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Psychologie: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Psychologie.

Psychologie

Psychotherapeutin in einer Universitätsklinik: Stefanie Urech

Stefanie Urech: Psychologin
© Stefanie Urech
Psychotherapeutin in einer Universitätsklinik

«Die Arbeit ist vielfältig und beinhaltet neben Einzeltherapien auch immer wieder Familiengespräche und Gruppentherapien.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2018–2020Psychologin, Verhaltenstherapie-Ambulanz UPK Basel (80%)
2017–2018Assistenzpsychologin, Verhaltenstherapie-Ambulanz UPK Basel (100%)
2016–2020Postgraduale Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Psychotherapie mit kognitiv-behavioralem Schwerpunkt
2016Psychologin, Tagesklinik in Langenthal (80%)
2016Masterabschluss in Psychologie (Vertiefung Klinische Psychologie und Neurowissenschaften), Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Zurzeit arbeite ich zu 80% an der Verhaltenstherapie-Ambulanz der UPK Basel. Meine Arbeit umfasst primär die Bereiche Diagnostik und Psychotherapie. Die Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Angststörungen, Zwangsstörungen, affektiven Störungen und Persönlichkeitsstörungen. Die Arbeit ist vielfältig und beinhaltet neben Einzeltherapien auch immer wieder Familiengespräche und Gruppentherapien. Zudem habe ich die Möglichkeit, mich an Forschungsprojekten zu beteiligen. Die Arbeit in einer Ambulanz schätze ich sehr, da ich einerseits sehr selbstständig arbeiten kann und mich trotzdem jederzeit mit dem Team austauschen kann. Ab kommenden Herbst werde ich dann als leitende Psychologin Verhaltenstherapie neu stationär arbeiten.

Berufseinstieg

Bereits während des Masterstudiums bewarb ich mich auf verschiedene Stellen. Ich erhielt eine erste Stelle in einer Tagesklinik, in der ich bereits während meines Studiums ein längeres Praktikum absolviert habe. Gleichzeitig begann ich einen postgradualen Studiengang in Psychotherapie. Die Weiterbildung gab, neben der fachlichen Ausbildung auch viel Raum für Austausch mit anderen in der gleichen Situation. Das hat mir persönlich immer sehr geholfen. Seit 2017 bin ich nun an der Verhaltenstherapie-Ambulanz der UPK Basel, wo ich zunächst mit einer Assistenzpsychologie-Stelle anfing und im Anschluss eine Festanstellung erhielt. Neben der therapeutischen Tätigkeit erhielt ich hier auch die Möglichkeit, mich an Forschungsprojekten zu beteiligen.

Tipps

Es ist meines Erachtens sehr hilfreich und wertvoll, bereits während des Studiums Praktika zu absolvieren. Dies einerseits, um herauszufinden, in welche Richtung es nach dem Studium gehen soll. Andererseits ist es meiner Erfahrung nach aber auch oft so, dass man schon im Rahmen eines Praktikums sein Netzwerk erweitern und so seine Chancen auf eine Anstellung erhöhen kann.

Leitender Psychologe in einem Schul- und Berufsbildungsheim: Karl Brühwiler

Karl Brühwiler
© Karl Brühwiler

«Oft haben die Probleme der Jugendlichen eine lange Geschichte und sind nicht von "heute auf morgen" entstanden. In der Psychotherapie kann man diesen Schwierigkeiten auf den Grund gehen und vieles verändern.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2017 bis heuteLeitender Psychologe/Psychotherapeut beim Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn (100%)
2012–2017Psychologe bei der Jugendberatungsstelle "samowar" (85%)
2011–2015Postgraduale Weiterbildung in Integrativer Körperpsychotherapie (IBP)
2011–2012Assistenzpsychologe Privatklinik Aadorf (100%)
2010–2013Psychologielehrer an der "Neuen Schule Zürich" (20%)
2010Wissenschaftlicher Mitarbeiter "Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik" (20%)
2006–2007Praktikum in Aufsuchender Jugendarbeit bei der Firma "Ajuga" (Plattform Glattal) (50%)
2004–2011Studium der Psychologie an der Universität Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich bin als Leitender Psychologe im Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn tätig. Meine Aufgabe ist es, die psychotherapeutische Betreuung der uns anvertrauten Jugendlichen sicherzustellen, die bei uns ihren Schulabschluss oder ihre Ausbildung machen, und auch selbst Jugendliche psychotherapeutisch zu begleiten. Zusammen mit dem Jugendlichen, meinem Team, den anderen Fachpersonen in Albisbrunn und den Behörden, welche die Jugendlichen bei uns anmelden, wird vereinbart, ob eine Psychotherapie Sinn macht und durchführbar ist.

Die Gespräche mit den Jugendlichen finden in der Regel einmal wöchentlich statt. Sie drehen sich oft um alltägliche Dinge, die Jungs in der Pubertät beschäftigen (Beziehungen, Identität, schulische Leistung etc.). Hierbei werden auch psychische Probleme besprochen und psychische Störungen wie Angststörungen, Depressionen oder ADHS behandelt. Oft haben die Probleme der Jugendlichen eine lange Geschichte und sind nicht von "heute auf morgen" entstanden. In der Psychotherapie kann man diesen Schwierigkeiten auf den Grund gehen und vieles verändern.

Neben der Leitung des Therapieteams und der Behandlung von Jugendlichen habe ich noch andere Aufgaben. Zum Beispiel organisiere ich Probezeiten von Jugendlichen im Albisbrunn oder arbeite an der Webseite mit. Was mir an meinem Job wirklich gut gefällt, ist die Arbeit mit den Jungs und die Vielfältigkeit, die eine grosse Institution wie das Albisbrunn bieten kann. Jeder Tag bringt ganz viel Neues mit sich und es wird einem nie langweilig.

Berufseinstieg

Direkt nach dem Studium war es nicht ganz einfach, eine Stelle zu finden. Persönliche Kontakte haben mir ein Vorstellungsgespräch für meine erste Vollzeitstelle als Psychologe ermöglicht. Es ist wichtig zu wissen, dass man die Stelleninserate nicht zu wörtlich nehmen muss. Oft wird ein Bild von einem Wunschkandidaten beschrieben, welches von gar keinem Bewerber richtig erfüllt wird. Mir hat es immer sehr geholfen, mich mutig und originell zu bewerben und mein Netzwerk zu nutzen, das ich grösstenteils während des Studiums aufgebaut habe. Die Noten des Studiums waren sekundär, viel mehr achtet man bei Psychologinnen auf die Persönlichkeit.

Tipps
  • Eigenes Netzwerk aufbauen, pflegen und nutzen
  • Sich selbstbewusst auch um Stellen bewerben, für die man nicht alle Anforderungen erfüllt
  • Spezialthemen früh finden und möglichst viel Wissen aufbauen
  • Soziale Netzwerke wie LinkedIn oder Xing nutzen
  • Sich selbst "googeln"
  • Sich bewusst sein, dass es im Bereich Klinische Psychologie oftmals mehr um Softskills, Teamkonstellation, Persönlichkeit und Überzeugungskraft geht als um Noten und Diplome
  • Bei Absagen nach einem Gespräch unbedingt nochmals den Kontakt zur Gesprächspartnerin und einen offenen Austausch suchen, um mehr über die Gründe herauszufinden.
  • Zweifel wie "Kann ich das überhaupt alles?" sind ganz normal. Meistens relativieren sich diese bei der ersten Stelle.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin an einem Berufsinformationszentrum: Regula Zahno

Regula Zahno
Regula Zahno, © Kanton Basel-Stadt
Laufbahnberaterin an einem Berufsinformationszentrum (BIZ)

«Die Arbeit als Berufs- Studien- und Laufbahnberaterin ist sehr vielfältig.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2018–heuteBerufs-, Studien- und Laufbahnberaterin bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt (80%)
2017–2019Postgraduale Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Psychology of Career Counseling and Human Resources Management, Universitäten Bern und Freiburg
2017–2018Studienberaterin in Ausbildung bei der Studienberatung Basel (50%) und versch. Nebenjobs
2016Praktikantin bei der Studienberatung Basel (100%)
2016Masterabschluss in Psychologie mit Vertiefung in Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie, Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Die Arbeit als Berufs- Studien- und Laufbahnberaterin der Berufs- Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt ist sehr vielfältig. Folgende Aufgabengebiete gehören unter anderem zu meinen Tätigkeiten: Einzelberatungen von Jugendlichen und Erwachsenen in Berufswahl-, Studienwahl- und Laufbahnfragen, Kurzberatungen von Jugendlichen und Erwachsenen in der Infothek, Schulhaussprechstunden für Schülerinnen und Schüler in Sekundarschulen, Elternveranstaltungen und Klassenveranstaltungen im Berufsinformationszentrum. Regelmässig finden zudem Teamsitzungen, Intervisionen und Fachaustausche statt. Des Weiteren arbeite ich in verschiedenen Arbeits- und Fachgruppen mit.

Berufseinstieg

Ich habe mich noch während des Masters in Psychologie für ein Praktikum in der Studienberatung Basel beworben und konnte dann direkt im Anschluss an meinen Masterabschluss dieses Praktikum beginnen. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit während der postgradualen Weiterbildung CC&HRM in Laufbahn- und Personalpsychologie befristet dort weiterzuarbeiten.

Nach ungefähr der Hälfte der Weiterbildung hatte ich die Möglichkeit bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt eine Mutterschaftsvertretung zu übernehmen, woraufhin ich während der Einarbeitungszeit zuerst parallel an beiden Orten jeweils niedrigprozentig gearbeitet habe und dann, um die Vertretung zu übernehmen, ganz zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt gewechselt habe. Im vergangenen Sommer habe ich die postgraduale Weiterbildung abgeschlossen und habe nun seit Anfang August eine Festanstellung bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt.

