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Psychologie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Psychologie.

Psychologie

Psychologin, schulpsychologischer Dienst

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von ElisaRiva auf Pixabay


Psychologin bei einem schulpsychologischen Dienst

«In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein.»

Laufbahn
Schulpsychologin, 80%
Weiterbildungen: Psychotherapeutische Ausbildung, systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung, Dissertation
tudium: Hauptfach: Klinische Psychologie;
Nebenfächer: Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters, Sonderpädagogik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite seit vier Jahren in einer 80%-Anstellung bei einem schulpsychologischen Dienst. An dieser Beratungsstelle unterstützen wir ratsuchende Kindergärtner/innen, Lehrpersonen, Eltern oder Schüler/innen bei Fragen und Problemen der Entwicklung, Erziehung und Schulung. In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein. Zusätzlich können Intelligenztests, Schulreifetests oder psychodynamische Testverfahren eingesetzt werden. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen erarbeite ich Massnahmen, wie die Situation eines Kindes oder Jugendlichen verbessert werden kann.
Ich schätze die Vielfalt meiner Tätigkeit. Jedoch ist es auch immer wieder sehr belastend, die mir gesetzten Grenzen zu akzeptieren, wenn beispielsweise Eltern nicht bereit sind wichtige Massnahmen anzuerkennen oder aufgrund ihrer Lebensgeschichte nicht in der Lage sind, dem Kind ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Seit zwei Jahren bilde ich mich in psychoanalytischer Therapie weiter, schreibe nebenbei noch an meiner Dissertation und beginne demnächst eine systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung.

Berufseinstieg

Sowohl vor, als auch während meines Psychologiestudiums sammelte ich viele praktische Erfahrungen, unter anderem als Praktikantin bei einem schulpsychologischen und einem kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst, bei einem dreimonatigen Aufenthalt in einem rumänischen Kinderheim sowie in einem internationalen Forschungsprojekt über Essstörungen. Nicht nur für die Stellensuche waren mir meine praktischen Erfahrungen sehr hilfreich. Nach Abschluss meines Studiums erhielt ich zunächst nur eine zeitlich begrenzte Aushilfsstelle, erst später bekam ich eine 80%-Anstellung beim schulpsychologischen Dienst, bei dem ich nun seit vier Jahren tätig bin.

Tipps

Wenn man mit Kindern arbeiten will, muss man sich bewusst sein, dass man auch mit den Eltern arbeitet und in ständigem Austausch mit ihnen steht. Auch sollte man Freude an  interinstitutioneller Zusammenarbeit haben und sich gut abgrenzen können.

Psychologin und Psychotherapeutin, Psychiatrische Klinik

Symbolbild Psychologie
Symbolbild Psychologie, © Bild von Tumisu auf Pixabay
Psychotherapeutin an einer Psychiatrischen Klinik und in einer Praxisgemeinschaft

«Meine Arbeit umfasst primär die Bereiche Abklärung, Beratung und Psychotherapie, wobei die Schwerpunkte zurzeit in der Behandlung von affektiven Störungen, von Angststörungen und von Essstörungen liegen.»

Laufbahn
Selbstständige Psychotherapeutin zu 60%
Psychotherapeutin an einer Universitätsklinik zu 30%
Weiterbildung: Postgradualer Studiengang in Psychotherapie
Studium: Kinder- und Jugendpsychologie; Nebenfächer: Sozialpsychologie, Psychopathologie
Jetzige Tätigkeit

Derzeit arbeite ich zu 30% an der Verhaltenstherapie-Ambulanz und bin zu 60% selbstständig in einer Praxisgemeinschaft tätig. Meine Arbeit umfasst nach wie vor primär die Bereiche Abklärung, Beratung und Psychotherapie, wobei die Schwerpunkte zurzeit in der Behandlung von affektiven Störungen, von Angststörungen und von Essstörungen liegen. Gelegentlich leite ich auch Kurse oder halte Referate. Ich mag meinen Beruf sehr, auch wenn sowohl die Selbstständigkeit, als auch die Arbeit am Institut Vor- und Nachteile hat. So bin ich in der eigenen Praxis meine eigene Chefin, aber auch Einzelkämpferin, in der Klinik schätze ich die Arbeit im Team, muss mich aber auch anpassen.

