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Physik und Astronomie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Physik und Astronomie

Physik und Astronomie

Physiker

Symbolbild Weltraum
Symbolbild Weltraum, © Bild von skeeze auf Pixabay


Astrophysiker an einem Forschungsinstitut

«Momentan bauen wir zusammen mit weiteren europäischen Partnern eine zimmergrosse Kamera, die zehnmal schärfere Bilder als ein Weltraumteleskop erzeugen soll.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Direktor eines astronomischen Institutes. Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern arbeite ich an verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Momentan bauen wir zusammen mit weiteren europäischen Partnern eine zimmergrosse Kamera, die zehnmal schärfere Bilder als ein Weltraumteleskop erzeugen soll. Sie ist mit einer adaptiven Optik ausgerüstet und liefert Bilder im nahen Infrarot und im optischen Bereich. Die Infrarotastronomie spielt auch bei den beiden Forschungsrichtungen unseres Instituts – beobachtende Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung – eine enorm wichtige Rolle. Beide Forschungsbereiche brauchen den Blick ins Infrarote:

Die Kosmologen, die untersuchen, wie Galaxien entstehen und sich entwickeln, wegen der Rotverschiebung. Denn je weiter die Galaxien entfernt sind, desto älter und desto stärker zum Infrarot verschoben ist deren Strahlung. Die Planetenforscher, weil Planeten um Sterne ausserhalb des Sonnensystems im infraroten Bereich besser sichtbar sind. Und die Erforscher der Sternenentstehung, weil sich die Geburtsstätten von Sternen meist hinter Staubwolken verbergen, die erst im Infraroten durchsichtig sind.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Ein wichtiges Instrument in unserem Forschungsalltag ist das Teleskop. Um ein Thema genauer zu erforschen, beantragen wir oft Beobachtungszeit, etwa für das Grossteleskop in Chile, und geben an, was wir beobachten möchten. Nicht immer erhalten wir die Zeit – die meisten Teleskope sind um das Zwei- bis Achtfache überbucht. Wenn wir Glück haben, schicken wir einen unserer Astronomen ein Jahr später zum angegebenen Termin auf den Cerro Paranal. Dort sitzt er im Steuerungsraum vor einem Computer, gibt Himmelskoordinaten ein und begutachtet die Bilder und Spektren, die auf dem Schirm erscheinen. Schliesslich, nach ein paar Nächten, fährt er mit fünf Datenbändern heim, und wir verwenden das nächste halbe Jahr dafür, diese Daten zu analysieren.

Tipps

[Text fehlt] Als Leiter des Institutes bin ich während rund zwei Dritteln meiner Arbeitszeit mit Wissenschaft beschäftigt. Diese Zeit schliesst auch Gespräche mit Kollegen und Doktoranden im Haus über Projekte mit ein. Die verbleibende Zeit nutze ich für verschiedene Verwaltungsaufgaben.

Boris Dardel: Physiker in der Industrie

Symbolbild Büro
Symbolbild Büro, © Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Physiker in der Energiekabelproduktion

«Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich führe die Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Ingenieurbereich von Nexans Suisse S. A. in Cortaillod. Die Firma gehört zu einer internationalen Gruppe und produziert und installiert Energie- und Telekommunikation-, sowie industrielle Sicherheitskabel.
In Cortaillod befassen wir uns mit Nieder-, Mittel- und Hochspannungskabeln. Die Hochspannungskabel werden für die unterirdische Hochspannungsübertragung eingesetzt. Glasfaser-Optikkabel werden für die Telekommunikation und strahlende Kabel für die Radioübertragung in Tunnels verwendet. Industrielle Kabel werden in Maschinen genutzt. Sicherheitskabel erhalten ihre Funktion im Brandfall indem sie eine Feuerausbreitung vermeiden

Die Ingenieurabteilung übernimmt die technische Verantwortung für unsere Produkte und die Produktion. Hauptsächlich befassen wir uns mit dem Kabeldesign, der Auswahl des Materials und der Kontrolle der fertiggestellten Produkte. Die Abteilung besteht aus 12 Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Disziplinen Kunststoffchemie, Mechanik, Elektrizität, Elektromagnetismus und Optik.
Meine vier Hauptaufgaben liegen im Management, in der Forschung und Entwicklung, in der technischen Analyse und in der Produktekontrolle. Ich organisiere und koordiniere die Arbeitsabläufe in der Abteilung. Dazu gehören die Kostenkontrolle, die Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und die Berichterstattung an die Geschäftsleitung.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text]Für die Entwicklung neuer Produkte untersuchen und analysieren wir zuerst die Marktbedürfnisse der Kunden. Kosten und die Vorteile von existierenden Produkten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dazu brauche ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit guten Marktkenntnissen, die auch mit der Verkaufsabteilung zusammenarbeiten können. Neue Produkte werden zusammen mit Hochschulen entwickelt und getestet. Ich koordiniere die Aktivitäten der verschiedenen Partner und erstelle Patente. Für die Produktion ist eine enge Zusammenarbeit mit der Produktionsabteilung notwendig, denn oft sind Prozess- oder Maschinenentwicklungen bzw. Änderungen an bestehenden Maschinen erforderlich. Schliesslich vermittle ich die technischen Grundlagen zur Markteinführung und die Installationstechnik.

