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Physik und Astronomie: Berufsmöglichkeiten

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss in Physik und Astronomie.

Physik und Astronomie

Physikerin ETH: Prof. Dr. Ursula Keller

Prof. Dr. Ursula Keller
Prof. Dr. Ursula Keller
Prof. Dr. Ursula Keller

Prof. Dr. Ursula Keller

Physikprofessorin an der ETH

«Laser ist das schönste Licht der Welt und Forschung ist ein Traumjob.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
Seit 1993 bis heuteProfessorin für Experimentalphysik am Institut für Quantenelektronik an der ETH Zürich, Anstellung: 100%, Mutter von zwei Söhnen
1989-1993Member of Technical Staff bei AT&T Bell Labs in Holmdel, New Jersey
1985-1989Doktorat, Stanford University, Kalifornien
1984-1985Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heriot-Watt University in Edinburgh
1984Physikstudium ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Die Kernaufgabe unserer Universitäten und Professoren ist Bildung und Forschung. Die Professorinnen und Professoren leiten die Forschung in ihren Gruppen, setzen Vision und Ziele und wählen Gruppenmitglieder aus. Sie sind dafür verantwortlich, ausreichende Forschungsgelder zu generieren, um die Gehälter ihres Teams und die laufenden Kosten ihrer Forschung zu decken.

Diese Forschung generiert häufig Ergebnisse, die unseren aktuellen Wissenshorizont erweitern. Innerhalb der Keller-Gruppe ist die Forschung zu gleichen Teilen in angewandte und Grundlagenforschung unterteilt. Angewandte Forschung bedeutet, nach Lösungen für technologische Probleme zu suchen. Im Vergleich dazu ist die Grundlagenforschung von der Neugier des Professors motiviert. Zum Beispiel hat die Keller-Gruppe viele Schlüsselinnovationen gemacht, die es ermöglichten, kurzgepulste Laser für industrielle Anwendungen in der Medizin, Messtechnik und Materialbearbeitung einzusetzen.

Auf der fundamentalen Forschungsseite hat sie neue Weltrekorde in der Ultrakurzpulserzeugung erzielt und den Zugang zu neuen Beobachtungen in einer Zeitskala ermöglicht, auf der noch nie zuvor beobachtet wurde. Forscherinnen und Forscher werden zu Entdeckerinnen und Entdeckern, die unerwartete und unvorhergesehene neue Möglichkeiten entdecken können. Es ist ein Traumjob.

Berufseinstieg

Ich erhielt mein Diplom in Physik 1984 an der ETH Zürich. Bis 1985 arbeitete ich im Anschluss an der Heriot-Watt Universität mit einem Forschungsstipendium der ETH. Meine Ausbildung setzte ich in den USA an der Stanford Universität fort, wo ich 1987 den Master of Science (M.Sc.) und 1989 den Ph. D. in angewandter Physik erwarb. 1989 ging ich an die AT&T Bell Laboratories als “Member of Technical Staff”. Seit März 1993 bin ich Professorin an der ETH Zürich.

Tipps

Physik ist zukunftsweisend, eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen. Wissenschaft und Technologie prägen unser tägliches Leben und haben einen grossen Einfluss auf unsere Zukunft. Sowohl Frauen als auch Männer sollten gemeinsam diese Zukunft mitbestimmen und mitbeeinflussen.
Allen Interessierten empfehle ich das Buch "Inspiring Conversations with Women Professors".

Astrophysiker an einem Forschungsinstitut

Symbolbild Weltraum
Symbolbild Weltraum, © Bild von skeeze auf Pixabay


Direktor eines astronomischen Instituts

«Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern arbeite ich an verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten der beobachtenden Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung.»

Laufbahn
Direktor eines Astronomischen Instituts, 100 %
Junior-Professor in den USA
Postdoc in den USA
Studium der Astrophysik
Jetzige Tätigkeit

Ich bin Direktor eines astronomischen Institutes. Aktuell bauen wir mit weiteren europäischen Partnern eine zimmergrosse Kamera, die zehnmal schärfere Bilder als ein Weltraumteleskop erzeugen soll. Sie ist mit einer adaptiven Optik ausgerüstet und liefert Bilder im nahen Infrarot und im optischen Bereich. Die Infrarotastronomie spielt bei den beiden Forschungsrichtungen unseres Instituts – beobachtende Kosmologie sowie Stern- und Planetenentstehung – eine enorm wichtige Rolle.

