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Musikwissenschaft: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Musikwissenschaft.

Musikwissenschaft

Hans-Georg Rutz: Chorleiter

Symbolbild Chor
Symbolbild Chor, © StockSnap auf Pixabay
Vom Musikwissenschaftler zum Chorleiter

«Meine Haupttätigkeit ist, die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen um danach für sie passende Lieder einzustudieren.»

JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite nicht wirklich als Musikwissenschaftler. Ich habe in wenigen Projekten mitgewirkt, in denen ich meinen Anteil wissenschaftlich nennen darf. Während dem Studium habe ich mich zuerst auf den Notensatz am Computer spezialisiert und habe bald eine Firma dafür gegründet. Ich schreibe und setze Partituren, Transkriptionen, Instrumentalstimmen, Klavierauszüge und einzelne Notenbeispiele. Das Aussehen und der Umfang hängt von den Vorgaben der Auftraggeber/innen ab. Seit Abschluss des Studiums arbeite ich hauptsächlich als Chorleiter, bin so zu meinem ursprünglichen Instrument zurückgekehrt: Das ist der Gesang. Fast jeden Abend in der Woche treffe ich zwischen 20 und 30, aufgestellte, vergiftete, junge, gemütliche, alte, ehrgeizige, konservative, erschöpfte, neugierige und vor allem herzliche Menschen. Meine Haupttätigkeit ist, die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen um danach für sie passende Lieder einzustudieren. Etwas sehr Spannendes daran sind die extremen Unterschiede in den Musikgeschmäckern zwischen den Generationen. Das Besondere und Schöne ist, wie viel positive Gefühle der Gesang auslösen kann, die oft auf mich zurückfallen. Die grösste Begeisterung kommt von Kindern zurück!

Berufseinstieg

Für Musikwissenschaftler/innen ist Chorleitung eigentlich ein Quereinstieg, da es an Fachhochschulen spezifische Studiengänge für Dirigent/innen gibt. Die fundierten Musikgeschichtskenntnisse aus dem Studium fliessen aber immer noch nutzbringend in meine Arbeit hinein.

Tipps

Ich betrachte mich als Dienstleistungserbringer, im Gegensatz zu Kollegen und Kolleginnen, die sich als Künstler/innen verstehen. „Meine“ Kunden sind in der Regel Laiensänger/innen. Sie haben spezifische Bedürfnisse: Im Chor können viele Menschen Sozialkontakte pflegen. Die Singenden überlassen mir einige Stunden ihrer Freizeit, damit ich sie zu einer aktiven und aufbauende Abwechslung vom (Berufs-)Alltag führe. Die restliche Zeit des Tages geht drauf für Probenvorbereitung, Literaturstudium, Konzertmanagement, Werbung, Projektplanung und Networking.

Regina Senften: Musikwissenschaftlerin

Symbolbild Noten
Symbolbild Noten, © HeungSoon auf Pixabay
Musikwissenschaftlerin im Musikrat und Musikinformationszentrum

«Der Musikrat ist eine Organisation, welche zum Ziel hat, das Musikleben in der Schweiz in allen Sparten und Bereichen zu koordinieren und zu fördern.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Im Moment arbeite ich als Journalistin bei der AZ Medien Gruppe. Diese gibt unter anderen die Aargauer Zeitung heraus. Anfänglich war ich auf der Online-Redaktion (im Tagesjournalismus) tätig, heute bin ich Redaktorin bei einer Fachzeitschrift für Ausdauersport. Diese Anstellung bedarf keiner Kenntnisse der Musikwissenschaft, sondern verlangt nach Wissen im Sport, das ich mir während meiner Zeit als Schwimmerin und Trainerin bei Jugend+Sport angeeignet habe. Bei meiner Tätigkeit als Redaktorin einer Monatszeitschrift kommen allerdings meine über die Jahre erworbenen Fertigkeiten im Schreiben, Formulieren, Recherchieren und Redigieren (Seminar- und Semesterarbeiten, Liz- und Doktorarbeit!) voll zum Einsatz. Daneben absolviere ich noch eine Ausbildung zur Schwimm-Trainerin Swiss Olympic.

Berufseinstieg

Früher arbeitete ich beim Schweizer Musikrat SMR. Dieser ist eine Organisation, welche zum Ziel hat, das Musikleben in der Schweiz in allen Sparten und Bereichen zu koordinieren und zu fördern. Dabei ist der SMR hauptsächlich kulturpolitisch tätig. Zum Beispiel arbeitet er zusammen mit Experten einen Bericht über die musikalische Bildung der Schweiz zuhanden des Bundesrats aus, er nimmt in der Steuergruppe zum neuen Kulturförderungsgesetz Einsitz, er kümmert sich in den Debatten um die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes darum, dass die Ausstrahlung einheimischer Musik nicht vergessen geht, er arbeitet mit der Erziehungsdirektorenkonferenz in jenen Belangen zusammen, welche die Musikbildung betreffen, er veranstaltet Tagungen, in denen die Wichtigkeit des aktiven Musizierens wissenschaftlich diskutiert wird. Überdies verwaltet er die Parlamentarische Gruppe Musik, eine Vereinigung von über 60 Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die sich in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musikrat auf Bundesebene für die Musikkultur einsetzen.Meine Arbeit in einem Büro im Haus der Musik in Aarau bestand einerseits darin, den SMR im Internationalen Musikrat, einer der UNESCO angegliederten Organisation, sowie im Europäischen Musikrat zu vertreten. Dazu wurde ich in den Vorstand des Europäischen Musikrats gewählt. Andererseits führte ich die Geschäfte beim Schweizer Musikinformationszentrum, dessen Kernstück eine gesamtschweizerische Datenbank für musikalische Kurse, Symposien, Workshops und Lager ist (www.miz.ch), und ich vertrat das Schweizer Musikinformationszentrum in der International Association of Music Information Centres. Das Aktualisieren der Website, das Verfassen von Protokollen, Aktennotizen oder Presseberichten, das Organisieren von Sitzungen und Versammlungen gehörte darüber hinaus ebenfalls zu meinem spannenden, kulturpolitischen Aufgabenbereich.

Tipps

Neben meiner Arbeit für den SMR schrieb ich an einer Dissertation zum Thema Geschichte und Wirksamkeit des Schweizer Musikrats und baute das Archiv des SMR auf. Gelegentlich bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Tonhalle Gesellschaft Zürich im Einsatz oder helfe als Fagottistin in Orchestern aus.

Anna Katharina d’Uscio: Musikwissenschaftlerin in einem Musikverlag

Symbolbild Bücher
Symbolbild Bücher, © Luisella Planeta Leoni auf Pixabay
Leiterin eines Musikverlags

«Die Programmgestaltung des Verlags, wo ich Manuskripte nach künstlerisch-musikalischen und marktrelevanten Kriterien beurteile, ist einer meiner Themenschwerpunkte.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Verlagsleiterin in einem Musikverlag. Meine vielseitige und vielschichtige Arbeit besteht in der selbstständigen Führung des Musikverlags in allen Belangen. Dazu gehören im Wesentlichen die folgenden Themenschwerpunkte: Die Programmgestaltung des Verlags, wo ich Manuskripte nach künstlerisch-musikalischen und marktrelevanten Kriterien beurteile, Projekte entwickle, mich mit Autoren und Komponisten austausche, den gesamten Herstellungsprozess koordiniere sowie im Lektorat tätig bin. Im Bereich Marketing, Kommunikation und  Public Relations erstelle ich die kurz- und mittelfristige Marketingstrategie und dazugehörige Kommunikationsmassnahmen. Zudem nehme ich an Messen und Ausstellungen wie der jährlich stattfindenden Frankfurter Musikmesse teil und erstelle Verlagskataloge, Werbeflyer und Newsletter. In meine Verantwortung fällt auch das Budget: Ich bin für die jährliche Erstellung und Kontrolle zuständig und erstelle Jahresabschlüsse in Zusammenarbeit mit der Finanzabteilung. Im Vertrieb halte ich den Kontakt mit unseren Auslieferungen im In- und Ausland, erarbeite Vertriebsmassnahmen und nehme aktiv an Händler- und Produkteinfotagen teil. Weiter erarbeite ich Verlags- und Lizenzverträgen sowie Vertriebsvereinbarungen. Zu meinem Aufgabengebiet gehört zudem die Vergabe und das Einholen von Lizenzen. In der Administration bin ich für die Strukturierung und Organisation des Verlags inkl. Personalführung sowie
für Honorarabrechnungen und Inventuren zuständig.

Berufseinstieg

Ich habe Musikwissenschaften, französische Philologie und französische Literatur studiert. In Musikwissenschaften habe ich promoviert.

Tipps

Mir zur Seite stehen zwei Mitarbeiterinnen, die Verlagsassistentin und eine Productmanagerin für ein eigenes Label unseres Verlags im Ausland.

