause einzulegen und die Verhältnisse im Umweltbereich in meinem Interessensschwerpunkt Wasser in der Schweiz kennenzulernen. Beide Stellen hätte ich direkt erhalten. Ich entschied mich für die nationale Stelle beim BAFU, weil ich gerne strategisch und übergeordnet arbeite.

Tipps

Ich glaube an die Freude: Wenn du deiner Freude und Leidenschaft folgst, wirst du erfolgreich sein, weil diese Energie dich antreibt. Was machst du so richtig gern, worauf hast du Lust? Wichtig ist auch zu vertrauen, dass sich ein stimmiger Weg entwickeln wird, den du jetzt vielleicht noch nicht sehen kannst. Mein beruflicher Werdegang war bisher sehr reich, erfüllend, hat mich weitergebildet und wachsen lassen - und ich hätte ihn mir nie im Voraus so vorgestellt. So hat mich die Freude via meiner Liebe zu Nepal, meiner Wertschätzung unberührter Naturräume und meiner Überzeugung von der Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung nun zu einer Kombination aller Vorlieben geleitet.

Eine weitere Erkenntnis, die mir am Herzen liegt: Ich glaube, es gibt für jeden Menschen das einzigartige berufliche Profil, das ihrer/seiner individuellen Kombination von Stärken und Qualitäten entspricht. So geniesse ich die für Aussenstehende wohl eher seltsame Kombination von Projektarbeit, Reisebegleitung und Massage, da ich so meine vielfältigen Interessen und Stärken vereinen kann.

Geografin als Kommunikationsverantwortliche beim Bundesamt für Umwelt BAFU

Symbolbild Presse
Symbolbild Presse, © Bild von congerdesign auf Pixabay
Geografin in der Öffentlichkeitsarbeit

«Das Wissen, dass unsere Informationen und Daten sehr gefragt sind, motiviert mich täglich aufs Neue.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2008 bis heuteKommunikationsverantwortliche der Abteilung Hydrologie im Bundesamt für Umwelt BAFU
2005 – 2009Redaktorin bei der Platform Geosciences der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT
2004 - 2008Internetredaktorin beim Bundesamt für Umwelt BAFU
2004-2005Nachdiplomkurs Wissenschaftskommunikation an der ZHAW
2003-2004Praktika an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL (Feldarbeit und Labor), ETH Zürich (Kommunikation) und Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL (Kommunikation)
1997 – 2003Geografiestudium an den Universitäten Zürich und Grenoble (F) mit den Nebenfächern Glaziologie und Publizistik
Jetzige Tätigkeit

Welche Informationen müssen bei einem Hochwasserereignis auf der Website des Bundesamts für Umwelt zu finden sein? Wie können wir die Messdaten der Schweizer Gewässer verfügbar machen? Oder welche Fragen zur aktuellen Trockenheit wird die Journalistin im Radio-Interview stellen?

Als Kommunikationsverantwortliche der Abteilung Hydrologie stehe ich den Medien und der Bevölkerung für Auskünfte zur Verfügung. Die Fragen reichen von der Erläuterung einer Hochwasserwarnung über die Einschätzung der Wassertemperaturen der Schweizer Flüsse bis hin zu den Veränderungen des Wasserhaushalts wegen des Klimawandels. Das grosse Themenspektrum widerspiegelt sich auch auf den Internetseiten des BAFU zum Thema Wasser und auf dem Datenportal mit hydrologischen Messdaten und Hochwasserwarnungen, die ich bewirtschafte. Dabei kommt mir auch das Fachwissen aus dem Geografiestudium zugute.

Ich erarbeite Kommunikationskonzepte, schreibe Texte, bearbeite Bilder oder koordiniere Übersetzungen. Zu meinen Aufgaben gehören auch eine Teamleitung und die Ausbildung von Mediamatik-Lernenden. Manche Projekte erstrecken sich über längere Zeiträume und sind gut planbar. Wenn aber während eines Hochwassers Warnungen publiziert werden müssen und eine Medienanfrage nach der anderen reinkommt, kann der Arbeitstag sehr hektisch und lang werden. Dazu müssen wir an den Wochenenden auch Pikett-Dienste leisten.

Inzwischen bin ich zweifache Mutter und habe mein Pensum etwas reduziert. Der Spagat zwischen Kleinkindern zu Hause, den Lernenden und den Pendenzen im Büro sowie der trotz Teilzeitarbeit hohen Einsatzbereitschaft, wenn es die Wetterlage oder die Medien verlangen, ist eine grosse Herausforderung. Die Nähe zu meinem ursprünglichen Fachgebiet und das Wissen, dass unsere Informationen und Daten sehr gefragt sind, motivieren mich aber täglich aufs Neue.

Berufseinstieg

Schon während des Studiums begann ich mich für die Öffentlichkeitsarbeit zu interessieren: Ich war Redaktorin der Zeitschrift des Fachvereins Geografie und schrieb Artikel für eine Lokalzeitung. Dann bekam ich die Gelegenheit, eine Hospitanz in der Redaktion der Sendung „Menschen, Technik, Wissenschaft“ des Schweizer Fernsehens zu absolvieren. Dort hat es mir den „Ärmel inegnoh“. Anderen Menschen die Wissenschaft näherbringen – das war es, was ich wollte. Der Einstieg ins Berufsleben war dann aber nicht ganz leicht. Und so absolvierte ich nach dem Studium zuerst mehrere Praktika. Im Nachhinein habe ich davon viel profitiert, verschiedene Medien und Arbeitswelten kennen gelernt und auch ein gutes Netzwerk aufgebaut, das mir letztlich wieder zu einer nächsten Anstellung verholfen hat.

Tipps

Schon während des Studiums die Fühler ausstrecken, durch Praktika oder Arbeitsbesuche mögliche Arbeitsgebiete beschnuppern und sich bei Bekannten, bei erfahrenen Berufsleuten Tipps und Ideen abholen.



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