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Keramiker/in EFZ

Keramikerinnen und Keramiker sind für die Herstellung von Gegenständen aus Keramik vom Entwurf der Form bis hin zur Vermarktung des Produktes zuständig. Sie wenden verschiedene Techniken zur Formgebung, Dekoration, Glasur und zum Brennen der Gegenstände an. Dabei werden funktionale Produkte einzeln oder in Serien hergestellt, zum Beispiel Tassen, Teller und Vasen, sowie dekorative Gegenstände wie Skulpturen und Mosaike.

Kategorien
Bildungstypen

Grundbildung (Lehre)

Berufsfelder

Gestaltung, Kunsthandwerk

Branchen

Kunst, Design - Kunst, Kunsthandwerk

Swissdoc

0.822.24.0

Aktualisiert 28.04.2022

Formgebung

Formgebung

Die Töpferscheibe gehört zu den wichtigsten Arbeitsinstrumenten der Berufsleute. Ein Stück Ton wird auf der Scheibe zentriert. Mit Fingerspitzengefühl und den richtigen Handgriffen entsteht daraus beim Hochziehen ein rotationssymmetrisches Gefäss.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Formgebung
Feinschliff

Feinschliff

Ist das Gefäss lederhart, entfernen die Berufsleute den überschüssigen Ton mit einer scharfen Modellierschlinge. Das Gefäss wird präzisiert und der Fuss definiert.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Feinschliff
Kleine und grosse Kunstwerke

Kleine und grosse Kunstwerke

Neben kleinen Gefässen entstehen manchmal auch grosse Objekte. Die Berufsleute können das Objekt von Hand aufbauen oder arbeiten mit Hilfe von Schalungen in die Höhe und Breite. Sie müssen bei dieser Technik die Trockung des Tons gut überwachen. Die Methode erfordert zudem gute Kenntnisse beim anschliessenden Brennen.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Kleine und grosse Kunstwerke
Geeigneten Ton wählen

Geeigneten Ton wählen

Durch das Experimentieren mit keramischem Material und verschiedenen Techniken erarbeiten die Berufsleute ein Projekt und führen die Arbeiten aus. Die Wahl des geeigneten Tons sowie der geeigneten Formgebungs- und Dekorationstechnik ist dabei massgebend für eine hohe Qualität.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Geeigneten Ton wählen
Innovationsfreude

Innovationsfreude

Die Berufsleute entwerfen und realisieren keramische Objekte in den Anwendungsbereichen Produktdesign oder Kunst. Sie produzieren Einzelstücke oder Kleinserien nach eigenen Vorlagen oder auf Bestellung. Dabei sind Innovationsfähigkeit, Vielseitigkeit, effizientes Handeln und Durchhaltevermögen gefragt.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Innovationsfreude
Gipsformenbau

Gipsformenbau

Die Berufsleute erlernen auch das Herstellen von eigenen Gips-Gussformen für eine serielle Produktion mit Giessmasse. Keramische Giessmasse wird in eine Hohlform gefüllt und wieder ausgegossen, sobald sich ein Scherben gebildet hat. Noch bevor das Gefäss trocken ist, wird es aus der Form geholt und kann nach- und weiterbearbeitet werden.

Copyright SDBB | CSFO, swissceramics

Gipsformenbau
Geschirr für den Alltagsgebrauch

Geschirr für den Alltagsgebrauch

Neben Kunstobjekten entstehen auch Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch, zum Beispiel Geschirr. Dieses erhält eine durchsichtige oder farbige Glasur, die im Brennofen unter hohen Temperaturen in den Ton eingebrannt wird.

Copyright SDBB | CSFO, Fabian Stamm

Geschirr für den Alltagsgebrauch

Tätigkeiten

Sie üben folgende Tätigkeiten aus:

Planung und Vorbereitung

  • Informationen und Unterlagen zu einem Projekt sammeln und studieren und die Machbarkeit überprüfen
  • Skizzen und Modelle von Hand oder mithilfe von geeigneter Software anfertigen
  • Formgebung, Dekoration und Brennen ausprobieren, um die geeignete Herstellungsmethode für den gewünschten Gegenstand zu finden

Produktion

  • den geeigneten Ton für den Gegenstand bestimmen und die Menge abschätzen
  • Gegenstände mit verschiedenen Techniken formen, zum Beispiel giessen, modellieren oder auf der Töpferscheibe formen
  • Oberfläche der Gegenstände bemalen und dekorieren, zum Beispiel mit Pinsel, Stempel oder Folien, mit denen ein Bild übertragen werden kann
  • Gegenstände mit einer durchsichtigen oder farbigen Glasur überziehen
  • Gegenstände mit der richtigen Brenntechnik brennen
  • Qualität kontrollieren, fehlerhafte Stücke erkennen und bei Bedarf Anpassungen machen