Merle Fahrholz: Musikdramaturgin am Theater Biel Solothurn

Symbolbild Theater
Symbolbild Theater, © Holger Langmaier auf Pixabay
Musikdramaturgin am Theater Biel Solothurn

«Ich kann sagen, dass das Theater zu einer weiteren Familie geworden ist.»

JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite an einem Zweispartenhaus im Bereich Dramaturgie Musiktheater. Was ist Dramaturgie? Diese Frage wird mir von vielen Seiten immer wieder gestellt, lässt sich allerdings nicht eindeutig beantworten. Dies liegt vor allem daran, dass der Arbeitsbereich in jedem Theater etwas anders abgegrenzt ist. Grob kann ich allerdings sagen, dass ich als Dramaturgin auf drei Ebenen arbeite:
Einerseits wirke ich an der generellen Profilierung des Hauses mit, was vor allem die Spielplangestaltung, d.h. die Auswahl der Stücke, der Sängerinnen und Sänger, der Regisseure und Ausstatter etc., betrifft.
Zweitens stehe ich von Anbeginn mit den Inszenierungsteams im Austausch. Dies kann in beratender Funktion sein (Informationen über die ausgewählten Sänger, das Stück, besondere Literatur etc.) und reicht bis zur aktiven Beteiligung an der Konzeptfindung (Produktionsdramaturgie).
Drittens betreue ich das Publikum, indem ich Informations- und Sonderveranstaltungen organisiere (VHS-Kurse, Gesprächskonzerte, Events mit anderen Kulturorganisationen etc.), Einführungen halte und nicht zuletzt für die Programmhefte verantwortlich bin.

Berufseinstieg

Als Dramaturgin gehöre ich zum künstlerischen Personal des Theaters, dennoch ist die Arbeit nicht immer rein kreativ. Man muss ein gewisses Talent für Organisation mitbringen, gerne mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt sein (im Bereich Oper beinhaltet dies auch Kommunikation in verschiedene Sprachen), keine Hemmungen haben, Texte zu publizieren (auch wenn man nicht immer 100% glücklich mit ihnen ist) und sich schnell auf verschiedene Themenbereiche einlassen können.
Mein Arbeitsplatz ist vornehmlich der Schreibtisch, die Probebühne sowie die Hauptbühne gehören aber ebenso dazu. Meine Arbeitszeiten sind sehr flexibel, insbesondere in den Endprobenwochen dauern die Arbeitstage gerne bis Mitternacht, Vorstellungsdienste sind zudem regelmässig an Wochenenden zu absolvieren.

Tipps

Ein Theaterberuf ist kein 9-to-5-Job - aber der Arbeitgeber auch nicht ‚normal‘. In vielen Theatern arbeitet man auf einer sehr persönlichen Ebene zusammen und man ist durch mehr als nur die Arbeit miteinander verbunden. Ich kann sagen, dass das Theater zu einer weiteren Familie geworden ist.
Wer sich für die Arbeit der Dramaturgie interessiert, dem rate ich während des Studiums bereits Praktika an verschiedenen Institutionen zu absolvieren.

Anja Lachmann: Journalistin

Symbolbild Mikrofon
Symbolbild Mikrofon, © Jorge Guillen auf Pixabay
Redaktorin beim Schweizer Radio und Fernsehen

«Um einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die neuesten Filme zu bekommen, ist es wichtig, auch an verschiedenen Festivals und Filmmessen präsent zu sein.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite momentan als Redaktorin beim Schweizer Radio und Fernsehen. In diesem Rahmen bin ich für die Programmierung des Sendeplatzes „Stars“ auf SF1 zuständig, auf welchem hauptsächlich Dokumentationen bekannter Musikerpersönlichkeiten gezeigt werden. Zu meinen Hauptaufgaben gehört das Visionieren, Beurteilen und der Einkauf entsprechender Dokumentarfilme sowie die Pflege von Kontakten zu Filmproduzenten, Vertriebsfirmen und anderen Vertretern der Branche in der Schweiz und im Ausland. Um einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die neuesten Filme zu bekommen, ist es wichtig, auch an verschiedenen Festivals und Filmmessen präsent zu sein. So nehme ich zum Beispiel an der jährlich in Cannes im Rahmen der Midem (weltgrösste Musikmesse) stattfindenden Zusammenkunft des IMZ (Internationales Musik- und Medienzentrum) teil, innerhalb derer unter anderem auch der intensive Austausch mit Musikredakteuren/-innen anderer Fernsehsender möglich ist.

