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Hebamme: Laufbahnbeispiele

Porträts von Absolvent/innen mit Abschluss in Hebamme.

Hebamme

Hebamme in einem Geburtshaus und freiberuflich: Stephanie Kellerhals

Symbolbild Baby, © Bild von ThorstenF auf Pixabay
Symbolbild Baby, © Bild von ThorstenF auf Pixabay
Hebamme im Geburtshaus

«Der Berufseinstieg gestaltete sich für mich einfach.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2020 bis heuteHebamme auf der Wochenbettabteilung im Geburtshaus Matthea in Basel
Seit 2019 – heuteFreiberufliche Hebamme in der Wochenbettbetreuung
2018 – 2019Praxisleitung und Hebamme in einer Frauenklinik in Guatemala
2012 – 2018Verschiedene Stellen als Hebamme in mittelgrossen Spitälern
2010 – 2012Bachelor in Hebamme, Berner Fachhochschule (verkürztes Studium wegen Erstausbildung zur Pflegefachfrau HF)
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite mit einem 50%-Pensum als Hebamme auf der Wochenbettabteilung eines Geburtshauses und weitere 50% als freiberufliche Hebamme in der Wochenbettbetreuung. Wenn ich im Geburtshaus arbeite, arbeite ich entweder 13 Stunden im Tag- oder Nachdienst. Zu meinen Aufgaben gehört die Pflege und Überwachung der Neugeborenen wie baden, Hautverhältnis beobachten und entsprechend pflegen und auch die Beratung der Eltern bezüglich Massnahmen, die sie selber treffen können.

Pflegemassnahmen bei der Mutter gehören ebenfalls dazu, beispielsweise durch Wickel oder Bauchmassagen verabreichen, Dammnähte oder Kaiserschnittnarben begutachten und Pflegemassnahmen einleiten. Weiter berate und unterstütze ich die Mütter in Bezug auf das Stillen, richte Mahlzeiten an und erledige administrative Arbeiten im Büro.

Im Rahmen meiner Freiberuflichkeit gehe ich zu den Familien nach Hause, wiege die Neugeborenen und instruiere die Mütter beim ersten Bad des Babys. Zusammen schauen wir, welche Körperpflege für das Baby am besten ist. Ich unterstütze die Mütter beim Stillen und vor allem beantworte ich ganz viele Fragen der frischgebackenen Eltern. Nach der Arbeit dokumentiere ich zu Hause am Computer die Hausbesuche und erledige weitere administrative Arbeiten, etwa Materialbestellungen.

Berufseinstieg

Der Berufseinstieg gestaltete sich für mich einfach: ich wurde von einem früheren Praktikumsplatz angefragt, ob ich Interesse habe und habe im Gebärsaal in einem mittelgrossen Spital angefangen. Anfangs hatte ich Respekt vor der Verantwortung und brauchte etwa ein Jahr Zeit, bis ich mich im Gebärsaal sicher fühlte.

Tipps

Der Arbeitsmarkt ist sehr stabil, daher sollte man in der Regel keine grossen Probleme haben, eine Stelle zu finden. Ein Tipp könnte sein, nach dem Studium in einem mittelgrossen Spital zu arbeiten. Dadurch bekommt man in verschiedene Bereiche Einblick, kann genügend Erfahrungen sammeln und ist dadurch besser gewappnet für den Umgang mit Komplikationen. Ich selber habe es so gemacht; für mich hat es gut funktioniert. Das ist aber auch eine Typfrage. Generell kann man auch an einem Ort einsteigen, wo es einen hinzieht. Entspricht es einem nicht, kann man immer noch wechseln.

Hebamme im Kantonsspital Aarau: Hendrik Rogner

Symbolbild Geburt
Symbolbild Geburt, © Bild von pexels auf Pixabay
Symbolbild Geburt

Symbolbild Geburt, © Bild von pexels auf Pixabay

Hebamme auf der Geburtenabteilung:

«Nur in wenigen Einzelfällen äussern Klientinnen, dass sie nicht von einem Mann betreut werden möchten und das betrifft dann meistens auch männliche Vertreter anderer Gesundheitsberufe.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2019 bis heuteDiplomierte Hebamme auf der Geburtenabteilung des Kantonsspitals Aarau
2015 – 2019Bachelor in Hebamme, Berner Fachhochschule BFH
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Hebamme auf der Geburtenabteilung im Kantonsspital Aarau. Da Geburten nicht planbar sind, verläuft jeder Tag komplett anders und ist bis zum Ende des Dienstes kaum absehbar. Zu Beginn des Dienstes erhalten wir einen Rapport vom Team des vorherigen Dienstes und teilen uns ein. Zu den Aufgaben während eines Dienstes gehören zum Beispiel die Betreuung einer gebärenden Frau und Entbindung des Kindes sowie die Nachbetreuung nach der Geburt.

Wir führen zudem geplante und notfallmässige Schwangerschaftskontrollen durch oder nehmen Frauen auf die Pränatalstation auf, beispielsweise wegen vorzeitigen Wehen. Weitere Aufgaben können sein: Überwachung von Hochrisikopatientinnen in instabilen Situationen, Begleitung einer Frau mit Kaiserschnitt im Operationssaal und Entgegennahme des Kindes oder Begleitung von Frauen in Verlustsituationen wie Fehlgeburt, Totgeburt oder Schwangerschaftsabbruch.

Es kann auch vorkommen, dass wir mit den Rettungssanitätern zusammen ausfahren müssen, z.B. zu einer ungeplanten Hausgeburt. Auch die Geburtsdokumentation und weitere administrative Arbeiten gehören zu meinen Aufgaben. Inzwischen wurde ich auch auf der Wöchnerinnenstation eingeführt. Es ist geplant, dass ich von nun an zwischen beiden Stationen regelmässig rotieren kann. Dass ich ein Mann bin, ist bei den Klientinnen bzw. deren Partnern nur selten ein Thema. Nur in wenigen Einzelfällen äussern Klientinnen, dass sie nicht von einem Mann betreut werden möchten und das betrifft dann meistens auch männliche Vertreter anderer Gesundheitsberufe.

Berufseinstieg

Da ich gleich beim selben Arbeitgeber bleiben konnte, bei dem ich mein Abschlusspraktikum absolviert hatte, fiel mir der Berufseinstieg sehr leicht. Da Hebammen im Moment sehr gefragte Fachkräfte sind, habe ich auch von meinen ehemaligen Studienkolleginnen bis jetzt von niemandem gehört, Mühe beim Übergang ins Berufsleben gehabt zu haben.

Tipps

Fürs Studium: Das Selbststudium ist sehr wichtig und sollte nicht aufgeschoben werden. Wenn man aber jeden Tag nach der Schule gleich zu Hause ein bisschen aufarbeitet, kommt man gut damit durch. Und für die Praktika ist es hilfreich, eine gewisse Offenheit mitzubringen: Vieles läuft in der Praxis anders ab als in der Theorie und unterscheidet sich generell von Betrieb zu Betrieb. Dies ist eine Chance, um viele verschiedene Gesichtspunkte und Vorgehensweisen kennen zu lernen, um dann mit der Zeit seine eigenen Ansichten und Arbeitsweisen zu entwickeln.

Für den Berufseinstieg: Ich empfehle, sich frühzeitig (d.h. im letzten Studienjahr) Gedanken zu machen wo man hinmöchte und sich rechtzeitig zu bewerben. Das Annehmen einer Stelle als Dipl. Hebamme ist auch in den letzten Monaten der Ausbildung meist schon möglich.



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