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Gesundheitswissenschaften und Technologie: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Zwischen Medizinern und Ingenieurinnen

F.V. studiert Gesundheitswissenschaften und Technologie im 3. Semester Master an der ETH Zürich.

Um was geht es in Ihrem Studium?

Ich studiere Gesundheitswissenschaften und Technologie an der ETH Zürich im dritten Semester des Masters. Abhängig von der Vertiefung, welche wir wählen, variiert der Schwerpunkt des Studienfachs von Student zu Studentin stark. Allen gemeinsam ist aber ein grosses Wissen über den menschlichen Körper und verschiedene gesundheitliche Probleme. Zu Beginn des Studiums stehen naturwissenschaftliche Themen im Zentrum, die nur peripher mit dem Menschen zu tun haben. Je weiter das Studium fortschreitet, desto mehr kann man sich wirklich mit Gesundheitsthemen befassen. Während dem Grundstudium lernen wir, wie der gesunde Mensch „funktioniert“. Ursachen verschiedener Erkrankungen werden ebenfalls thematisiert; wir widmen uns aber im Vergleich zur Medizin weniger spezifischen Therapien.

Worin liegt Ihr Schwerpunkt?

Mittlerweilen habe ich meinen Schwerpunkt auf die Neurowissenschaften und die Medizintechnik gelegt. An den Neurowissenschaften fasziniert mich die enorme Vielseitigkeit unseres Gehirns. Es ist unglaublich, an welch unterschiedliche Situationen wir uns anpassen können. Menschen können sich sowohl das Tennisspielen aneignen als auch Ski fahren lernen. Roboter sind dabei noch längst nicht so anpassungsfähig wie wir Menschen. An der Medizintechnik finde ich die mechanistische Sichtweise der Technik und die Beschreibung von Problemen in Zahlen spannend. In meinem Masterstudium kombiniere ich beide Teile und widme mich vor allem der Neurorehabilitation, d.h. wie Menschen nach einer Krankheit oder einem Unfall mit einer Gehirnverletzung gewisse Aktivitäten, wie beispielsweise das Gehen, wieder erlernen, und wie technische Hilfsmittel sie dabei unterstützen können. Kollegen von mir, welche denselben Schwerpunkt belegen, widmen sich aber viel stärker molekular-biologischen Aspekten, wie beispielsweise modernen Behandlungsmethoden von Diabetes oder dem Züchten von Gewebe.
Das Tolle an unserem Studium ist, dass wir selbst entscheiden können, wo wir uns thematisch vertiefen.

Wie sind Sie damals auf Ihr Studienfach gekommen?

Die ETH Zürich ist weit über die Schweiz hinaus bekannt. Etwa ein Jahr vor meinem Schulabschluss habe ich mich mit meiner weiteren Zukunft zu beschäftigen begonnen. Dass es ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium sein soll, war für mich aufgrund meiner Interessen klar. Zur ETH Zürich war es dann nicht weit.
Mit zwei Freunden besuchte ich die ETHZ. Während sich meine beiden Freunde aber für Chemie entschieden, entdeckte ich den Studiengang Gesundheitswissenschaften und Technologie. Die Zusammenstellung der Studienfächer hat gut zu meinen breit gefächerten Interessen gepasst. Zudem habe ich vor meinem Studium in meinem Heimatland Österreich im Rahmen des Zivildiensts als Rettungssanitäter gearbeitet. Während dieser Zeit merkte ich, dass ich in Zukunft gerne Menschen helfen möchte. Das Medizinstudium war für mich aber keine Option, da mir dabei der technische Aspekt gefehlt hätte. Deshalb war der Studiengang Gesundheitswissenschaften und Technologie eine ideale Lösung.

Wie stellen Sie sich die berufliche Zukunft vor?

Durch die Breite unseres Studiums stehen Absolvierenden viele berufliche Möglichkeiten offen und wir sind für verschiedene Gebiete bestens gewappnet. Uns zeichnet aus, dass wir sowohl mit Medizinern als auch mit Ingenieurinnen effizient kommunizieren können. Beide benutzen sehr unterschiedliche Fachsprachen und Denkweisen. Wir bilden also ein bisschen eine Brückenfunktion.
Während einige meiner Mitstudierenden in der Forschung bleiben möchten, zieht es andere eher in die Industrie. Ich möchte nach dem Studium aber gerne wieder näher mit Menschen arbeiten, denn ich habe gemerkt, dass mir das gut liegt. Deshalb werde ich voraussichtlich in einem halben Jahr ein Praktikum in einer Rehabilitationsklinik absolvieren. Dort werde ich mit Patienten an Rehabilitationsrobotern arbeiten. Sollte mir diese Arbeit gefallen, könnte ich mir gut vorstellen, auch nach dem Studium diese Richtung einzuschlagen. Eventuell bräuchte ich dazu aber noch eine zusätzliche Weiterbildung. Toll wäre es auch, wenn ich gleichzeitig mit einem Bein in der Forschung bleiben könnte. Ein reiner Forschungsjob wäre mir derzeit aber zu weit weg von der Realität der Patienten.



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