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Physik und Astronomie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Physik und Astronomie.

Physik und Astronomie

Physikerin ETH: Prof. Dr. Ursula Keller

Prof. Dr. Ursula Keller
Prof. Dr. Ursula Keller
Prof. Dr. Ursula Keller

Prof. Dr. Ursula Keller

Physikprofessorin an der ETH

«Laser ist das schönste Licht der Welt und Forschung ist ein Traumjob.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 1993 bis heuteProfessorin für Experimentalphysik am Institut für Quantenelektronik an der ETH Zürich, Anstellung: 100%, Mutter von zwei Söhnen
1989–1993Member of Technical Staff bei AT&T Bell Labs in Holmdel, New Jersey
1985–1989Doktorat, Stanford University, Kalifornien
1984–1985Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heriot-Watt University in Edinburgh
1984Physikstudium ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Die Kernaufgabe unserer Universitäten und Professoren ist Bildung und Forschung. Die Professorinnen und Professoren leiten die Forschung in ihren Gruppen, setzen Vision und Ziele und wählen Gruppenmitglieder aus. Sie sind dafür verantwortlich, ausreichende Forschungsgelder zu generieren, um die Gehälter ihres Teams und die laufenden Kosten ihrer Forschung zu decken.

Diese Forschung generiert häufig Ergebnisse, die unseren aktuellen Wissenshorizont erweitern. Innerhalb der Keller-Gruppe ist die Forschung zu gleichen Teilen in angewandte und Grundlagenforschung unterteilt. Angewandte Forschung bedeutet, nach Lösungen für technologische Probleme zu suchen. Im Vergleich dazu ist die Grundlagenforschung von der Neugier des Professors motiviert. Zum Beispiel hat die Keller-Gruppe viele Schlüsselinnovationen gemacht, die es ermöglichten, kurzgepulste Laser für industrielle Anwendungen in der Medizin, Messtechnik und Materialbearbeitung einzusetzen.

Auf der fundamentalen Forschungsseite hat sie neue Weltrekorde in der Ultrakurzpulserzeugung erzielt und den Zugang zu neuen Beobachtungen in einer Zeitskala ermöglicht, auf der noch nie zuvor beobachtet wurde. Forscherinnen und Forscher werden zu Entdeckerinnen und Entdeckern, die unerwartete und unvorhergesehene neue Möglichkeiten entdecken können. Es ist ein Traumjob.

Berufseinstieg

Ich erhielt mein Diplom in Physik 1984 an der ETH Zürich. Bis 1985 arbeitete ich im Anschluss an der Heriot-Watt Universität mit einem Forschungsstipendium der ETH. Meine Ausbildung setzte ich in den USA an der Stanford Universität fort, wo ich 1987 den Master of Science (M.Sc.) und 1989 den Ph. D. in angewandter Physik erwarb. 1989 ging ich an die AT&T Bell Laboratories als “Member of Technical Staff”. Seit März 1993 bin ich Professorin an der ETH Zürich.

Tipps

Physik ist zukunftsweisend, eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen. Wissenschaft und Technologie prägen unser tägliches Leben und haben einen grossen Einfluss auf unsere Zukunft. Sowohl Frauen als auch Männer sollten gemeinsam diese Zukunft mitbestimmen und mitbeeinflussen.
Allen Interessierten empfehle ich das Buch "Inspiring Conversations with Women Professors".

Gründung und Führung einer internationalen Firma im Bereich Kernphysik: Rico Chandra


