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Parfumeur/in

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Kategorien
Bildungstypen

Berufsfunktion / Spezialisierung

Berufsfelder

Chemie, Physik

Branchen

Chemie, Pharma, Biotechnologie - Wellness und Schönheit

Swissdoc

0.541.2.1

Aktualisiert 15.07.2015

Tätigkeiten

Entwickelt und komponiert im Labor neue Parfumdüfte. Arbeitet mit Pipette, Waage, Magnetrührer und hochempfindlichen technischen Geräten. Benutzt ausserdem den Computer als Hilfsmittel bei der Formelverarbeitung und -zusammenstellung sowie für administrative Arbeiten.
Dem Parfumeur, der Parfumeuse stehen heute nebst ca. 200 natürlichen Essenzen nochmals rund 2000 synthetische zur Verfügung. Diese stehen den natürlichen Düften qualitätsmässig und in den wichtigsten Eigenschaften in nichts nach. Von ihnen kennt der Parfumeur, die Parfumeuse nicht nur den Geruch, sondern auch andere wichtige Eigenschaften (Reaktion in Kombination mit anderen Essenzen, Haltbarkeit, Hitzeverträglichkeit, Verflüchtigungsgrad, Hautverträglichkeit). Mit diesem Duftgedächtnis muss er/sie kreativ umgehen können, d.h. aus der grundsätzlich passiven Nase ein aktives Instrument machen und die Substanzen immer wieder trainieren. Parfumeure riechen dabei mit allen Sinnen und sind in der Lage, alle Sinneseindrücke in Düfte umzuwandeln. Ausgeprägte musische Fähigkeiten und Aufgeschlossenheit für Schönheit, Harmonie, Klänge, Bilder, die Natur und die Menschen sind deshalb wichtige Wesenszüge.
Ein Parfüm setzt sich aus Kopf-, Herz- und Basisnote zusammen und kann je nach Art und Anteil der Grundbestandteile sehr verschiedene Duftnoten annehmen. Die wichtigsten Duftbausteine sind Blüten, Früchte, Gewürze, Rinde und Harz, Blätter, Gräser, Moose, Beeren, Wurzeln, tierische Sekrete und sogenannte Gourmand-Noten (Schokolade, Karamell, Zucker, Zuckerwatte, Honig, süsse Milch, Mandeln).
Manche Kunden habe konkrete Vorstellungen, wie ihr Parfüm schlussendlich riechen soll. Sie orientieren sich dabei an bekannten Duftkompositionen oder an sinnlichen Bildern, wie "ein Kornfeld in Frankreich über das der Mistral weht". Andere wiederum haben gar keine Vorstellungen und fordern den Parfumeur, die Parfumeuse auf: "Machen Sie mal was."
Aufgrund dieser Aussagen macht sich ein Team aus Parfumeuren an die Arbeit. Meist entwerfen mehrere Parfümspezialisten nebeneinander einen Duft. Bereits diese erste Phase der Kreierung ist sehr wettbewerbsorientiert, da klare marktwirtschaftliche Vorgaben in Bezug auf Kosten und Entwicklungszeit existieren. Flexibilität und Spontaneität sind deshalb sehr wichtig. Die so entstandenen Kreationen werden dann im Haus selektiert und evaluiert. Nur die Komposition des Gewinners, der Gewinnerin wird dem Kunden präsentiert und möglicherweise dann auch fässerweise produziert und abgefüllt.
Daneben werden Parfümdüfte auch in vielen Produkten verwendet. Hauptbereich sind Produkte für die Körperpflege und Genussmittel (Tee, Süssigkeiten, Zigarretten). Aber auch in Produkten der Haushaltsreinigung kommen Düfte vor. In der Produkteparfümierung soll jedoch nur der Gebrauch angenehmer gestaltet werden und die Duftstoffe die Wirkung der Produkte unterstreichen.
Im Zusammenhang mit einem neuen Parfüm muss der Parfumeur, die Parfumeuse detaillierte Dokumente bereitstellen. Dazu gehört einerseits das Sicherheitsdatenblatt, in dem festgehalten wird, wie der Duft gelagert, transportiert und eingesetzt werden muss. Die Spezifikation enthält andererseits verbindliche Aussagen über die physikalischen und chemischen Eigenschaften und kann auch Angaben zu bestimmten Inhaltsstoffen enthalten bzw. die Abwesenheit bestimmter Stoffe bescheinigen.

Ausbildung

Es gibt keine eidg. reglementierte Ausbildung.
Die Ausbildung erfolgt betriebsintern nach den Richtlinien der jeweiligen Firma und zwar grösstenteils nach dem Prinzip "learning by doing" im Labor. Hinzu kommen Theorieblöcke sowie Praxiseinsätze bei verschiedenen europäischen Vertretungen der Firmen.
Zu Beginn der Ausbildung werden die natürlichen und die synthetischen Riechstoffe kennen und zu unterscheiden gelernt. Der Parfumeur, die Parfumeuse macht sich vertraut mit der chemischen Beschaffenheit und den Geruchsqualitäten. Dabei lernt er/sie verschiedene Kompositionstechniken kennen, die nicht nur für die Feinparfümerie, sondern auch für die Gebrauchsparfümerie von Kosmetika, Haar- und Körperpflegemitteln, Haushaltsreiniger und weitere chemisch-technische Produkte verwendet werden. Die Schulung des Geruchssinnes und des Geruchsgedächtnisses nimmt dabei einen grossen Raum ein.
Ausbildungen werden auch im Ausland angeboten, zB vom Institut Supérieur International du Parfum, de la Cosmétique et de l'Aromatique Alimentaire ISIPCA in Versailles (F). Es muss eine anspruchsvolle Aufnahmeprüfung absolviert werden.
Vorgängig ist eine Ausbildung als Chemielaborant/in oder Drogist/in, ein Studium in Chemie, Biologie, Lebensmitteltechnologie oder Pharmazie sinnvoll.

Voraussetzungen

Anforderungen
  • gutes Geruchsgedächtnis, abstraktes Vorstellungsvermögen für Düfte, musische Begabung, ausgeprägte sinnliche Erlebnisfähigkeit, Geduld, Beharrlichkeit, Eigenständigkeit

Bemerkungen

Es gibt weltweit nur ca. 2000 Parfumeure. Wie viele jeweils ausgebildet werden, richtet sich nach dem konkreten Bedarf. Hersteller von Parfüms oder Haushaltchemikalien stellen meist keine eigenen Parfumeure an, sondern vergeben entsprechende Aufträge an Dufthersteller. Diese arbeiten oft weltweit. Deshalb besteht die Möglichkeit, auch in ausländischen Niederlassungen eingesetzt zu werden.

Weitere Informationen

Adressen

Institut superieur international du Parfum, Versailles F
3000 Bern
URL: http://www.isipca.fr