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Life Sciences, Biotechnologie: Studium selbst erlebt

Einblick in den Hochschul-Alltag

Mit Zellen Stoffe produzieren

S. Z. studiert Biotechnologie im 4. Semester Bachelor an der Zürcher Fachhochschule ZFH.

Am Studiengang Biotechnologie fasziniert mich besonders die Mischung zwischen den technischen und den naturwissenschaftlich-biologischen Fächern. Zudem ist er sehr praxisbezogen, das schätze ich enorm. Ich habe das Gefühl, dass ich mein neu erworbenes Wissen direkt in der Industrie einsetzen könnte.

Vereinfacht gesagt beschäftigen wir uns in der Biotechnologie damit, wie eine Zelle und ein Organismus genau funktionieren. Dieses Wissen benutzen wir dann, um sie bestimmte Wirkstoffe, z. B. massgeschneiderte Antikörper für Medikamente, produzieren zu lassen. Dies wird zuerst im Labormassstab getestet und dann in technischen Anlagen umgesetzt. Viele dieser neuartigen, wichtigen Wirkstoffe lassen sich auf klassisch-chemischem Weg nicht oder nur mit grossem, teurem Aufwand herstellen. Die biotechnologische Produktion füllt deshalb eine grosse Marktnische und hat ein entsprechend grosses wirtschaftliches Potential.

In Zukunft sehe ich mich in der angewandten Forschung und Entwicklung. Der Schnittbereich zwischen der Technik und den biologischen Anwendungen ist mein Ziel. Sehr interessant tönt z. B. die Entwicklung von mikroskopisch kleinen Sensoren und Mischkanälen für biologische Laboranwendungen. Meine persönlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt schätze ich jedenfalls als sehr gut ein.

Die Galenik als Ziel

S. K. studiert Life Sciences im 4. Semester an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW.

In den Life Sciences lernt man Technologien kennen, die das menschliche Leben begleiten, unterstützen oder verbessern. Das reicht von Abfallwirtschaft bis zu innovativen Implantaten. Die Medizintechnik z. B. entwickelt neue diagnostische und therapeutische Geräte, um Krankheiten und Verletzungen zu erkennen oder zu behandeln. Die Medizininformatik bereitet biomedizinische Daten auf, z. B. aus dem Computertomographen, und analysiert sie. Die Umwelttechnologie untersucht Risiken und Auswirkungen von Schadstoffen und sucht nach Lösungen, sie zu vermeiden. Und in der Pharmatechnologie lernt man, wie man Arzneimittel entwickelt und ihre Qualität sicherstellt. Aufgrund meiner Vorbildung in der industriellen Arzneimittelherstellung hat mich das natürlich am meisten angesprochen und ich habe die Pharmatechnologie als Vertiefung gewählt.

Nach dem Studium würde ich gerne im Bereich Galenik arbeiten, d. h. in der technologischen Entwicklung von Arzneimitteln. Hier geht es darum, für Wirkstoffe in Kombination mit Hilfsstoffen eine Darreichungsform (z. B. Tablette, Zäpfchen, Pulver) zu finden, die eine sichere Aufbewahrung und Handhabung garantiert und bei der Einnahme ohne grosse Nebenwirkungen am rechten Ort die grösstmögliche Wirkung erzielt.

Lebensqualität durch neue Technologien

L. B. studiert Life Sciences Engineering im 4. Semester Bachelor an der EPF Lausanne.

Im Life Sciences Engineering geht es darum, die neuesten Technologien und Methoden so anzuwenden, dass man die Lebensqualität des Menschen verbessern kann. Beispiele sind neue Krebstherapien, die Entwicklung neuer Medikamente und Impfungen, aber auch Prothesen, die das Fühlvermögen wiederherstellen, oder Computerspiele, die bei der Rehabilitation helfen. Dazu muss man den menschlichen Körper sehr gut kennen und seine Funktionen verstehen, aber auch über die neuesten Technologien Bescheid wissen und über alles, was sich an der Schnittstelle dieser beiden Bereiche befindet.

Zu Beginn des Studiums hatte ich Mühe mit den mathematischen und physikalischen Fächern, aber spätestens ab dem zweiten Jahr wusste ich, wofür ich schuftete. Meine Motivation war immer, mit jedem Stück Wissen etwas anderes zu begreifen. So half mir z. B. die Physik des ersten Jahres dabei, die Funktionsweise einer Hirnzelle zu verstehen, oder die Mathematik, den Tag-Nacht-Rhythmus von Fliegen zu modellieren.

Am meisten faszinieren mich die Möglichkeiten moderner Prothesen. Für meine Masterarbeit will ich die Muskelsignale bei einem Unterarmamputierten genau analysieren, um eine Roboterhand zu verbessern. Bis anhin ist es erst möglich, bei einer solchen Hand einen Finger entweder ausgestreckt zu haben oder ganz eingezogen. Mein Ziel ist es, neue Positionen zwischen den beiden Extremen zu entwickeln.



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