Tipps

Praktika während dem Studium sind sehr hilfreich, um herauszufinden, in welche Richtung man nach dem Studium gehen möchte. Bereits während des Studiums mit dem Aufbau eines Netzwerkes zu beginnen, welches dann laufend erweitert werden kann, ist sehr wertvoll und kann beim Einstieg in die Berufswelt sehr unterstützend sein.

Fachpsychologe für Rechtspsychologie: Roland Sanwald

Roland Sanwald
© Roland Sanwald
Roland Sanwald

© Roland Sanwald

Leitender Psychologe in der Kinder- und Jugendforensik

«Die Kinder- und Jugendforensik hat sicher Zukunft, weil Gutachten über schwierige Jugendliche oder Familiensituationen immer mehr gefragt sind.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2020 bis heuteLeitender Psychologe, Kinder- und Jugendforensik, UPD (Universitäre psychiatrische Dienste) Bern (80%)
2018–2020Psychologe, Praxis für Forensik und Psychotherapie GmbH, Solothurn
2012–2017Psychologe des Fachbereichs Kinder- und Jugendforensik, Kinder- und Jugendpsychiatrie Solothurn, Solothurner Spitäler AG
2012–2015Zertifikatslehrgang der Schweizerischen Gesellschaft für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie SGFP; Fachpsychologe für Rechtspsychologie FSP
2007–2011Psychologe im Wohn- und Schulheim Sonnegg, Belp
2005–2007Psychologe der substitutionsgestützten Behandlung, Fachbereich Sucht, psychiatrische Dienste des Kantons Solothurn, Solothurner Spitäler AG
2004–2008Therapieausbildung in systemischer Therapie; Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut
2003–2005Postgraduierten-Stelle Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuhaus, UPD Bern
2003Lizentiat Kinder- und Jugendpsychologie, Pädagogik und Psychopathologie, Universität Bern
Jetzige Tätigkeit

Als leitender Psychologe der Kinder- und Jugendforensik der UPD Bern leite ich ein Team von acht Psychologinnen und Psychiatern an. Die Kinder- und Jugendforensik der UPD Bern schreibt Gutachten für Behörden und Gerichte, bietet Therapie für delinquente und verhaltensauffällige Jugendliche sowie  Beratung für Eltern in Trennung und Scheidung an. Meine Hauptaufgabe ist, die Gutachten, welche meine Mitarbeitenden verfassen, mit ihnen zu besprechen, sie im Verfassen der Gutachten anzuleiten und die Gutachten gegenzulesen und als hauptverantwortlicher Gutachter mitzuunterzeichnen. Ich nehme auch Aufträge für neue Gutachten entgegen und verteile sie im Team. Daneben verfasse ich auch selber Gutachten im Auftrag von Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, Gerichten oder Jugendanwaltschaften.

Es geht in den Gutachten darum, den Behörden oder Gerichten Empfehlungen zu machen, was beispielsweise ein Jugendlicher, welcher Delikte begangen hat, braucht, damit er in Zukunft keine Delikte mehr begeht und sich in die Gesellschaft integrieren kann. Das kann etwa die Empfehlung für einen Heimaufenthalt oder für eine Therapie sein. Oder es geht bei Scheidungsverfahren darum, Empfehlungen abzugeben, bei welchem Elternteil die Kinder am besten aufgehoben sind.
Die Arbeit gestaltet sich sehr abwechslungsreich: Ich fasse im Büro Akten zusammen, führe Gespräche mit den Beteiligten (Kinder, Eltern, Fachpersonen) im Büro oder am Telefon, mache Interaktionsbeobachtungen und teilweise Hausbesuche und schreibe dann das Gutachten im Büro. Die Aufgabe ist auch sehr verantwortungsvoll, weil durch die Gutachten wesentlich Eingriff ins Leben der Betroffenen genommen wird. Es ist für mich also wichtig, dass meine Gutachten und jene meiner Mitarbeitenden wirklich gut begründet sind und ich dahinterstehen kann.

Die Kinder- und Jugendforensik ist noch ein relativ junges Fachgebiet und noch nicht viele Leute arbeiten darin. Es hat aber sicher Zukunft, weil Gutachten über schwierige Jugendliche oder Familiensituationen immer mehr gefragt sind. Mir gefällt der analytische Aspekt der Arbeit sehr, das Tragen der Verantwortung ist teilweise aber nicht ganz einfach. Man muss nach der Arbeit sicher gut abschalten und sich gut abgrenzen können.
An meiner Arbeit gefällt mir die Zusammenarbeit und Anleitung meiner Mitarbeitenden und die Leitung des Teams sehr. Die zwischenmenschlichen Kontakte machen Spass und ich habe das Gefühl, dass ich jüngeren Psychologen und Psychologinnen weiterhelfen und ihre Kompetenz erweitern kann. Mir gefällt, dass es sich um eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit handelt.

Berufseinstieg

Weil ich während dem Studium schon Praktika und Jobs im Bereich von Therapie mit Kindern und Jugendlichen machte, fand ich nach dem Studium gleich eine Postgraduiertenstelle in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Geholfen hat aber sicherlich auch, dass ich eine Kollegin hatte, welche schon dort gearbeitet und mich empfohlen hat. Im Anschluss eine „richtige“ Stelle als Psychologe zu finden, war nicht ganz so einfach. Ich wusste auch noch nicht so recht, in welche Richtung ich in diesem breiten Berufsfeld gehen wollte. Über die Arbeit im Suchtbereich und später mit verhaltensauffälligen Jugendlichen kam ich mehr in den forensischen, also dem gerichtlichen Zweck dienenden Bereich. 2012 fand ich dann nach einer halbjährigen Weltreise eine Stelle im Bereich Kinder- und Jugendforensik, in dem ich seither arbeite.

Tipps

Wenn man im Berufsfeld der Psychologie arbeiten will, ist Interesse am Menschen sicherlich Grundvoraussetzung. Es sollte einen interessieren, wie Menschen funktionieren, was sie motiviert, wie sie denken und fühlen. Im forensischen Bereich darf man sich auch nicht davor scheuen, die etwas schwierigeren Seiten des Menschseins kennen zu lernen. Es ist aber sehr bereichernd, die ganzen Facetten des Menschseins erleben zu können. Daher ist Neugier sicherlich wichtig.
Weil die Arbeit im forensischen Bereich viel Erfahrung benötigt, empfehle ich, sich schon während dem Studium für Praktika und Jobs in diesem Bereich zu bemühen. Hilfreich ist immer, wenn man schon jemanden kennt, der oder die das macht. Ich empfehle, keine falschen Hemmungen zu haben und die Beziehungen zu nutzen! Ansonsten einfach zum Telefonhörer greifen und kantonale Stellen oder private Praxen im Bereich der forensischen Psychologie oder Psychiatrie anrufen, ob ein Praktikum oder Job möglich ist.

Wenn der Einstieg in den forensischen Bereich nicht direkt möglich ist, kann man gut auch zuerst im psychotherapeutischen oder psychiatrischen Bereich arbeiten und immer wieder nach Möglichkeiten suchen, in den forensischen Bereich zu wechseln. Die klinische Erfahrung hilft einem bei den Begutachtungen sehr.

Sehr geholfen hat mir, dass ich direkt nach dem Studium mit der Therapieausbildung begonnen habe und danach dann auch eine Ausbildung im forensischen Bereich gemacht habe. Man muss zu Beginn etwas investieren, es lohnt sich aber, weil man mit den entsprechenden Zusatzqualifikationen dann auch leichter an gute Arbeitsstellen kommt.

Psychologin auf einer Hochschul-Beratungsstelle: Chantal Jaussi

Chantal Jaussi
© Chantal Jaussi
Psychologin auf einer Beratungsstelle

«Ich unterstütze und berate die Ratsuchenden bei Fragen zur Studienwahl, bei der Verbesserung des Lern- und Arbeitsverhaltens, im Prozess des Berufseinstiegs und bei persönlichen Schwierigkeiten.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2020Systemische Psychotherapieweiterbildung am Zentrum für systemische Therapie und Beratung (ZSB) Bern
Seit 2014Psychologin bei der Beratungsstelle der Berner Hochschulen, Bern (60%)
2008 bis 2014Berufsberaterin bei der Sozialversicherungsanstalt (SVA) Zürich (60-90%)
2009–2011Postgraduale Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Psychology of Career Counseling and Human Resources Management, Universitäten Bern, Zürich und Freiburg
2008Praktikum bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung im BIZ Bern (80%)
2006–2008Forschungsassistentin in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds der Frauenklinik des Inselspitals Bern (50%) sowie bei der Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit, Bern (50%)
2006Masterabschluss in Psychologie an der Universität Bern mit den Schwerpunkten Entwicklungspsychologie, Entwicklungsstörungen und Sozialpsychologie
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Psychologin für die Beratungsstelle der Berner Hochschulen. Hier bieten wir für Studierende und Mitarbeitende der Berner Hochschulen kostenlose Beratungsdienstleistungen mit einer sehr breiten Palette von Fragestellungen und Themen an. Ich unterstütze und berate die Ratsuchenden bei Fragen zur Studienwahl und –gestaltung, bei der Verbesserung des Lern- und Arbeitsverhaltens (z.B. bei der Erarbeitung von geeigneten Lernmethoden, im Umgang mit Prüfungsangst oder dem Zeitmanagement), im Prozess des Berufseinstiegs (z.B. durch Hilfestellungen bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen, Üben von Vorstellungsgesprächen) und bei persönlichen Schwierigkeiten (z.B. Umgang mit Stress, Einsamkeit) und bei Konflikten (z.B. mit Vorgesetzten).

Häufig ist eine Beratung bei mir nach einer bis zwei Sitzungen abgeschlossen. Manchmal begleite ich aber auch längere Prozesse über mehrere Wochen oder Monate. Als Ergänzung zur Beratungstätigkeit biete ich für die Studierenden Workshops zum Berufseinstieg und zum wissenschaftlichen Schreiben an, arbeite bei Projekten für unsere Webseite oder unseren Social-Media-Auftritt mit und engagiere mich in der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Bekanntmachung unseres Angebots bei Studienbeginn). Schliesslich supervisiere ich unsere Praktikantin (Psychologiestudierende) während ihrem Jahrespraktikum.