Rico Chandra

Rico Chandra

Kernphysiker ETH Zürich und CERN Genf

«Mein Ratschlag ist, gleich ein grosses gesellschaftliches oder technisches Problem zu lösen. Denn der Aufwand und Leistungsdruck, eine Firma zu führen, ist immer riesig, sei es ein Restaurant oder ein Weltkonzern.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2007 bis heuteMitgründer, diverse Rollen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat der Firma Arktis Radiation Detectors, Zürich
2009 bis heuteDiverse Beratungsmandate für zahlreiche Technologie-Startups und Firmenkunden sowie die Europäische Kommission
2009 bis heuteMitgründer und strategische Beratung Tugboat, Finanzdienstleister und erster Schweizer Crowdfunding-Anbieter
2006 bis 2007Postdoc ETH Zürich und Leitung Spin-off-Prozess der Arktis Radiation Detectors
2004 bis heuteDiverse Seminare, Kurse und Weiterbildungen zu den Themen Unternehmertum, Startup-Finanzierung, Marketing, Finanzen, Führung, Patente und geistiges Eigentum
2003 bis 2006PhD im Bereich der Erforschung dunkler Materie am CERN, Genf
2003Master in Physik, ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Geschäftsleitung der Firma Arktis Radiation Detectors. Wir entwickeln und produzieren Software und Hardware, die radioaktives Material mit grosser Präzision ermittelt, kategorisiert und überwacht. Unsere Geräte werden beispielsweise in Häfen eingesetzt, um Container mit radioaktiv kontaminiertem Material zu identifizieren. Auch nutzen grosse Zulieferer der Nuklearindustrie unsere Basistechnologie für den Bau eigener Messgeräte.
Heute sind meine Haupttätigkeiten die Definition, Kommunikation und Umsetzung der Firmenvision, der Verkauf unserer Produkte in grossen internationalen Beschaffungen sowie die Firmenfinanzierung.

Mein Beruf verbindet meine Faszination für Technik mit einem spannenden Markt. Mit unserer Arbeit machen wir die Welt ein Stück sicherer. Beispielsweise reduzieren unsere Produkte die Wahrscheinlichkeit, dass eine Atomwaffe oder eine «dirty bomb» nach Europa geschmuggelt wird. Der Markt, in dem wir uns bewegen, hat zwar Ähnlichkeiten und Berührungspunkte mit der Rüstungsindustrie; im grossen Unterschied dazu dienen unsere Produkte allerdings ausschliesslich friedlichen Zwecken.

Berufseinstieg

Meine Doktorarbeit schrieb ich im Bereich der Erforschung dunkler Materie am CERN in Genf. Mich faszinierte die Grundlagenforschung: Woraus besteht das Universum, wie hängen seine Bestandteile zusammen? Ab dem zweiten Jahr versuchte ich, aus neusten Erkenntnissen der Grundlagenforschung eine kommerzielle Anwendung zu entwickeln. In der Zeit nach dem Anschlag von 9/11 bestand ein grosses Bedürfnis, die Sicherheit gegen nukleare Bedrohungen zu erhöhen. Ich las mich ein und meinte, einen Marktbedarf zu erkennen, der sich mit meinem Wissensgebiet der Strahlungsdetektion deckte. Ich suchte mir zwei Partner und schrieb einen Businessplan. Mit diesem haben wir diverse Wettbewerbe gewonnen. Zudem konnten wir Gelder der Innovationsförderung sichern, um die angewandte Forschung für das Projekt voranzutreiben.

Das Wachstum der Firma konnten wir nach der Gründung mit Wagniskapital im zweistelligen Millionenbereich finanzieren, also durch Kapitalgeber, die an uns und unsere technische Vision glaubten. Mittlerweile haben wir Firmenstandorte in der Schweiz, den USA sowie in Grossbritannien.

Im Nachhinein lassen sich solche Gründungsgeschichten als Erfolgsgeschichten präsentieren. Dabei vergisst man häufig die vielen Rückschläge auf dem Weg dahin. Als Unternehmer kann man sich einem enormen Druck aussetzen, an dem die Gesundheit vieler zu Grunde geht. Ich musste lernen, dass Gelassenheit wichtig ist. Viele sehen einen Firmenkonkurs als absolutes Worstcase-Szenario. Dabei gehören Konkurse zum unternehmerischen Leben. In schwierigen Zeiten half es mir, dieses Szenario zu relativieren. Schulden hätte ich keine und meine Fähigkeiten und Erfahrung würden mir bei der Neuorientierung Sicherheit geben.

Tipps

Man hat niemals wieder so viel Freiheit wie im Doktorat. Diese gilt es zu nutzen. Ich rate, nicht zu warten, bis jemand eine Aufgabe vergibt, sondern selbst zu entscheiden, was man forschen und entwickeln will.

