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Physik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Logik, Kreativität und Handwerk

M.T. studiert Physik im 3. Semester Master an der Universität Basel UNIBAS.

Fragen zur Natur interessierten mich schon als Kind: Warum sehen wir einen Regenbogen? Warum fallen wir nicht von der Erde? Und wie entsteht eine Mondfinsternis? Erst im Verlauf der Schulzeit wurde mir klar, dass es die Physik ist, die sich mit solchen Fragen befasst. Sie untersucht unendlich weit entfernte Dinge wie Planeten, Sterne und das Universum, aber auch winzig kleine Objekte wie Elektronen und Lichtteilchen. Physik will herausfinden, wie Natur funktioniert und entwickelt dafür konkrete Formeln. Das gefällt mir.

Mich fasziniert, dass die Physik logisches Denken mit Kreativität und handwerklichem Geschick verknüpft. Es braucht gute Ideen, wenn es darum geht, was und wie man etwas messen könnte. Geschickte Hände sind nötig, wenn man z.B. kleine Spiegel montiert und optische Linsen, die einen Laserstrahl bündeln, oder beim Herstellen von Diamantspitzen, die eine Oberfläche abtasten können. Für die Auswertung der Daten und für das Programmieren der Messprogramme ist logisches Denken unverzichtbar.

Gute Schulnoten und Intelligenz sind sicherlich gute Voraussetzungen. Ebenso wichtig ist es, Freude und Neugier mitzubringen: um Neues entdecken zu wollen und den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen und sie zu verstehen – auch wenn dieser Prozess teilweise etwas dauert. Denn oft steht man vor einer Aufgabe oder einem Problem, dass sich nicht in fünf Minuten lösen lässt, da muss man dann etwas hartnäckiger dranbleiben. Dafür ist es dann umso schöner, wenn man das Problem oder die Aufgabenstellung am Ende gelöst hat.

Tüfteln, ausprobieren

F.H. studiert Physik im 5. Semester Bachelor an der Universität Bern UNIBE.

Ich war im Gymnasium eine gute Schülerin und hatte mir vorgestellt, mit einer soliden Grundlage ins Studium zu starten. Zudem hatte ich kurz vor Studienbeginn die angebotene Mathematikwoche besucht. Trotzdem wurde ich anfangs das Gefühl nicht los, noch einmal bei null zu beginnen. Der behandelte Stoff war zwar nicht viel komplizierter, aber ich musste mich an die neue "Sprache" und Schreibweise sowie an das höhere Tempo gewöhnen. In den Vorlesungen werden nur Informationen vermittelt, die man im Nachhinein in selbstständiger Arbeit in Verständnis umwandeln muss. Dabei helfen Übungsserien, welche wöchentlich abgegeben und korrigiert werden. Da die ersten Prüfungen erst nach einem Semester stattfinden, fand ich es aber schwierig einzuschätzen, ob ich genügend und das Richtige lerne. Ebenfalls neu für mich waren die Anonymität an der Universität, das Pendeln zwischen Wohn- und Studienort und die grössere Eigenverantwortung.

Trotz der vielen Veränderungen habe ich mich rasch eingelebt und schnell Kontakt zu Studierenden und Dozierenden gefunden. Unter den Physikerinnen und Physikern herrscht eine angenehm familiäre Atmosphäre. Natürlich hatte ich auch Phasen, in denen ich nicht sicher war, ob ich dieses Studium packe. Dies ist aber normal und geht den meisten so. Dann gilt es einfach dranzubleiben, sich durchzubeissen und mutig Fragen zu stellen.

Noch immer liegt der Anteil der Physikstudentinnen weit unter 50 Prozent, auch wenn es in den letzten Jahren besser geworden ist. Für Mädchen scheint es noch immer nicht "cool" zu sein, sich für Mathematik und Physik zu interessieren. Mein Rat: Seid neugierig, traut Euch und geht selbstbewusst an die Sache heran. Es lohnt sich. Physik ist echt ein tolles Fach!



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