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Klassische Philologie (Latein, Griechisch):  Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Altphilologie (Latein, Griechisch).

Klassische Philologie (Latein, Griechisch)

Altertumswissenschaftler im Tagesjournalismus

Symbolbild Presse
Symbolbild Presse, © Andrys Stienstra auf Pixabay
Altertumswissenschaftler im Tagesjournalismus

«Im Gegensatz zu den langen Arbeitszyklen, die ich in der Altertumswissenschaft kennengelernt hatte, faszinierte mich das rasche Arbeiten von Tag zu Tag.»

Laufbahn
Leiter Lokalressort NZZ
verschiedene Weiterbildungen in Journalismus am MAZ Luzern
Mitarbeiter Lokalredaktion NZZ
Volontariat bei der NZZ
Studium der klassischen Philologie (Latein und Griechisch) und der klassischen Archäologie
Jetzige Tätigkeit

Ich leite das Lokalressort der NZZ. Dadurch bin ich mehrheitlich mit administrativen Tätigkeiten und Führungsaufgaben beschäftigt und komme weniger zum Schreiben. Täglich befasse ich mich ganz konkret mit den Grundsatzfragen, die sich dem Journalismus heute stellen: Welche Aufgabe haben gedruckte Zeitungen im Internetzeitalter? Sind die Leute langfristig noch bereit, für Information zu bezahlen?

Seit einer Weile schreibe ich mehrheitlich über politische Themen, vor allem über Finanzpolitik und Parteipolitik, berichte aus Kantons- und Gemeinderat, schreibe Analysen und Kommentare über politische und Ereignisse und Entwicklungen im Kanton Zürich. Nach der Arbeit auf einer Kulturredaktion bedeutete der Schritt in den politischen Journalismus noch einmal ein Eintauchen in eine neue Welt.

Der Politjournalismus schärfte mein Bewusstsein dafür, wie sich Politik und gesellschaftliche Prozesse gegenseitig beeinflussen und wo die Grenzen der Politik liegen. Aus der Praxis heraus beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit Aristoteles, einem Autor, dem ich im Studium aus dem Weg gegangen bin. Und ich bin auf Schritt und Tritt überrascht, wie präzise er vor über zweitausend Jahren gesellschaftliche und politische Konstellationen erfasst hat, die noch heute mehr oder weniger unverändert wirken.

Berufseinstieg

Bereits in der Endphase meines Studiums in klassischer Philologie (Latein und Griechisch) und Archäologie war ich als Forschungsassistent an der Abteilung Alte Geschichte des Historischen Seminars tätig. Ein Volontariat auf der Lokalredaktion der „Neuen Zürcher Zeitung“ brachte mich erstmals mit dem Journalismus in Verbindung. Im Gegensatz zu den langen Arbeitszyklen, die ich in der Altertumswissenschaft kennengelernt hatte, faszinierte mich das rasche Arbeiten von Tag zu Tag – auch wenn man oft unter Druck schreiben musste und ich gern mehr Zeit gehabt hätte.

Nach dem Praktikum schrieb ich weiterhin als freier Mitarbeiter für verschiedene Ressorts der NZZ. Ein Jahr nach meinem Volontariat trat ich als redaktioneller Mitarbeiter in die Lokalredaktion der NZZ ein. Ich schrieb Rezensionen über Ausstellungen und Veranstaltungen und Berichte über das aktuelle Kulturleben in und um Zürich. Zudem kümmerte ich mich als Dienstredaktor um die Planung der Tagesausgaben, das Redigieren der Texte und die Produktion der Zeitungsseiten. Das journalistische Handwerk im engeren Sinn eignete ich mir in verschiedenen Kursen am Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern an.

Tipps

Von meinen seinerzeitigen Lieblingsgebieten in der klassischen Philologie, der Alexandrinischen und der Augusteischen Literatur, habe ich mich beruflich entfernt. Ausschlaggebend für den Ausflug auf eine Zeitungsredaktion war der Wunsch, einen ganz anderen Arbeitsstil und ganz neue Themen kennen zu lernen. Und ich bin bis heute beim Journalismus geblieben. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich meinem Wunsch nachgegangen bin und dadurch ein für mich passendes Berufsfeld gefunden habe.



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