Tipps

[nicht definitiver Text]Aufgrund von Kundenbedürfnissen führen wir spezifische Studien durch. Defekte Produkte müssen analysiert werden. Zusätzlich unterstütze ich die Mitarbeitenden der Produktion und Administration in technischen Belangen.

Ich stelle für die Zulieferer die Materialspezifikation her. Weiter überprüfe ich das gelieferte Material und unsere fertig gestellten Produkte. Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir neue und bessere Produkte zu reduzierten Preisen auf den Markt bringen. Dazu brauchen wir hochqualifizierte Fachleute aus den oben erwähnten Disziplinen mit Erfahrung in den Bereichen Material, Produktionswerkzeuge, Installationstechnik, Produktanwendung und Umwelt.

Physikerin

Symbolbild Teleskop
Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay
Symbolbild Teleskop

Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay

Physikdoktorandin an der ETH

«Zu meinen Pflichten als Doktorandin gehörte auch Schichtarbeit am Teleskop.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Doktorandin für die MAGIC Kollaboration. Diese besteht aus ca. 180 Physikern und Technikern aus Europa und Amerika. Unsere Gruppe in Zürich umfasst 15 Mitarbeitende. MAGIC (Major Atmospheric Gamma-ray Imaging Cherenkov-Telescope) ist ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 17 m und steht auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma, einer der Kanarischen Inseln.

Da MAGIC, wie die meisten Teilchenphysik-Experimente, von einer internationalen Kollaboration betrieben wird, reiste ich vor allem während des ersten Jahres meiner Doktorarbeit viel. Der Austausch zwischen den einzelnen Gruppen ist sehr wichtig, leider lassen sich Doppelspurigkeiten trotz vieler Meetings nicht immer vermeiden. Zu meinen Pflichten als Doktorandin gehörte auch Schichtarbeit am Teleskop. Die Arbeit auf La Palma hatte ich mir sehr angenehm vorgestellt mit Sandstrand und viel Sonne. Ich musste aber bald feststellen, dass es ganz schön anstrengend ist, nachts auf 2400 m Höhe zu arbeiten. Ausserdem müssen mehr als 500 scharfe Kurven bewältigt werden, um vom Teleskop an den ersehnten Strand zu gelangen. Doch die Arbeit am Teleskop machte mir Spass: Wir fokussierten die einzelnen Spiegel neu (der Reflektor besteht aus mehreren hundert Spiegel), ersetzten kaputte Elektronik und zeichneten natürlich Daten auf.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Die meiste Zeit meiner Arbeit verbringe ich an meinem Computer. Morgens lese ich als erstes alle E-Mails. Wir haben ein elektronisches Logbuch für MAGIC, so dass alle Mitarbeiter informiert sind, wie die Beobachtungen der letzten Nacht auf La Palma abgelaufen sind. In dem Logbuch finde ich viele wichtigen Informationen für meine Daten-Analyse: Wie war das Wetter? Wie hoch war die Luftfeuchtigkeit? Haben alle Subsysteme funktioniert? Sind irgendwelche Sicherungen durchgebrannt?

Tipps

[Text fehlt noch] Ein wichtiger Teil der Datenanalyse ist die Simulation der zu erwartenden Daten. Diese so genannten Monte Carlo-Daten werden dann mit den richtigen Beobachtungen verglichen. Momentan verbringe ich viel Zeit mit der Überprüfung der Daten, das heisst ich muss herausfinden, unter welchem Zenith- und Azimut-Winkel sie aufgezeichnet wurden, prüfen, ob sich die Aufzeichnungsrate in einem vernünftigen Bereich befindet, usw.