Berufseinstieg

Neben der Auswahl und dem Einkauf von Dokumentarfilmen sowie der Programmplanung für unseren Sendeplatz gehörten ursprünglich auch folgende Tätigkeiten zu meinem Aufgabenbereich: Schreiben von Moderationstexten, Studioproduktion der Moderationen, redaktionelle Verantwortung für die Produktion und teilweise eigenes Herstellen deutscher Sprachfassungen, Schreiben und Redigieren von Pressetexten
Schneiden und Vertonen von kurzen Hinweisen auf den jeweils nächsten Sendetermin (mit der Unterstützung von Cutter/innen, Tonmeistern und Sprechern).
Dieses Spektrum hat sich aufgrund gewisser Umverteilungen von Aufgaben innerhalb unseres Redaktionsteams immer wieder gewandelt. In nächster Zeit werde ich mich ausschliesslich um die Programmierung und den Einkauf von Filmen kümmern, da ich nach der Geburt meines zweiten Kindes mein Arbeitspensum (evtl. vorübergehend) von 75 auf 50 Stellenprozente reduzieren werde.

Tipps

Auch inhaltlich hat es innerhalb meiner Tätigkeit im Laufe der Zeit einige Änderungen gegeben: So habe ich mich zu Beginn meiner Anstellung beim SRF im Rahmen der Sendung „Klanghotel“ neben der Beschaffung musikalischer Dokumentationen insbesondere auch mit dem Filmschaffen im Bereich Theater und Tanz auseinandergesetzt. Da ich mich in meiner vorherigen journalistischen Tätigkeit insbesondere mit dem zeitgenössischen Tanz sehr intensiv beschäftigt hatte, konnte ich gut an dementsprechende Erfahrungen anknüpfen. Nach einer umfassenden Umstrukturierung unseres Sendeplatzes (aus „Klanghotel“ wurde „Stars“) finden Filme aus diesem Bereich jedoch nur noch äusserst selten Eingang in unsere Programmierung.

Samuel Weibel: Wissenschaftlicher Bibliothekar

Symbolbild Bibliothek
Symbolbild Bibliothek, © Foundry Co auf Pixabay
Musikbibliothekar und Fachreferent mit Leitungsaufgaben

«Der Ausleih- und Informationsdienst ist geprägt von regem Kundenkontakt und erfordert nebst breitem Musikwissen auch pädagogisches Geschick.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Fachreferent für Musikwissenschaft und Co-Abteilungsleiter an der Zentralbibliothek Bern. Als Fachreferent bin ich verantwortlich für die Auswahl von Neuerscheinungen im Musikbereich (Bücher, CDs) und deren inhaltliche Erschliessung durch Vergabe von Schlagworten im Bibliothekskatalog. Diese Arbeiten erledige ich im Büro am Bildschirm.
Eine wichtige Aufgabe ist auch die Vermittlung von fachspezifischer Informationskompetenz, also die Qualifizierung von Studierenden zu einem kompetenten und effizienten Umgang mit Informationen. Diese Fähigkeiten vermittle ich in Semester- oder Kompaktkursen für Gruppen, aber auch durch Individualberatungen bei Recherche- und Methodenfragen. Als Co-Abteilungsleiter bin ich mitverantwortlich für die personelle, fachliche und administrative Leitung einer Abteilung von zwanzig Fachreferenten. Damit sind viele Sitzungen, Besprechungen und Gespräche verbunden. Zusätzlich vertrete ich die Abteilung in Arbeitsgruppen und leite oder arbeite in bibliotheksweiten Projekten, vorab zur strategischen Weiterentwicklung der Bibliothek und deren Dienstleistungsangebote.

Berufseinstieg

Vorher war ich wissenschaftlicher Leiter der Musikbibliothek der Hochschule der Künste Bern. Als Fachreferent trug ich für alle fachlich-inhaltlichen Aspekte Verantwortung, als administrativer Leiter für die operativ-personellen Bereiche. Neben aufwändiger Personalführung und -entwicklung beschäftigten mich hauptsächlich eine Neuorganisation der Bibliothek nach modernen Gesichtspunkten und die Neukonzeption ihrer Dienstleistungen. Gefragt waren da namentlich Konzept-, Projekt-, Management- und Personalarbeit. Nach meinem Musikwissenschaftsstudium hatte ich zunächst eine Dissertation verfasst und eine Stelle als Universitätsassistent am Musikwissenschaftlichen Institut Zürich (im Bereich Bibliothek) inne. Danach arbeitete ich als Musikbibliothekar an der Hochschule der Künste Bern. Schwerpunkte waren hier die Formal- und Sachkatalogisierung von Musikalien sowie der Ausleih- und Informationsdienst an der Kundentheke.

