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Physik und Astronomie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Physik und Astronomie

Physik und Astronomie

Astrophysiker an einem Forschungsinstitut

Symbolbild Weltraum
Symbolbild Weltraum, © Bild von skeeze auf Pixabay


Direktor eines astronomischen Instituts

«Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern arbeite ich an verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten der beobachtenden Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung.»

Laufbahn
Direktor eines Astronomischen Instituts, 100 %
Junior-Professor in den USA
Postdoc in den USA
Studium der Astrophysik
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Direktor eines astronomischen Institutes. Aktuell bauen wir mit weiteren europäischen Partnern eine zimmergrosse Kamera, die zehnmal schärfere Bilder als ein Weltraumteleskop erzeugen soll. Sie ist mit einer adaptiven Optik ausgerüstet und liefert Bilder im nahen Infrarot und im optischen Bereich. Die Infrarotastronomie spielt bei den beiden Forschungsrichtungen unseres Instituts – beobachtende Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung – eine enorm wichtige Rolle.

Zu rund zwei Dritteln meiner Arbeitszeit beschäftige ich mich mit Wissenschaft. Dazu zählen auch Gespräche mit Kolleginnen, Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden über Projekte. Die verbleibende Zeit nutze ich, um Verwaltungsaufgaben zu erledigen.

Berufseinstieg

Ich studierte Astrophysik und arbeitete dann als Postdoc und Juniorprofessor in den USA.

Tipps

Ein wichtiges Instrument in unserem Forschungsalltag ist das Teleskop. Um ein Thema zu erforschen, beantragen wir eine bestimmte Beobachtungszeit, etwa für das Grossteleskop in Chile, und geben an, was wir beobachten möchten. Dann braucht es Geduld, denn die meisten Teleskope sind um das Zwei- bis Achtfache überbucht.

Haben wir Glück, schicken wir einen unserer Astronomen ein Jahr später zum vereinbarten Termin auf den Cerro Paranal. Dort sitzt er vor einem Computer, gibt Himmelskoordinaten ein und begutachtet die Bilder und Spektren. Nach ein paar Nächten kommt er mit fünf Datenbändern zurück. Wir verwenden dann das nächste halbe Jahr dazu, diese Daten zu analysieren.

Boris Dardel: Physiker in der Industrie

Symbolbild Büro
Symbolbild Büro, © Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Physiker in der Energiekabelproduktion

«Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich führe die Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Ingenieurbereich von Nexans Suisse S. A. in Cortaillod. Die Firma gehört zu einer internationalen Gruppe und produziert und installiert Energie- und Telekommunikation-, sowie industrielle Sicherheitskabel.
In Cortaillod befassen wir uns mit Nieder-, Mittel- und Hochspannungskabeln. Die Hochspannungskabel werden für die unterirdische Hochspannungsübertragung eingesetzt. Glasfaser-Optikkabel werden für die Telekommunikation und strahlende Kabel für die Radioübertragung in Tunnels verwendet. Industrielle Kabel werden in Maschinen genutzt. Sicherheitskabel erhalten ihre Funktion im Brandfall indem sie eine Feuerausbreitung vermeiden

Die Ingenieurabteilung übernimmt die technische Verantwortung für unsere Produkte und die Produktion. Hauptsächlich befassen wir uns mit dem Kabeldesign, der Auswahl des Materials und der Kontrolle der fertiggestellten Produkte. Die Abteilung besteht aus 12 Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Disziplinen Kunststoffchemie, Mechanik, Elektrizität, Elektromagnetismus und Optik.
Meine vier Hauptaufgaben liegen im Management, in der Forschung und Entwicklung, in der technischen Analyse und in der Produktekontrolle. Ich organisiere und koordiniere die Arbeitsabläufe in der Abteilung. Dazu gehören die Kostenkontrolle, die Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und die Berichterstattung an die Geschäftsleitung.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text]Für die Entwicklung neuer Produkte untersuchen und analysieren wir zuerst die Marktbedürfnisse der Kunden. Kosten und die Vorteile von existierenden Produkten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dazu brauche ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit guten Marktkenntnissen, die auch mit der Verkaufsabteilung zusammenarbeiten können. Neue Produkte werden zusammen mit Hochschulen entwickelt und getestet. Ich koordiniere die Aktivitäten der verschiedenen Partner und erstelle Patente. Für die Produktion ist eine enge Zusammenarbeit mit der Produktionsabteilung notwendig, denn oft sind Prozess- oder Maschinenentwicklungen bzw. Änderungen an bestehenden Maschinen erforderlich. Schliesslich vermittle ich die technischen Grundlagen zur Markteinführung und die Installationstechnik.