Berufseinstieg

Nach der Abgabe meiner Masterarbeit erhielt ich das Angebot, die Forschungstätigkeit in einem angrenzenden Themengebiet zu vertiefen und ein Doktorat anzustreben. Während der zwei Jahre als Forschungsassistentin wurde für mich deutlich, dass meine zentralen Kompetenzen und beruflichen Ziele in der Beratung liegen, weshalb ich mich gegen das Doktorat entschied und die Stelle aufgab.

Im Rahmen eines BNF-Assistenzprojekts (nationales Förderprogramm für stellensuchende AkademikerInnen; arbeitsmarktliche Massnahme des RAV) konnte ich ein Praktikum bei der Berufsberatung im BIZ Bern absolvieren und fand im Anschluss meine erste Stelle als Berufsberaterin bei der IV-Stelle der SVA Zürich.

Während dieser Anstellung absolvierte ich die postgraduale Weiterbildung CC&HRM in Laufbahn- und Personalpsychologie und pendelte jeweils von Bern nach Zürich. Als Mutter von drei Kindern ist mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr wichtig und so entschied ich mich, eine Stelle in meinem Wohnort zu suchen. So kam es, dass ich nun bei der Beratungsstelle der Berner Hochschulen arbeite. Bei dieser Stelle schätze ich es besonders, dass ich mich nun ergänzend zu meinem Profil als Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin auch noch im therapeutischen Bereich weiterbilden und beruflich entwickeln kann.

Tipps
  • Immer wieder mit anderen Menschen Gespräche über ihren Beruf und ihren Arbeitsalltag führen, um ein konkreteres Bild vom Arbeitsmarkt zu erhalten.
  • Während des Studiums eine Liste mit interessanten Arbeitgebenden beginnen und diese laufend ergänzen sowie deren Jobangebote beobachten.
  • Sich bei Bedarf im Bewerbungsprozess von einer Fachperson begleiten lassen, um z.B. Vorstellungsgespräche in Rollenspielen zu üben, ein Feedback zu den Bewerbungsunterlagen zu erhalten und Unterstützung bei Rückschlägen/Absagen zu erfahren.

Verkehrspsychologin, selbstständige Gutachterin: Rahel Bieri

Rahel Bieri
© Rahel Bieri
Rahel Bieri

© Rahel Bieri

Gutachterin im Bereich Verkehrspsychologie

«Die gutachterliche Tätigkeit ist extrem vielfältig, da sie Kenntnisse und Kompetenzen aus
verschiedenen Bereichen der Psychologie voraussetzt.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2009 bis heuteGutachterin im Bereich Verkehrspsychologie
2016Erwerb Titel Fachpsychologin für Rechtspsychologie FSP
2015–2016Risk Profiler, Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
2014Doktorat in Health Sciences (Neurosciences), Universität Bern
2013Erwerb Titel Fachpsychologin für Verkehrspsychologie FSP
2008Master of Science in Psychology, Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Seit dem Jahr 2009 bin ich als verkehrspsychologische Gutachterin tätig, zu Beginn im Angestelltenverhältnis und seit 2010 selbstständig. Meine Auftraggeber sind Behörden, Institutionen und Privatpersonen. Mittlerweile führe ich Begutachtungsstellen an zwei Standorten und habe drei Angestellte.
Im Rahmen meiner Tätigkeit als verkehrspsychologische Gutachterin beurteile ich auf behördliche Anordnung die charakterliche und/oder kognitive (leistungsbezogene) Fahreignung von Personen.

Die charakterliche Fahreignung betrifft die Legalprognose im Bereich des Strassenverkehrs, das heisst, ob die Betroffenen willens und in der Lage sind, sich den geltenden Gesetzen unterzuordnen. Zur Beurteilung der charakterlichen Fahreignung studiere ich zunächst die Vorakte und die Begutachtung, bestehend aus einem explorativen Interview und einer psychometrischen Datenerhebung. Die eigentliche Begutachtung dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden, je nach Komplexität der Fragestellung. Nach erfolgter Begutachtung verfasse ich ein ausführliches Gutachten zur Beantwortung der Fragestellung.

Die kognitive Fahreignung hängt hingegen mit den neuropsychologischen Voraussetzungen zum Führen von Motorfahrzeugen zusammen. Auch hier studiere ich zuerst die Akte, um die Problematik einzugrenzen. Bei kognitiven Fahreignungsabklärungen steht die Erfassung von verkehrsrelevanten kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder visuell-räumliches Denken  im Vordergrund. Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem die Erfassung allfälliger Strategien zum Ausgleich von vorhandenen Defiziten, zum Beispiel Kompensationsstrategien. Diese erfolgt im Gespräch. Auch die Frage nach der kognitiven Fahreignung wird in Form eines Gutachtens zuhanden der Behörde beantwortet.