Zu rund zwei Dritteln meiner Arbeitszeit beschäftige ich mich mit Wissenschaft. Dazu zählen auch Gespräche mit Kolleginnen, Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden über Projekte. Die verbleibende Zeit nutze ich, um Verwaltungsaufgaben zu erledigen.

Berufseinstieg

Ich studierte Astrophysik und arbeitete dann als Postdoc und Juniorprofessor in den USA.

Tipps

Ein wichtiges Instrument in unserem Forschungsalltag ist das Teleskop. Um ein Thema zu erforschen, beantragen wir eine bestimmte Beobachtungszeit, etwa für das Grossteleskop in Chile, und geben an, was wir beobachten möchten. Dann braucht es Geduld, denn die meisten Teleskope sind um das Zwei- bis Achtfache überbucht.

Haben wir Glück, schicken wir einen unserer Astronomen ein Jahr später zum vereinbarten Termin auf den Cerro Paranal. Dort sitzt er vor einem Computer, gibt Himmelskoordinaten ein und begutachtet die Bilder und Spektren. Nach ein paar Nächten kommt er mit fünf Datenbändern zurück. Wir verwenden dann das nächste halbe Jahr dazu, diese Daten zu analysieren.

Medizinphysiker als Senior Scientist bei einem KMU

Symbolbild DNA
Symbolbild DNA© Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay
Senior Scientist in Physik

«Ich arbeite als Senior Scientist für ein KMU, das Mikro-Computertomographen entwickelt, herstellt, verkauft, deren Bedienung schult und sie unterhält.»

Laufbahn
Senior Scientist bei einem KMU, Schweiz
Post-Doc an der University of California, USA, Biomedical Engineering
Doktorat in Experimentalphysik an der ETH Zürich, Bereich der Biomedizinischen Technik
Nachdiplomstudium an der ETH Zürich in Medizinischer Physik
Physikstudium an der ETH Zürich mit Schwerpunkt Medizinische Physik
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Senior Scientist für ein KMU mit 20 Mitarbeitenden, das Mikro-Computertomographen (Mikro-CT) produziert.

Meine Hauptaufgabe ist es, die 3-D-Auswertungsmethoden der Geräte zu entwickeln. Dazu gebe ich häufig Schulungen für unsere Kundinnen und Kunden. Weltweit arbeiten schon mehr als 200 Forschungsgruppen an Universitäten und anderen Forschungszentren mit unseren Geräten.

Mein physikalisches Wissen brauche ich nur noch zu einem kleinen Teil. Allerdings erlaubt mir das, auf sehr spezielle Fragen der verschiedenen Kunden zu antworten oder mich problemlos ein neues Gebiet einzuarbeiten.

Berufseinstieg

Der Wunsch, Sachen auf den Grund zu gehen und zu verstehen, wie etwas funktioniert, haben mich das Physikstudium wählen lassen.

Am Anfang des Studiums hatte ich noch kein genaues Ziel vor Augen; das Lernen und Kennenlernen der verschiedenen Bereiche der Physik lag im Vordergrund. Im vierten Jahr des Studiums, mit der Wahl der Kernfächer, habe ich mich dann das erste Mal mit der Medizinischen Physik beschäftigt.

In diesem Gebiet, dem ich seither treu geblieben bin, gefallen mir die Anwendungsorientiertheit und der direkte Bezug zu konkreten Problemen. Denn letztlich stehen die Patientinnen und Patienten und die medizinische Forschung im Fokus meiner Tätigkeit.

Tipps

Eine schnelle Auffassungsgabe ist wichtig, um beispielsweise im Support auf Probleme der Kundinnen und Kunden eingehen zu können. Bei der Entwicklung von neuen Produkten braucht man gute Analysefähigkeiten, um bei Problemen in der Lage zu sein, Ursachen voneinander zu trennen. Für den Kundenkontakt ist ein offenes Auftreten, didaktisches Geschick und Freude am Helfen nötig.

Physikdoktorandin an der ETH

Symbolbild Teleskop
Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay
Symbolbild Teleskop

Symbolbild Teleskop, © Bild von skeeze auf Pixabay

Doktorandin der Physik an der ETH

«Ich analysiere als Doktorandin an der ETH für die MAGIC Kollaboration die Daten eines Teleskops auf den Kanarischen Inseln.»

