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Musikwissenschaft: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Musikwissenschaft.

Musikwissenschaft

Musikwissenschaftlerin und Journalistin: Regina Senften

Regina Senften
Regina Senften
Regina Senften: Musikwissenschaftlerin, Redaktorin bei einer Regionalzeitung

«Was jahrelang ein Nebenjob war, wurde nun zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit.»

Laufbahn
Festangestellte Redaktorin bei der AZ Medien Gruppe AG in Aarau, heute CH Media AG
Nebenberufliche Ausbildung zur Schwimmtrainerin Jugend+Sport und zur Leiterin Jugend+Musik
Dissertation über die Geschichte und Wirksamkeit des Schweizer Musikrats
Geschäftsführerin des Vereins «Jugend+Musik», Administratorin des Schweizer Musikinformationszentrums, Vorstandsmitglied im Schweizer Musikrat und im European Music Council
Einjähriges Praktikum bei klassik.com und beim Deutschen Tanzarchiv, beide in Köln
Während des Studiums: Assistentin am Musikwissenschaftlichen Institut; freie Mitarbeiterin im Ressort Kultur bei diversen Schweizer Zeitungen (Aargauer Zeitung; Schweizer Musikzeitung; Tanz+Gymnastik u.a.); Autorin für die Programmtexte der Tonhalle-Gesellschaft Zürich; freie Fagottistin
Studium der Musikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Immaterialgüterrecht
Jetzige Tätigkeit

Seit vielen Jahren arbeite ich als festangestellte Redaktorin bei der AZ Medien Gruppe in Aarau, die sich seit der Fusion mit der NZZ nun CH Media AG nennt. Anstatt wie früher über Musik, Ballett und Oper schreibe ich heute über Ausdauersporten wie Schwimmen, Triathlon, Marathon oder Gigathlon. Ich war viele Jahre lang als Wettkampfschwimmerin tätig und habe mich über die Jahre bei Jugend+Sport, Swiss Swimming und dem deutschen Olympischen Sportbund zur Schwimmtrainerin ausgebildet. Neben meiner Arbeit als Journalistin und Redaktorin bin ich beim Akademischen Sportverband Zürich als Schwimmtrainerin angestellt und arbeite in der Freizeit als «Leiterin Jugend+Musik» für Alphorn.

Berufseinstieg

Ich habe bereits während des Gymnasiums und später auch während des Studiums als freie Autorin für diverse Zeitungen geschrieben, damals über Musik, Oper und Ballett. Nach der Lizentiatsarbeit, die ich über den Schweizer Musikrat verfasst hatte, arbeitete ich auf der Geschäftsstelle des Schweizer Musikrats wie auch als Administratorin des Schweizer Musikinformationszentrums und als Geschäftsführerin von «Jugend+Musik; alle drei Tätigkeiten waren im Haus der Musik in Aarau angesiedelt. Während meiner Dissertation über die Geschichte und Wirksamkeit des Schweizer Musikrats wurde mir klar, dass ich mein Leben nicht als Musikwissenschaftlerin würde bestreiten wollen. Attraktive Jobs waren rar oder erforderten eine akkurate Mischung an Vitamin B und Ellbogen-Qualitäten. Beides lag mir nicht. So setze ich auf den Journalismus. Was jahrelang ein Nebenjob war, wurde nun zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit.

Tipps

Wer Musikwissenschaften studiert, tut gut daran, sich bereits während des Studiums fachliche Arbeit zu suchen, die den eigenen Neigungen und Nebenfächern entspricht. Auch wenn diese Praktika, Nebenjobs oder temporären Arbeiten zu Beginn nur gering bezahlt sein mögen: Sie stellen eine wertvolle Investition in die Zukunft dar, liefern sie doch Arbeitserfahrungen, Beziehungen und Referenzen.

Musikwissenschaftlerin, TV-Redaktorin: Anja Lachmann

Symbolbild Mikrofon
Symbolbild Mikrofon, © Jorge Guillen auf Pixabay
Anja Lachmann: Redaktorin beim Schweizer Radio und Fernsehen

«Um einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die neuesten Filme zu bekommen, ist es wichtig, auch an verschiedenen Festivals und Filmmessen präsent zu sein.»

