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Migrationsfachmann/-frau BP

Migrationsfachleute betreuen und begleiten Menschen mit Migrationshintergrund. Sie beraten sie in rechtlichen sowie sozialen Fragen und unterstützen sie bei der Eingliederung in gesellschaftliche Strukturen.

Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales

Branchen

Begleitung, Betreuung - Öffentliche Verwaltung

Swissdoc

0.731.61.0

Aktualisiert 16.11.2020

Tätigkeiten

Sie üben folgende Tätigkeiten aus:

Beratung

  • Asylsuchende, Geflüchtete und andere Menschen mit Migrationshintergrund über ihre Rechte und Pflichten aufklären
  • Beratung und Unterstützung bieten bei Fragen rund um das Asylverfahren sowie beim Kontakt mit zuständigen Verwaltungen und Behörden
  • Führen von Gesprächen mit lokalen Verwaltungen, Arbeitgebenden, Schulen, Polizeibehörden sowie zuständigen Personen aus dem medizinischen oder sozialen Bereich
  • Mündliche und schriftliche Übermittlung von Informationen, teils auch mit Dolmetscher
  • Gespräche mit Migrantinnen und Migranten führen, Probleme erkennen und im Notfall medizinische und psychologische Hilfe anfordern
  • Konflikte verhindern und im Notfall andere Fachpersonen beiziehen

Management und Planung

  • Organisation und Verwaltung einer Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten
  • Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden
  • Die Öffentlichkeit informieren und zur Toleranz gegenüber Migrantinnen und Migranten beitragen
  • Berichte für weiterführende Behörden schreiben
  • Kennen und Studieren von Gesetzen rund um Arbeit, Ausbildung und Sozialversicherung

 

Ausbildung

Grundlage

Eidg. genehmigte Prüfungsordnung vom 1.1.2021

Prüfungsvorbereitung

Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden in einem Vorbereitungslehrgang erworben. Prüfungsordnung und Wegleitung sind unter www.fachperson-migration.ch erhältlich.

Bildungsangebote

  • Schule für Sozialbegleitung, Zürich
  • BFB Bildung Formation Biel-Bienne
  • Centre Interrégionale de Perfectionnement CIP, Tramelan (Lehrgang auf Französisch)
  • Partenaire Formation, Lausanne (Lehrgang auf Französisch)
  • Instituto della formazione continua, Camorino (Lehrgang auf Italienisch)

Dauer

Rund 30 Kurstage, verteilt auf 1 Jahr

Module

  • Migration, Integration, Gesundheit
  • Rechtliche Grundlagen, Integrationssysteme
  • Kommunikation
  • Praktische Integrationsförderung
  • Professionelle Arbeitsgestaltung und Zusammenarbeit

Abschluss

"Migrationsfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis"

Voraussetzungen

Vorbildung

    Bei Prüfungsantritt erforderlich:

  • abgeschlossene mind. 3-jährige berufliche Grundbildung oder gymnasiale Maturität oder Abschluss einer Berufs- oder Fachmaturitätsschule oder gleichwertiger Ausweis und mind. 2 Jahre Berufspraxis im Asyl- und Migrationsbereich bei einem Anstellungsgrad von ­mind. 50%
  • oder

  • mind. 6 Jahre Berufspraxis im Asyl- und Migrationsbereich mit einem Anstellungsgrad von ­mind. 50%, davon mindestens zwei Jahre im Migrationsbereich mit direktem Kontakt zu Migrantinnen und Migranten
  • sowie

  • Vorweisen der erforderlichen Kompetenznachweise und Gleichwertigkeitsbestätigungen
  • Genehmigte Disposition zur Prüfungsarbeit

Anforderungen

  • kommunikative und soziale Kompetenz
  • psychische Belastbarkeit
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Verbänden und Fachschulen

Höhere Fachprüfung (HFP)

Z. B. dipl. Institutionsleiter/in im sozialen und sozialmedizinischen Bereich

Höhere Fachschule

Z. B. dipl. Sozialpädagoge/­-pädagogin HF

Fachhochschule

Z. B. Bachelor of Arts / Bachelor of Science (FH) in Sozialer Arbeit (mit Schwerpunkt in ­Sozialarbeit, Sozialpädagogik oder Soziokultureller Animation). Je nach Fachhochschule gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.

Nachdiplomstufe

Angebote von Fachhochschulen und Universitäten, z. B. Master of Advanced Studies (MAS) Kinder- und Jugendhilfe, MAS Sozialmanagement, MAS Supervision, Coaching und Mediation, MAS Arbeitsintegration, MAS Lösungs- und Kompetenz­orientierung

Berufsverhältnisse

Migrationsfachleute arbeiten in Durchgangszentren, Asylunterkünften sowie in Empfangs-, Beratungs-, Abklärungs- und Informationsstellen oder in anderen öffentlichen, privaten oder kirchlichen Einrichtungen. Sie sind in der Sozial- und Arbeitsmarktberatung, in der Ausbildung, Animation oder in Beschäftigungsprogrammen tätig.

Je nach Arbeitsort können die Arbeitszeiten unregelmässig sein und Nacht- sowie Wochenend­einsätze bedingen. Migrations- und Integrationsfragen werden aufgrund der sich ändernden globalen und gesellschaftlichen Verhältnisse immer wichtiger.

Weitere Informationen

Adressen

migrationplus / Fachverband für professionelle Arbeit
Migration und Integration
Postfach 1
2501 Biel/Bienne
Tel.: +41 78 809 97 70
URL: http://www.migrationplus.ch
URL: http://fachperson-migration.ch
E-Mail:

berufsberatung.ch