Tipps

[nicht definitiver Text]Aufgrund von Kundenbedürfnissen führen wir spezifische Studien durch. Defekte Produkte müssen analysiert werden. Zusätzlich unterstütze ich die Mitarbeitenden der Produktion und Administration in technischen Belangen.

Ich stelle für die Zulieferer die Materialspezifikation her. Weiter überprüfe ich das gelieferte Material und unsere fertig gestellten Produkte. Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir neue und bessere Produkte zu reduzierten Preisen auf den Markt bringen. Dazu brauchen wir hochqualifizierte Fachleute aus den oben erwähnten Disziplinen mit Erfahrung in den Bereichen Material, Produktionswerkzeuge, Installationstechnik, Produktanwendung und Umwelt.

Physikdoktorandin an der ETH

Symbolbild Teleskop
Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay
Symbolbild Teleskop

Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay

Doktorandin der Physik an der ETH

«Ich analysiere als Doktorandin an der ETH für die MAGIC Kollaboration die Daten eines Teleskops auf den Kanarischen Inseln.»

Laufbahn
Doktorandin an der ETH Zürich
Studium der Physik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Doktorandin für die MAGIC Kollaboration. Die Kollaboration umfasst etwa 180 Physikerinnen und Physikern sowie Technikerinnen und Technikern aus Europa und Amerika. Unsere Gruppe in Zürich zählt 15 Mitarbeitende. Das MAGIC oder Major Atmospheric Gamma-Ray Imaging Cherenkov Telescopes ist ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 17 Metern. Es steht auf dem Roque de Los Muchachos auf La Palma, einer der Kanarischen Inseln. Mit dem Instrument sind wir in der Lage, kosmische Gammastrahlung in einem speziellen Bereich indirekt zu beobachten.

Die meiste Zeit meiner Arbeit verbringe ich an meinem Computer. Morgens lese ich als erstes im elektronischen Logbuch des MAGIC, wie die Beobachtungen der vergangenen Nacht auf La Palma abgelaufen sind. In dem Logbuch finde ich Informationen – vom Wetter bis zur Luftfeuchtigkeit  – die ich für meine Datenanalyse benötige.

Berufseinstieg
Tipps

Die Arbeit auf La Palma hatte ich mir sehr angenehm vorgestellt mit Sandstrand und Sonne. Zu meinen Pflichten als Doktorandin gehört jedoch auch die Schichtarbeit am Teleskop. Ich musste bald feststellen, dass es ganz schön anstrengend ist, nachts auf 2400 Meter Höhe zu arbeiten. Ausserdem muss ich über 500 scharfe Kurven fahren, um vom Teleskop an den ersehnten Strand zu gelangen. Doch die Arbeit am Teleskop macht mir Spass: Wir fokussieren die einzelnen Spiegel neu (der Reflektor besteht aus mehreren hundert Spiegel), ersetzen kaputte Elektronik und zeichnen Daten auf.

Patrik Schmutz: Physiker in Prüf-und Eichämtern, Dozent an der Universität

Symbolbild Korrosion
Symbolbild Korrosion, © Bild von Ulrike Leone auf Pixabay
Physiker an der EMPA und ETH-Dozent

«Was meine Arbeit sehr attraktiv macht sind sicher die täglich neuen Fragestellungen. Das Wort Routine kennen wir nicht.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Gruppenleiter für Korrosionsforschung an der EMPA „Materials Science and Technology“ in Dübendorf und Dozent an der ETH. Beide Institutionen gehören zum so genannten ETH-Bereich. Meine aktuellen Aufgaben sind extrem spannend, abwechslungsreich und meine Arbeit macht mir Spass. Meine Hauptaufgaben sind die Akquisition und Leitung von Forschungsprojekten. Dazu gehören viele Sitzungen mit Projektpartnern - andere Akademiker oder Leute aus der Industrie -, um Fragenstellungen zu definieren und genaue Arbeitspläne zu formulieren. Oft sind die Projekte interdisziplinär und die Erwartungen der involvierten Personen variieren stark. Je industrienäher das Projekt ist, desto schwieriger sind die Verhandlungen. Sehr oft sind die Fragestellungen klar, aber die finanziellen Mittel und der Zeithorizont diktieren, welche Experimente tatsächlich durchgeführt werden können.

Eine wichtige Aufgabe ist aber auch die Betreuung der Mitarbeitenden, die eigentlich die ganzen experimentellen Forschungsarbeiten durchführen. Durch die Diskussion mit ihnen werde ich laufend über Projektverläufe und neue Ergebnissen informiert. Diese Gespräche dienen auch der Definition, welche Daten in Zeitschriften veröffentlicht oder an die Industrie geliefert werden müssen. In meiner Gruppe habe ich einerseits Doktoranden, die immer noch „lernen“, wie man forscht, und andererseits promovierte Mitarbeiter, die teilweise schon langjährige Forschungserfahrung aufweisen. Für die Doktoranden sind eine gute Betreuung und Einführungen in für sie neue experimentelle Methoden notwendig. Diskussionen mit promovierten Mitarbeitern beinhalten eher wissenschaftliche Fragen wie etwa Interpretationen von Messresultaten oder Entwicklung von neuen Messprozeduren oder -apparaturen.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Was meine Arbeit sehr attraktiv macht sind sicher die täglich neuen Fragestellungen. Das Wort Routine kennen wir nicht. Wir treffen laufend Leute mit viel Erfahrung auf ihrem Gebiet und müssen in jedem neuen Projekt in der Lage sein, sie zu verstehen und optimal einzusetzen. Das heisst, dass ich eine konstante Weiterbildung durchlaufe, ohne externe Vorlesungen oder Kurse zu besuchen: learning by doing!

Tipps

[nicht definitiver Text] Andererseits sind die Erwartungen an mich und das dazu gehörende Stressniveau relativ hoch. Es gibt auch keine geregelten Arbeitszeiten. Wenn Projekte, Berichte oder Zeitschriftenartikeln eingereicht werden müssen, ist manchmal Nacht- oder Wochenendarbeit gefragt. Auch Reisen ins Ausland gehören regelmässig zur Arbeit, und bei Projekten mit Firmen ist immer alles dringend.

Physikerin im Nationalen Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften

Symbolbild Teilchenphysik
Symbolbild Teilchenphysik, © Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Scientific Manager des NFS Nanowissenschaften

«Als Scientific Manager dem Publikum die komplexen Inhalte der Wissenschaft näherzubringen ist eine Herausforderung, die viel positiven Schwung in den Arbeitsalltag bringt.»

Laufbahn
Universität Basel, Schweizerischer Nationalfonds NFS Nanowissenschaften, Scientific Manager des NFS Nanowissenschaften
Weiterbildung zu Grundlagen des Projektmanagements, Führungsseminar
Studium der Physik in Buenos Aires, Argentinien und an der Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Ich verstehe meine Arbeit als «Brücke» zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Als Vertreterin des Nationalen Forschungsschwerpunkts Nanowissenschaften (NFS) gehe ich beispielsweise in Gymnasien und erkläre Begriffe der Quantenphysik.

In unserem Institut bekommen wir auch Besuch von Forscherinnen, Forschern sowie Vertreter/innen ausländischer Regierungen und Schulen. Dann stelle ich Präsentationen vor oder organisiere Touren durch die Labors und stelle Programme zusammen. Dafür muss ich wissen, wer für welche Aktivität gut geeignet ist und wer das Fachwissen besitzt. Manchmal halte ich auch selbst Vorträge.

Befriedigend sind die positiven Rückmeldungen der Leute und das grosse Interesse, das an der Forschung gezeigt wird.

Berufseinstieg

Während der Doktorarbeit durfte ich meine Forschung im Rahmen des NFS Nanowissenschaften durchführen. Ich widmete mich den Strukturen im Nanobereich und den Quanteneffekten. Nach der Dissertation entschied ich mich für eine Tätigkeit als «Scientific Manager» im NFS Nanowissenschaften, die ich noch heute ausübe.

Tipps

Die Forschung hat früher oder später einen Einfluss im Alltag. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen über wissenschaftliche Aktivitäten und Ergebnisse informiert werden. Das hilft, Unsicherheiten und Ängste vor Neuem abzubauen.

Andreas Bitz: Physiker

Symbolbild Berechnung
Symbolbild Berechnung, © Bild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay
Physiker als Risk Controller bei einer Bank

«Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Markt Risiko-Kontrolle. Sie misst, kommuniziert und überwacht Marktrisiken, welche die Bank im eigenen Namen eingeht. Ich bin verantwortlich für die Kontrolle des Zins- und Währungshandels in der Investment Bank weltweit.

Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Die Umgebung des Handels und der Märkte ist sehr dynamisch und die verschiedenen Aufgaben und deren Gewichtung ändern permanent. Im Allgemeinen verwende ich rund einen Drittel meiner Zeit für die Analyse von Märkten, Handelspositionen oder Transaktionen, die Beurteilung von Marktrisiken und deren Kommunikation und Überwachung. Rund einen Drittel meiner Zeit investiere ich in die Mitarbeit an Projekten oder deren Führung. Die Projekte sind recht vielfältig und reichen von IT über die Einführung von neuen Finanzprodukten bis hin zur Verbesserung von Kontrollprozessen und Messmethoden. Einen wichtigen Teil nimmt die Koordination, Führung und Entwicklung von Mitarbeitenden ein. Weiter ist die Zusammenarbeit mit unseren internen Geschäftspartnern besonders wichtig, denn wir arbeiten in einem relativ kleinen Team mit Mitarbeitenden in Asien, Europa und Amerika.

Bei uns in der Risiko Kontrolle arbeiten relativ viele Naturwissenschaftler. Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten. Was ich im Studium und in der Forschung lernte, das mir in meiner Arbeit am meisten hilft, ist, wie man an Probleme herangeht, auch wenn man anfangs keine Lösung erkennt. Als Physiker ist man trainiert, verstehen zu wollen und auch „dumme“ Fragen zu stellen.

Den Umgang mit anderen Mitarbeitenden, den Umgang im Team, aber auch die Schwierigkeit, dass man Entscheide treffen muss, auch wenn entweder die Datengrundlage nicht vollständig ist oder es kein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt, ist etwas, das man als Physiker/Mathematiker sich erst aneignen muss. Im Wirtschaftsleben ist die richtige Lösung, die zu spät kommt, oft wertlos. Die Dynamik und das Timing sind entscheidend. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, doch enorm spannend, sobald man lernt, neben dem Kopf auch den Bauch und das Herz zu gebrauchen.

Ich war erstaunt, wie stark sich die Arbeit als Experimentalphysiker und Risiko Analyst ähneln: man beobachtet; versucht den Prozess zu organisieren, damit er messbar ist; man wendet Methoden an und versucht manchmal, eine neue Idee der „Theoretiker“ umzusetzen und zu überprüfen. Daraus bildet man sich ein Urteil oder eine Synthese. Der grosse Unterschied: Ungleich den Naturgesetzen sind die Marktgesetze nicht stabil und das eigene Handeln oder Nichthandeln kann eine grosse Konsequenz haben. Dies macht die Sache natürlich äussert spannend.

Berufseinstieg

Ich hatte kein fixes Berufsziel, jedoch zwei Hauptinteressen: Erstens wollte ich meine Neugier befriedigen und hinter die Geheimnisse der Natur kommen. Weiter hat mich damals vieles im Zusammenhang mit alternativen Energien interessiert. Ich war überzeugt, dass in der Grundlagenforschung der Schlüssel der Zukunft in diesem Bereich liegt. Gefallen am Studium hat mir die Freiheit, sich die Interessengebiete auszuwählen. Vor allem während der Diplomarbeit und der Dissertation faszinierten mich der wissenschaftliche Dialog im Team und das Knobeln an Problemstellungen.

Tipps

Eines oder mehrere Praktika im Finanzbereich sind eine gute Möglichkeit, sich einen Einblick und etwas Erfahrung zu verschaffen. Weiter gibt es an der ETH und der Uni oder über Fachverbände die Möglichkeit, sich bankfachliche Grundlagen anzueignen, zum Beispiel über einen Master in Finanz. Über diese beiden Wege kann man auch Kontakte knüpfen, die beim Einstieg helfen.

Physiker in der Industrie

Symbolbild Mikroskop
Symbolbild Mikroskop© Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay
Physiker als "Head of Imaging Infrastructure"

«Bei einem Pharamunternehmen bin ich für den Aufbau einer Infrastruktur für Studien mit medizinischer Bildgebung verantwortlich.»

Laufbahn
Weiterbildungen in Datenstandards für das Gesundheitswesen (HL7, CDISC, DICOM) und Mitgliedschaft in entsprechenden Datenstandard-Komitees
Pharmaunternehmen, Basel, Head of Imaging Infrastructure, 100 %
IT-Koordinator für Patientenstudien mit bildgebenden Verfahren, Departement Neuroradiologie, Universitätsspital Basel, studienbegleitend, 10-20 %
Studienaufenthalt in Schweden mit Fokus auf Computerarchitektur, Programmiersprachen, Philosophie
Physikstudium an der ETH Zürich, Diplom über Modellierung synaptischer Netzwerke im Gehirn
Jetzige Tätigkeit

Mein Team und ich unterstützen firmeninterne Teams dabei, medizinische Bildgebungstechniken wie MRI, PET, CT und Ultraschall einzusetzen. So gewinnen wir neue Einsichten in Krankheitsverläufe.