Laufbahn
Redakteurin beim SRF
Freie Journalistin mit Schwerpunkt Tanzkritik (NZZ, Nachtkritik)
Nachdiplomstudium Tanzkultur, Bern
Redakteurin der Zeitschrift Musik & Theater, Zürich
Praktika in der Dramaturgie (Staatsoper Unter den Linden, Berlin) und Öffentlichkeitsarbeit (Rundfunk-Sinfonieorchester, Berlin)
Studium der Musikwissenschaften, Politologie und Soziologie in Berlin und Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite momentan als Redakteurin beim Schweizer Radio und Fernsehen. Dabei bin ich für die Programmierung des Sendeplatzes "Stars" (ehemals "Klanghotel") auf SRF1 zuständig, auf welchem hauptsächlich Dokumentationen bekannter Musikerpersönlichkeiten gezeigt werden. Zu meinen Hauptaufgaben gehört das Visionieren, Beurteilen und der Einkauf entsprechender Dokumentarfilme sowie die Pflege von Kontakten zu Filmproduzenten, Vertriebsfirmen und anderen Vertretern der Branche in der Schweiz und im Ausland. Um einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die neuesten Filme zu bekommen, ist es wichtig, auch an verschiedenen Festivals und Filmmessen präsent zu sein. So nehme ich zum Beispiel an der jährlich in Cannes stattfindenden Zusammenkunft des IMZ (Internationales Musik- und Medienzentrum) teil, innerhalb derer unter anderem auch der intensive Austausch mit Musikredakteuren/-innen anderer Fernsehsender möglich ist.

Berufseinstieg

Zahlreiche Praktika in der Dramaturgie und ein Nachdiplomstudium in Tanzkultur erleichterten mir den Berufseinstieg nach dem Studium. Bei einer meiner ersten Stellen beschäftigte ich mich als freie Journalistin insbesondere mit dem zeitgenössischen Tanz. Dies öffnete mir die Türe für eine Anstellung beim SRF, wo ich mich zu Beginn, neben der Beschaffung musikalischer Dokumentationen, insbesondere auch mit dem Filmschaffen im Bereich Theater und Tanz auseinandergesetzt habe. Zu meinen Tätigkeiten gehörten die Auswahl und der Einkauf von Dokumentarfilmen, die Programmplanung für die Sendungen, das Schreiben von Moderations- und Pressetexten, die Studioproduktion der Moderationen, die redaktionelle Verantwortung für die Produktion und teilweise die eigene Herstellung deutscher Sprachfassungen.

Tipps

Interessiert man sich nach einem Studium der Musikwissenschaften für den Einstieg in den Fachjournalismus, ist es ratsam, schon während dem Studium journalistische Erfahrungen zu sammeln. Es bietet sich an, für kleinere kulturelle Zeitschriften Kritiken oder andere Artikel zu schreiben, praktische Erfahrungen zu sammeln und Weiterbildungen zu besuchen. Auch der Aufbau eines Netzwerkes innerhalb der Branche kann die Chancen auf eine Anstellung verbessern.

Musikdramaturgin am Theater Biel Solothurn: Merle Fahrholz

Symbolbild Theater
Symbolbild Theater, © Holger Langmaier auf Pixabay
Merle Fahrholz: Musikdramaturgin am Theater Biel Solothurn

«Ich kann sagen, dass das Theater zu einer weiteren Familie geworden ist.»

