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Sonderpädagogik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Kleinkinder und ihre Entwicklung im Fokus

M.D. studiert Heilpädagogische Früherziehung im 4. Semester Master an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich.

In ihrer früheren Tätigkeit als Sozialpädagogin wurde M.D. zunehmend bewusst, wie prägend die ersten Lebensjahre eines Menschen sind. Deshalb hat sie sich für ein Masterstudium in Heilpädagogischer Früherziehung entschieden.

Entspricht das Masterstudium Ihren Vorstellungen? Was gefällt Ihnen besonders?

Dieses Studium ist sehr nahe an der Praxis, alle Dozierenden haben langjährige Berufserfahrung und sind teilweise immer noch praktisch tätig. Das macht den Unterricht sehr spannend und praxisrelevant.
Bisher haben mich alle HFE-spezifischen Inhalte und Vorlesungen sehr interessiert und ich konnte davon auch viel mitnehmen. Alle Themen rund um die Entwicklung von Kleinkindern waren sehr spannend und aufschlussreich: Spielentwicklung, Sprachentwicklung, Hören, Sehen, Motorik, Wahrnehmung, Kognition, emotional-soziale Entwicklung. Die Familienorientierung im Studium finde ich ebenfalls sehr wertvoll und wichtig. Die Lehrveranstaltungen, welche zusammen mit den Studierenden der Schulischen Heilpädagogik durchgeführt wurden, fand ich weniger spannend, weil der Fokus oft auf dem Kontext Schule ist.

Welche praktischen Erfahrungen haben Sie während des Studiums machen können?

Ich konnte vor und während dem Studium bereits einige Male in der HFE hospitieren und im Studium machen wir Hospitationen bei Mitstudentinnen, was sehr bereichernd ist. Zudem hatte ich im ersten Studienjahr ein Praktikum à 8 Tage.

Ich habe für zwei Kinder aus der Praxis eine Handlungsplanung (Situationserfassung mit allen möglichen Faktoren aus dem Umfeld) verfasst und daraus mögliche Förderschwerpunkte abgeleitet. Bei einem Kind führte ich auch eine Förderstunde durch, welche von meinem Mentor aus der HfH besucht und ausgewertet wurde. Bei einem anderen Kind aus der Praxis erhob ich den Sprachentwicklungsstand und erstellte ein Repertoire an möglichen Förderideen mit Hilfe eines ausgewählten Bilderbuches. Im ersten Studienjahr führte ich mit einem Kind in der Kita ein grösseres Projekt zum Thema Achtsamkeit und Emotionsregulation durch. Das Thema hatte ich selber wählen können.

Wie hoch ist die zeitliche Belastung mit dem berufsbegleitenden Studium?

Bis Ende Februar arbeitete ich 50% in der Kita, war also zweieinhalb Tage pro Woche dort. Einen Tag hatte ich Kontaktstudium an der Hochschule und daneben genug Zeit fürs Selbststudium. Da ich keine Kinder habe und auch sonst kaum private Verpflichtungen, und weil mich das Studium sehr interessierte, konnte ich viel Zeit in dieses investieren und ein Lerntagebuch führen.

Seit kurzem arbeite ich 60% in der HFE. Diese Tätigkeit erfordert von mir viel mehr Mitdenken und Vorbereitungszeit als jene in der Kita. Zudem bin ich an meiner Masterarbeit, was auch viel Kapazität benötigt. Ich denke, dass dieses letzte Jahr das strengste sein wird, mit mündlichen Prüfungen, praktischen Prüfungen und Abschlussarbeit.

Die kompetente Begleitung durch eine Dozentin habe ich als sehr bereichernd empfunden

B.R studiert Schulische Heilpädagogik im 4. Semester Master an der Pädagogischen Hochschule PH Bern.

Nach dem Bachelorabschluss in preprimary and primary education (Unterricht auf der Vor- und Primarschulstufe) war B. R. ein Jahr als Kindergärtner und anschliessend ein Jahr als Klassenlehrer einer 7.- 9. Mehrjahrgangsklasse Real auf dem Land tätig.

Erwerb von Kompetenzen für den Umgang mit Heterogenität

B. R. wollte seine beruflichen Kompetenzen erweitern und sich zusätzliches Fachwissen für den Unterricht an Mehrjahrgangsklassen sowie für den allgemein sehr heterogenen schulischen Alltag aneignen. Er entschied sich für "eine der wenigen Weiterbildungen mit Masterabschluss im schulischen Bereich". Ausschlaggebend für die Wahl der Pädagogischen Hochschule Bern waren "die Erreichbarkeit mit ÖV, die seriöse und kompetente  Informationsveranstaltung, klare und transparente Zielsetzung sowie sehr positive Mundpropaganda".

Nebeneinander von Theorie und Praxis

Besonders gut haben B. R. "die Lehrveranstaltungen gefallen, welche die praxisnahen Inhalte transparent herausgearbeitet haben. Sehr wertvoll waren für mich konkrete Hilfsmittel wie zum Beispiel Erfassungsinstrumente oder Handlungsmaterial für den Berufsalltag, die in verschiedenen Modulen vorgestellt und erarbeitet wurden. Theoretische Aspekte finde ich auch wichtig, sie waren für mich insbesondere in Modularbeiten aber zu stark gewichtet. Die kompetente Begleitung während der drei Jahre durch eine Dozentin des IHP  in Form von Praxisbesuchen, Fachgesprächen und Beratung habe ich als sehr bereichernd empfunden. Da ich berufsbegleitend studiere, war die grösste Herausforderung die Verbindung von Studium, Berufsalltag und Privatleben. Die PH Bern empfiehlt ein Arbeitspensum von ca. 50%, aus finanziellen Gründen arbeite ich jedoch wie viele andere mehr, was das Nebeneinander äusserst anspruchsvoll macht und einen gelegentlich an seine Grenzen führt." B. R. findet es daher wichtig, das berufsbegleitende Studium gut zu planen und sich bewusst zu sein, "dass man sich in diesem Studium neben konkreten praktischen Inhalten auch mit theoretischen Aspekten auseinandersetzen muss".

Männer in der Minderheit

Mögliche Gründe dafür, dass nur ganz wenige Männer schulische Heilpädagogik studieren, sieht B. R. einerseits darin, dass schon im Bachelorstudium für den Unterricht an der Vor- und Primarschulstufe die Männer in der Minderheit sind. Dazu kommt, "dass der Beruf rein wirtschaftlich betrachtet nicht sehr attraktiv ist, weil die Einstiegslöhne in manchen Kantonen, insbesondere auch im Kanton Bern, extrem tief sind. Aber die wirklichen Gründe sind wohl komplexer und gehen über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus."



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