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Agrarwissenschaft: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Agrarwissenschaft

Agrarwissenschaft

Agrarwissenschaftler in der öffentlichen Verwaltung

Symbolbild Landwirtschaft
Symbolbild Landwirtschaft, © Bild von Andreas Göllner auf pixabay
Agrarwissenschaftler

«Mein Tätigkeitsgebiet als Mitarbeiter für den Boden- und Umweltschutz wird grösstenteils durch politische Zielvorgaben definiert.»

Tätigkeit
Mitarbeiter für den Boden- und Umweltschutz beim kantonalen Amt, Abteilung Landwirtschaft
Studium der Agrarwissenschaften und Höheres Lehramt
Jetzige Tätigkeit

Die Haupttätigkeit besteht darin, die Bundesvorschriften bei Direktzahlungen für die Landwirtschaftsbetriebe im Kanton umzusetzen. Landwirtinnen und -wirte können so Preisverluste am Markt ausgleichen und ökologische Leistungen abgelten. Zu den administrativen Arbeiten zählen Anmeldewesen, Information, Kontrolle, Sanktionenverhängung, Abrechnung und Auszahlung.

Im Gespräch mit Landwirtinnen und -wirten versuche ich, die persönliche Sicht zu verstehen, um sie entsprechend würdigen zu können. Andererseits zeige ich auf, dass die Vorschriften einzuhalten sind und Verstösse geahndet werden. In diesem Spannungsfeld sind Vollzugsrichtlinien zu erarbeiten, Leitplanken zu setzen und auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen.

Berufseinstieg

Nach dem Studium der Agrarwissenschaft bewarb ich mich als Mitarbeiter für das Boden- und Umweltschutz beim kantonalen Amt, Abteilung Landwirtschaft, und arbeite seitdem dort.

Tipps

Ein Interesse an politischen Vorgängen ist wichtig. Immer wieder kläre ich in enger Zusammenarbeit mit Nachbarkantonen Detailfragen und bringe sie mit den eigenen politischen Vorgaben in Einklang.

Dass meine Arbeit deshalb oft kritisch begutachtet wird und ich meine Position mit einer ausgefeilten Argumentation durchsetzen muss, stellt für mich einen besonderen Reiz dar. Ich will den Landwirtinnen und -wirten als Leistungsvollbringer/in als auch den Steuerzahlerinnen und -zahlern sowie dem Gesetzgeber gerecht werden.

Agronomin im international tätigen Hilfswerk

Symbolbild Nicaragua
Symbolbild Nicaragua, © Bild von Sheryl Maiorano auf pixabay
Programmverantwortliche für Entwicklungsprojekte

«Als Programmverantwortliche für die Entwicklungsprojekte in Nicaragua betreue ich rund zwanzig Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe mit einem Umsatz von rund zwei Millionen Franken.»

Tätigkeit
Programmverantwortliche für Entwicklungsprojekte bei einem Hilfswerk
Landwirtschaftliche Beratung in Madagaskar
Beratung und Ausbildung bei einer Nichtregierungsorganisation in Bolivien
Nachdiplomstudium für Entwicklungsländer (NADEL)
Berufseinstiegspraktikum an einer landwirtschaftlichen Forschungsanstalt
Studium der Agrarwissenschaften
Jetzige Tätigkeit

Als Programmverantwortliche für Entwicklungsprojekte in Nicaragua entwickle ich gemeinsam mit dem dortigen Koordinationsbüro die Schwerpunkte, beispielsweise: Wo werden unsere Mittel und unser Fachwissen eingesetzt? Welche Kapazitäten, Partnerorganisationen und welches Know-how sind vorhanden? Ist bei der Bedürfnisabklärung die Zielbevölkerung beteiligt?

Die Abklärungen sind nicht immer einfach. Es gibt viele Akteure, und die Bedürfnisse sind enorm. Der Einfluss der Entwicklungszusammenarbeit darf auch nicht überschätzt werden.

In der Schweiz behandle ich Projektanträge von Partnerorganisationen. Dazu betreue ich ein Monitoringsystem. Einmal pro Jahr besuche ich mit der Koordinatorin die Projekte, um sie dann auszuwerten. Ich arbeite viel am Computer, schreibe E-Mails und telefoniere.

Berufseinstieg

Im Anschluss an mein Studium der Agrarwissenschaften arbeitete ich als Praktikantin für eine landwirtschaftliche Forschungsanstalt. Nach Stationen in Bolivien und Madagaskar war ich als Programmverantwortliche für Entwicklungsprojekte in Nicaragua für ein Hilfswerk tätig.

Tipps

In den Hilfswerken gibt es viele Teilzeitstellen. Der eigene Anspruch an die Arbeit in Verbindung mit einer hohen Identifikation führt jedoch dazu, dass sich viele Mitarbeiter/innen selbst ausbeuten und mehr arbeiten als sie entschädigt werden.

Agrarwissenschaftler in einem Agrarverband

Symbolbild Agrarwissenschaft
Symbolbild Agrarwissenschaft, © Bild von Alex S. auf Pixabay
Symbolbild Agrarwissenschaft

Symbolbild Agrarwissenschaft, © Bild von Alex S. auf Pixabay

Dipl. Ingenieur-Agronom ETH

«Die Arbeit bei einem nationalen Verband empfinde ich nach vier Jahren Einsatz in der Gemüseproduktion als grosse persönliche Bereicherung.»