Berufseinstieg

Nach dem Abschluss meines Studiums der Kinder- und Jugendpsychologie erhielt ich eine befristete Postgraduate-Stelle bei einem kantonalen Jugendpsychologischen Dienst. Meine primären Aufgaben bestanden hier in der Beratung von Lernenden, Eltern Lehrmeister/innen und Berufsschullehrpersonen in Problemsituationen. Neben den Einzelberatungen und Therapien konnte ich zudem verschiedene Kurse mitleiten.
Sehr bald entschied ich mich dazu, einen postgradualen Studiengang in Psychotherapie zu absolvieren und so notwendige Zusatzqualifikationen, besonders in Hinblick auf die Selbstständigkeit, zu erwerben. Nach weiteren drei Jahren im Jugendpsychologischen Dienst wechselte ich an die Verhaltenstherapie-Ambulanz einer Psychiatrischen Universitätsklinik. Hier bekam ich nun die Möglichkeit, Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Erwachsenen zu sammeln und an laufenden Forschungsprojekten teilzunehmen.

Tipps

Künftigen Psychologie-Studierenden empfehle ich, sich schon früh im Studium zu überlegen, in welcher Richtung sie sich später spezialisieren wollen. Auch lohnt es sich, schon während des Studiums Kontakte zur Arbeitswelt zu schaffen und sich zu vernetzen; sei es durch Praktika, sei es durch ein kleines Pensum Erwerbstätigkeit.

Regula Zahno: Psychologin, Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin

Regula Zahno
Regula Zahno, © Kanton Basel-Stadt
Laufbahnberaterin an einem Berufsinformationszentrum (BIZ)

«Die Arbeit als Berufs- Studien- und Laufbahnberaterin ist sehr vielfältig.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2018 - heuteBerufs-, Studien- und Laufbahnberaterin bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt (80%)
2017 - 2019Postgraduale Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Psychology of Career Counseling and Human Resources Management, Universitäten Bern und Freiburg
2017 - 2018Studienberaterin in Ausbildung bei der Studienberatung Basel (50%) und versch. Nebenjobs
2016Praktikantin bei der Studienberatung Basel (100%)
2016Masterabschluss in Psychologie (Vertiefung Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie), Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Die Arbeit als Berufs- Studien- und Laufbahnberaterin der Berufs- Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt ist sehr vielfältig. Folgende Aufgabengebiete gehören unter anderem zu meinen Tätigkeiten: Einzelberatungen von Jugendlichen und Erwachsenen in Berufswahl-, Studienwahl- und Laufbahnfragen, Kurzberatungen von Jugendlichen und Erwachsenen in der Infothek, Schulhaussprechstunden für Schülerinnen und Schüler in Sekundarschulen, Elternveranstaltungen und Klassenveranstaltungen im Berufsinformationszentrum. Regelmässig finden zudem Teamsitzungen, Intervisionen und Fachaustausche statt. Des Weiteren arbeite ich in verschiedenen Arbeits- und Fachgruppen mit.

Berufseinstieg

Ich habe mich noch während des Masters in Psychologie für ein Praktikum in der Studienberatung Basel beworben und konnte dann direkt im Anschluss an meinen Masterabschluss dieses Praktikum beginnen. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit während der postgradualen Weiterbildung CC&HRM in Laufbahn- und Personalpsychologie befristet dort weiterzuarbeiten. Nach ungefähr der Hälfte der Weiterbildung hatte ich die Möglichkeit bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt eine Mutterschaftsvertretung zu übernehmen, woraufhin ich während der Einarbeitungszeit zuerst parallel an beiden Orten jeweils niedrigprozentig gearbeitet habe und dann, um die Vertretung zu übernehmen, ganz zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt gewechselt habe. Im vergangenen Sommer habe ich die postgraduale Weiterbildung abgeschlossen und habe nun seit Anfang August eine Festanstellung bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Basel-Stadt.

Tipps

Praktika während dem Studium sind sehr hilfreich, um herauszufinden, in welche Richtung man nach dem Studium gehen möchte. Bereits während dem Studium mit dem Aufbau eines Netzwerkes zu beginnen, welches dann laufend erweitert werden kann, ist sehr wertvoll und kann beim Einstieg in die Berufswelt sehr unterstützend sein.