Laufbahn
Leitung der Dramaturgie eines Musiktheaters
Diverse Praktika während des Studiums
Promotion in Musikwissenschaften
Studium der Musik- und Kulturwissenschaften
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Dramaturgin an einem Musiktheater. Was ist Dramaturgie? Grob kann ich sagen, dass ich als Dramaturgin auf drei Ebenen arbeite: Einerseits wirke ich an der generellen Profilierung des Hauses mit, was vor allem die Spielplangestaltung betrifft. Dabei geht es vor allem um die Auswahl der Stücke, der Sängerinnen und Sänger, der Regisseure und Ausstatter. Zweitens stehe ich von Beginn an mit den Inszenierungsteams im Austausch. Dies kann in beratender Funktion sein, beispielsweise indem ich Informationen über die ausgewählten Sänger, das Stück oder Literatur zusammenstelle und vermittle. Die Arbeit reicht bis zur aktiven Beteiligung an der Konzeptfindung. Drittens betreue ich das Publikum, indem ich Informations- und Sonderveranstaltungen organisiere, etwa Kurse für die Volkshochschule, Gesprächskonzerte oder Events mit anderen Kulturorganisationen. Ich halte Einführungen und bin auch für die Programmhefte verantwortlich. Mein Arbeitsplatz ist vornehmlich der Schreibtisch, die Probe- und die Hauptbühne. Ein Theaterberuf ist kein "9-to-5-Job". Meine Arbeitszeiten sind sehr flexibel, insbesondere in den Endprobenwochen dauern die Arbeitstage gerne bis Mitternacht und Vorstellungsdienste sind regelmässig an den Wochenenden zu absolvieren.

Berufseinstieg

Während des Studiums absolvierte ich verschiedene Praktika zwischen anderthalb und 7 Monaten. So zum Beispiel bei den Berliner Philharmonikern, an der Deutschen Oper am Rhein in der Sparte Ballett, an der Oper Frankfurt, der Sächsisches Staatsoper Dresden und an der Metropolitan Opera in New York. Die praktische Erfahrung erleichterte mir das Finden der jetzigen Stelle als Dramaturgin.

Tipps

Wer sich für die Arbeit der Dramaturgie interessiert, dem rate ich, bereits während des Studiums Praktika bei verschiedenen Institutionen zu absolvieren. Als Dramaturgin gehöre ich zum künstlerischen Personal des Theaters. Dennoch ist die Arbeit nicht immer rein kreativ. Man muss ein gewisses Talent fürs Organisieren mitbringen, gerne mit den unterschiedlichsten Menschen in verschiedenen Sprachen im Austausch sein, keine Hemmungen haben Texte zu publizieren und sich schnell auf verschiedene Themenbereiche einlassen können. Bei vielen Theatern arbeitet man auf einer sehr persönlichen Ebene zusammen. Man ist durch mehr als nur die Arbeit miteinander verbunden. Ich kann sagen, dass das Theater zu einer weiteren Familie geworden ist.

Musikwissenschaftlerin in einem Musikverlag: Anna Katharina d’Uscio

Symbolbild Bücher
Symbolbild Bücher, © Luisella Planeta Leoni auf Pixabay
Anna Katharina d’Uscio: Leiterin eines Musikverlags

«Die Programmgestaltung des Verlags, bei dem ich Manuskripte nach künstlerisch-musikalischen und marktrelevanten Kriterien beurteile, ist eine meiner Hauptaufgaben.»

Laufbahn
Verlagsleiterin in einem Musikverlag
Weiterbildung in Marketing und Kommunikation
Anstellung bei einem Verlag und im Musikfachhandel
Konzert- und Festspieldramaturgin im In- und Ausland
Promotion in Musikwissenschaften
Studium der Musikwissenschaften, französische Philologie und Literatur
Jetzige Tätigkeit

Meine vielseitige und vielschichtige Arbeit als Verlagsleiterin in einem Musikverlag besteht in der selbstständigen Führung des Musikverlags in allen Belangen. Dazu gehören im Wesentlichen die folgenden Tätigkeiten: Die Programmgestaltung des Verlags, bei dem ich Manuskripte nach künstlerisch-musikalischen und marktrelevanten Kriterien beurteile, Projekte entwickle, mich mit Autorinnen und Komponisten austausche, den gesamten Herstellungsprozess koordiniere sowie im Lektorat tätig bin. Im Bereich Marketing, Kommunikation und Public Relations erstelle ich die kurz- und mittelfristige Marketingstrategie mit dazugehöriger Kommunikationsmassnahmen. Zudem nehme ich an Messen und Ausstellungen, wie der jährlich stattfindenden Frankfurter Musikmesse, teil und erstelle Verlagskataloge, Werbeflyer und Newsletter. In meine Verantwortung fällt auch das Budget: Ich bin für die jährliche Erstellung und Kontrolle zuständig und erstelle Jahresabschlüsse in Zusammenarbeit mit der Finanzabteilung. Im Vertrieb halte ich den Kontakt mit unseren Auslieferungen im In- und Ausland, erarbeite Vertriebsmassnahmen und nehme aktiv an Händler- und Produkteinfotagen teil. Weiter erarbeite ich Verlags- und Lizenzverträge sowie Vertriebsvereinbarungen. Zu meinem Aufgabengebiet gehört auch die Vergabe und das Einholen von Lizenzen. In der Administration bin ich für die Strukturierung und Organisation, die Personalführung sowie für Honorarabrechnungen und Inventuren zuständig.