Laufbahn
Doktorandin an der ETH Zürich
Studium der Physik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Doktorandin für die MAGIC Kollaboration. Die Kollaboration umfasst etwa 180 Physikerinnen und Physikern sowie Technikerinnen und Technikern aus Europa und Amerika. Unsere Gruppe in Zürich zählt 15 Mitarbeitende. Das MAGIC oder Major Atmospheric Gamma-Ray Imaging Cherenkov Telescopes ist ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 17 Metern. Es steht auf dem Roque de Los Muchachos auf La Palma, einer der Kanarischen Inseln. Mit dem Instrument sind wir in der Lage, kosmische Gammastrahlung in einem speziellen Bereich indirekt zu beobachten.

Die meiste Zeit meiner Arbeit verbringe ich an meinem Computer. Morgens lese ich als erstes im elektronischen Logbuch des MAGIC, wie die Beobachtungen der vergangenen Nacht auf La Palma abgelaufen sind. In dem Logbuch finde ich Informationen – vom Wetter bis zur Luftfeuchtigkeit  – die ich für meine Datenanalyse benötige.

Berufseinstieg

Ich habe Physik an der ETH Zürich studiert, wo ich nun als Doktorandin tätig bin.

Tipps

Die Arbeit auf La Palma hatte ich mir sehr angenehm vorgestellt mit Sandstrand und Sonne. Zu meinen Pflichten als Doktorandin gehört jedoch auch die Schichtarbeit am Teleskop. Ich musste bald feststellen, dass es ganz schön anstrengend ist, nachts auf 2400 Meter Höhe zu arbeiten. Ausserdem muss ich über 500 scharfe Kurven fahren, um vom Teleskop an den ersehnten Strand zu gelangen. Doch die Arbeit am Teleskop macht mir Spass: Wir fokussieren die einzelnen Spiegel neu, ersetzen kaputte Elektronik und zeichnen Daten auf.

Physiker an der EMPA und ETH-Dozent

Symbolbild Korrosion
Symbolbild Korrosion, © Bild von Ulrike Leone auf Pixabay
Gruppenleiter für Korrosionsforschung

«An der Empa sind Projekte oft interdisziplinär und die Erwartungen der involvierten Personen variieren stark.»

Laufbahn
Gruppenleiter bei der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) Dübendorf, Gruppenleiter für Korrosionsforschung, EMPA, Materials Science and Technology und ETH-Dozent
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Werkstoffdepartement der Eidgenössischen technischen Hochschule (ETH) Zürich
U.S. Air Force of Scientific Research
Postdoc an der Ohio State University
Studium der Experimentalphysik, Vertiefungsfach Festkörper und Oberflächenphysik, Nebenfach: Theoretische Physik, Mathematik, Universität Freiburg und École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL)
Jetzige Tätigkeit

Meine Hauptaufgaben als Gruppenleiter sind die Akquisition und Leitung von Forschungsprojekten. Dazu gehören Sitzungen mit Projektpartnern, Akademiker/innen oder Personen aus der Industrie, um Fragestellungen zu definieren und Arbeitspläne zu formulieren. Je industrienäher das Projekt ist, desto schwieriger sind die Verhandlungen. Oder die Fragestellungen sind klar, aber die finanziellen Mittel und der Zeithorizont diktieren, welche Experimente tatsächlich durchgeführt werden.

Eine wichtige Aufgabe ist die Führung der Mitarbeitenden. Für die Doktorandinnen und Doktoranden sind eine gute Betreuung und Einführungen in für sie neue Methoden notwendig. Bei den promovierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht es eher um wissenschaftliche Fragen wie etwa die Entwicklung von Messprozeduren oder -apparaturen.

Berufseinstieg

Nach meinem Studium der Experimentalphysik arbeitete ich als Postdoc an der Ohio State University und für das U.S. Air Force of Scientific Research.

Tipps

Die Erwartungen an mich und damit das Stressniveau sind relativ hoch. Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten. Wenn Projekte, Berichte oder Zeitschriftenartikel eingereicht werden müssen, ist manchmal Nacht- oder Wochenendarbeit gefragt. Auch Reisen ins Ausland gehören regelmässig zur Arbeit. Routine kenne ich nicht. Wer eine leitende Stelle in der Forschung anstrebt, muss also bereit sein, Persönliches zurückzustecken und vollen Einsatz zu leisten.

