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Allgemeine Sprachwissenschaft, Linguistik: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Neue Herausforderungen meistern

S. P. studiert Linguistik im 4. Semester an der Universität Bern UNIBE.

Noch kein einziges Mal hat S. P. an der Wahl seines Hauptfachs gezweifelt. Es ist genau das Richtige für ihn und er hofft, für den Rest seines Lebens in diesem Bereich arbeiten zu können. Hingegen beim Nebenfach könnte er sich auch andere Optionen vorstellen wie beispielsweise Anthropologie oder Sinologie (Chinesisch).

Studienstruktur

Im Allgemeinen ist im Studium der Sprachwissenschaft vieles frei wählbar. Im Einführungsjahr sind lediglich die insgesamt vier Einführungsvorlesungen Pflicht. Ab dem zweiten Jahr findet jedes Semester eine Vorlesung zu einem Teilgebiet der Linguistik statt, die besucht werden muss, wenn man den Bachelor in den vorgegebenen sechs Semestern machen will. Während des Bachelors muss man ausserdem noch mindestens während eines Jahrs einen Sprachkurs besuchen. Der Rest ist frei wählbar und breit gefächert.  "Ich schätze die grosse Bandbreite an Vorlesungsthemen, die an unserem Institut angeboten wird. Somit ist es für jeden möglich, sein Lieblingsthema zu finden. Meine Schwerpunkte sind die transhimalajische Sprachfamilie sowie die elamische Sprache, welche vor ungefähr 4000 Jahren im heutigen Südiran gesprochen wurde. Da einer der Institutsschwerpunkte die transhimalajische Sprachfamilie ist, finden sich im Semesterplan natürlich einige Vorlesungen rund um dieses Thema. So kann man Tibetisch lernen, Nepali oder Dzongkha, die Nationalsprache Bhutans. Wer sich später mit dieser Sprachfamilie beschäftigen will, kommt um einen Sprachkurs in diesen Sprachen nicht herum".

Lebendige Studienatmosphäre

"Wir sind ein kleines Institut und jeder hat alle Mitstudierenden schon einmal gesehen und mit ihnen geredet. Dank meiner Arbeit als Fachschaftspräsident habe ich regelmässig Kontakt mit allen Studierenden. Aussergewöhnlich viele beteiligen sich auch ausserhalb des Unterrichts an Fachschaftsevents wie Filmabenden. Unsere Professoren/Professorinnen und Assistenten/Assistentinnen sind voller Tatendrang und lieben ihren Job. Diese Energie ist ihnen beim Unterrichten anzumerken und macht die Lektionen äusserst erfrischend und lebendig. Die Dozierenden sind stets offen für Fragen, so können wir einfach an der Bürotür klopfen und ihnen mit unseren Fragen den Bauch löchern. Sie beteiligen sich zudem an Aktivitäten der Fachschaft wie zum Beispiel am Fachschaftsessen. Dort lerne ich die Dozierenden auch ausserhalb des Unterrichts kennen und erfahre etwas über ihr Leben. Dadurch kann ich in den Lektionen besser aufnehmen, was sie erzählen, weil ich ihren persönlichen Bezug zum Stoff kenne."

Interessantes Forschungsprojekt

S. P. arbeitet momentan freiwillig in einem Viererteam an einem Forschungsprojekt, nämlich der Entzifferung der elamischen Strichschrift. "Wir erstellen Sequenzanalysen und untersuchen auffallende systematische Sequenzentsprechungen mit optionalen Einschüben. Dank dieser Methode können wir rausfinden, welche Zeichenabfolgen eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, Wörter darzustellen. Unsere Ergebnisse publizieren wir in einem rund 60-seitigen Artikel. Das Syllabar dieser Schrift ist sehr vielfältig und dort muss aufgeräumt werden. Bei vielen dieser Zeichen wissen wir nicht, ob sie eine gleiche oder unterschiedliche Bedeutung haben, da sie formell ähnlich aussehen. Im Rahmen eines Seminars habe ich zu diesem Thema eine separate Arbeit geschrieben, in der ich alle Zeichen unter die Lupe genommen habe und nun eine Neugruppierung des Syllabars vorschlagen kann. Ich hoffe, dass ich diese Arbeit bald publizieren kann, da sie einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der elamischen Strichschrift liefert."

Anders als im Gymnasium

"Im Studium muss man viel selbständiger arbeiten und den Kopf stetig bei der Sache haben, um nicht mit dem Stoff hinterherzuhinken. Leider gibt es viele Studierende mit der Einstellung aus dem Gymnasium, wo man nur das Nötigste macht und hofft, so durchzukommen. Ich empfehle euch: Lasst diese Mentalität hinter euch! Wer etwas erreichen will, muss mehr machen und höher zielen als alle anderen."



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