Patrik Schmutz: Physiker in Prüf-und Eichämtern, Dozent an der Universität

Symbolbild Korrosion
Symbolbild Korrosion, © Bild von Ulrike Leone auf Pixabay
Physiker an der EMPA und ETH-Dozent

«Was meine Arbeit sehr attraktiv macht sind sicher die täglich neuen Fragestellungen. Das Wort Routine kennen wir nicht.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Gruppenleiter für Korrosionsforschung an der EMPA „Materials Science and Technology“ in Dübendorf und Dozent an der ETH. Beide Institutionen gehören zum so genannten ETH-Bereich. Meine aktuellen Aufgaben sind extrem spannend, abwechslungsreich und meine Arbeit macht mir Spass. Meine Hauptaufgaben sind die Akquisition und Leitung von Forschungsprojekten. Dazu gehören viele Sitzungen mit Projektpartnern - andere Akademiker oder Leute aus der Industrie -, um Fragenstellungen zu definieren und genaue Arbeitspläne zu formulieren. Oft sind die Projekte interdisziplinär und die Erwartungen der involvierten Personen variieren stark. Je industrienäher das Projekt ist, desto schwieriger sind die Verhandlungen. Sehr oft sind die Fragestellungen klar, aber die finanziellen Mittel und der Zeithorizont diktieren, welche Experimente tatsächlich durchgeführt werden können.

Eine wichtige Aufgabe ist aber auch die Betreuung der Mitarbeitenden, die eigentlich die ganzen experimentellen Forschungsarbeiten durchführen. Durch die Diskussion mit ihnen werde ich laufend über Projektverläufe und neue Ergebnissen informiert. Diese Gespräche dienen auch der Definition, welche Daten in Zeitschriften veröffentlicht oder an die Industrie geliefert werden müssen. In meiner Gruppe habe ich einerseits Doktoranden, die immer noch „lernen“, wie man forscht, und andererseits promovierte Mitarbeiter, die teilweise schon langjährige Forschungserfahrung aufweisen. Für die Doktoranden sind eine gute Betreuung und Einführungen in für sie neue experimentelle Methoden notwendig. Diskussionen mit promovierten Mitarbeitern beinhalten eher wissenschaftliche Fragen wie etwa Interpretationen von Messresultaten oder Entwicklung von neuen Messprozeduren oder -apparaturen.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Was meine Arbeit sehr attraktiv macht sind sicher die täglich neuen Fragestellungen. Das Wort Routine kennen wir nicht. Wir treffen laufend Leute mit viel Erfahrung auf ihrem Gebiet und müssen in jedem neuen Projekt in der Lage sein, sie zu verstehen und optimal einzusetzen. Das heisst, dass ich eine konstante Weiterbildung durchlaufe, ohne externe Vorlesungen oder Kurse zu besuchen: learning by doing!

Tipps

[nicht definitiver Text] Andererseits sind die Erwartungen an mich und das dazu gehörende Stressniveau relativ hoch. Es gibt auch keine geregelten Arbeitszeiten. Wenn Projekte, Berichte oder Zeitschriftenartikeln eingereicht werden müssen, ist manchmal Nacht- oder Wochenendarbeit gefragt. Auch Reisen ins Ausland gehören regelmässig zur Arbeit, und bei Projekten mit Firmen ist immer alles dringend.

Physikerin

Symbolbild Teilchenphysik
Symbolbild Teilchenphysik, © Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Physikerin im Nationalen Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften

«Dem Publikum die teilweise komplexen Inhalte der Wissenschaft näher zu bringen ist eine Herausforderung, die viel positiven Schwung in die Arbeit bringt, und das Erreichen dieses Zieles ist eine tolle und motivierende Belohnung für die geleistete Arbeit.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

In unserem Institut bekommen wir oft Besuche von ausländischen Regierungen, Forschern und Schulen. Dann werden einige Präsentationen vorgestellt und Touren durch die Labors angeboten. Ich bin dafür verantwortlich, ein Programm zusammen zu stellen. Dafür muss ich wissen, wer bei uns für welche Aktivität gut geeignet ist und wer für welches Thema Experte ist und dann dafür sorgen, dass alle Beteiligten gut informiert sind, was sie zu tun haben, was für ein Publikum sie haben werden, wie viel Zeit zu Verfügung steht, etc. Manchmal halte ich auch selber Vorträge.