Tipps

Der Ausleih- und Informationsdienst ist geprägt von regem Kundenkontakt und erfordert nebst breitem Musikwissen auch pädagogisches Geschick. Die bibliothekarische Berufsbefähigung erwarb ich mir berufsbegleitend durch ein zweijähriges universitäres Weiterbildungsstudium in Bibliotheks- und Informationswissenschaften.

Susanne Kübler: Redaktorin

Symbolbild Presse
Symbolbild Presse, © Andrys Stienstra auf Pixabay
Musikredaktorin Radio/TV

«Insgesamt sehe ich meine Arbeit vor allem als Vermittlungsarbeit.»

JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
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Jetzige Tätigkeit

Ich war als freie Journalistin tätig, bevor ich Musikredaktorin wurde. Meine Arbeit wurde dadurch vielfältiger: Während ich als Freie fast ausschliesslich Kritiken geschrieben hatte, kamen nun auch Interviews, Porträts, Glossen und Reportagen dazu. Mit der Erweiterung des Angebots in Richtung Online kamen noch einmal neue Formen dazu. Vielfältig ist andererseits auch die Arbeit neben dem Schreiben: Dazu gehört etwa die Themenplanung – man verschafft sich eine Übersicht über das, was läuft, wählt Termine aus, organisiert Mitarbeiter und Pressekarten. Und schliesslich sind wir Kulturredaktoren/-innen auch im allgemeinen Redaktionsbetrieb eingespannt; im Turnus übernehmen wir die Produktion der Seiten, also das Redigieren der Texte und ihre Einpassung ins Layout. Insgesamt sehe ich meine Arbeit vor allem als Vermittlungsarbeit. In diesem Sinn schreibe ich nicht für ein Fachpublikum, sondern für eine breite, kulturinteressierte Leserschaft. In einer Tageszeitung sind keine musikwissenschaftlichen Texte gefragt, sondern stilistisch möglichst attraktive Artikel mit solidem fachlichem Fundament. Man kann nicht monatelang über einem Beitrag brüten, sondern muss sich meist sehr schnell in ein Thema einarbeiten und dieses dann ebenso schnell in eine Form bringen.

Berufseinstieg

Dass ich Musikjournalistin werden wollte, war mir schon klar, als ich mich fürs Musikwissenschafts-Studium anmeldete. Schon während der Kantonsschule hatte ich für die „Schaffhauser Nachrichten“ zu schreiben begonnen – nicht über Konzerte, sondern über alle möglichen lokalen Anlässe. Die ersten Kritiken verfasste ich dann nach dem Studium für den „Tages-Anzeiger“. Kurz danach stieg ich auch bei Radio DRS 2 als freie Mitarbeiterin ein, den finanziellen „Boden“ lieferte eine Uni-Assistenz. Es war organisatorisch durchaus knifflig, das alles unter einen Hut zu bringen (jeder freie Journalist kann davon erzählen). Dazu kamen die inhaltlichen Herausforderungen: Das Studium hatte mir zwar entscheidende Grundlagen geliefert (in Bezug auf Musikgeschichte, Werkkenntnisse, Analyse etc.); aber Interpretationsfragen waren dort höchstens am Rande vorgekommen. Nun standen sie plötzlich im Zentrum meiner Arbeit, die viel mit „learning by doing“ zu tun hatte.

Tipps

Neben der Redaktionsarbeit gebe ich an Journalismus-Schulen oder Musikhochschulen immer wieder Kurse oder einzelne Lektionen zum Thema Kulturjournalismus. Wobei ich jeweils betone, dass solche Kurse nur einen kleinen Einblick bieten können – lernen kann man diesen Beruf letztlich nur in der Praxis. Für die Übersetzung von Musik in Worte gibt es keine Patentrezepte; man muss und kann bei dieser Arbeit experimentieren, Erfahrungen sammeln, sprachlich und musikalisch weiter lernen, eine eigene Stimme finden. Die Freiheit (niemand sagt einem, wie man über was berichten soll) ist das Schwierigste an diesem Beruf; und gleichzeitig das Schönste.



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