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Arbeitsmarkt: Tierzucht

Vorstellung der Branche mit dem Dachverband der Westschweizer Landwirtschaft AGORA. Dieser vertritt die Interessen der Landwirtschaft und koordiniert die Berufsbildung in der Westschweiz.

Zwischen Marktanforderungen und Umweltauflagen

Loïc Bardet
© Journal Agri
Loïc Bardet

© Journal Agri

Das Bewusstsein für den Tierschutz, die zunehmende Automatisierung und die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten wirken sich direkt auf die Branche aus, sowohl in der Ausbildung als auch im Beruf. Erklärungen von Agora und ihrem Direktor Loïc Bardet.

Wie ist die Situation in der Tierzucht?

Die Branche steht vor der grossen Herausforderung, die Bevölkerung zu ernähren und sich gleichzeitig ihren widersprüchlichen Anforderungen zu stellen. Die Berufsleute müssen den Tierschutz respektieren und gleichzeitig die Preise erschwinglich halten. Ebenso müssen sie auf die Herausforderung der Klimaerwärmung reagieren und sich auf die daraus folgende Wasser- und Futterknappheit einstellen. Und schliesslich: Auch wenn hier der Fleischkonsum immer noch heiss diskutiert wird und die Zahl der Vegetarierinnen und Vegetarier steigt, ändert sich am globalen Fleischkonsum wenig. Dagegen gibt es von Viehbestand zu Viehbestand unterschiedliche Entwicklungen. Einige Betriebe, die bisher Milch produziert haben, stellen auf die Fleischerzeugung um oder produzieren keine tierischen Lebensmittel mehr.

«Die Tierzucht muss auch auf die Herausforderung der Klimaerwärmung reagieren und sich auf die daraus folgende Wasser- und Futterknappheit einstellen.»

Welche Kompetenzen sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt?

Um den Viehbestand rentabel zu bewirtschaften, müssen sich die Landwirtinnen und Landwirte in Tiergesundheit und Management weiterbilden. Die Digitalisierung der Landwirtschaft verlangt zunehmend technisches Know-how. Das Melken und Füttern zum Bespiel erfolgt heute zunehmend mit Maschinen, die es zu programmieren und überwachen gilt. Zudem sind Tierliebe und ein guter Umgang mit dem Tier für die Tätigkeit in dieser Branche unerlässlich.

Wo werden in den nächsten Jahren Stellen geschaffen?

In der Tierzucht herrscht auf allen Bildungsstufen ein Mangel an Arbeitskräften. Im Vergleich zur Pflanzenproduktion werden selbst in grossen Betrieben viele Arbeiten immer noch von Hand oder in Kombination mit Maschinen ausgeführt. Entsprechend gross ist der Bedarf an gelernten Agrarpraktikerinnen und -praktikern EBA sowie Landwirtinnen und Landwirte EFZ. Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt stetig. Daher werden wir Fachleute brauchen, die in diesem Bereich speziell ausgebildet sind, zum Beispiel Geflügelfachleute EFZ. Insbesondere die Entwicklung der Alternativmedizin wird neue Stellen in der Tiergesundheit schaffen.



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