Meine Stelle ist sehr abwechslungsreich. Am schönsten sind jeweils die „kreativen“ Phasen: neue Wege finden, wie man komplizierte Begriffe und Ergebnisse der Wissenschaften darstellen kann, so dass sie für jedermann verständlich sind; neue Konzepte und Projekte ausdenken, um unsere Ziele besser zu erreichen. Ich arbeite an verschiedenen Orten, mit sehr unterschiedlichen Leuten und vielfältigen Aufgaben. Ich kann von vielen anderen wissenschaftlichen Bereichen lernen und bekomme Einblick in ganz andere berufliche Felder und Denkweisen.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text]Während der Doktorarbeit durfte ich meine Forschung im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) Nanowissenschaften durchführen und den Strukturen im Nanobereich und deren Quanteneffekten widmen. Nach der Dissertation entschied ich mich für eine Stelle als „Scientific Manager“ im NFS Nanowissenschaften, eine Tätigkeit die ich noch heute ausübe. Als Vertreterin des NFS nehme ich an Messen und Tagungen teil, an denen ich am Stand des NFS Information übermittle oder als Referentin eingeladen bin. Ebenfalls sehr oft bin ich in Gymnasien, wo ich den SchülerInnen die grundlegenden Begriffe der Quantenphysik zeige.

Tipps

[nicht definitiver Text] Meine Arbeit betrachte ich als sehr sinnvoll, da ich die Möglichkeit habe, als „Brücke“ zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fungieren, denn die Gesellschaft ermöglicht ja die Forschung. Die Forschung ihrerseits hat früher oder später einen Einfluss im Alltag, deshalb – und auch zum Abbau von Unsicherheiten und Ängsten vor Neuem - ist es sehr wichtig, dass über wissenschaftliche Aktivitäten und Ergebnisse informiert wird. Besonders befriedigend sind die positiven Rückmeldungen der Leute und das grosse Interesse, das an Forschungsinhalten gezeigt wird. Dem Publikum die teilweise komplexen Inhalte der Wissenschaft näher zu bringen ist eine Herausforderung, die viel positiven Schwung in die Arbeit bringt, und das Erreichen dieses Zieles ist eine tolle und motivierende Belohnung für die geleistete Arbeit.

Andreas Bitz: Physiker

Symbolbild Berechnung
Symbolbild Berechnung, © Bild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay
Physiker als Risk Controller bei einer Bank

«Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
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JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
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Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Markt Risiko-Kontrolle. Sie misst, kommuniziert und überwacht Marktrisiken, welche die Bank im eigenen Namen eingeht. Ich bin verantwortlich für die Kontrolle des Zins- und Währungshandels in der Investment Bank weltweit.

Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Die Umgebung des Handels und der Märkte ist sehr dynamisch und die verschiedenen Aufgaben und deren Gewichtung ändern permanent. Im Allgemeinen verwende ich rund einen Drittel meiner Zeit für die Analyse von Märkten, Handelspositionen oder Transaktionen, die Beurteilung von Marktrisiken und deren Kommunikation und Überwachung. Rund einen Drittel meiner Zeit investiere ich in die Mitarbeit an Projekten oder deren Führung. Die Projekte sind recht vielfältig und reichen von IT über die Einführung von neuen Finanzprodukten bis hin zur Verbesserung von Kontrollprozessen und Messmethoden. Einen wichtigen Teil nimmt die Koordination, Führung und Entwicklung von Mitarbeitenden ein. Weiter ist die Zusammenarbeit mit unseren internen Geschäftspartnern besonders wichtig, denn wir arbeiten in einem relativ kleinen Team mit Mitarbeitenden in Asien, Europa und Amerika.

Bei uns in der Risiko Kontrolle arbeiten relativ viele Naturwissenschaftler. Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten. Was ich im Studium und in der Forschung lernte, das mir in meiner Arbeit am meisten hilft, ist, wie man an Probleme herangeht, auch wenn man anfangs keine Lösung erkennt. Als Physiker ist man trainiert, verstehen zu wollen und auch „dumme“ Fragen zu stellen.

Den Umgang mit anderen Mitarbeitenden, den Umgang im Team, aber auch die Schwierigkeit, dass man Entscheide treffen muss, auch wenn entweder die Datengrundlage nicht vollständig ist oder es kein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt, ist etwas, das man als Physiker/Mathematiker sich erst aneignen muss. Im Wirtschaftsleben ist die richtige Lösung, die zu spät kommt, oft wertlos. Die Dynamik und das Timing sind entscheidend. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, doch enorm spannend, sobald man lernt, neben dem Kopf auch den Bauch und das Herz zu gebrauchen.

Ich war erstaunt, wie stark sich die Arbeit als Experimentalphysiker und Risiko Analyst ähneln: man beobachtet; versucht den Prozess zu organisieren, damit er messbar ist; man wendet Methoden an und versucht manchmal, eine neue Idee der „Theoretiker“ umzusetzen und zu überprüfen. Daraus bildet man sich ein Urteil oder eine Synthese. Der grosse Unterschied: Ungleich den Naturgesetzen sind die Marktgesetze nicht stabil und das eigene Handeln oder Nichthandeln kann eine grosse Konsequenz haben. Dies macht die Sache natürlich äussert spannend.