Berufseinstieg

Ich habe Musikwissenschaften, französische Philologie und französische Literatur studiert und in Musikwissenschaften promoviert. Nach dem Studium war ich als Konzert- und Festspieldramaturgin im In- und Ausland tätig und konnte erste Erfahrungen mit PR- und Marketingaufgaben sammeln. Meine Weiterbildung in Marketing und Kommunikation erleichterte mir den Einstieg ins Verlagswesen.

Tipps

Spezifische Stellen für Musikwissenschaftler sind rar und es ist deshalb von Vorteil, schon während des Studiums Berufserfahrungen zu sammeln. Praktika, Nebenjobs oder musikalische Engagements können dabei helfen, ein Netzwerk aufzubauen. Mit der Wahl des Nebenfachs und mit Weiterbildungen nach dem Studium kann man sich für angestrebte Tätigkeitsfelder qualifizieren.

Redaktorin: Susanne Kübler

Symbolbild Presse
Symbolbild Presse, © Andrys Stienstra auf Pixabay
Susanne Kübler: Musikredaktorin

«Insgesamt sehe ich meine Arbeit vor allem als Vermittlungsarbeit.»

Laufbahn
Redaktorin beim Tages-Anzeiger, zuständig für klassische Musik
Dozentin im Bereich Kulturjournalismus in diversen Institutionen (Medienausbildungszentrum Luzern, diverse Musikhochschulen, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften)
Assistentin am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich,
gleichzeitig freie Mitarbeiterin beim Tages-Anzeiger und Radio DRS 2
Journalistische Arbeit für die 'Schaffhauser Nachrichten' während des Studiums
Studium in Musikwissenschaft, neue deutsche Literatur und Publizistik, Zürich und Bologna
Jetzige Tätigkeit

Während ich als freie Mitarbeiterin fast ausschliesslich Kritiken geschrieben hatte, schreibe ich als Musikredaktorin nun auch Interviews, Porträts, Glossen und Reportagen. Mit der Erweiterung des Angebots in Richtung Online kamen noch einmal neue Formen dazu. Vielfältig ist andererseits auch die Arbeit neben dem Schreiben: Dazu gehört etwa die Themenplanung – man verschafft sich eine Übersicht über das, was läuft, wählt Termine aus, organisiert Mitarbeiter und Pressekarten. Und schliesslich sind wir Kulturredaktoren und -redaktorinnen auch im allgemeinen Redaktionsbetrieb eingespannt; im Turnus übernehmen wir die Produktion der Seiten, also das Redigieren der Texte und ihre Einpassung ins Layout.

Insgesamt sehe ich meine Arbeit vor allem als Vermittlungsarbeit. In diesem Sinn schreibe ich nicht für ein Fachpublikum, sondern für eine breite, kulturinteressierte Leserschaft. In einer Tageszeitung sind keine musikwissenschaftlichen Texte gefragt, sondern stilistisch möglichst attraktive Artikel mit solidem fachlichem Fundament. Man kann nicht monatelang über einem Beitrag brüten, sondern muss sich meist sehr schnell in ein Thema einarbeiten und dieses dann ebenso schnell in eine Form bringen.

Berufseinstieg

Dass ich Musikjournalistin werden wollte, war mir schon klar, als ich mich fürs Musikwissenschafts-Studium anmeldete. Schon während der Kantonsschule hatte ich für die 'Schaffhauser Nachrichten' zu schreiben begonnen – nicht über Konzerte, sondern über alle möglichen lokalen Anlässe. Die ersten Kritiken verfasste ich dann nach dem Studium für den „Tages-Anzeiger“. Kurz danach stieg ich auch bei Radio DRS 2 als freie Mitarbeiterin ein, den finanziellen "Boden" lieferte eine Uni-Assistenz.