Wer eine solide technische Ausbildung hat und gut kommunizieren kann, hat gute Voraussetzungen, um ein Hightech-Startup aufzubauen. Mein Ratschlag ist, mit der Firmengründung gleich ein grosses gesellschaftliches oder technisches Problem zu lösen. Denn der Aufwand und Leistungsdruck, eine Firma zu führen, ist immer riesig, sei es ein Restaurant oder ein Weltkonzern.

Startup-Geschäftsführer im Bereich Deeptech: Gabriel Puebla Hellmann

Gabriel Puebla Hellmann
Gabriel Puebla Hellmann
Gabriel Puebla Hellmann

Gabriel Puebla Hellmann

«In einem Start-up im Deeptech-Bereich ist es wichtig, ein tiefes Verständnis der Technologie zu haben, sie gleichzeitig aber auch verkaufen zu können.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 2018 bis heuteGeschäftsführer QZabre AG, ein ETH Spinoff auf dem Gebiet der Magnetfeldmessungen auf Nanometerskala
2015–2018PostDoc an der Universität Basel, Arbeitsstelle bei IBM Zurich in Rüschlikon
2014–2015PostDoc an der Universität Zürich, Arbeitsstelle bei IBM Zurich in Rüschlikon
2012–2014PostDoc an der Universität Basel, Arbeitsstelle an der ETH Zürich
2007–2012Doktorat ETH Zürich
2001–2006Physikstudium ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Das Aufbauen eines Deeptech-Start-ups, also eines Unternehmens, das eng auf zukunftsweisenden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, ist sehr vielseitig und verändert sich kontinuierlich mit dem Wachstum der Firma. Ich bin Mitte 2018 als Partner bei QZabre eingestiegen und wir waren das erste Jahr zu zweit, damals noch in Räumen der ETH. Mittlerweile haben wir zehn Angestellte, unser eigenes Büro mit Labor in Oerlikon und sind weiterhin am Wachsen.

QZabre baut neuartige Mikroskope, die mit Hilfe von Quantentechnologie Magnetfelder präzise auf der Nanometerskala messen können. Die Technologie ist erst vor acht Jahren im Labor entwickelt worden, fertige Mikroskope kann man erst seit Ende 2019 kaufen. Es ist daher wichtig, ein tiefes Verständnis der Technologie zu haben, sie gleichzeitig aber auch verkaufen zu können.

Eine Vision von A bis Z in die Realität umzusetzen, ist eine Arbeit, die mir viel Spass und Freude macht. Nachdem der Fokus am Anfang auf Entwicklung und Projektmanagement gelegen hat, liegt er nun eher im strategischen Planen, im Führen von Mitarbeitenden und darin, die Firma nach aussen hin zu vertreten. In einem Start-up muss man vor allem am Anfang sehr wandlungsfähig sein, man löst nicht nur technische Probleme, sondern auch viele administrative. Hinzu kommen Verkauf und Marketing sowie Finanzplanung und, je nach Startup, das Finden und Managen von Investoren. Wir lernen hier jeden Tag dazu und arbeiten viel im Team zusammen.

Berufseinstieg

Nach dem Physikstudium an der ETH war ich sehr motiviert, selbst zu forschen, und bin deshalb für eine Doktorarbeit an der ETH geblieben. Die Forschung hat mir viel Spass gemacht und ich wollte aus persönlichen Gründen in Zürich bleiben, weshalb ich mich bei IBM in Rüschlikon bewarb und dort auch eine über Drittmittel finanzierte Stelle erhielt. Gegen Ende meiner Anstellung habe ich Jan Rhensius, Gründer von QZabre, per Zufall an einer Konferenz kennengelernt. Er war auf der Suche nach einem Partner, um die Firma aufzubauen. Mich haben sowohl die Technologie überzeugt als auch die Gelegenheit, etwas Neues zu schaffen.

Tipps

Offene Stellen sind vor allem in einem kleineren Start-up nicht immer ausgeschrieben, es lohnt sich daher, auch eine Initiativbewerbung zu schicken, wenn einem das Start-up gut gefällt. Falls man bei einem Start-up einsteigen möchte, selber aber keine Idee hat, gibt es Webseiten und Anlässe, bei denen Co-Founder gesucht oder vermittelt werden.

Es braucht nicht immer einen geradlinigen Karriereweg, gerade in der Physik lernt man vieles erst im Laufe des Studiums kennen. Wichtiger ist, sich für eine Sache begeistern zu können und sie dann konsequent und mit Einsatz zu verfolgen.

Scientific Managerin im Nationalen Forschungsschwerpunkg (NFS) Nanowissenschaften

Symbolbild Teilchenphysik
Symbolbild Teilchenphysik, © Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Scientific Managerin an einer Universität

«Als Scientific Manager dem Publikum die komplexen Inhalte der Wissenschaft näherzubringen ist eine Herausforderung, die viel positiven Schwung in den Arbeitsalltag bringt.»

Laufbahn
Universität Basel, Scientific Manager des NFS Nanowissenschaften
Weiterbildung zu Grundlagen des Projektmanagements, Führungsseminar
Studium der Physik in Buenos Aires, Argentinien und an der Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Ich verstehe meine Arbeit als «Brücke» zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Als Vertreterin des Nationalen Forschungsschwerpunkts Nanowissenschaften (NFS) gehe ich beispielsweise in Gymnasien und erkläre Begriffe der Quantenphysik. In unserem Institut bekommen wir auch Besuch von Forscherinnen, Forschern sowie Vertreter/innen ausländischer Regierungen und Schulen. Dann halte ich Präsentationen oder organisiere Touren durch die Labors und stelle Programme zusammen. Dafür muss ich wissen, wer für welche Aktivität gut geeignet ist und wer das Fachwissen besitzt. Manchmal halte ich auch selbst Vorträge. Befriedigend sind die positiven Rückmeldungen der Leute und das grosse Interesse, das an der Forschung gezeigt wird.

Berufseinstieg

Während der Doktorarbeit durfte ich meine Forschung im Rahmen des NFS Nanowissenschaften durchführen. Ich widmete mich den Strukturen im Nanobereich und den Quanteneffekten. Nach der Dissertation entschied ich mich für eine Tätigkeit als «Scientific Manager» im NFS Nanowissenschaften, die ich noch heute ausübe.

Tipps

Die Forschung hat früher oder später einen Einfluss im Alltag. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen über wissenschaftliche Aktivitäten und Ergebnisse informiert werden. Das hilft, Unsicherheiten und Ängste vor Neuem abzubauen.

Direktor eines Forschungsinstituts für Astrophysik

Symbolbild Weltraum
Symbolbild Weltraum, © Bild von skeeze auf Pixabay


Direktor eines astronomischen Instituts

«Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern arbeite ich an verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten der beobachtenden Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung.»

Laufbahn
Direktor eines Astronomischen Instituts, 100 %
Junior-Professor in den USA
Postdoc in den USA
Studium der Astrophysik
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Direktor eines astronomischen Institutes. Aktuell bauen wir mit weiteren europäischen Partnern eine zimmergrosse Kamera, die zehnmal schärfere Bilder als ein Weltraumteleskop erzeugen soll. Sie ist mit einer adaptiven Optik ausgerüstet und liefert Bilder im nahen Infrarot und im optischen Bereich. Die Infrarotastronomie spielt bei den beiden Forschungsrichtungen unseres Instituts – beobachtende Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung – eine enorm wichtige Rolle.

Zu rund zwei Dritteln meiner Arbeitszeit beschäftige ich mich mit Wissenschaft. Dazu zählen auch Gespräche mit Kolleginnen, Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden über Projekte. Die verbleibende Zeit nutze ich, um Verwaltungsaufgaben zu erledigen.

Berufseinstieg

Ich studierte Astrophysik und arbeitete dann als Postdoc und Juniorprofessor in den USA.