Berufseinstieg

Ich hatte kein fixes Berufsziel, jedoch zwei Hauptinteressen: Erstens wollte ich meine Neugier befriedigen und hinter die Geheimnisse der Natur kommen. Weiter hat mich damals vieles im Zusammenhang mit alternativen Energien interessiert. Ich war überzeugt, dass in der Grundlagenforschung der Schlüssel der Zukunft in diesem Bereich liegt. Gefallen am Studium hat mir die Freiheit, sich die Interessengebiete auszuwählen. Vor allem während der Diplomarbeit und der Dissertation faszinierten mich der wissenschaftliche Dialog im Team und das Knobeln an Problemstellungen.

Tipps

Eines oder mehrere Praktika im Finanzbereich sind eine gute Möglichkeit, sich einen Einblick und etwas Erfahrung zu verschaffen. Weiter gibt es an der ETH und der Uni oder über Fachverbände die Möglichkeit, sich bankfachliche Grundlagen anzueignen, zum Beispiel über einen Master in Finanz. Über diese beiden Wege kann man auch Kontakte knüpfen, die beim Einstieg helfen.

Stefan El-Gatta: Physiker, Physiker in der Industrie

Symbolbild Mikroskop
Symbolbild Mikroskop© Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay
Physiker als 2Head of Imaging Infrastructure"

«Ich muss flexibel sein und das Wissen in ungewohntem Kontext anwenden. Dafür ist das Physikstudium eine gute Grundlage.»

JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
JahrTätigkeit
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite für die Novartis Pharma AG auf dem „Novartis Campus“ in Basel. Mein Titel lautet „Head of Imaging Infrastructure“. Ich sitze in einem Grossraumbüro in einem neuen Gebäude mit viel Licht und ein paar Pflanzen. Es ist ziemlich still, ein knappes Dutzend Personen auf etwa 100m2.

Unsere Gruppe nennt sich Clinical Imaging. Wir unterstützen firmeninterne Teams dabei, moderne medizinische Bildgebungstechniken einzusetzen, um neue und bessere Einsichten in Krankheitsverläufe zu gewinnen. Wir arbeiten mit sämtlichen Bild-Modalitäten - hauptsächlich MRI, PET, CT und Ultraschall. Der grösste Teil meiner Arbeit besteht im Kommunizieren via E-mail, Telefon und persönlichen Treffen. Ich arbeite hauptsächlich mit externen Partnern wie Oracle oder dem National Cancer Institute, aber auch mit Universitäten und Spin Offs. Bei Novartis bin ich für den Aufbau einer Infrastruktur für Studien mit medizinischer Bildgebung verantwortlich. Zum Beispiel habe ich ein Image-Management-System für Pharma aufgebaut, was intern und extern sorgfältig koordiniert werden musste: Mit der internen IT-Abteilung und externen Herstellern arbeitete ich an der Spezifikation, während ich mit internen Gruppen die Benutzerprozesse ans neue System angepasst habe. Mit der Contracting-Abteilung wurden die neuen Dienstleistungen, die das System ermöglicht, mit unseren Partnern verhandelt. Die Novartis Datenschutzbeauftragten unterstützten mich dabei, Richtlinien für die interne Benutzung von Bilddaten gemäss der rechtlichen Basis im europäischen und amerikanischen Raum zu erarbeiten.

Berufseinstieg

[nicht definitiver Text] Die Kunst, für die Analysis-Übung einen eleganten Lösungsweg zu finden, ist verwandt mit der Kunst, für vertrackte Geschäftsprobleme eine funktionierende Lösung zu erarbeiten. Ich muss flexibel sein und das Wissen in ungewohntem Kontext anwenden. Dafür ist das Physikstudium eine gute Grundlage. Mein Zusatzwissen stammt aus der Erfahrung in meiner Teilzeitarbeit: Welches sind die Probleme mit medizinischen Bildern in der Praxis? Wie umfassend soll die Informatik-Lösung sein, damit sie breit anwendbar ist und sich trotzdem lohnt?

Tipps

[nicht definitiver Text] Als Grossunternehmen ist Novartis ein regelrechtes Ökosystem. Beim Implementieren von funktionsübergreifenden Systemen arbeitet man mit verteilten Gruppen mit unterschiedlichsten Zielvorgaben, die man auf einen gemeinsamen Nenner bringen muss. Viel Verhandlungsfreude und detektivisches Aufspüren vom Möglichkeiten ist gefordert. Auch Querdenken ist sehr hilfreich.



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