Rahel Bieri: Psychologin (Msc), Fachpsychologin für Verkehrs- und Rechtspsychologie

Rahel Bieri
Rahel Bieri
Rahel Bieri

Rahel Bieri

Gutachterin im Bereich Verkehrspsychologie

«Die gutachterliche Tätigkeit ist extrem vielfältig, da sie Kenntnisse und Kompetenzen aus
verschiedenen Bereichen der Psychologie voraussetzt.»

JahrTätigkeit
2009 bis heuteGutachterin im Bereich Verkehrspsychologie
2016Erwerb Titel Fachpsychologin für Rechtspsychologie FSP
2015 und 2016Risk Profiler, Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
2014Doktorat in Health Sciences (Neurosciences), Universität Bern
2013Erwerb Titel Fachpsychologin für Verkehrspsychologie FSP
2008Master of Science in Psychology, Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Seit dem Jahr 2009 bin ich als verkehrspsychologische Gutachterin tätig, zu Beginn im Angestelltenverhältnis und seit 2010 selbstständig. Meine Auftraggeber sind Behörden, Institutionen und Privatpersonen. Mittlerweile führe ich Begutachtungsstellen an zwei Standorten und habe drei Angestellte.
Im Rahmen meiner Tätigkeit als verkehrspsychologische Gutachterin beurteile ich auf behördliche Anordnung die charakterliche und/oder kognitive (leistungsbezogene) Fahreignung von Personen. Die charakterliche Fahreignung betrifft die Legalprognose im Bereich des Strassenverkehrs, das heisst, ob der Betroffene willens und in der Lage ist, sich den geltenden Gesetzen unterzuordnen. Zur Beurteilung der charakterlichen Fahreignung studiere ich zunächst die Vorakte der Betroffenen und die Begutachtung, bestehend aus einem explorativen Interview und einer psychometrischen Datenerhebung. Die eigentliche Begutachtung dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden, je nach Komplexität der Fragestellung. Nach erfolgter Begutachtung verfasse ich ein ausführliches Gutachten zur Beantwortung der Fragestellung. Die kognitive Fahreignung hängt hingegen mit den neuropsychologischen Voraussetzungen zum Führen von Motorfahrzeugen zusammen. Auch hier studiere ich zuerst die Akte, um die Problematik einzugrenzen. Bei kognitiven Fahr-eignungsabklärungen steht die Erfassung von verkehrsrelevanten kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder visuell-räumliches Denken  im Vordergrund. Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem die Erfassung allfälliger Strategien zum Ausgleich von vorhandenen Defiziten, zum Beispiel Kompensationsstrategien. Diese erfolgt im Gespräch. Auch die Frage nach der kognitiven Fahreignung wird in Form eines Gutachtens zuhanden der Behörde beantwortet. Die gutachterliche Tätigkeit ist extrem vielfältig, da sie Kenntnisse und Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen der Psychologie voraussetzt, darunter vor allem Rechtspsychologie, Neuropsychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie und Testpsychologie. Nebst der gutachterlichen Tätigkeit im engeren Sinne beinhaltet meine Arbeit auch Kontakte mit Anwälten und Behörden sowie das Verfassen von Stellungnahmen zu früheren Gutachten im Rahmen von Rekursverfahren. Die Führung meiner Angestellten ist ebenfalls Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Gelegentlich halte ich auch Kurse und Fortbildungen zu Themen aus meinem Spezialgebiet und bin zudem als Supervisorin für andere Gutachter tätig. Weiter bin ich mit eigenen Projekten in der Forschung aktiv und begleite Forschungsprojekte von anderen Gruppen.

Berufseinstieg

Da ich neben Psychologie auch Betriebswirtschaftslehre studiert habe und nach dem Abschluss noch nicht genau wusste, in welche Richtung ich mich beruflich bewegen wollte, habe ich zunächst eine Stelle im Bereich der Unternehmensberatung angetreten. In der Unternehmensberatung bin ich etwa ein Jahr lang geblieben und habe mir parallel Gedanken zu meiner weiteren beruflichen Ausrichtung gemacht. Mir wurde klar, dass ich gutachterlich und wissenschaftlich tätig sein wollte, weshalb ich ab 2009 eine Stelle als Gutachterin und ab 2011 ein Doktorat an der Universität Bern angetreten habe. Ausschlaggebend für die Aufnahme in das Doktoratsprogramm war, dass ich bereits während meines Studiums publizieren und so einen gewissen Leistungsausweis im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens vorweisen konnte. Während des Studiums habe ich immer gearbeitet und auch mehrere längere Praktika absolviert, die aber nicht in meinem jetzigen Tätigkeitsbereich lagen. Ideal wäre sicher, wenn man bei der Bewerbung bereits einschlägige Erfahrung vorweisen könnte, offensichtlich kann der Einstieg aber auch mit bereichsfremden Praktika und Tätigkeiten klappen.