Es war organisatorisch durchaus knifflig, das alles unter einen Hut zu bringen - jeder freie Journalist kann davon erzählen. Dazu kamen die inhaltlichen Herausforderungen: Das Studium hatte mir zwar entscheidende Grundlagen geliefert in Bezug auf Musikgeschichte, Werkkenntnisse oder Analyse, aber Interpretationsfragen waren dort höchstens am Rande vorgekommen. Nun standen sie plötzlich im Zentrum meiner Arbeit, die viel mit „learning by doing“ zu tun hatte.

Tipps

Neben der Redaktionsarbeit gebe ich an Journalismus-Schulen oder Musikhochschulen immer wieder Kurse oder einzelne Lektionen zum Thema Kulturjournalismus. Wobei ich jeweils betone, dass solche Kurse nur einen kleinen Einblick bieten können – lernen kann man diesen Beruf letztlich nur in der Praxis. Für die Übersetzung von Musik in Worte gibt es keine Patentrezepte; man muss und kann bei dieser Arbeit experimentieren, Erfahrungen sammeln, sprachlich und musikalisch weiter lernen, eine eigene Stimme finden. Die Freiheit - niemand sagt einem, wie man über was berichten soll - ist gleichzeitig das Schwierigste und das Schönste an diesem Beruf.

Musikwissenschaftler, selbstständiger Chorleiter

Symbolbild Chor
Symbolbild Chor, © StockSnap auf Pixabay
Symbolbild Chor

Symbolbild Chor, © StockSnap auf Pixabay

Selbstständiger Chorleiter

«Meine Haupttätigkeit ist es, die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen um danach mit ihnen passende Lieder einzustudieren.»

Laufbahn
Selbständiger Chorleiter
Weiterbildungen in Chorleitung, Marketing, Kulturmanagement und Gesangsunterricht
Gründung einer Firma für Notengrafik und Musikarrangements
Studium der Musikwissenschaften
Masch. Ing HTL am Neutechnikum Buchs
Jetzige Tätigkeit

Nach meinem Studium der Musikwissenschaften habe ich in wenigen Projekten mitgewirkt, die wissenschaftlich ausgerichtet waren. Als Chorleiter treffe ich fast jeden Abend in der Woche zwischen 20 und 30 aufgestellte, «vergiftete», junge, gemütliche, alte, ehrgeizige, konservative, erschöpfte, neugierige und vor allem herzliche Menschen. Meine Haupttätigkeit ist es, die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen, um danach mit ihnen passende Lieder einzustudieren. Spannend finde ich, wie unterschiedlich die Musikgeschmäcker zwischen den Generationen sind. Fasziniert bin ich, wie viel positive Gefühle der Gesang auslösen kann, die oft auf mich zurückfallen. Die stärkste Begeisterung nehme ich bei den Kindern wahr.

In meiner Arbeit betrachte ich mich als Dienstleister, im Gegensatz zu Kollegen und Kolleginnen, die sich als Künstler/innen verstehen. Meine Kunden sind in der Regel Laiensänger/innen mit spezifischen Bedürfnissen. Die Singenden überlassen mir einige Stunden ihrer Freizeit. Im Gegenzug führe ich Sie zu mehr Abwechslung in Ihrem Alltag und der Pflege sozialer Kontakte – Gesang verbindet. Die restliche Zeit des Tages investiere ich in Probenvorbereitungen, Literaturstudium, Konzertmanagement, Werbung, Projektplanung und Networking.

Berufseinstieg

Während dem Studium habe ich mich zuerst auf den Notensatz am Computer spezialisiert und bald dafür eine Firma gegründet. Ich schreibe und setze Partituren, Transkriptionen, Instrumentalstimmen, Klavierauszüge und einzelne Notenbeispiele. Art und Umfang hängen von den Vorgaben der Auftraggeber/innen ab. Seit Abschluss des Studiums arbeite ich hauptsächlich als Chorleiter. Ich bin so zu meinem ursprünglichen Instrument zurückgekehrt, dem Gesang. Für Musikwissenschaftler/innen ist Chorleitung ein Quereinstieg, da es an Fachhochschulen spezifische Studiengänge für Dirigent/innen gibt. Die fundierten Kenntnisse aus dem Studium fliessen aber immer noch nutzbringend in meine Arbeit ein.

