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Nordistik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Mein Studium ist meine Leidenschaft

S.F. studiert Skandinavistik im 10. Semester an der Universität Zürich UZH.

Ursprünglich interessierte sich S.F. für ein Biologie- oder Chemiestudium. Am Studieninformationstag der Universität Zürich gewann sie Einblick in diese Studienrichtungen und musste feststellen, dass ihr diese wenig zusagten. Aus reinem Interesse besuchte sie an dem Tag ebenfalls eine Infoveranstaltung über Skandinavistik und Vergleichende germanische Sprachwissenschaft. Fasziniert von den Inhalten war es der Moment, in dem sie ihre Fächerwahl traf.

Gelungener Studienstart

Von Beginn weg fühlte sich S.F. wohl und gut betreut an der Universität. Da die Skandinavistik als vergleichsweise kleiner Studiengang gilt, ist der Kontakt eng und die Hilfsbereitschaft unter den Mitstudierenden, aber auch bei den Dozierenden hoch.

Wer denkt, dass sie sich bereits bei Studieneintritt stilsicher in einer nordischen Sprache unterhalten konnte, irrt. Für das Skandinavistikstudium werden keine Vorkenntnisse der jeweiligen Sprachen vorausgesetzt. Sprachkurse für Anfänger sind Teil des Studiums. "Man eignet sich in vier Sprachkursen die gewählte Sprache an und schliesst diese in einem Sommerkurs im jeweiligen Land ab", erklärt sie.

Pflicht und Kür

Zu Beginn des Studiums füllten vor allem die obligatorischen Basismodule den Stundenplan von S.F. Zu diesen obligatorischen Fächern gehören die Sprachkurse, Einführungen in Literatur- und Sprachwissenschaft und in die Mediävistik. "Die Basismodule bestehen aus einer einführenden Vorlesung und einem Seminar. So wird zum Beispiel in der Mediävistik eine Einführungsvorlesung über die skandinavische Mediävistik gehalten mit Quellen und Fragmenten aus allen skandinavischen Ländern, während im Seminar dazu Altnordisch unterrichtet und eine isländische Saga übersetzt wird. Man erhält in der Vorlesung wichtige Hintergrundinformationen und Praxiserfahrung im Seminar. Zu den Basismodulen werden Tutorate angeboten, deren Besuch sich sehr lohnt, da man auf die Prüfung des jeweiligen Seminars vorbereitet wird und Fragen stellen kann", erklärt S. F.

Auch in den kommenden Semestern waren wenige Lücken in ihrem Wochenplan zu finden, da sie neben den Aufbau- und Vertiefungsmodulen viele Wahlmodule buchte, um möglichst bald den Bachelorabschluss zu machen. Sie konnte die Menge der Module jedoch so reduzieren, dass auch Nebenjobs noch Platz fanden.

Plus und Minus

Als Studentin der Skandinavistik hatte S.F. die Gelegenheit an Exkursionen in skandinavische oder mit Skandinavien verbundene Länder teilzunehmen. Durch diese Erfahrungen hat sie Norwegen und vor allem Island für sich entdeckt.

Besonders hebt die Zürcher Studentin den Kontakt unter den Mitstudierenden hervor. "Wir treffen uns täglich, um uns auszutauschen und einander zu helfen. Auch die Veranstaltungen, die der Fachverein organisiert, bieten eine tolle Gelegenheit, seine Kommilitonen kennenzulernen", schwärmt sie.
Als einen Nachteil ihrer Fächerkombination erachtet sie die Überschneidungen der Module, da das Haupt- und Nebenfach ähnliche Themen behandeln. Sie muss dann abwägen, ob sie nach Interesse wählt oder aber danach, welche Punkte sie noch benötigt.

Sicherheit versus Träume

"Mir war es sehr wichtig, etwas zu studieren, das mich interessiert und mir längerfristig Spass macht. Ich liess die beruflichen Perspektiven keinen Einfluss auf meine Studienwahl nehmen. Ich rate allerdings jedem, während des Studiums zu arbeiten. Es hilft einem nebst der finanziellen Entschädigung, das Studium in einen Kontext zu setzen, Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln und etwas Abwechslung vom Studentenalltag zu finden", resümiert sie.

Auch nach mehr als fünf Jahren an der Universität ist S.F. überzeugt von ihrer Studienwahl: Die Materie fasziniert sie immer noch, sie freut sich jedes Semester darauf, neue Dinge zu lernen und zu erforschen und sich vertieft mit der nordischen Mythologie, den Sprachen und der Literatur auseinanderzusetzen. Aufgrund ihrer vielfältigen beruflichen Erfahrungen ausserhalb des Studiums fühlt sie sich gut vorbereitet auf den Übergang vom Studium in den Beruf. So arbeitet sie zum Beispiel als Deutschlehrerin für eine lokale Sprachschule in Zürich und unterrichtet Deutsch als Fremdsprache sowie Schweizerdeutsch.

Gerne würde sie aber eine akademische Karriere anstreben und an einer Universität als Dozentin arbeiten. Ihre Eignung und Freude daran, das Wissen weiterzugeben, konnte sie bereits bei der Leitung einiger Tutorate im Fach Skandinavistik prüfen. Zudem übernahm sie in diesem Semester die Hilfs- und Semesterassistenz bei der Mediävistikprofessorin und erhielt dadurch Einblick hinter die Kulissen des Studierens.



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