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Architektur: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Viel Zeit im Atelier

M. A. studiert Architektur im 4. Semester Bachelor an der Università della Svizzera italiana USI.

Wie sehen Ihre Semesterwochen aus?

In Mendrisio sind pro Woche drei Tage für Vorlesungen und zwei Tage für die Arbeit im Atelier eingeplant. In der Realität, wenn man das Selbststudium mitzählt, sind es eher drei bis sieben Tage Atelier pro Woche. Die Vorlesungen opfere ich manchmal zugunsten von Projektarbeiten. Die Belastung ist gross. Neben dem Studium hat wenig Platz.

Welches sind für Sie die Sonnen- und Schattenseiten des Architekturstudiums?

Mir gefällt das Fach „Entwurf“, damit verbringen wir auch am meisten Zeit. Jede Arbeit ist sehr persönlich und unterschiedlich von Projekt zu Projekt. In diesem Semester setzten wir uns mit einem konkreten Projektauftrag der Stadt Lugano auseinander. In Einzelarbeit hatten wir auf einem vorgegebenen Grundstück ein Projekt für soziale Wohnungen zu entwickeln. Am Ende ist die Freude gross, wenn man sieht, dass man etwas mit Fleiss und Zeit erarbeitet hat. Andererseits erfordert das Studium mentale Kraft. Während Projektkritiken, also wenn der Professor oder die Professorin deine eigene Arbeit diskutiert, können negative Kommentare enttäuschen. Man lernt mit der Zeit, dass Kritiken keine abschliessenden Bewertungen sind, sondern konstruktive Inputs.

Sie beginnen demnächst mit dem obligatorischen Praktikum. Wie funktioniert das?

Die Arbeitserfahrung muss mindestens neun Monate dauern. Ich werde mein Praktikum in einem Architekturbüro in Zürich absolvieren. Einige suchen sich exotische Orte wie Japan oder China aus. Beworben habe ich mich mit meinem Lebenslauf und einem Portfolio meiner schulischen und privaten Arbeiten.

Druck, der zusammenschweisst

L. T., studiert Architektur im 2. Semester Master an der ETHZ.

Ich hatte erwartet, dass mein erstes Studienjahr einem amerikanischen Campusleben, wie es in billigen Teenie-TV-Filmen dargestellt wird, gleichen würde. Stattdessen begann es fordernd und mit viel Druck. Aber gerade solche intensiven Zeiten schweissen schliesslich zusammen. Mit der Architektur habe ich einen Studiengang gefunden, der mir erlaubt kreativ zu arbeiten, meine Neugierde auszuleben und dabei auf faktisches, technisches Wissen zurückgreifen.

Realitätsnahe Entwurfsaufgaben

Das erste Jahr des Bachelorstudiums war vor allem durch die zwei Kurse „Entwurf und Konstruktion“ charakterisiert, beides Veranstaltungen mit realitätsnahen Entwurfsaufgaben. Zum Beispiel hatten wir bei der Übung „Konstruktion“ die Aufgabe, einen Busbahnhof am Sihlquai zu planen. Montags, donnerstags und freitags fanden die Vorlesungen statt, welche über den Sommer geprüft wurden. Hier galt es natürlich, so viele Prüfungen wie möglich zu bestehen, da nur zwei Versuche zulässig sind. Andernfalls wird man vom Studiengang ausgeschlossen.

Nachtschichten inklusive

Teil des Studiums ist es auch, zu lernen, wann genug ist. Das ist sehr schwer, aber eine extrem wertvolle Fähigkeit. Ich persönlich habe gelernt, dass Qualität vor Quantität steht und ein Ausgleich neben dem Studium sehr wichtig ist. Ich bin also der Typ, der versucht, regelmässig an die Vorlesungen zu gehen und trotzdem seine sozialen Kontakte pflegt. So kann ich viel besser an den Entwürfen arbeiten. Mir fällt es aber heute noch schwer, ein Semester ohne eine einzige Nachtschicht zu absolvieren.

Grundlagen im Bachelor, Vertiefung im Master

Im Bachelorstudium ist fast alles vorgegeben. Im Masterstudium hat man mehr Freiheiten in der Wahl der Fächer und Entwurfsklassen. Somit lässt sich also die zweite Etappe auch weniger zeitintensiv gestalten und den eigenen Interessen entsprechend etwas anpassen. Im vergangenen Semester besuchte ich Vorlesungen wie „Architekturtheorie IV“, „Kunst- und Architekturgeschichte VI: die 1990er Jahre“ sowie „Das Digitale in der Architektur“. An den Tagen, die für den Entwurf reserviert sind, trifft man sich mit den Assistierenden und bespricht das laufende Projekt. Am Ende des Semesters gibt es eine Schlusskritik mit dem Professor oder der Professorin und Gastkritikern aus aller Welt.

Praktika und Austauschsemester

Mein Praktikum in London in einem Architekturbüro war Teil des 12-monatigen Pflichtpraktikums. Die Hälfte davon muss vor dem Ende des Bachelorstudiums absolviert werden. Bei dieser Arbeitserfahrung habe ich gemerkt, wie wenig ich eigentlich weiss. Vieles kann im Studium gar nicht vermittelt werden.
Mein nächstes Semester verbringe ich in Amerika. Weil in einem Austauschsemester nicht die volle ECTS-Punktanzahl eines ganzen Semesters angerechnet werden können, sind die Semester vor und nach einem Austausch intensiver, um das Punktedefizit auszugleichen. Trotzdem verlängert sich durch die Auslandaufenthalte mein Studium um ein halbes Jahr.

Fachübergreifende Themen

Die Architektur überlappt sich mit sehr vielen verschiedenen anderen Disziplinen. Sie beinhaltet Themen aus Wirtschaft, Soziologie, Geographie, Kunstgeschichte, Materialwissenschaften bis hin zur Philosophie. Ich finde es gut, dass das Studium an der EHT Zürich sehr breitgefächert aufgebaut ist. Das bietet die Möglichkeit, das Feld der Architektur über neue Wege zu erschliessen. Im Gymnasium, welches ich in Österreich besuchte, belegte ich einen Wissenschaftsschwerpunkt in Physik und Chemie, was mir während den ersten beiden Studienjahren half, die Fächer Baumaterialien und Tragwerksentwurf etwas besser zu verstehen.



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