Laufbahn
Marktkoordinator und Kommissionssekretär beim Verband Schweizerischer Gemüseproduzenten, Berufsschullehrer (Marktlehre und Marketing)
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Weiterbildung: Höheres Lehramt
Studium Agrarwissenschaften an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Der Verband Schweiz Gemüseproduzenten (VSGP) vertritt die Interessen von rund 2500 Gemüsebaubetrieben gegenüber Handel, Branche, Behörden, Politik und Öffentlichkeit. In der Geschäftsstelle arbeiten elf Mitarbeitende. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Marktkoordinator und Kommissionssekretär bin ich Mitglied der Geschäftsleitung. Der Betrieb ist übersichtlich und familiär, was ich sehr schätze.

Neben der Arbeit in Kommissionen obliegen mir die Umsetzung von Beschlüssen, Marktabklärungen und Vermittlung zwischen Produktion und Handel in schwierigen Marktsituationen sowie die Verwaltung der Qualitätsrichtlinien für Gemüse. Ich gebe auch Auskunft gegenüber der Öffentlichkeit und erarbeite Grundlagen zur Diskussion in politischen Vernehmlassungen mit Einfluss auf den Markt (z.B. WTO, Bilaterale Verträge).

Berufseinstieg

Zunächst absolvierte ich ein Praktikum beim VPSG. Dort konnte ich den Export von Schweizer Gemüse nach Europa in Büro- und Feldarbeit 1:1 testen.

Der Kontakt zu Gemüseproduzentinnen und -produzenten sowie Händlerinnen und Händlern, die Marktanalyse, die Organisation von Transport und Verzollung und überhaupt die ganze Dynamik des Gemüsemarktes faszinierten mich so sehr, dass ich mich gleich nach dem Studium mit Erfolg um eine freie Stelle beim VSGP bewarb.

Tipps

Bei meiner Tätigkeit sind Kommunikations- und Organisationstalent gefragt. Meine Sprachkenntnisse kommen voll zum Einsatz und Diplomatie und Verhandlungsgeschick werden immer wieder auf die Probe gestellt. Ein breites Kontakt-Netzwerk zu Behörden, Detailhandel und Partnerverbänden hat sich gebildet, von dem ich auch in Zukunft profitieren kann.

Mirjam Hofstetter: Agrarwissenschaftlerin beim Schweizerischen Bauernverband

Symbolbild Kühe
Symbolbild Kühe, Bild von FallingAngel auf Pixabay
Agrarwissenschaftlerin

«Mir gefällt es, dass ich meine Kreativität bei der Entwicklung und Konzeption von neuen Marketingprojekten einbringen kann.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
2001Geschäftsbereich Kommunikation beim Schweizer Bauernverband
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite seit Herbst 2001 beim Schweizer Bauernverband, der Dachorganisation der Schweizer Landwirtschaft, im Geschäftsbereich Kommunikation. Dieser Bereich umfasst die gesamte PR- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. Darunter fallen unter anderem die Medienarbeit, die Basiskommunikation sowie die politische Arbeit.Mein Tätigkeitsfeld umfasst primär die Leitung der Basiskommunikation. Unter Basiskommunikation werden die Massnahmen der Marketingkampagne «Gut, gibt’s die Schweizer Bauern» zusammenfasst. Unzählige Projekte laufen im Rahmen dieser Kampagne mit dem Ziel, das Verständnis gegenüber der Landwirtschaft zu erhöhen und das Konsumverhalten zugunsten einheimischer Produkte positiv zu beeinflussen.  Seit ihrer Einführung 1998 wurde die Kampagne stetig ausgebaut und umfasst mittlerweile zahlreiche Projekte. So gehören unter anderem TV-Spots, Plakate, der 1.-August-Brunch, Messeauftritte, Schule auf dem Bauernhof, Broschüren, der Internetauftritt landwirtschaft.ch, das Online-Videoportal buuretv.ch oder das Direktvermarktungsportal vomhof.ch dazu. Das Edelweisshemd und sein Muster sind dabei zum unverwechselbaren Erkennungszeichen der verschiedenen Projekte geworden.

Mir gefällt es, dass ich meine Kreativität bei der Entwicklung und Konzeption von neuen Marketingprojekten einbringen kann. Ist erst einmal eine Idee entstanden, gehört es zu meinen Aufgaben, ein Projekt bis zur Umsetzung auf nationaler Ebene zu leiten und dessen Finanzierung sicher zu stellen. Auch nach der Anlaufphase bin ich Kontaktstelle für Medien, landwirtschaftliche Organisationen und Interessierte. Ich bin Ideenfinderin, Organisatorin, Kalkulatorin und vieles mehr – eine spannende Sache!

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Da die Projekte national ausgerichtet sind, beschränkt sich meine Tätigkeit nicht nur aufs Büro. Bei der Umsetzung sind wir oft auf die Mithilfe von kantonalen Organisationen, Sponsoren und natürlich auch Bauernfamilien angewiesen. Dies verlangt, dass ich öfters unterwegs bin. Bei der Ausübung meiner Tätigkeit treffe ich viele interessante Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Besonders schön: Es gibt immer wieder Gelegenheiten, auf diese Kontakte zurückzugreifen. Das Kommunikations-Team des Schweizer Bauernverbands besteht aus acht Personen, die alle ihren eigenen Verantwortungsbereich haben. Da ist der Informationsaustausch untereinander sehr wichtig.

Tipps

[nicht definitiver Text] Wenn man beim Schweizer Bauernverband arbeitet, ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn man Verständnis für die bäuerliche Lebensweise und ein landwirtschaftliches Hintergrundwissen mit sich bringt. Das muss aber nicht zwingend in Form eines Agronomie-Studiums sein. Wichtiger als mein Studium sind für meine heutige Arbeit die Erfahrungen, die ich im Job selber gemacht habe sowie die stufengerechte Weiterbildung – in meinem Fall die Ausbildung zur eidgenössisch diplomierten Marketingplanerin FA.



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