Tipps

Da die Anzahl Psychologieabsolvent/innen jeweils hoch ist und entsprechend viel Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt herrscht, ist es wichtig, sich durch einen besonderen Leistungsausweis hervorzutun. Das kann in Form von sehr guten Noten, Auszeichnungen während des Studiums, Fremdsprachenkenntnissen oder der Mitwirkung an interessanten Forschungsprojekten geschehen. Ratsam ist auch, ein anspruchsvolles Nebenfach zu wählen und parallel zum Studium bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Praktika können ebenfalls hilfreich sein.

Psychologe mit eigener Beratungsfirma

Symbolbild Organigramm
Symbolbild Organigramm
Psychologe mit eigener Beratungsfirma

«Die Instrumente der Karriereentwicklung dienen dazu, bei der Auswahl von Führungskräften auch die menschlichen Qualitäten zu berücksichtigen oder zwischenmenschliche Beziehungen von Kaderleuten zu verbessern.»

Laufbahn
Gründung einer Beratungsfirma
Psychologe in einer Consultingfirma
Eigene Psychotherapeutische Praxis
Psychologe bei der Invalidenversicherung
Nachdiplomstudium in Personenzentrierter Psychotherapie nach Carl Rogers
Studium der Psychologie mit Nebenfach Soziologie
Jetzige Tätigkeit

Vor sechs Jahren habe ich ein Beratungsunternehmen gegründet. Ich biete drei Dienstleistungen an: Erstens Beratung, vor allem Mediation, Supervision und Audits. Zweitens Schulungen für Mitarbeitende eines Unternehmens mit dem Ziel, ihre Lebensqualität zu verbessern. Mögliche Themen sind zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, Stressbewältigung oder Strategien zur Verhinderung von Burnout. Drittens Instrumente zur Karriereentwicklung wie Assessments, Kompetenzenportfolio, Development Centers. Sie dienen dazu, bei der Auswahl von Führungskräften auch die menschlichen Qualitäten zu berücksichtigen oder zwischenmenschliche Beziehungen von Kaderleuten zu verbessern. Heute beschäftige ich 14 Mitarbeitende, darunter sieben Psychologen und Psychologinnen. Meine Kunden sind Industriebetriebe, Banken, Uno-Organisationen, universitäre Hochschulen, die Post, Kantons- und Gemeindeverbände, das Fernsehen, Gewerkschaften, Spitäler.
Neben der Führung meiner Beratungspraxis arbeite ich zu 20% als Psychotherapeut, wie auch einige meiner Mitarbeitenden. Die beiden beruflichen Tätigkeiten ergänzen sich gut und bereichern sich gegenseitig. Man kann viel überzeugender Vorträge zur Konfliktprävention oder zum Burnout-Syndrom halten, wenn man selber auch Klienten und Klientinnen mit diesen Problemen therapeutisch behandelt hat.

Berufseinstieg

Meine berufliche Laufbahn begann mit einer Stelle als Psychologe bei der Invalidenversicherung. Es ging um die berufliche Wiedereingliederung von Menschen, die ihren Beruf aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht mehr ausüben konnten. Dann habe ich eine psychotherapeutische Praxis eröffnet, da ich aber zu wenig Klienten/innen hatte, suchte ich eine Anstellung. Ich fand diese bei einer Consultingfirma und spezialisierte mich auf das Thema Mobbing. Ich wurde als Spezialist in Fragen der psychischen Belästigung bekannt. Mein Ziel ist es, dass wir uns als Beratende engagieren können, bevor es überhaupt zu Spannungen in einem Betrieb kommt. Daraus entstand die Idee der Gründung meiner Firma.