Tipps

Ein wichtiges Instrument in unserem Forschungsalltag ist das Teleskop. Um ein Thema zu erforschen, beantragen wir eine bestimmte Beobachtungszeit, etwa für das Grossteleskop in Chile, und geben an, was wir beobachten möchten. Dann braucht es Geduld, denn die meisten Teleskope sind um das Zwei- bis Achtfache überbucht.

Haben wir Glück, schicken wir einen unserer Astronomen ein Jahr später zum vereinbarten Termin auf den Cerro Paranal. Dort sitzt er vor einem Computer, gibt Himmelskoordinaten ein und begutachtet die Bilder und Spektren. Nach ein paar Nächten kommt er mit fünf Datenbändern zurück. Wir verwenden dann das nächste halbe Jahr dazu, diese Daten zu analysieren.

Abteilungsleiter für Marktrisiko-Kontrolle bei einer Bank

Symbolbild Berechnung
Symbolbild Berechnung, © Bild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay
Risk Controller bei einer Bank

«Als Physiker ist man trainiert, verstehen zu wollen und auch scheinbar dumme Fragen zu stellen.»

Laufbahn
Head Market Risk Control Rates & FX, Investment Bank UBS AG, Zürich
Chief Risk Officer Wealth Management US, UBS AG, New York
Risk Officer Market Risk Control, Investment Bank UBS AG, Zürich
Höheres Lehramt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und Doktorat am Institut de Micro- et Optoélectronique an der ETH Lausanne (EPFL)
Studium Experimentelle Physik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Marktrisiko-Kontrolle. Wir messen, kommunizieren und überwachen Marktrisiken, welche die Bank eingeht. Ich verantworte die Kontrolle des Zins- und Währungshandels.

Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. Handel und Märkte sind dynamisch. Aufgaben und deren Gewichtung ändern sich permanent. Ich verwende rund ein Drittel meiner Zeit für die Analyse von Märkten, Handelspositionen oder Transaktionen, die Beurteilung von Marktrisiken, deren Kommunikation und Überwachung. Ein weiteres Drittel meiner Zeit arbeite ich an Projekten oder deren Führung. Einen wichtigen Teil nimmt die Koordination, Führung und Entwicklung von Mitarbeitenden ein. Auch die Zusammenarbeit mit unseren internen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern ist wichtig.

Berufseinstieg

Ich hatte kein fixes Berufsziel, jedoch zwei Hauptinteressen: Erstens wollte ich meine Neugier befriedigen und hinter die Geheimnisse der Natur kommen. Weiter interessierten mich alternative Energien. Ich war überzeugt, dass in der Grundlagenforschung der Schlüssel der Zukunft in diesem Bereich liegt.

Für den Einstieg in den Finanzbereich sind Praktika eine gute Möglichkeit. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) oder Universität oder über Fachverbände gibt es auch die Möglichkeit, sich bankfachliche Grundlagen anzueignen, etwa mit einem Master in Finanzen. Dort kann man auch Kontakte knüpfen, die beim Einstieg helfen.

Tipps

Bei uns in der Risiko-Kontrolle arbeiten relativ viele Naturwissenschaftler/innen. Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten. In Studium und Forschung lernte ich, wie man an Probleme herangeht, auch wenn man anfangs keine Lösung erkennt.

Manchmal ist die Datengrundlage nicht vollständig oder es gibt kein «richtig» oder «falsch». Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, doch enorm spannend, sobald man lernt, neben dem Kopf auch Bauch und Herz zu gebrauchen. Im Wirtschaftsleben ist die richtige Lösung, die zu spät kommt, oft wertlos. Dynamik und Timing sind entscheidend.

Doktorandin an der ETH

Symbolbild Teleskop
Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay
Symbolbild Teleskop

Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay

Doktorandin der Physik an der ETH

«Ich analysiere als Doktorandin an der ETH für die MAGIC Kollaboration die Daten eines Teleskops auf den Kanarischen Inseln.»

