Start myBerufswahl

Interessen und Stärken - Schritt 1: Ich lerne meine Interessen und Stärken kennen

Berufe und Ausbildungen - Schritt 2: Ich lerne die Berufs- und Ausbildungswelt kennen

Stärken und Anforderungen - Schritt 3: Ich vergleiche meine Stärken mit den Anforderungen der Berufe und Ausbildungen, die mich interessieren

Schnuppern - Schritt 4: Ich schaue mir die interessanten Berufe genauer an

Überprüfen und entscheiden - Schritt 5: Ich überprüfe die möglichen Berufe oder Schulen und entscheide mich

Lehrstelle finden – Schule anmelden - Schritt 6: Ich setze meine Entscheidung um, suche eine Lehrstelle oder melde mich bei einer Schule an

Vorbereiten auf die Zukunft - Schritt 7: Ich bereite mich auf die Lehre oder die Mittelschule vor oder ich kläre ein Brückenangebot ab

Arbeitsmappe - Deine Ergebnisse

Einen Moment bitte...

myBerufswahl wird geladen.

Abgemeldet

Ihre Login-Session ist abgelaufen. Sie werden auf die Startseite weitergeleitet. Bitte melden Sie sich erneut an, um Ihr Login fortzusetzen.

Sonderpädagogik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Die kompetente Begleitung durch eine Dozentin habe ich als sehr bereichernd empfunden

B. R. studiert schulische Heilpädagogik an der Pädagogischen Hochschule PH Bern.

Nach dem Bachelorabschluss in preprimary and primary education (Unterricht auf der Vor- und Primarschulstufe) an der Pädagogischen Hochschule Solothurn war B. R. ein Jahr als Kindergärtner und anschliessend ein Jahr als Klassenlehrer einer 7.- 9. Mehrjahrgangsklasse Real auf dem Land tätig.

Erwerb von Kompetenzen für den Umgang mit Heterogenität

B. R. wollte seine beruflichen Kompetenzen erweitern und sich zusätzliches Fachwissen für den Unterricht an Mehrjahrgangsklassen sowie für den allgemein sehr heterogenen schulischen Alltag aneignen. Er entschied sich für "eine der wenigen Weiterbildungen mit Masterabschluss im schulischen Bereich". Ausschlaggebend für die Wahl der Pädagogischen Hochschule Bern waren "die Erreichbarkeit mit ÖV, die seriöse und kompetente  Informationsveranstaltung, klare und transparente Zielsetzung sowie sehr positive Mundpropaganda".

Nebeneinander von Theorie und Praxis

Besonders gut haben B. R. "die Lehrveranstaltungen gefallen, welche die praxisnahen Inhalte transparent herausgearbeitet haben. Sehr wertvoll waren für mich konkrete Hilfsmittel wie zum Beispiel Erfassungsinstrumente oder Handlungsmaterial für den Berufsalltag, die in verschiedenen Modulen vorgestellt und erarbeitet wurden. Theoretische Aspekte finde ich auch wichtig, sie waren für mich insbesondere in Modularbeiten aber zu stark gewichtet. Die kompetente Begleitung während der drei Jahre durch eine Dozentin des IHP  in Form von Praxisbesuchen, Fachgesprächen und Beratung habe ich als sehr bereichernd empfunden. Da ich berufsbegleitend studiere, war die grösste Herausforderung die Verbindung von Studium, Berufsalltag und Privatleben. Die PH Bern empfiehlt ein Arbeitspensum von ca. 50%, aus finanziellen Gründen arbeite ich jedoch wie viele andere mehr, was das Nebeneinander äusserst anspruchsvoll macht und einen gelegentlich an seine Grenzen führt." B. R. findet es daher wichtig, das berufsbegleitende Studium gut zu planen und sich bewusst zu sein, "dass man sich in diesem Studium neben konkreten praktischen Inhalten auch mit theoretischen Aspekten auseinandersetzen muss".

Männer in der Minderheit

Mögliche Gründe dafür, dass nur ganz wenige Männer schulische Heilpädagogik studieren, sieht B. R. einerseits darin, dass schon im Bachelorstudium für den Unterricht an der Vor- und Primarschulstufe die Männer in der Minderheit sind. Dazu kommt, "dass der Beruf rein wirtschaftlich betrachtet nicht sehr attraktiv ist, weil die Einstiegslöhne in manchen Kantonen, insbesondere auch im Kanton Bern, extrem tief sind. Aber die wirklichen Gründe sind wohl komplexer und gehen über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus."