Die gutachterliche Tätigkeit ist extrem vielfältig, da sie Kenntnisse und Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen der Psychologie voraussetzt, darunter vor allem Rechtspsychologie, Neuropsychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie und Testpsychologie. Nebst der gutachterlichen Tätigkeit im engeren Sinne beinhaltet meine Arbeit auch Kontakte mit Anwälten und Behörden sowie das Verfassen von Stellungnahmen zu früheren Gutachten im Rahmen von Rekursverfahren.
Die Führung meiner Angestellten ist ebenfalls Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Gelegentlich halte ich auch Kurse und Fortbildungen zu Themen aus meinem Spezialgebiet und bin zudem als Supervisorin für andere Gutachter tätig. Weiter bin ich mit eigenen Projekten in der Forschung aktiv und begleite Forschungsprojekte von anderen Gruppen.

Berufseinstieg

Da ich neben Psychologie auch Betriebswirtschaftslehre studiert habe und nach dem Abschluss noch nicht genau wusste, in welche Richtung ich mich beruflich bewegen wollte, habe ich zunächst eine Stelle im Bereich der Unternehmensberatung angetreten. In der Unternehmensberatung bin ich etwa ein Jahr lang geblieben und habe mir parallel Gedanken zu meiner weiteren beruflichen Ausrichtung gemacht. Mir wurde klar, dass ich gutachterlich und wissenschaftlich tätig sein wollte, weshalb ich ab 2009 eine Stelle als Gutachterin und ab 2011 ein Doktorat an der Universität Bern angetreten habe.

Ausschlaggebend für die Aufnahme in das Doktoratsprogramm war, dass ich bereits während meines Studiums publizieren und so einen gewissen Leistungsausweis im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens vorweisen konnte. Während des Studiums habe ich immer gearbeitet und auch mehrere längere Praktika absolviert, die aber nicht in meinem jetzigen Tätigkeitsbereich lagen. Ideal wäre sicher, wenn man bei der Bewerbung bereits einschlägige Erfahrung vorweisen könnte, offensichtlich kann der Einstieg aber auch mit bereichsfremden Praktika und Tätigkeiten klappen.

Tipps

Da die Anzahl Psychologieabsolventinnen und -absolventen jeweils hoch ist und entsprechend viel Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt herrscht, ist es wichtig, sich durch einen besonderen Leistungsausweis hervorzutun. Das kann in Form von sehr guten Noten, Auszeichnungen während des Studiums, Fremdsprachenkenntnissen oder der Mitwirkung an interessanten Forschungsprojekten geschehen. Ratsam ist auch, ein anspruchsvolles Nebenfach zu wählen und parallel zum Studium bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Praktika können ebenfalls hilfreich sein.

Polizeipsychologin bei einer Kantonspolizei

Symbolbild Polizei
Symbolbild Polizei, © Bild von Robert Marinkovic auf Pixabay
Psychologin bei einer Kantonspolizei

«Ich gebe den Polizistinnen die entsprechenden psychologischen Inputs, versuche Ihnen mögliche Vorgehensweisen aus psychologischer Sicht aufzuzeigen oder aufgrund der Informationen mögliche Verhaltensweisen der Zielperson zu entschlüsseln.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2019 bis heutePolizeipsychologin bei einer Kantonspolizei, 80%
2019Seminar in Kriminalistik an der Universität
2019–2020Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Verhandlungsgruppe der Kantonspolizei
2019Wissenschaftliche Mitarbeiterin der kantonalen Sicherheitsdirektion, Interventionsstelle für häusliche Gewalt
2017–2019Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kriminalprävention der Kantonspolizei
2016–2020Mitglied Krisenkompetenz (privatisiertes CareTeam)
2016–2018Mitglied CareTeam des Kantons
2016–2017Praktikantin, Kriminalprävention der Kantonspolizei
2016–2017CAS Gesundheitsförderung und Prävention MPH
2015Ausbildung zur Notfallpsychologin SBAP
2013–2016Pizzaiola
2012Masterabschluss in klinischer Psychologie
2009–heuteMitglied in der Milizfeuerwehr – heute im Kader
Jetzige Tätigkeit

Beim Psychologischen Dienst der Kantonspolizei sind wir spezifisch für die eigenen Leute zuständig. Also für Polizistinnen und Polizisten, aber auch für die zivilen Angestellten ohne Polizeistatus – wie auch wir es sind. Ich habe ein Büro, das etwas abseits liegt. So können Personen, die sich gerne beraten lassen möchten, ungesehen zu mir gelangen. Primär bin ich für Aufgaben in der Einsatzpsychologie zuständig, beispielsweise im Peerwesen oder auch in der Verhandlungsgruppe.

Ich gebe Polizisten, die verhandeln, die entsprechenden psychologischen Inputs, versuche Ihnen mögliche Vorgehensweisen aus psychologischer Sicht aufzuzeigen oder aufgrund der Informationen mögliche Verhaltensweisen der Zielperson zu entschlüsseln. Natürlich helfe ich auch bei den Übungen mit, damit es im Ernstfall dann auch klappt.
Die Peers sind Angehörige der Polizei, die ihren Kolleginnen nach schwierigen Ereignissen eine erste psychologische Unterstützung bieten. Ich wiederum unterstütze dann die Peers, wenn sie Fragen haben oder jemanden an mich weiterleiten. Das Peerwesen haben wir erst vor kurzem neu gegliedert. Da musste ich zuerst einmal ein zielführendes Konzept entwickeln. Auch solche Dinge gehören dazu. Genauso wie die Organisation von Weiterbildungen für die Peers.

Zusätzlich berate ich Mitarbeitende, die sich in schwierigen Situationen befinden. Unsere Türe steht allen Mitarbeitenden jederzeit offen. Dabei müssen wir sehr diskret vorgehen und auch innerbetriebliche Vorgänge und Zusammenhänge im Kopf haben; wir unterstehen strikte der beruflichen Schweigepflicht.
Ich unterstütze zudem bei der Ausbildung des Kaders: Es ist wichtig, dass angehende Chefinnen ein basales Wissen an psychologischen Phänomenen wie Stress, Resilienz, Burnout, Problemlösestrategien etc. kennen. Ebenfalls unterstütze ich bei der Rekrutierung neuer Polizeianwärter und –anwärterinnen. Manchmal kriegen wir auch den Auftrag für interne Assessments, wenn es beispielsweise um die Auswahl angehender Kader oder Mitglieder von Spezialeinheiten geht. Dabei können wir testpsychologische Unterstützung bieten.

Berufseinstieg

Ich kam über ein Praktikum zur Polizei – das war nicht so einfach zu finden. Ich wollte mich eigentlich zuerst direkt beim psychologischen Dienst der Kantonspolizei melden, da ich ja ausgebildete Psychologin war zu diesem Zeitpunkt. Aber dort waren sämtliche Posten besetzt wie auch die Praktika vergeben. Mit Glück kam ich jedoch zur Kriminalprävention der Kapo. Das war ein wirklich lässiger Einstieg! Besonders, da ich so das Polizeiwesen gut kennenlernen konnte. Mein damaliger Chef ermöglichte mir auch das "Reinschnuppern" in andere Abteilungen. Das war sehr wertvoll, da ich so das gesamte Konstrukt "Polizei" besser verstehen konnte – was für eine zivile Stelle in einem solchen Betrieb wirklich Gold wert ist.

Ich musste damals im Zug eine Stunde pendeln. Das war aufwändig und finanziell wenig interessant, da ich noch die GA-Kosten zu tragen hatte. Es hat sich aber sehr gelohnt! Ich denke, was mir zur jetzigen Position verhalf, war meine Erfahrung in Blaulichtorganisationen: Ich bin seit über 10 Jahren Mitglied der Milizfeuerwehr und kenne daher hierarchische Betriebe. Ich denke, an diesem Punkt kauen viele, wenn auf einmal alles hierarchisch geregelt ist. Damit muss man schon klarkommen können, wenn ein Nein ein Nein ist und keine Diskussionsmöglichkeit besteht. Psychologen sind sich das oft weniger gewohnt.

Tipps

Um ein Praktikum zu finden, muss man vermutlich breit denken. Bei der Polizei gibt es diese nicht gerade wie Sand am Meer. Das gesamte Feld der Polizeipsychologie ist allgemein sehr überschaubar. Vielleicht kann man sich erst bei einem Sozialdienst melden oder in einem anderen Amt. Wenn man zum Beispiel über die KESB oder eine andere Behörde einsteigt, kann dies erleichternd sein. Man kennt dann die Abläufe und einige der Themen, welche die Polizei betreffen, besser. Bereits im Studium Kurse zu Forensik, Kriminalistik oder Ähnlichem zu belegen wäre sicherlich sehr hilfreich.

Neuropsychologin in einem Kinderspital

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von Elisa Riva auf Pixabay
Neuropsychologin in einem Kinderspital

«Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, Kinder und Jugendliche hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen.»

Laufbahn
Fortbildungen und Tagungen zu Themen der Neuropsychologie und angrenzender Gebiete
Weiterbildung in Klientenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers
Neuropsychologin in einem Kinderspital
Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis
Doktorat in Psychologie
Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik
Clinical Trial Administrative in einem Pharmaunternehmen
Studium Psychologie (Schwerpunkte Klinische und Rehabilitationspsychologie sowie Pädagogische Psychologie)
Ausbildung zur Buchhändlerin
Jetzige Tätigkeit

Meine Arbeit als Neuropsychologin in einem Kinderspital gestaltet sich sehr vielfältig. Bei den Kindern und Jugendlichen, die zu mir kommen, ist eine Hirnfunktionsstörung bekannt oder sie wird vermutet. Die Ursache dafür kann eine Entwicklungsstörung oder eine so genannte „erworbene“ Hirnverletzung sein – wie z.B. nach einem Unfall, bei einem Hirntumor, nach einer Hirnblutung oder bei einer chronischen Erkrankung. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, die Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen.

Zur Diagnostik gehört auf der einen Seite die Durchführung von verschiedenen psychologischen und neuropsychologischen Testverfahren, um die kognitiven Leistungen zu erfassen. Das sind z.B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, visuo-konstruktive Leistungen oder Handlungsplanung. Ebenso wichtig wie diese Testverfahren sind aber auch die Verhaltensbeobachtung während der Untersuchung und beim Spiel, die Krankengeschichte, der Einbezug der Angaben der Eltern zur Entwicklung und zu aktuellen Stärken und Schwierigkeiten sowie die Beobachtungen der Lehrpersonen im Schulalltag. Neben den Kindern und Jugendlichen selbst habe ich bei meiner Arbeit also häufig Kontakt mit Eltern, Ärztinnen, Lehrern und verschiedenen Therapeutinnen.

Neben der Diagnostik besteht ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit in der Beratung der Eltern und Lehrpersonen und in der Durchführung oder Einleitung von Therapien oder anderen Hilfsmassnahmen. So führe ich bei manchen Kindern eine neuropsychologische Therapie durch oder ich empfehle andere pädagogische oder therapeutische Massnahmen wie zum Beispiel die Einleitung einer Frühförderungsmassnahme, Erziehungsberatung, heilpädagogische Förderung, Schulwechsel, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie oder auch Medikamente. In der neuropsychologischen Therapie können z.B. kognitive Funktionen trainiert werden (Restitution). Auch Strategien im Umgang mit kognitiven Einschränkungen können erarbeitet und eingeübt werden (Kompensation). Zu meinen weiteren Aufgaben gehören Patientenbesprechungen, Administratives, Teamsitzungen, aber auch die Beteiligung an Forschungsprojekten oder das Halten von Vorträgen.

Berufseinstieg

Berufserfahrung im Sinne von Arbeitserfahrung besass ich bereits, da ich ursprünglich eine Lehre zur Buchhändlerin gemacht hatte. Nach meinem Studium in Psychologie habe ich zuerst kurz in einem Pharmaunternehmen im Bereich „Clinical Trial Administrative“ gearbeitet. Anschliessend arbeitete ich als Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik und merkte, dass ich mich gerne forschend vertiefen möchte. Deswegen habe ich eine Dissertation in Psychologie angehängt. Nach dem Doktorat arbeitete ich zuerst als Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis bevor ich an meine jetzige Stelle wechselte.

Tipps

Wer sich neben der Arbeit mit den Menschen auch für die Forschung interessiert, findet in der Psychologie ein weites Feld an spannenden Forschungsschwerpunkten. Auch lassen sich Forschung und praktische Arbeit mit etwas Glück verbinden.

Schulpsychologin bei einem schulpsychologischen Dienst

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von ElisaRiva auf Pixabay


Schulpsychologin bei einem schulpsychologischen Dienst

«In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein.»

Laufbahn
Schulpsychologin, 80%
Weiterbildungen: Psychotherapeutische Ausbildung, systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung, Dissertation
Studium in Klinischer Psychologie mit den Nebenfächern Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters sowie Sonderpädagogik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite seit vier Jahren in einer 80%-Anstellung bei einem schulpsychologischen Dienst. An dieser Beratungsstelle unterstützen wir ratsuchende Kindergärtner/innen, Lehrpersonen, Eltern oder Schüler/innen bei Fragen und Problemen der Entwicklung, Erziehung und Schulung. In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein. Zusätzlich können Intelligenztests, Schulreifetests oder psychodynamische Testverfahren eingesetzt werden. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen erarbeite ich Massnahmen, wie die Situation eines Kindes oder Jugendlichen verbessert werden kann.

Ich schätze die Vielfalt meiner Tätigkeit. Jedoch ist es auch immer wieder sehr belastend, die mir gesetzten Grenzen zu akzeptieren, wenn beispielsweise Eltern nicht bereit sind, wichtige Massnahmen anzuerkennen oder aufgrund ihrer Lebensgeschichte nicht in der Lage sind, dem Kind ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Seit zwei Jahren bilde ich mich in psychoanalytischer Therapie weiter, schreibe nebenbei noch an meiner Dissertation und beginne demnächst eine systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung.

Berufseinstieg

Nach Abschluss meines Studiums erhielt ich zunächst nur eine zeitlich begrenzte Aushilfsstelle, erst später bekam ich eine 80%-Anstellung beim schulpsychologischen Dienst, bei dem ich nun seit vier Jahren tätig bin. Sowohl vor, als auch während meines Psychologiestudiums sammelte ich viele praktische Erfahrungen, unter anderem als Praktikantin bei einem schulpsychologischen und einem kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst, während eines dreimonatigen Aufenthalts in einem rumänischen Kinderheim sowie in einem internationalen Forschungsprojekt über Essstörungen. Nicht nur für die Stellensuche waren meine praktischen Erfahrungen sehr hilfreich.

Tipps

Wenn man mit Kindern arbeiten will, muss man sich bewusst sein, dass man auch mit den Eltern arbeitet und in ständigem Austausch mit ihnen steht. Auch sollte man Freude an  interinstitutioneller Zusammenarbeit haben und sich gut abgrenzen können.



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