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Soziale Arbeit: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Sein Herz schlägt für die Praxis

S. B. studiert Soziale Arbeit im 4. Semester an der Berner Fachhochschule BFH.

Nach der beruflichen Grundbildung als Hochbauzeichner zog es ihn inhaltlich weg vom technisch-architektonischen Berufsfeld hin zum Sozialen. Mit einem Blick zurück auf die Studienwahl nennt S. B. folgende Interessenschwerpunkte: "Ich liebe Sprachen, die Auseinandersetzung mit anderen Menschen, Welten und Kulturen. Zudem möchte ich mich in meiner Arbeit mit Problemen beschäftigen, die nah am Leben stattfinden." Nach der gestalterischen BMS und einer dreimonatigen Tätigkeit in einem Architekturbüro wusste S. B. mit Sicherheit, dass er etwas anderes machen wollte. Doch was? Zum ersten Mal dachte er an das Studium der Sozialen Arbeit. Er kündigte, ohne etwas Neues zu suchen, und ging auf eine kürzere Reise. Zurück in der Schweiz fand er einen Job in einem Durchgangszentrum (Asylheim) und kurz später einen zweiten Job als Hilfswerkvertretung beim Heks (Asylanhörungen am Bundesamt für Migration). Er merkte, dass ihm diese Art von Tätigkeit zusagte, und meldete sich für das Aufnahmeverfahren bei der Fachhochschule Bern für Soziale Arbeit an.

Schwerpunktwahl

Das Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Bern ist klar generalistisch ausgerichtet. Ein Schwerpunkt auf einen der Teilbereiche der Sozialen Arbeit lässt sich nicht legen, mit den Wahlfächern und den Praktika können aber gewisse Interessen vertieft oder neue Themen angegangen werden. So konnte auch S. B. mit der Wahl seines ersten Praktikums bereits in ein interessantes Arbeitsgebiet reinschnuppern. "Ich absolvierte einen Teil der sechs Monate in einem Flüchtlingslager bei einer lokalen Jugendorganisation in der algerischen Sahara und erhielt so einen Einblick in ganz verschiedene Bereiche: Einerseits machte ich die Erfahrung, im Ausland in einer anderen Kultur zu arbeiten, andererseits lernte ich viel über die Jugendarbeit. Nicht zuletzt war es sicher auch eine sehr wertvolle Lebenserfahrung", erzählt er. Das zweite Praktikum im sechsten Semester wird er voraussichtlich eher der klassischen Sozialarbeit widmen, beispielsweise in einem Sozialdienst.

Erwartungen an das Studium

Die Verbindung zwischen Praxis und Theorie ist ein Charakteristikum des Fachhochschulstudiums. "Durch die beiden studienbegleitenden Praktika ist dieser Transfer meiner Meinung nach erfüllt. Trotzdem schlägt mein Herz eher für den Praxisteil und manchmal habe ich etwas Mühe, mich für die Theorie zu motivieren ", schildert S. B. Ein Gewinn, jedoch gleichzeitig auch eine Schwierigkeit, sei die breite Fächerung des Studiums. "Wenn man in so viele Bereiche einen Einblick erhält, so bleibt man oft an der Oberfläche eines Themengebietes hängen. Von Sozialpolitik über Soziologie, Psychologie bis zu Recht findet man alles im Stundenplan. Mir persönlich bekommt dies sehr gut, jedoch mit dem Bewusstsein, dass man dadurch zum Allrounder und nicht zum Spezialisten wird."

Rahmenbedingungen

S. B. wählte die Vollzeitvariante. Im ersten Studienjahr arbeitete er nebenbei knapp 20 Prozent an verschiedenen Orten, unter anderem in einer Bar, im zweiten Studienjahr sind es nun vierzig Prozent in einem Asylheim. "Das ist gut möglich und bietet mir eine interessante Abwechslung zum Studienalltag. Ich habe wohl Glück, dass ich einer Arbeit nachgehen kann, die auch etwas mit meinem Studium zu tun hat. Die Arbeit gibt mir die Chance, Verknüpfungen zum Studium zu machen."
Mit ihm begannen ungefähr 70 andere Studierende den Vollzeitstudiengang, weitere 45 das Teilzeitprogramm. Dadurch bleibt es übersichtlich, Kontakte sind schnell geknüpft. Auch den Kontakt zu den Dozierenden beschreibt er als grundsätzlich sehr angenehm, da sich viele bei Anliegen jeglicher Art sehr engagieren und sich für die einzelnen Studierenden Zeit nehmen.

Ein Blick in die Zukunft

Migration und Integration sind die Themen, die S. B. durch seine bisherigen Praxiserfahrungen genauer kennengelernt hat und ihn nach wie vor sehr interessieren. So kann er sich gut vorstellen, später in einem solchen Bereich zu arbeiten. Er möchte aber gerne noch einen Einblick in einen Sozialdienst erhalten. Denkt er allenfalls schon an eine Weiterbildung nach dem Bachelorabschluss? S. B. sagt dazu folgendes: "Nach dem Bachelorabschluss werde ich sicherlich erst einmal eine Weile arbeiten. Ich kann mir aber gut vorstellen, später den Master in Sozialer Arbeit oder ein anderes Weiterbildungsangebot berufsbegleitend zu absolvieren. Neben dem Master gibt es unzählige kürzere und längere Weiterbildungen in verschiedensten Bereichen - zum Beispiel gerade zum Thema Migration und Transkulturelle Kompetenz. Ich werde mich wohl erst für eine Weiterbildung entscheiden, wenn ich mich in einem Arbeitsfeld etwas eingearbeitet habe und eine gewisse Berufserfahrung mit in die Weiterbildung nehmen kann."



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