Tipps

Psychologiestudierenden, die später psychotherapeutisch tätig sein möchten, empfehle ich, sich frühzeitig zu überlegen, in welchem Bereich sie sich spezialisieren möchten, da es viele gut ausgebildete Therapeuten/innen gibt.

Psychologin UNI, Psychotherapeutin

Symbolbild Beratung
Symbolbild Beratung, © Bild von Mohamed Hassan auf Pixabay
Delegierte Psychotherapie in der Praxisgemeinschaft Burgdorf

«Dank dem interdisziplinären Team der Praxisgemeinschaft können wir Einzeltherapie, Paar- und Familientherapie aller Altersgruppen und mit verschiedenen Therapiehintergründen abdecken, uns gegenseitig unterstützen und weiterbilden.»

Laufbahn
Weiterbildung in Gruppenpsychotherapie, Aus- und Weiterbildung in Supervision
2-jährige Therapieausbildung in Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche in Bern
2-jährige Therapieausbildung in systemischer Therapie für Kinder und Jugendliche in Bern
Delegierte Psychotherapie Praxisgemeinschaft Burgdorf 80 – 100%
Klinische Psychologin in den stationären Abteilungen (Kinderstation und Adoleszenzstation) der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bern, Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsabteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bern, Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD)
Psychoonkologin in der Kinderklinik (50%), Inselspital Bern
Telefonberaterin Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche 147 (50%), pro juventute
Studium der Psychologie an der Universität Bern, Schwerpunkt Kinder- und Jugendpsychologie, Sozialpsychologie, Psychopathologie
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxisgemeinschaft in Burgdorf als Psychologin und Psychotherapeutin FSP. Unser Team besteht aus einem Facharzt in Allgemeinmedizin und Psychiatrie, einer Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, drei Psychologinnen/Psychotherapeutinnen FSP und einer medizinischen Praxisassistentin. Delegierte Psychotherapie bedeutet, dass ich als Psychologin aufgrund der Zusammenarbeit mit einem/r Psychiater/in die Leistungen über die medizinische Grundversicherung abrechnen kann, was mir als Psychologin in der eigenen Praxis nur mit einer bestehenden Zusatzversicherung des/r Patienten/in möglich wäre. Ansonsten müssten die Klient/innen die Leistung vollumfänglich selbst finanzieren. Im Grunde genommen entspricht die Delegation nicht meinem berufsethischen Verständnis als Psychologin und Psychotherapeutin, doch ist dies zurzeit meiner Ansicht nach die einzige Variante grösstmöglicher selbständiger Tätigkeit bei gleichzeitiger finanzieller Sicherheit.
Wöchentlich haben wir eine gemeinsame Sitzung, in der die Praxisassistentin die neu angemeldeten Patienteninnen vorstellt und wir dann je nach Kapazität, Fähigkeiten und Interessen die Patienten verteilen. Dank dem vielseitigen, interdisziplinären Team der Praxisgemeinschaft mit unterschiedlichen beruflichen Laufbahnen und Therapieausbildungen können wir Einzeltherapie, Paar- und Familientherapie aller Altersgruppen und mit verschiedenen Therapiehintergründen abdecken und uns gegenseitig unterstützen und weiterbilden. Die Zuweisungen kommen von Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrien, diversen Beratungsstellen, Spitälern, Vormundschaftsbehörden, Heimen und Selbstzuweisungen. Die Problembereiche sind breit, häufig geht es um Ängste, Depressionen, Zwänge, Störungen des Sozialverhaltens, psychosomatische Probleme, Schicksalsschläge, Eheprobleme, Erziehungsprobleme, Trennungs- und Scheidungssituationen und vieles mehr.
Als Psychotherapeutin habe ich nie ausgelernt und der Beruf fordert mich zur steten Weiterbildung. Aktuell besuche ich am ZSB (Zentrum für Systemische Beratung und Psychotherapie, Bern) eine Weiterbildung anhand von „Fall-Livesitzungen“ durch erfahrene Psychiater und Psychologen. Und kürzlich habe ich eine Ausbildung zur Supervisorin abgeschlossen.

Berufseinstieg

Während meines Psychologiestudium konnte ich nebenbei als Telefonberaterin bei Pro Juventute bei der Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche arbeiten. Anschliessend fand ich eine Teilzeitstelle als Psychoonkologin in der Kinderklinik des Inselspitals Bern und hatte gleichzeitig eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsabteilung der universitären psychiatrischen Dienste Bern.

