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Diakon (römisch-katholisch)

Diakone sind mehrheitlich in der allgemeinen Seelsorge von römisch-katholischen Kirchgemeinden tätig. Sie planen und leiten besondere soziale Aktivitäten, gestalten Gottesdienste und spenden Sakramente.

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Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales

Branchen

Swissdoc

0.732.21.0

Aktualisiert 14.01.2016

Tätigkeiten

Die Aufgabe von Diakonen ist in erster Linie der Dienst an den Mitmenschen, besonders an den Benachteiligten der Gesellschaft. Diese Funktion nehmen sie in der Seelsorge mit einem breit gefächerten sozialen Engagement wahr. Sie unterstützen Menschen in schwierigen Situationen, begleiten sie bei materiellen und psychischen Nöten wie Krankheit, Sinnkrisen, Einsamkeit oder Todesfällen. Je nach Tätigkeitsbereich bauen sie auch Hilfs- und präventive Angebote auf für Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit Beeinträchtigungen, Migrantinnen und Migranten, Jugendliche oder Betagte.

In der Jugendseelsorge begleiten Diakone Jugendgruppen, Pfadfinder und Pfadfinderinnen oder Ministranten und Ministrantinnen. Sie betreuen Lager, leiten Projekte oder organisieren Anlässe in Jugendtreffs. Sie betätigen sich auch in der Altersarbeit, arbeiten für kirchliche Beratungsstellen, betreuen Obdachlose, begleiten Aidskranke oder sind als Gefängnis- und Spitalseelsorger tätig.

Diakone begleiten und fördern ehrenamtlich in der Kirche engagierte Personen. Eine grosse Bedeutung hat auch die Zusammenarbeit mit Priestern und anderen kirchlichen Berufsleuten. Als Gemeindeleiter übernehmen Diakone oftmals Leitungsverantwortung in einem Seelsorgeraum oder einer Kirchgemeinde. Sie leiten Gottesdienste und Bestattungen, sprechen Segensgebete, teilen die Kommunion aus und spenden die Sakramente, etwa bei Taufen oder Trauungen.

Je nach Interessen und Fähigkeiten können sich Diakone auf Forschung und Lehre an Hochschulen spezialisieren, in der Bistumsleitung tätig sein, gemeindeübergreifende Aktivitäten organisieren oder die Verantwortung für Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung mit anderen Institutionen übernehmen.

Diakone werden mit existenziellen menschlichen Fragen und Nöten konfrontiert. Dies erfordert eine gefestigte Persönlichkeit und ein hohes Mass an Belastbarkeit.

Ausbildung

Grundlage

Ausbildungsbestimmungen der jeweiligen Institute

Ausbildungsmöglichkeiten

  • Theologische Hochschule Chur
  • Universitäten Luzern und Freiburg

Ausbildungskonzept

Basis der Ausbildung bildet ein theologisches Studium an einer der genannten Institutionen. Anschliessend ans Studium wird ein Pastoraljahr am bistumseigenen Priesterseminar (praktische Tätigkeit in der Pfarrei) oder das 2-jährige Nachdiplomstudium Berufseinführung (NDS BE) absolviert. Pastoraljahr bzw. NDS BE sind Voraussetzung für die Diakonenweihe (unterste Weihestufe der kath. Kirche; nur für Männer möglich).

Dauer

  • Hochschul- bzw. Universitätsstudium: 5 bis 6 Jahre, Vollzeit
  • NDS BE: 2 Jahre, berufsbegl.

Studieninhalte

  • theolog. Studium: Kirchengeschichte, Kirchenrecht, Bibelwissenschaft und Judaistik, Dogmatik, Spiritualität, Ethik, Philosophie und Religionssoziologie, Religionspädagogik, Liturgiewissenschaft etc.
  • NDS BE: begleitete pastorale Praxis, Reflexions- und Vertiefungsarbeit in Kursblöcken, Supervisionsgruppe, Projektarbeit

Abschluss

Master in (kath.) Theologie und Zertifikat in praktischer Theologie

Voraussetzungen

Vorbildung

Für das theologische Studium:

  • gymnasiale Maturität oder von der EDK anerkannte Lehrer-Ausbildung

Für das NDS Berufseinführung:

  • abgeschlossenes Studium in römisch-katholischer Theologie
  • Anstellung von mind. 50 bis max. 80 % in der allgemeinen Seelsorge

Über Details informieren die jeweiligen Institute.

Das Theologiestudium steht zwar Männern wie Frauen offen. Aufgrund des geltenden Kirchenrechts können aber nur Männer zum Diakon geweiht werden. Ledige Männer verpflichten sich zur Ehelosigkeit (Zölibat), bei verheirateten Männern muss die Ehefrau der Weihe des Partners zustimmen.

Anforderungen
  • Bereitschaft und Fähigkeit, die persönliche Spiritualität zu reflektieren und weiterzuentwickeln
  • psychische Belastbarkeit

Weiterbildung

Kurse

Angebote von kirchlichen Institutionen, von theologischen und anderen Hochschulen und Erwachsenenbildungsinstitu­tionen

Hochschule

Z. B. Doktorat in Theologie oder dipl. Lehrer für Maturitätsschulen (EDK) im Fach Religion

Nachdiplomstufe

Angebote an Hochschulen, z. B. in Pastoraltheologie, Homiletik

Berufsverhältnisse

Diakone arbeiten Voll- oder Teilzeit, oft auch für mehrere Gemeinden. Die Arbeitszeiten sind unregelmässig. Die Anstellung erfolgt durch eine Kirchgemeinde, in Absprache mit dem Bischof.

Weitere Informationen

Adressen

Information Kirchliche Berufe IKB
Abendweg 1
Postfach
6000 Luzern 6
Tel.: 041 419 48 39
URL: http://www.kirchliche-berufe.ch
E-Mail:

Theologische Hochschule Chur
Alte Schanfiggerstr. 7
7000 Chur
Tel.: 081 254 99 99
Fax: 081 254 99 98
URL: http://www.thchur.ch
E-Mail:

Theologische Fakultät der Universität Freiburg
Av. de l'Europe 20
1700 Freiburg
Tel.: 026 300 73 70
URL: http://www.unifr.ch/theo
E-Mail:

Theologische Fakultät der Universität Luzern
Frohburgstr. 3
Postfach 4466
6002 Luzern
Tel.: 041 229 52 00
URL: http://www.unilu.ch
E-Mail: