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Psychologie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Psychologie.

Psychologie

Psychologin, schulpsychologischer Dienst

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von ElisaRiva auf Pixabay


Psychologin bei einem schulpsychologischen Dienst

«In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein.»

Laufbahn
Schulpsychologin, 80%
Weiterbildungen: Psychotherapeutische Ausbildung, systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung, Dissertation
tudium: Hauptfach: Klinische Psychologie;
Nebenfächer: Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters, Sonderpädagogik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite seit vier Jahren in einer 80%-Anstellung bei einem schulpsychologischen Dienst. An dieser Beratungsstelle unterstützen wir ratsuchende Kindergärtner/innen, Lehrpersonen, Eltern oder Schüler/innen bei Fragen und Problemen der Entwicklung, Erziehung und Schulung. In Gesprächen versuche ich mir zunächst ein Bild von der Situation des Kindes und seiner Familie zu machen, teilweise kann auch ein Schulbesuch sinnvoll sein. Zusätzlich können Intelligenztests, Schulreifetests oder psychodynamische Testverfahren eingesetzt werden. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen erarbeite ich Massnahmen, wie die Situation eines Kindes oder Jugendlichen verbessert werden kann.
Ich schätze die Vielfalt meiner Tätigkeit. Jedoch ist es auch immer wieder sehr belastend, die mir gesetzten Grenzen zu akzeptieren, wenn beispielsweise Eltern nicht bereit sind wichtige Massnahmen anzuerkennen oder aufgrund ihrer Lebensgeschichte nicht in der Lage sind, dem Kind ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Seit zwei Jahren bilde ich mich in psychoanalytischer Therapie weiter, schreibe nebenbei noch an meiner Dissertation und beginne demnächst eine systemisch-ressourcenorientierte Ausbildung.

Berufseinstieg

Sowohl vor, als auch während meines Psychologiestudiums sammelte ich viele praktische Erfahrungen, unter anderem als Praktikantin bei einem schulpsychologischen und einem kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst, bei einem dreimonatigen Aufenthalt in einem rumänischen Kinderheim sowie in einem internationalen Forschungsprojekt über Essstörungen. Nicht nur für die Stellensuche waren mir meine praktischen Erfahrungen sehr hilfreich. Nach Abschluss meines Studiums erhielt ich zunächst nur eine zeitlich begrenzte Aushilfsstelle, erst später bekam ich eine 80%-Anstellung beim schulpsychologischen Dienst, bei dem ich nun seit vier Jahren tätig bin.

Tipps

Wenn man mit Kindern arbeiten will, muss man sich bewusst sein, dass man auch mit den Eltern arbeitet und in ständigem Austausch mit ihnen steht. Auch sollte man Freude an  interinstitutioneller Zusammenarbeit haben und sich gut abgrenzen können.

Psychologin und Psychotherapeutin, Psychiatrische Klinik

Symbolbild Psychologie
Symbolbild Psychologie, © Bild von Tumisu auf Pixabay
Psychotherapeutin an einer Psychiatrischen Klinik und in einer Praxisgemeinschaft

«Meine Arbeit umfasst primär die Bereiche Abklärung, Beratung und Psychotherapie, wobei die Schwerpunkte zurzeit in der Behandlung von affektiven Störungen, von Angststörungen und von Essstörungen liegen.»

Laufbahn
Selbstständige Psychotherapeutin zu 60%
Psychotherapeutin an einer Universitätsklinik zu 30%
Weiterbildung: Postgradualer Studiengang in Psychotherapie
Studium: Kinder- und Jugendpsychologie; Nebenfächer: Sozialpsychologie, Psychopathologie
Jetzige Tätigkeit

Derzeit arbeite ich zu 30% an der Verhaltenstherapie-Ambulanz und bin zu 60% selbstständig in einer Praxisgemeinschaft tätig. Meine Arbeit umfasst nach wie vor primär die Bereiche Abklärung, Beratung und Psychotherapie, wobei die Schwerpunkte zurzeit in der Behandlung von affektiven Störungen, von Angststörungen und von Essstörungen liegen. Gelegentlich leite ich auch Kurse oder halte Referate. Ich mag meinen Beruf sehr, auch wenn sowohl die Selbstständigkeit, als auch die Arbeit am Institut Vor- und Nachteile hat. So bin ich in der eigenen Praxis meine eigene Chefin, aber auch Einzelkämpferin, in der Klinik schätze ich die Arbeit im Team, muss mich aber auch anpassen.

Berufseinstieg

Nach dem Abschluss meines Studiums der Kinder- und Jugendpsychologie erhielt ich eine befristete Postgraduate-Stelle bei einem kantonalen Jugendpsychologischen Dienst. Meine primären Aufgaben bestanden hier in der Beratung von Lernenden, Eltern Lehrmeister/innen und Berufsschullehrpersonen in Problemsituationen. Neben den Einzelberatungen und Therapien konnte ich zudem verschiedene Kurse mitleiten.
Sehr bald entschied ich mich dazu, einen postgradualen Studiengang in Psychotherapie zu absolvieren und so notwendige Zusatzqualifikationen, besonders in Hinblick auf die Selbstständigkeit, zu erwerben. Nach weiteren drei Jahren im Jugendpsychologischen Dienst wechselte ich an die Verhaltenstherapie-Ambulanz einer Psychiatrischen Universitätsklinik. Hier bekam ich nun die Möglichkeit, Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Erwachsenen zu sammeln und an laufenden Forschungsprojekten teilzunehmen.

Tipps

Künftigen Psychologie-Studierenden empfehle ich, sich schon früh im Studium zu überlegen, in welcher Richtung sie sich später spezialisieren wollen. Auch lohnt es sich, schon während des Studiums Kontakte zur Arbeitswelt zu schaffen und sich zu vernetzen; sei es durch Praktika, sei es durch ein kleines Pensum Erwerbstätigkeit.

Psychologe UNI

Symbolbild Büro
Symbolbild Büro, © Bild auf Pixabay
Symbolbild Büro

Symbolbild Büro, © Bild auf Pixabay

Leiter eines Service-Centers bei der SBB

«Neben der strategischen und personellen Leitung gehören zu meinen Hauptaufgaben die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr und der Austausch mit anderen europäischen Bahnunternehmen.»

Laufbahn
Leiter Personaldiagnostik SBB, 90%, weitere mandatsbezogene Tätigkeiten
Studien: Angewandte Psychologie, Allgemeine Psychologie, allgemeine und schweizerische Zeitgeschichte
Jetzige Tätigkeit

Nach einigen Jahren an der Uni wagte ich den Schritt in die Wirtschaft und begann bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bald bekam ich die Möglichkeit, die Leitung des Bereichs «Personal-Diagnostik» zu übernehmen und gemeinsam mit einem Team von Psychologinnen und Psychologen ein Service Center aufzubauen. Neben der strategischen und personellen Leitung gehören zu meinen Hauptaufgaben die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr und der Austausch mit anderen europäischen Bahnunternehmen. Inhaltlich unterstützen wir die Prozesse der Personalauswahl und der Personalbeurteilung. Dies geschieht durch Beratung und Supervision sowie durch den Einsatz verschiedener Instrumente wie Interviews, Testverfahren oder Persönlichkeitsfragebogen, woraufhin anschliessend Gutachten erstellt werden können. Alles in allem schätze ich die vielseitigen und interessanten Tätigkeiten, die ich ausüben kann, bleibe aber stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Aufgaben.

Berufseinstieg

Im Anschluss an das Studium der Angewandten Psychologie trat ich eine Assistenzstelle am Lehrstuhl meines Schwerpunktfachs Arbeits- und Organisationspsychologie an. In diesem Teilzeitjob war ich verantwortlich für den Bereich der differentialpsychologischen Methoden. Hierbei gehörte es zu meinen Aufgaben an Vorlesungen und Übungen mitzuwirken und Studienarbeiten sowie die Testbibliothek zu betreuen. Dabei wurde ich von drei bis vier Hilfsassistenten/innen unterstützt, was mir ermöglichte, erste Führungserfahrungen zu machen.
Parallel zur Arbeit an der Uni gründete ich zusammen mit einem Freund eine eigene Firma, die im Bereich Assessments, Schulung und Organisationsberatung mit mehreren Mitarbeitenden erfolgreich tätig ist. Die Gründung brachte mir viele wichtige Erfahrungen, wie etwa im Bereich des unternehmerischen Denkens und Handelns. Ich selbst arbeite dort auch heute noch auftragsbezogen.

Berufseinstieg

Es lohnt sich, bereits während des Studiums erste Berufserfahrungen zu sammeln, z.B. als Hilfsassistent. Für die Gründung einer eigenen Firma nach dem Studium braucht es dazu unternehmerisches Denken sowie die Unterstützung von erfahrenen Berufsleuten.

Psychologe UNI

Symbolbild Organigramm
Symbolbild Organigramm
Psychologe mit eigener Beratungsfirma

«Die Instrumente der Karriereentwicklung dienen dazu, bei der Auswahl von Führungskräften auch die menschlichen Qualitäten zu berücksichtigen oder zwischenmenschliche Beziehungen von Kaderleuten zu verbessern.»

Laufbahn
Gründung einer Beratungsfirma
Psychologe in einer Consultingfirma
Eigene Psychotherapeutische Praxis
Psychologe bei der Invalidenversicherung
Nachdiplomstudium in Personenzentrierter Psychotherapie nach Carl Rogers
Studium der Psychologie mit Nebenfach Soziologie
Jetzige Tätigkeit

Vor sechs Jahren habe ich ein Beratungsunternehmen gegründet. Ich biete drei Dienstleistungen an: Erstens Beratung, vor allem Mediation, Supervision und Audits. Zweitens Schulungen für Mitarbeitende eines Unternehmens mit dem Ziel, ihre Lebensqualität zu verbessern. Mögliche Themen sind zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, Stressbewältigung oder Strategien zur Verhinderung von Burnout. Drittens Instrumente zur Karriereentwicklung wie Assessments, Kompetenzenportfolio, Development Centers. Sie dienen dazu, bei der Auswahl von Führungskräften auch die menschlichen Qualitäten zu berücksichtigen oder zwischenmenschliche Beziehungen von Kaderleuten zu verbessern. Heute beschäftige ich 14 Mitarbeitende, darunter sieben Psychologen und Psychologinnen. Meine Kunden sind Industriebetriebe, Banken, Uno-Organisationen, universitäre Hochschulen, die Post, Kantons- und Gemeindeverbände, das Fernsehen, Gewerkschaften, Spitäler.
Neben der Führung meiner Beratungspraxis arbeite ich zu 20% als Psychotherapeut, wie auch einige meiner Mitarbeitenden. Die beiden beruflichen Tätigkeiten ergänzen sich gut und bereichern sich gegenseitig. Man kann viel überzeugender Vorträge zur Konfliktprävention oder zum Burnout-Syndrom halten, wenn man selber auch Klienten und Klientinnen mit diesen Problemen therapeutisch behandelt hat.

Berufseinstieg

Meine berufliche Laufbahn begann mit einer Stelle als Psychologe bei der Invalidenversicherung. Es ging um die berufliche Wiedereingliederung von Menschen, die ihren Beruf aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht mehr ausüben konnten. Dann habe ich eine psychotherapeutische Praxis eröffnet, da ich aber zu wenig Klienten/innen hatte, suchte ich eine Anstellung. Ich fand diese bei einer Consultingfirma und spezialisierte mich auf das Thema Mobbing. Ich wurde als Spezialist in Fragen der psychischen Belästigung bekannt. Mein Ziel ist es, dass wir uns als Beratende engagieren können, bevor es überhaupt zu Spannungen in einem Betrieb kommt. Daraus entstand die Idee der Gründung meiner Firma.

Tipps

Psychologiestudierenden, die später psychotherapeutisch tätig sein möchten, empfehle ich, sich frühzeitig zu überlegen, in welchem Bereich sie sich spezialisieren möchten, da es viele gut ausgebildete Therapeuten/innen gibt.

Psychologin UNI, Psychotherapeutin

Symbolbild Beratung
Symbolbild Beratung, © Bild von Mohamed Hassan auf Pixabay
Delegierte Psychotherapie in der Praxisgemeinschaft Burgdorf

«Dank dem interdisziplinären Team der Praxisgemeinschaft können wir Einzeltherapie, Paar- und Familientherapie aller Altersgruppen und mit verschiedenen Therapiehintergründen abdecken, uns gegenseitig unterstützen und weiterbilden.»

Laufbahn
Weiterbildung in Gruppenpsychotherapie, Aus- und Weiterbildung in Supervision
2-jährige Therapieausbildung in Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche in Bern
2-jährige Therapieausbildung in systemischer Therapie für Kinder und Jugendliche in Bern
Delegierte Psychotherapie Praxisgemeinschaft Burgdorf 80 – 100%
Klinische Psychologin in den stationären Abteilungen (Kinderstation und Adoleszenzstation) der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bern, Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsabteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bern, Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD)
Psychoonkologin in der Kinderklinik (50%), Inselspital Bern
Telefonberaterin Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche 147 (50%), pro juventute
Studium der Psychologie an der Universität Bern, Schwerpunkt Kinder- und Jugendpsychologie, Sozialpsychologie, Psychopathologie
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxisgemeinschaft in Burgdorf als Psychologin und Psychotherapeutin FSP. Unser Team besteht aus einem Facharzt in Allgemeinmedizin und Psychiatrie, einer Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, drei Psychologinnen/Psychotherapeutinnen FSP und einer medizinischen Praxisassistentin. Delegierte Psychotherapie bedeutet, dass ich als Psychologin aufgrund der Zusammenarbeit mit einem/r Psychiater/in die Leistungen über die medizinische Grundversicherung abrechnen kann, was mir als Psychologin in der eigenen Praxis nur mit einer bestehenden Zusatzversicherung des/r Patienten/in möglich wäre. Ansonsten müssten die Klient/innen die Leistung vollumfänglich selbst finanzieren. Im Grunde genommen entspricht die Delegation nicht meinem berufsethischen Verständnis als Psychologin und Psychotherapeutin, doch ist dies zurzeit meiner Ansicht nach die einzige Variante grösstmöglicher selbständiger Tätigkeit bei gleichzeitiger finanzieller Sicherheit.
Wöchentlich haben wir eine gemeinsame Sitzung, in der die Praxisassistentin die neu angemeldeten Patienteninnen vorstellt und wir dann je nach Kapazität, Fähigkeiten und Interessen die Patienten verteilen. Dank dem vielseitigen, interdisziplinären Team der Praxisgemeinschaft mit unterschiedlichen beruflichen Laufbahnen und Therapieausbildungen können wir Einzeltherapie, Paar- und Familientherapie aller Altersgruppen und mit verschiedenen Therapiehintergründen abdecken und uns gegenseitig unterstützen und weiterbilden. Die Zuweisungen kommen von Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrien, diversen Beratungsstellen, Spitälern, Vormundschaftsbehörden, Heimen und Selbstzuweisungen. Die Problembereiche sind breit, häufig geht es um Ängste, Depressionen, Zwänge, Störungen des Sozialverhaltens, psychosomatische Probleme, Schicksalsschläge, Eheprobleme, Erziehungsprobleme, Trennungs- und Scheidungssituationen und vieles mehr.
Als Psychotherapeutin habe ich nie ausgelernt und der Beruf fordert mich zur steten Weiterbildung. Aktuell besuche ich am ZSB (Zentrum für Systemische Beratung und Psychotherapie, Bern) eine Weiterbildung anhand von „Fall-Livesitzungen“ durch erfahrene Psychiater und Psychologen. Und kürzlich habe ich eine Ausbildung zur Supervisorin abgeschlossen.

Berufseinstieg

Während meines Psychologiestudium konnte ich nebenbei als Telefonberaterin bei Pro Juventute bei der Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche arbeiten. Anschliessend fand ich eine Teilzeitstelle als Psychoonkologin in der Kinderklinik des Inselspitals Bern und hatte gleichzeitig eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsabteilung der universitären psychiatrischen Dienste Bern.

Tipps

Wichtig ist die Bereitschaft sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und lebenslang zu lernen, wenn man im psychotherapeutischen Bereich arbeiten möchte. Auch ist der Austausch mit Kollegen/-innen unendlich viel Wert.

Psychologin - Neuropsychologin

Symbolbild Gehirn
Symbolbild Gehirn, © Bild von Elisa Riva auf Pixabay
Neuropsychologin in einem Kinderspital

«Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, diese Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen.»

Laufbahn
Fortbildungen und Tagungen zu Themen der Neuropsychologie und angrenzender Gebiete
Weiterbildung in Klientenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers
Neuropsychologin in einem Kinderspital
Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis
Doktorat in Psychologie
Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik
Clinical Trial Administrative in einem Pharmaunternehmen
Studium Psychologie (Schwerpunkte Klinische und Rehabilitationspsychologie sowie Pädagogische Psychologie)
Ausbildung zur Buchhändlerin
Jetzige Tätigkeit

Meine Arbeit als Neuropsychologin in einem Kinderspital gestaltet sich sehr vielfältig. Bei den Kindern und Jugendlichen, die zu mir kommen, ist eine Hirnfunktionsstörung bekannt oder sie wird vermutet. Die Ursache dafür kann eine Entwicklungsstörung oder eine so genannte „erworbene“ Hirnverletzung sein – wie z.B. nach einem Unfall, bei einem Hirntumor, nach einer Hirnblutung oder bei einer chronischen Erkrankung. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht in der Diagnostik, also darin, diese Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten und Schwierigkeiten zu untersuchen und einzuschätzen. Zu dieser Untersuchung gehört auf der einen Seite die Durchführung von verschiedenen psychologischen und neuropsychologischen Testverfahren, um die kognitiven Leistungen zu erfassen (das sind z.B. Aufmerksamkeitsleistungen, Gedächtnisleistungen, visuo-konstruktive Leistungen oder Handlungsplanung). Ebenso wichtig wie diese Testverfahren sind aber auch die Verhaltensbeobachtung während der Untersuchung und beim Spiel, die Krankengeschichte, der Einbezug der Angaben der Eltern zur Entwicklung und zu aktuellen Stärken und Schwierigkeiten sowie die Beobachtungen der Lehrpersonen im Schulalltag. Neben den Kindern und Jugendlichen selbst habe ich bei meiner Arbeit also häufig Kontakt mit Eltern, Ärztinnen, Lehrern und verschiedenen Therapeutinnen.
Neben der Diagnostik besteht ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit in der Beratung der Eltern und Lehrerpersonen und in der Durchführung oder Einleitung von Therapien oder anderen Hilfsmassnahmen. So führe ich bei manchen Kindern eine neuropsychologische Therapie durch oder ich empfehle andere pädagogische oder therapeutische Massnahmen wie zum Beispiel die Einleitung einer Frühförderungsmassnahme, Erziehungsberatung, heilpädagogische Förderung, Schulwechsel, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie oder auch Medikamente. In der neuropsychologischen Therapie können z.B. kognitive Funktionen trainiert werden (Restitution) oder Verhaltensweisen und Strategien im Umgang mit kognitiven Einschränkungen erarbeitet und eingeübt werden (Kompensation). Andere Aufgaben, die zu meiner Tätigkeit gehören, sind beispielsweise Patientenbesprechungen, administrative Aufgaben, Teamsitzungen, aber auch die Beteiligung an Forschungsprojekten oder das Halten von Vorträgen.

Berufseinstieg

Berufserfahrung im Sinne von Arbeitserfahrung besass ich bereits, da ich ursprünglich eine Lehre zur Buchhändlerin gemacht hatte. Nach meinem Studium in Psychologie habe ich zuerst kurz in einem Pharmaunternehmen im Bereich „Clinical Trial Administrative“ gearbeitet. Anschliessend arbeitete ich als Neuropsychologin in einer Rehabilitationsklinik und merkte, dass ich mich gerne forschend vertiefen möchte. Deswegen habe ich eine Dissertation in Psychologie angehängt. Vor meiner jetzigen Stelle arbeitete ich nach dem Doktorat als Neuropsychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis.

Tipps

Wer sich neben der Arbeit mit den Menschen auch für die Forschung interessiert, findet in der Psychologie ein weites Feld an spannenden Forschungsschwerpunkten. Auch lassen sich Forschung und praktische Arbeit mit etwas Glück verbinden.



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