Präsentation

  • Unterlagen für die Präsentation der Produkte erstellen
  • Produkte schön darstellen und fotografieren, zum Beispiel für Prospekte oder Webseiten
  • Produkte an Ausstellungen, Messen, auf Märkten und in Galerien präsentieren und verkaufen 

Werkstatt

  • Lagerbestände kontrollieren, Rohstoffe bestellen und fertige Gegenstände richtig lagern
  • Werkzeuge und Material instand halten
  • Umweltvorschriften beachten, zum Beispiel beim Entsorgen von Material
  • Buchhaltung des Betriebs führen: Ausgaben berechnen und Preise festlegen

Ausbildung

Dauer

4 Jahre

Bildung in beruflicher Praxis

  • in einem keramischen Betrieb
  • in einer Fachklasse für Keramik an einer Schule für Gestaltung: Vollzeitausbildungen in Bern, Genf oder Vevey

Schulische Bildung

1,5 Tage pro Woche an der Berufsfachschule

Lerninhalte

  • Entwerfen des Projekts
  • Ausführen des Produktes
  • Präsentieren und Werben
  • Führen der Werkstatt

Berufsmaturität

Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.

Abschluss

Keramiker/in EFZ

Absolventen und Absolventinnen einer Fachklasse für Keramik erhalten zusätzlich ein Schuldiplom.

Voraussetzungen

Vorbildung

  • obligatorische Schule abgeschlossen
  • Für die Fachklassen in Bern, Genf und Vevey:
  • Vorkenntnisse in Gestaltung (gestalterischer Vorkurs)
  • Aufnahmeprüfung

Anforderungen

  • ausgeprägter Formen- und Farbensinn
  • gestalterische und zeichnerische Begabung
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • feinmotorische Fähigkeiten
  • Kreativität
  • Geduld und Ausdauer

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Schulen für Gestaltung sowie von swissceramics Verband Schweizer Keramik

Höhere Fachschule

Dipl. Gestalter/in HF Produktdesign mit Vertiefung Keramik

Fachhochschule

Studiengänge in verwandten Fachbereichen, z. B. Bachelor of Arts (FH) in Produkt- und Industriedesign. Je nach Fachhochschule gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.

Ausland

Bachelor- und Masterstudiengang in Freie Kunst Keramik / Glas am Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) der Fachhochschule Koblenz (D); Ausbildung zum/zur Keramikermeister/in oder Keramikgestalter/in an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut (D)

Berufsverhältnisse

Keramikerinnen und Keramiker sind oft selbstständig erwerbend und arbeiten in der eigenen Werkstatt, manchmal auch in einer Gemeinschaftswerkstatt. Je nachdem, welche Produkte sie herstellen, arbeiten sie mit Schmuckherstellern, Designerinnen, Floristen oder Architektinnen zusammen. 

Da die Berufsleute oft selbstständig sind, sind ein hohes persönliches Engagement und unternehmerisches Flair wichtig. Ausserdem müssen sie sich und ihre Werke bekannt machen, zum Beispiel an Messen und Ausstellungen. Sie können ihre Werkstatt auch zu einem lebendigen Ort machen und etwa Keramikkurse für Kinder oder Schulen organisieren. Weitere Arbeitsmöglichkeiten, die keine Selbstständigkeit voraussetzen, gibt es beispielsweise in geschützten Werkstätten oder in der Erwachsenenbildung.

Weitere Informationen

Adressen

swissceramics Verband Schweizer Keramik
Elfenaustrasse 10
2502 Biel/Bienne
Tel.: +41 32 622 78 16
URL: https://www.swissceramics.ch
URL: http://www.shapingclay.ch
E-Mail:

Schule für Gestaltung Bern und Biel
Schänzlihalde 31
3013 Bern
Tel.: +41 31 337 03 37
URL: https://www.sfgb-b.ch
E-Mail:

Centre d'enseignement professionnel de Vevey
Ecole d'arts appliqués
Avenue Nestlé 1
1800 Vevey
Tel.: +41 21 557 14 00
URL: https://www.cepv.ch/
E-Mail:

Centre de Formation Professionnelle Arts
rue Necker 2
1201 Genf
Tel.: +41 22 388 50 00
URL: https://cfparts.ch/metiers/ceramique/

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