Laufbahn
Doktorandin an der ETH Zürich
Studium der Physik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Doktorandin für die MAGIC Kollaboration. Die Kollaboration umfasst etwa 180 Physikerinnen und Physiker sowie Technikerinnen und Techniker aus Europa und Amerika. Unsere Gruppe in Zürich zählt 15 Mitarbeitende. Das MAGIC oder Major Atmospheric Gamma-Ray Imaging Cherenkov Telescopes ist ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 17 Metern. Es steht auf dem Roque de Los Muchachos auf La Palma, einer der Kanarischen Inseln. Mit dem Instrument sind wir in der Lage, kosmische Gammastrahlung in einem speziellen Bereich indirekt zu beobachten.

Die meiste Zeit meiner Arbeit verbringe ich an meinem Computer. Morgens lese ich als erstes im elektronischen Logbuch des MAGIC, wie die Beobachtungen der vergangenen Nacht auf La Palma abgelaufen sind. In dem Logbuch finde ich Informationen – vom Wetter bis zur Luftfeuchtigkeit  – die ich für meine Datenanalyse benötige.

Berufseinstieg

Ich habe Physik an der ETH Zürich studiert, wo ich nun als Doktorandin tätig bin.

Tipps

Die Arbeit auf La Palma hatte ich mir sehr angenehm vorgestellt mit Sandstrand und Sonne. Zu meinen Pflichten als Doktorandin gehört jedoch auch die Schichtarbeit am Teleskop. Ich musste bald feststellen, dass es ganz schön anstrengend ist, nachts auf 2400 Meter Höhe zu arbeiten. Ausserdem muss ich über 500 scharfe Kurven fahren, um vom Teleskop an den ersehnten Strand zu gelangen. Doch die Arbeit am Teleskop macht mir Spass: Wir fokussieren die einzelnen Spiegel neu, ersetzen kaputte Elektronik und zeichnen Daten auf.

Physiker an der EMPA und ETH-Dozent

Symbolbild Korrosion
Symbolbild Korrosion, © Bild von Ulrike Leone auf Pixabay
Gruppenleiter für Korrosionsforschung

«An der Empa sind Projekte oft interdisziplinär und die Erwartungen der involvierten Personen variieren stark.»

Laufbahn
Gruppenleiter bei der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) Dübendorf, Gruppenleiter für Korrosionsforschung, EMPA, Materials Science and Technology und ETH-Dozent
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Werkstoffdepartement der Eidgenössischen technischen Hochschule (ETH) Zürich
U.S. Air Force of Scientific Research
Postdoc an der Ohio State University
Studium der Experimentalphysik, Vertiefungsfach Festkörper und Oberflächenphysik, Nebenfach: Theoretische Physik, Mathematik, Universität Freiburg und École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL)
Jetzige Tätigkeit

Meine Hauptaufgaben als Gruppenleiter sind die Akquisition und Leitung von Forschungsprojekten. Dazu gehören Sitzungen mit Projektpartnern, Akademiker/innen oder Personen aus der Industrie, um Fragestellungen zu definieren und Arbeitspläne zu formulieren. Je industrienäher das Projekt ist, desto schwieriger sind die Verhandlungen. Oder die Fragestellungen sind klar, aber die finanziellen Mittel und der Zeithorizont diktieren, welche Experimente tatsächlich durchgeführt werden.

Eine wichtige Aufgabe ist die Führung der Mitarbeitenden. Für die Doktorandinnen und Doktoranden sind eine gute Betreuung und Einführungen in für sie neue Methoden notwendig. Bei den promovierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht es eher um wissenschaftliche Fragen wie etwa die Entwicklung von Messprozeduren oder -apparaturen.

Berufseinstieg

Nach meinem Studium der Experimentalphysik arbeitete ich als Postdoc an der Ohio State University und für das U.S. Air Force of Scientific Research.

Tipps

Die Erwartungen an mich und damit das Stressniveau sind relativ hoch. Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten. Wenn Projekte, Berichte oder Zeitschriftenartikel eingereicht werden müssen, ist manchmal Nacht- oder Wochenendarbeit gefragt. Auch Reisen ins Ausland gehören regelmässig zur Arbeit. Routine kenne ich nicht. Wer eine leitende Stelle in der Forschung anstrebt, muss also bereit sein, Persönliches zurückzustecken und vollen Einsatz zu leisten.



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