Tipps

Spezifische Stellen für Musikwissenschaftler/innen sind rar. Deshalb ist es ratsam, schon während des Studiums Berufserfahrungen zu sammeln. Wer ausserdem in einer Band oder einem Orchester spielt oder Mitglied eines Chors ist, erhält einen Einblick in mögliche Tätigkeitsfelder und kann sich so ein Netzwerk aufbauen. Auch mit gezielter Wahl der Nebenfächer und Weiterbildungen erhöht man seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wissenschaftlicher Bibliothekar

Symbolbild Bibliothek
Symbolbild Bibliothek, © Foundry Co auf Pixabay
Musikbibliothekar und Fachreferent mit Leitungsaufgaben

«Der Ausleih- und Informationsdienst ist geprägt von regem Kundenkontakt und erfordert nebst breitem Musikwissen auch pädagogisches Geschick.»

Laufbahn
Co-Abteilungsleiter an einer Bibliothek sowie Fachreferent für Musik
Wissenschaftlicher Bibliotheksleiter und Bibliothekar an einer Musikbibliothek
Universitätsassistent am musikwissenschaftlichen Institut einer Universität
MAS in Bibliotheks- und Informationswissenschaften
Promotion in Musikwissenschaften
Studium der Musikwissenschaften
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Fachreferent für Musikwissenschaft und Co-Abteilungsleiter an der Zentralbibliothek Bern. Als Fachreferent bin ich verantwortlich für die Auswahl von Neuerscheinungen im Musikbereich (Bücher, CDs) und deren inhaltliche Erschliessung durch Vergabe von Schlagworten im Bibliothekskatalog. Diese Arbeiten erledige ich im Büro am Bildschirm.
Eine wichtige Aufgabe ist auch die Vermittlung von fachspezifischer Informationskompetenz, also die Qualifizierung von Studierenden zu einem kompetenten und effizienten Umgang mit Informationen. Diese Fähigkeiten vermittle ich in Semester- oder Kompaktkursen für Gruppen, aber auch durch Individualberatungen bei Recherche- und Methodenfragen. Als Co-Abteilungsleiter bin ich mitverantwortlich für die personelle, fachliche und administrative Leitung einer Abteilung von zwanzig Fachreferenten. Damit sind viele Sitzungen, Besprechungen und Gespräche verbunden. Zusätzlich vertrete ich die Abteilung in Arbeitsgruppen und leite oder arbeite in bibliotheksweiten Projekten, vorab zur strategischen Weiterentwicklung der Bibliothek und deren Dienstleistungsangebote.

Berufseinstieg

Nach meinem Musikwissenschaftsstudium habe ich zunächst eine Dissertation verfasst und war als Universitätsassistent an einem musikwissenschaftlichen Institut tätig. Danach arbeitete ich als Musikbibliothekar an einer Hochschule. Schwerpunkte waren hier die Katalogisierung von Musikalien sowie der Ausleih- und Informationsdienst an der Kundentheke. Vor meiner jetzigen Anstellung war ich wissenschaftlicher Leiter der Musikbibliothek einer Hochschule der Künste. Als Fachreferent trug ich die Verantwortung für alle fachlich-inhaltlichen Aspekte. Als administrativer Leiter war ich zudem für die operativ-personellen Bereiche zuständig. Neben Personalführung und -entwicklung beschäftigten mich hauptsächlich die Neuorganisation der Bibliothek und die Neukonzeption ihrer Dienstleistungen. Gefragt waren namentlich Konzept-, Projekt-, Management- und Personalarbeit.

Tipps

Der Ausleih- und Informationsdienst ist geprägt von regem Kundenkontakt und erfordert nebst breitem Musikwissen auch pädagogisches Geschick. Die bibliothekarische Berufsbefähigung erwarb ich mir berufsbegleitend durch ein zweijähriges universitäres Weiterbildungsstudium in Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Gezielte Weiterbildung erhöht die Chancen auf eine feste Anstellung mit geregelten Arbeitszeiten.



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