Tipps

Wichtig ist die Bereitschaft sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und lebenslang zu lernen, wenn man im psychotherapeutischen Bereich arbeiten möchte. Auch ist der Austausch mit Kollegen/-innen unendlich viel Wert.

Psychologin - Neuropsychologin

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von Elisa Riva auf Pixabay
Neuropsychologin in einem Kinderspital

«Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, diese Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen.»

Laufbahn
Fortbildungen und Tagungen zu Themen der Neuropsychologie und angrenzender Gebiete
Weiterbildung in Klientenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers
Neuropsychologin in einem Kinderspital
Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis
Doktorat in Psychologie
Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik
Clinical Trial Administrative in einem Pharmaunternehmen
Studium Psychologie (Schwerpunkte Klinische und Rehabilitationspsychologie sowie Pädagogische Psychologie)
Ausbildung zur Buchhändlerin
Jetzige Tätigkeit

Meine Arbeit als Neuropsychologin in einem Kinderspital gestaltet sich sehr vielfältig. Bei den Kindern und Jugendlichen, die zu mir kommen, ist eine Hirnfunktionsstörung bekannt oder sie wird vermutet. Die Ursache dafür kann eine Entwicklungsstörung oder eine so genannte „erworbene“ Hirnverletzung sein – wie z.B. nach einem Unfall, bei einem Hirntumor, nach einer Hirnblutung oder bei einer chronischen Erkrankung. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, diese Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen. Zu dieser Untersuchung gehört auf der einen Seite die Durchführung von verschiedenen psychologischen und neuropsychologischen Testverfahren, um die kognitiven Leistungen zu erfassen (das sind z.B. Aufmerksamkeitsleistungen, Gedächtnisleistungen, visuo-konstruktive Leistungen oder Handlungsplanung). Ebenso wichtig wie diese Testverfahren sind aber auch die Verhaltensbeobachtung während der Untersuchung und beim Spiel, die Krankengeschichte, der Einbezug der Angaben der Eltern zur Entwicklung und zu aktuellen Stärken und Schwierigkeiten sowie die Beobachtungen der Lehrpersonen im Schulalltag. Neben den Kindern und Jugendlichen selbst habe ich bei meiner Arbeit also häufig Kontakt mit Eltern, Ärztinnen, Lehrern und verschiedenen Therapeutinnen.
Neben der Diagnostik besteht ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit in der Beratung der Eltern und Lehrerpersonen und in der Durchführung oder Einleitung von Therapien oder anderen Hilfsmassnahmen. So führe ich bei manchen Kindern eine neuropsychologische Therapie durch oder ich empfehle andere pädagogische oder therapeutische Massnahmen wie zum Beispiel die Einleitung einer Frühförderungsmassnahme, Erziehungsberatung, heilpädagogische Förderung, Schulwechsel, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie oder auch Medikamente. In der neuropsychologischen Therapie können z.B. kognitive Funktionen trainiert werden (Restitution) oder Verhaltensweisen und Strategien im Umgang mit kognitiven Einschränkungen erarbeitet und eingeübt werden (Kompensation). Andere Aufgaben, die zu meiner Tätigkeit gehören, sind beispielsweise Patientenbesprechungen, administrative Aufgaben, Teamsitzungen, aber auch die Beteiligung an Forschungsprojekten oder das Halten von Vorträgen.

Berufseinstieg

Berufserfahrung im Sinne von Arbeitserfahrung besass ich bereits, da ich ursprünglich eine Lehre zur Buchhändlerin gemacht hatte. Nach meinem Studium in Psychologie habe ich zuerst kurz in einem Pharmaunternehmen im Bereich „Clinical Trial Administrative“ gearbeitet. Anschliessend arbeitete ich als Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik und merkte, dass ich mich gerne forschend vertiefen möchte. Deswegen habe ich eine Dissertation in Psychologie angehängt. Vor meiner jetzigen Stelle arbeitete ich nach dem Doktorat als Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis.

Tipps

Wer sich neben der Arbeit mit den Menschen auch für die Forschung interessiert, findet in der Psychologie ein weites Feld an spannenden Forschungsschwerpunkten. Auch lassen sich Forschung und praktische Arbeit mit etwas Glück verbinden.



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