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Hufschmied/in EFZ

Hufschmiede und Hufschmiedinnen stellen individuelle Hufeisen für Pferde her. Sie pflegen die Hufe und beschlagen sie. Kranke oder verletzte Tiere behandeln sie speziell. Sie beraten zudem Pferdebesitzer/innen in Fragen der Tierhaltung.

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Kategorien
Bildungstypen

Grundbildung (Lehre)

Berufsfelder

Metall, Maschinen

Branchen

Metallgewerbe und Giesserei - Tierzucht und Tierpflege

Swissdoc

0.554.12.0

Aktualisiert 15.08.2016

Tätigkeiten

Hufschmiede sind Spezialisten für Hufpflege und Hufbeschlagsarbeiten. Mit Pferden, Ponys, Eseln und Maultieren gehen sie verantwortungsvoll um. Alle sechs bis zehn Wochen werden Pferde neu beschlagen, weil die Hufe nachwachsen, die Hufeisen sich abnützen oder eine orthopädische Korrektur nötig ist. Auch unbeschlagene Tiere bedürfen einer regelmässigen Bearbeitung und Korrektur der Hufe durch die Berufsleute.

Nach einer Gangbeurteilung brechen Hufschmiedinnen als Erstes die alten Hufeisen ab. Danach pflegen sie den Huf. Sie putzen die Sohle, schneiden das Horn zurück und raspeln den Tragrand, den halbkreisförmigen Hufteil, auf dem das Tier steht. Anschliessend erhitzen sie die neuen Hufeisen. Sie bearbeiten diese mit dem Hammer auf dem Amboss, bis sie der Hufform entsprechen. Dann kontrollieren sie die Form und nehmen nötigenfalls Anpassungen vor.

Sie fertigen jedes Hufeisen individuell an, je nach Pferdetyp, Gang­art, Einsatz und Verwendung des Tieres, zum Beispiel in Freizeit, Sport oder als Arbeitstier. Die bearbeiteten Hufeisen befestigen sie mit Nägeln, deren Spitzen an den Hufwänden wieder hervortreten, wo sie sie vernieten. Hufschmiede prüfen die Tiere auf Krankheiten und Verletzungen. Insbesondere erkennen sie erkrankte Hufe und fehlerhafte Gangarten. Zur Gesunderhaltung der Hufe beziehungsweise Korrektur abnormaler Gangarten fertigen sie spezielle Beschläge an. Solche Spezialanfertigungen erfordern Kenntnisse in Anatomie und Wissen zu Therapieformen der Huftiere.

Die Berufsleute beraten ihre Kundschaft nicht nur in der richtigen Hufeisenwahl. Sie geben auch Ratschläge zur tiergerechten Haltung, Fütterung, Pflege und Vorbeugung gegen Erkrankungen.

Hufschmiedinnen arbeiten in der Werkstatt, sind aber auch häufig unterwegs. Hufbeschlagsarbeiten führen sie meistens direkt bei der Kundschaft aus, zum Beispiel auf Reithöfen, bei privaten Pferdebesitzerinnen oder in Tierkliniken. Die benötigten Werkzeuge, die Schmiedeausrüstung und die vorgefertigten Hufeisen bringen sie gleich selbst mit. Das Beschlagen nehmen sie nicht nur in Ställen vor, sondern oftmals auch draussen.

Ausbildung

Grundlage

Eidg. Verordnung vom 11.11.2008

Dauer

4 Jahre

Bildung in beruflicher Praxis

In einer Hufschmiede

Schulische Bildung

1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule

Berufsbezogene Fächer

  • Hippologie: Grundlagen; Gesundheit und Erkrankungen; Einsatz und Verwendung; Pferd und Mensch; Esel und Maultiere
  • betriebliche Grundlagen: Verhaltensregeln; Arbeitsplatz; Kundenbeziehung; Vorschriften
  • technische Grundlagen: Rechnen; Physik; Stoffe; Darstel­lungen
  • Hufschmiedetechnik: Fertigungstechnik; Beschlagstechnik; Hufpflege; alternativer Hufschutz

Überbetriebliche Kurse

Praktisches Erlernen und Üben beruflicher Grundlagen

Berufsmaturität

Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.

Abschluss

Eidg. Fähigkeitszeugnis "Hufschmied/in EFZ"

Voraussetzungen

Vorbildung
abgeschlossene Volksschule Anforderungen
  • Freude an der Arbeit mit Metall und mit Pferden
  • Freude am Kundenkontakt
  • geschickte Hände
  • praktisches Verständnis
  • gute körperliche Verfassung und Wetterfestigkeit
  • Körperkraft und Beweglichkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Berufsverbänden und Berufsfachschulen

Spezialisierung

Qualifizierte/r Hufschmied/in (Gütezeichen wird in AM Suisse-Verbandskurs erworben)

Höhere Fachprüfung (HFP)

In Planung

Höhere Fachschule

Z. B. dipl. Techniker/in HF Metallbau

Fachhochschule

In verwandten Gebieten, z. B. Bachelor of Science (FH) in Agronomie mit Vertiefung in Pferdewissenschaften

Berufsverhältnisse

Hufschmiede und Hufschmiedinnen arbeiten meist in Hufschmiedewerkstätten, aber auch für Tierspitäler, Reitschulen, Handels- oder Rennställe.

Das Lehrstellenangebot ist gut: Das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Mit der Zunahme des Pferdebestands stieg in den letzten Jahren auch das Angebot an Ausbildungsplätzen. Auch das derzeitige Stellenangebot ist gut.

Weitere Informationen

Adressen

AM Suisse
Bildungszentrum Aarberg
Chräjeninsel 2
3270 Aarberg
Tel.: 032 391 99 44
URL: http://www.amsuisse.ch
URL: http://www.go4mechanic.ch
E-Mail: