Start myBerufswahl

Interessen und Stärken - Schritt 1: Ich lerne meine Interessen und Stärken kennen

Berufe und Ausbildungen - Schritt 2: Ich lerne die Berufs- und Ausbildungswelt kennen

Stärken und Anforderungen - Schritt 3: Ich vergleiche meine Stärken mit den Anforderungen der Berufe und Ausbildungen, die mich interessieren

Schnuppern - Schritt 4: Ich schaue mir die interessanten Berufe genauer an

Überprüfen und entscheiden - Schritt 5: Ich überprüfe die möglichen Berufe oder Schulen und entscheide mich

Lehrstelle finden – Schule anmelden - Schritt 6: Ich setze meine Entscheidung um, suche eine Lehrstelle oder melde mich bei einer Schule an

Vorbereiten auf die Zukunft - Schritt 7: Ich bereite mich auf die Lehre oder die Mittelschule vor oder ich kläre ein Brückenangebot ab

Arbeitsmappe - Deine Ergebnisse

Einen Moment bitte...

myBerufswahl wird geladen.

Abgemeldet

Ihre Login-Session ist abgelaufen. Sie werden auf die Startseite weitergeleitet. Bitte melden Sie sich erneut an, um Ihr Login fortzusetzen.

Logopädie: Berufsmöglichkeiten

Logopäden und Logopädinnen diagnostizieren, behandeln und beraten Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die wegen Sprachfehlern in ihrer Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sind. Sie arbeiten in einer eigenen Praxis oder im Rahmen schulischer/sozialer Institutionen sowie in Spitälern.

Tätigkeitsfelder

Logopädinnen und Logopäden fördern Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Beeinträchtigung des Sprechens, der Stimme oder des Schluckens und unterstützen sie bei der Kommunikation. Es handelt sich um eine therapeutische Arbeit, die sich an der Sprachentwicklung und der individuellen Situation der Patientinnen und Patienten orientiert.
Ziel einer Therapie ist nicht immer eine vollständige sprachliche Unauffälligkeit, sondern die Verbesserung der Kommunikation. Dazu sind unter Umständen auch der Einbezug und die Beratung des sozialen Umfelds sowie die Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten notwendig.

Abklärung

Unter dem Begriff Abklärung wird ein kontinuierlicher diagnostischer Prozess verstanden, bei dem Daten und Informationen zu folgenden Fragen über die Patientin gesammelt werden:

  • Wie ist die Kommunikation?
  • Welche (subjektive) Auswirkung und Bedeutung hat die sprachlich-kommunikative Kompetenz für die jeweilige Lebenssituation?
  • Wo liegen die Ursachen der Störung?
  • Sind Spezialuntersuchungen bei anderen Fachleuten erforderlich?
  • Ist eine therapeutische Intervention angezeigt?
  • Wo, wann, wie und durch wen findet eine solche Intervention statt?
  • Welche Entwicklungs- und Verlaufsprognosen können angenommen werden?

Der Informationsgewinnung können neben der Anamnese (dem Patientengespräch) auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Fachleuten und Bezugspersonen, die Verhaltensbeobachtung und diagnostische Verfahren dienen.

Therapie

Die logopädische Therapie ist eine Kommunikationstherapie, die eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit zum Ziel hat. Ihr zentrales Element ist das Beratungsgespräch.
Die Therapieart sowie die Dauer und Häufigkeit werden individuell festgelegt. Dabei spielen Alter, Entwicklungsstand, Störung und zeitliche Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten sowie die Rahmenbedingungen am Behandlungsort eine zentrale Rolle.
Je nach Therapieziel entscheiden sich die Fachleute anschliessend für ein bestimmtes Vorgehen, das je nachdem eher heilpädagogischer, medizinischer oder psychologischer Art sein kann. Meistens ist ein mehrdimensionales Arbeiten sinnvoll. Die häufigste Form der Behandlung ist die individuelle Einzeltherapie, seltener werden auch Behandlungen in Gruppen durchgeführt.
Die Logopädinnen und Logopäden bereiten jede Therapiesitzung vor: Sie planen den  inhaltlichen und zeitlichen Ablauf, stellen das Material bereit und stimmen sich auf jede Begegnung individuell ein. Die therapeutische Arbeit verlangt volle geistige Präsenz und die Fähigkeit der genauen Wahrnehmung, sowohl bezogen auf die Patient/innen wie auch auf sich selbst.
Der diagnostische und der therapeutische Prozess stehen in einem dynamischen Wechselverhältnis zueinander. Dieses bestimmt den gesamten Therapieverlauf bis zum Abschluss der Therapie. Alle Beobachtungen werden schriftlich festgehalten: Sie dienen der weiteren Therapieplanung und sind Grundlagen für Berichte und Gespräche mit weiteren Fach- oder Bezugspersonen.

Beratung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Von grosser Bedeutung neben der therapeutischen Arbeit mit den Patientinnen und Patienten ist oft auch die Beratung von Angehörigen und anderen Bezugspersonen. Sie beinhaltet zum Beispiel Informationen über die Störung, ihre Ursachen und die geplanten Massnahmen. Auch Hinweise zum Umgang mit den Patientinnen und Patienten und das Aufzeigen von Unterstützungsmöglichkeiten gehören dazu, wie auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Betroffenheit.
Da Sprache ein komplexer Prozess ist, können Sprachstörungen Symptome einer übergeordneten Krankheit oder Besonderheit sein. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten wie Hals-, Nasen- und Ohrenärzten, Neurologinnen, Psychologen und Psychotherapeutinnen, Heilpädagogen und Sozialarbeiterinnen ist daher oft notwendig.

Arbeitsverhältnisse

Mögliche Arbeitsorte von logopädischen Fachleuten sind:

  • Ambulatorien an Regelschulen,
  • Sprachheilkindergärten, -schulen und –klassen,
  • Sonderschulen und Heime für Behinderte,
  • Spitäler, Kliniken und Rehabilitationszentren,
  • eine eigene Praxis.

In allen Bereichen ist es möglich und oft üblich, Teilzeit zu arbeiten. Die freiberuflich in einer eigenen Praxis tätigen Logopäden und Logopädinnen erhalten ihre „Kundschaft“ über zuweisende Schulen, öffentliche Dienste und Beratungsstellen,  medizinische und andere Fachleute. Patientinnen und Patienten beziehungsweise deren Eltern melden sich aber auch selber bei ihnen.

Der Bedarf an logopädischen Angeboten ist gross, besonders im Bereich der öffentlichen Schulen, wo teilweise Wartelisten bestehen. Mancherorts können in Anbetracht des Kostendrucks nicht in ausreichendem Mass Stellen oder Pensen für Logopädinnen und Logopäden geschaffen werden, was gelegentlich zu einer Überlastung der angestellten Fachleute führen kann. Die Krankenkassen sind nicht immer bereit, für die Kosten der aus logopädischer Sicht notwendigen oder sinnvollen Therapien vollumfänglich aufzukommen.



berufsberatung.ch