Der grösste Teil meiner Arbeit besteht im Kommunizieren via E-Mail, Telefon oder persönlichen Treffen. Ich arbeite dazu mit externen Partnern, darunter IT-Unternehmen oder Universitäten und Spin Offs. Für ein Image-Management-System musste ich mit der internen IT-Abteilung und externen Herstellern an der Spezifikation arbeiten. Parallel dazu habe ich mit internen Gruppen die Benutzerprozesse ans neue System angepasst.

Die Datenschutzbeauftragten unterstützten mich dabei, Richtlinien für die interne Nutzung von Bilddaten gemäss europäischen und amerikanischen Recht zu erarbeiten.

Berufseinstieg

Die Kunst, für Analysis-Übungen einen eleganten Lösungsweg zu finden, gleicht der Kunst, für Geschäftsprobleme eine funktionierende Lösung zu erarbeiten. Ich muss flexibel sein und das Wissen in ungewohntem Kontext anwenden. Dafür ist das Physikstudium eine gute Grundlage.

Mein Zusatzwissen stammt aus der Erfahrung in meiner Teilzeitarbeit: Welches sind die Probleme mit medizinischen Bildern in der Praxis? Wie umfassend soll die Informatik-Lösung sein, damit sie breit anwendbar ist und sich trotzdem lohnt?

Tipps

Beim Implementieren von funktionsübergreifenden Systemen arbeiten wir mit mehreren Gruppen. Dort müssen unterschiedlichste Zielvorgaben auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Auch viel Verhandlungsfreude und detektivisches Aufspüren von Möglichkeiten ist gefordert. Nicht zuletzt ist Querdenken hilfreich.

Medizinphysiker als Senior Scientist bei einem KMU

Symbolbild DNA
Symbolbild DNA© Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay
Senior Scientist in Physik

«Ich arbeite als Senior Scientist für ein KMU, dass Mikro-Computertomographen entwickelt, herstellt, verkauft, deren Bedienung schult und sie unterhält.»

Laufbahn
Senior Scientist bei einem KMU, Schweiz
Post-Doc an der University of California, USA, Biomedical Engineering
Doktorat in Experimentalphysik an der ETH Zürich, Bereich der Biomedizinischen Technik
Nachdiplomstudium an der ETH Zürich in Medizinischer Physik
Physikstudium an der ETH Zürich mit Schwerpunkt Medizinische Physik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Senior Scientist für ein KMU mit 20 Mitarbeitenden, das Mikro-Computertomographen (Mikro-CT) produziert.

Meine Hauptaufgabe ist es, die 3-D-Auswertungsmethoden der Geräte zu entwickeln. Dazu gebe ich häufig Schulungen für unsere Kundinnen und Kunden. Weltweit arbeiten schon mehr als 200 Forschungsgruppen an Universitäten und anderen Forschungszentren (z.B. Pharmafirmen) mit unseren Geräten.

Mein physikalisches Wissen brauche ich nur noch zu einem kleinen Teil. Allerdings erlaubt mir das, auf sehr spezielle Fragen der verschiedenen Kunden zu antworten oder mich problemlos ein neues Gebiet einzuarbeiten.

Berufseinstieg

Der Wunsch, Sachen auf den Grund zu gehen und zu verstehen, wie etwas funktioniert, haben mich das Physikstudium wählen lassen.

Am Anfang des Studiums hatte ich noch kein genaues Ziel vor Augen; das Lernen und Kennenlernen der verschiedenen Bereiche der Physik lag im Vordergrund. Im vierten Jahr des Studiums, mit der Wahl der Kernfächer, habe ich mich dann das erste Mal mit der Medizinischen Physik beschäftigt.

In diesem Gebiet, dem ich seither treu geblieben bin, gefallen mir die Anwendungsorientiertheit und der direkte Bezug zu konkreten Problemen. Denn letztlich stehen die Patientinnen und Patienten und die medizinische Forschung im Fokus meiner Tätigkeit.

Tipps

Eine schnelle Auffassungsgabe ist wichtig, um z.B. im Support auf Probleme der Kundinnen und Kunden eingehen zu können. Bei der Entwicklung von neuen Produkten braucht man gute Analysefähigkeiten, um bei Problemen in der Lage zu sein, Ursachen voneinander zu trennen. Für den Kundenkontakt ist ein offenes Auftreten, didaktisches Geschick und Freude am Helfen nötig.



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