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Aviatik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Über den Wolken

I. M. studiert Aviatik im 3. Semester an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Zugleich macht sie die Ausbildung zur Pilotin.

Als I. M. wirklich sicher war, dass sie Pilotin werden möchte, hatte sie die ersten Hürden auf dem Weg dahin schon genommen: Das Programm SPHAIR für die fliegerische Vorschulung von Nachwuchs-Pilot/innen hatte sie gerade absolviert und dabei wurde ihr sehr klar: das ist es wirklich. Nach Abschluss der Matura bewarb sie sich erstmals bei der SWISS, für ein Jahr Praktikum. Die Bewerbung klappte und I. M. konnte im Bereich Flight Operations Engineering erste Arbeitserfahrungen sammeln. Sie lernte Performance Berechnungen für verschiedene Flüge und Flugzeugtypen zu machen. Daneben war sie auch an einem Projekt beteiligt. "Wir haben für Airbus ein Manual für die Piloten digitalisiert. Dabei ging es nicht darum, dass man später einfach eine pdf-Version des Papiermanuals hat, sondern wir implementierten eine sinnvoll einsetzbare digitale Version" erklärt sie. Beim Praktikum wurde ihr klar, dass all die technischen Bereiche und Hintergründe des Fliegens sie interessieren und sie fällte den Entscheid, die Ausbildung zur Pilotin mit einem Studium der Aviatik an der ZHAW School of Engineering zu kombinieren. So kann sie neben breiterem Hintergrundwissen auch mehr Optionen offen halten, als nur als Pilotin zu arbeiten.

Flugausbildung

Nach dem Praktikum legte sie noch eine Pause ein, vertiefte in Neuseeland ihre Englischkenntnisse und arbeitete auf einer Pferdefarm in  Kanada.  Dann begann I. M. mit dem Studium und bereits im ersten Semester meldete sie sich für die umfangreiche, mehrstufige Selektion für die Ausbildung zur Pilotin an. Auf Stufe 1 wurden alle Fähigkeiten überprüft, die es zum Fliegen braucht, vom räumlichen Vorstellungsvermögen bis zur Merkfähigkeit. Auf Stufe 2 wurde sie eingeladen zur Gruppenübung, auf Stufe 3 musste sie einen einfachen Simulator fliegen und gleichzeitig Rechnungsaufgaben lösen, auf Stufe 4 wurde sie schon in einen komplexen Flugsimulator gesetzt, sie musste medizinische Tests bestehen und erst dann folgte noch das eigentliche Vorstellungsgespräch. I. M. hat alle Selektionen bestanden. Probiert hatte es etwa ein Drittel  des Jahrgangs (von insgesamt etwa 90 Studierenden), bestanden haben gerade mal drei. Das weitere Ausbildungsprogramm ist nun eng getaktet und abgestimmt mit dem Studienprogramm. Zuerst gibt es theoretische Ausbildungsteile mit Prüfungen. In den Sommerferien nach dem 4. Semester folgt die fliegerische Ausbildung für den Sichtflug mit einmotorigen Maschinen. Im 5. Semester geht es neben dem Studium in den Simulator einer Diamond 42 für den Instrumentenflug. Nach Abschluss des Bachelors führt die Reise dann in die USA, um in Vero Beach den praktischen Teil der Flugausbildung auf mehrmotorigen Flugzeugen und damit die Pilotenlizenz zu machen. Zurück in der Schweiz folgt dann nochmals Instrumentenflugtraining und anschliessend das Typerating, die Zulassung zu für ein bestimmtes Flugzeugmodell – erst dann geht es endlich los ins Cockpit, zuerst als Co-Pilotin auf Kurzstrecken.

Studienschwerpunkte

Dazu kommt, eben, das Studium der Aviatik. Dazu sagt I. M.: "Es ist ein technisches Studium. Nur die Fliegerei gut finden, das reicht schon nicht aus. Ich interessiere mich auch für die Zusammenhänge und dafür, wie etwas funktioniert. Aber man muss auch kein Genie sein in Mathe."  Das erste Jahr besteht zwar aus vielen Grundlagen, das enthält Mathe, Physik, Informatik und auch Programmieren. Aber natürlich auch spezifisches für die Aviatik, wie Aviatische Grundlagen, Aerodynamik und Luftrecht.  Das Spezifische gewinnt zunehmend an Gewicht, so hat man im zweiten Jahr Fächer wie Meteorologie, Navigation und Aviatik-Infrastruktur.  Sind die Grundlagen erstmal gelegt, kann man sich spezialisieren – entweder man wählt den Schwerpunkt "Technical Engineering" mit Themen wie Flugsicherungs- und Antriebstechnik oder "Operational Engineering" wobei es eher um Risikomanagement oder Flughafenprozesse geht. Das Studium empfindet I. M. als sehr breit gefächert, was ihr später auch für den Arbeitsmarkt verschiedene Türen öffnet.  "Ich kann mir gut vorstellen, meine Tätigkeit als Pilotin mit verschiedenen Arbeiten auch im Büro zu kombinieren" sagt sie.  Das würde bedeuten, dass sie für eine Fluggesellschaft in Projekten arbeitet und vielleicht Kostenberechnungen macht. Oder bei der Erarbeitung von Flugplänen mitarbeitet. Sie könnte auch als sogenannter "Technical Pilot" die ersten Testflüge mit Maschinen machen, die frisch aus der Reparatur kommen. Oder als Instruktorin später ihr Wissen auch an die Nachwuchskräfte weitergeben. Auch wenn diese Wege momentan noch recht offen sind für I. M., öfters abheben wird sie so oder so.



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