Zum Titel springen

Porträt Logistik: Prozesse

Ein Prozesstechniker, der bei einem Logistikdienstleister arbeitet, stellt seine Tätigkeit und seine Aufgaben vor.

Massgeschneiderte Lösungen entwickeln


© SDBB I CSFO, photo Dominic Büttner

Tiziano Petraglio, dipl. Prozesstechniker HF

© SDBB I CSFO, photo Dominic Büttner

Berufslaufbahn

AlterTätigkeit/Ausbildung
17Austauschsemester in Kanada
20Eidg. Fähigkeitszeugnis als Logistiker: Manor Verteilzentrale, Möhlin (AG). Logistikmitarbeiter: Manor Verteilzentrale, Basel.
21Projektmitarbeiter und Projektassistent Import, Supply Chain: Manor, Basel
24Eidg. Diplom als Techniker HF Unternehmensprozesse, Vertiefungsrichtung Logistik, heute Prozesstechniker HF: ABB Technikerschule, Baden AG. Tätigkeit als Projektleiter in Kontraktlogistik: Schenker Schweiz, Zürich.
28Tätigkeit als Consultant: Miebach Consulting Group, Zug.
30Tätigkeit als Client Program Director: Maersk, Zürich.

Nach Ihrem EFZ haben Sie eine Höhere Fachschule besucht. Was hat Ihnen diese Weiterbildung gebracht?

Nach meiner Berufslehre als Logistiker hatte ich die Möglichkeit, bei Manor in die Importgeschäfte in der Supply Chain einzusteigen: Ich arbeitete in Projekten und lernte so die Bedürfnisse verschiedener Interessengruppen kennen. Ich wollte meine Kenntnisse vertiefen und begann die Ausbildung an der höheren Fachschule. Der Bildungsgang fand berufsbegleitend statt, weswegen ich das Gelernte direkt anwenden konnte: Kostenberechnungen, Finanzkennzahlen, Lager- und Prozessdesign, und so weiter. Ich lernte auch, gesetzliche Vorschriften, bauliche Eigenheiten oder andere Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Die Projektmitarbeiten fanden im Team und direkt bei der Kundschaft statt. So konnte ich mich direkt vor Ort mit den entsprechenden Werkzeugen vertraut machen.

«Die Kundschaft erwartet, dass Prozesse möglichst effizient verlaufen und grosse Aufträge den Stückpreis reduzieren.»

Mit Ihrem HF-Diplom haben Sie im Projektmanagement und später in der Beratung gearbeitet. Wie haben sich Ihre Aufgaben verändert?

Bereits in meiner Ausbildung übernahm ich eine Stelle als Projektmanager im Bereich Kontraktlogistik. Die Kontraktlogistik dreht sich um langfristige Kooperationen mit Unternehmen. Bei diesem Logistikdienstleister entwickelte ich massgeschneiderte Lösungen für die Kundschaft, die auf deren Anforderungen, Prozesse, Zollbestimmungen und gesetzliche Vorschriften abgestimmt waren. Die Kundschaft wünscht sich immer wieder innovative Lösungen, zum Beispiel automatisierte Transportsysteme oder Pick-by-Voice, also die Möglichkeit, Bestellungen per Spracherkennung durchzuführen. Ich berechne für jeden Prozess den Preis und erstelle Offerten.

Bei Logistikprojekten müssen die verschiedenen Abteilungen gut zusammenarbeiten. In meiner Funktion als Projektleiter konnte ich in der Praxis neue Dinge lernen und Erfahrungen sammeln. Anschliessend war ich als Berater tätig und konnte meine Erfahrungen an andere Unternehmen weitergeben.

Heute verwalten Sie die Geschäfte für einen Kunden. Wie sieht Ihre derzeitige Tätigkeit aus?

Ich arbeite wieder für einen Logistikdienstleister, bei welchem ich für die operative Leitung der Aktivitäten eines grossen Kunden verantwortlich bin. Ich bin der erste Ansprechpartner für diesen Kunden in allen operativen Angelegenheiten. Das betrifft sowohl die Logistik als auch den Luft-, See- und Landtransport. Ausserdem kümmere ich mich um die Integration eines Unternehmens, das wir übernommen haben.

Welche Fähigkeiten sind für Ihre Arbeit erforderlich?

Die Kundschaft wünscht sich stets die bestmöglichen Lösungen für ihre Projekte. Sie erwartet Synergien und Skaleneffekte, also dass Prozesse möglichst effizient verlaufen und grosse Aufträge den Stückpreis reduzieren. Der Logistikmarkt hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt, und automatisierte Lösungen sind sehr gefragt.

Für mich ist es entscheidend, über breite Kompetenzen zu verfügen:

  • Soft Skills sind zentrale Kompetenzen sowohl für die Arbeit im Team als auch dafür, Mitarbeitende zu führen.
  • Man muss ein gutes Verständnis der Geschäftsprozesse aus operativer Sicht haben.
  • Gute technische Kenntnisse werden immer wichtiger, vor allem in Unternehmen mit hohem Automatisierungsgrad.

Mehr Informationen:



berufsberatung.ch