Für mich ist sehr wichtig, dass das Studium berufsbegleitend ist

F. S. studiert Heilpädagogische Früherziehung an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich HfH.

Sie hat ein Bachelorstudium in Klinischer Heilpädagogik und Sozialpädagogik an der Uni Freiburg absolviert und parallel dazu das Zusatzdiplom für Heilpädagogische Früherziehung erworben, das es heute nicht mehr gibt. Nach einigen Jahren Praxis auf einem Früherziehungsdienst hat sie sich entschieden, berufsbegleitend noch das Masterstudium zu machen.

Neues Lernen für ein vielfältiges Arbeitsfeld

Nach 5 Jahren als Heilpädagogische Früherzieherin hatte ich das Bedürfnis, Neues zu lernen, Anregungen zu bekommen, mein Praxiswissen wieder vermehrt mit Theorie zu verbinden. Zudem wollte ich mich gern auch mit der Forschung auseinander setzen. Die Früherziehung ist ein Arbeitsfeld ist, in dem ich mich wohl fühle und welches mir eine sehr grosse Vielfalt bietet. Es umfasst die Förderung ganz unterschiedlicher Kinder, von schwerst-mehrfach behinderten bis zu solchen mit normaler Begabung, die in einem Teilleistungsbereich Schwierigkeiten zeigen - beispielsweise  in der Motorik, der Sprache oder dem Verhalten. Dazu kommen die intensive und enge Arbeit mit den Familien und der sehr vielfältige Austausch mit ganz unterschiedlichen Fachpersonen. In diesem Beruf wird es nie langweilig.

Unterschiede zwischen Fachhochschule und Uni

Der grösste Unterschied zwischen der HfH und der Uni ist der Bezug zur Praxis: hier wird praktische Erfahrung schon während dem Studium verlangt. Man merkt auch gut, dass alle Dozierenden an der selber aus der Praxis kommen und viele Erfahrungen mitbringen. Das macht einen deutlichen Unterschied in der Art und Weise, wie die theoretischen Inhalte vermittelt werden. Für mich ist es sehr wichtig, dass das Masterstudium berufsbegleitend ist. Inhaltlich waren und sind für mich vor allem die Module zu Diagnostik, Förderplanung sowie Elternberatung und -begleitung nützlich. Aber auch die andern Module sind in Bezug auf die verschiedenen Entwicklungsbereiche spannend und für die praktische Arbeit sehr hilfreich. Was die Forschung betrifft, scheint die Zeit im Studium eher knapp, um wirklich in die Tiefe gehen zu können. Mit der Masterarbeit kann man erste Erfahrungen sammeln. Wer weiter in die Forschung möchte, müsste dann wohl doktorieren.

Anspruchsvolles Nebeneinander von Arbeit und Studium

Bei Studienbeginn habe ich mein Arbeitspensum von 80% auf 60% reduziert. Für mich war das erste Studienjahr nicht so anstrengend, weil ich dank meines Zusatzdiploms fast keine Leistungsnachweise schreiben musste. Von meinen Studienkolleginnen weiss ich allerdings, dass die Kombination von Arbeit und Studium sehr an den zeitlichen Ressourcen und der Kraft zehrt. Gerade für diejenigen, die noch gar keine Erfahrung in der Heilpädagogik und in der Arbeit mit kleinen Kindern haben, kann es sehr viel werden. Da muss man halt Prioritäten setzen und an gewissen Orten Abstriche machen, ganz nach dem Motto "gut ist gut genug". Jetzt im letzten Studienjahr, wo es um die Prüfungen und das Schreiben der Masterarbeit geht, merke ich die zeitliche Belastung stärker. Ich muss mich sehr gut organisieren, selber strukturierten und die einzelnen Arbeitsschritte planen. Das ist wahrscheinlich etwas vom Wichtigsten überhaupt.

Tipps für Studieninteressierte

Die Heilpädagogische Früherziehung ist ein sehr interessanter, abwechslungsreicher und anspruchsvoller Beruf und ich denke, er wäre auch für Männer spannend. Nebst den fachlichen Kompetenzen braucht es vor allem sehr viel Selbstorganisation sowie das Interesse und die Neugier, sich immer wieder auf neue Familien und unterschiedliche Lebensgestaltungen einzulassen. Leuten, die mit dem Studium als auch mit der Arbeit auf einem Heilpädagogischen Dienst neu beginnen, würde ich sehr anraten, wenn möglich mit einem kleinen Arbeitspensum zu starten und sich selbst genügend Zeit fürs Einarbeiten zuzugestehen.



berufsberatung.ch