Was meine Arbeit attraktiv macht, sind die täglich neuen Fragestellungen. Ich treffe laufend Leute mit viel Erfahrung auf ihrem Gebiet, kann diskutieren und Ideen austauschen. So durchlaufe ich eine konstante Weiterbildung, ohne Vorlesungen oder Kurse zu besuchen. Learning by doing!

Physiker in der Energiekabelproduktion

Symbolbild Büro
Symbolbild Büro, © Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Leiter Forschung und Entwicklung

«Um in der Energiekabelproduktion konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir neue und bessere Produkte zu reduzierten Preisen auf den Markt bringen.»

Laufbahn
Leiter Forschung und Entwicklung, Ingenieursabteilung, Nexans Suisse S. A., Cortaillod, Anstellung: 100 %
Angestellter Forschung und Entwicklung, Ingenieursabteilung, Nexans Suisse S. A., Cortaillod
Doktorat in der Festkörperphysik
Studium Physik
Jetzige Tätigkeit

Ich führe die Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Ingenieurbereich von Nexans Suisse S. A. in Cortaillod. An unserem Standort befassen wir uns mit Nieder-, Mittel- und Hochspannungskabeln. In der Abteilung arbeiten zwölf Ingenieurinnen und Ingenieure der Disziplinen Kunststoffchemie, Mechanik, Elektrizität, Elektromagnetismus und Optik. Sie übernehmen die technische Verantwortung für unsere Produkte und Produktion.

Meine vier Hauptaufgaben liegen im Management, in Forschung und Entwicklung sowie in der technischen Analyse und Kontrolle der Produkte. Zudem organisiere und koordiniere ich die Kostenkontrolle, die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen sowie die Berichterstattung an die Geschäftsleitung. Für unsere Kundinnen und Kunden führen wir auch spezifische Studien durch und  analysieren defekte Produkte.

Berufseinstieg

Ich studierte Physik und wurde in Festkörperphysik promoviert. Danach arbeitete ich elf Jahre als Angestellter in der Abteilung von Nexans Suisse S. A. und inzwischen weitere elf Jahren als Leiter Forschung und Entwicklung.

Tipps

Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir neue und bessere Produkte zu reduzierten Preisen auf den Markt bringen. Dazu brauchen wir hochqualifizierte Fachpersonen aus den oben genannten Disziplinen mit Erfahrung in den Bereichen Material, Produktionswerkzeuge, Installationstechnik, Produktanwendung und Umwelt.

Ich stelle für die Zulieferer die Materialspezifikation her. Weiter überprüfe ich das gelieferte Material und unsere fertig gestellten Produkte. Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für das Wachstum unserer Firma. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir neue und bessere Produkte zu reduzierten Preisen auf den Markt bringen. Dazu brauchen wir hochqualifizierte Fachleute aus den oben erwähnten Disziplinen mit Erfahrung in den Bereichen Material, Produktionswerkzeuge, Installationstechnik, Produktanwendung und Umwelt.

Physiker in der Markt-Risiko-Kontrolle

Symbolbild Berechnung
Symbolbild Berechnung, © Bild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay
Physiker als Risk Controller bei einer Bank

«Als Physiker ist man trainiert, verstehen zu wollen und auch scheinbar dumme Fragen zu stellen.»

Laufbahn
Head Market Risk Control Rates & FX, Investment Bank UBS AG, Zürich
Chief Risk Officer Wealth Management US, UBS AG, New York
Risk Officer Market Risk Control, Investment Bank UBS AG, Zürich
Höheres Lehramt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und Doktorat am Institut de Micro- et Optoélectronique an der ETH Lausanne (EPFL)
Studium Experimentelle Physik an der ETH Zürich
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite in der Markt-Risiko-Kontrolle. Wir messen, kommunizieren und überwachen Marktrisiken, welche die Bank eingeht. Ich verantworte die Kontrolle des Zins- und Währungshandels.

Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. Handel und Märkte sind dynamisch. Aufgaben und deren Gewichtung ändern sich permanent. Ich verwende rund ein Drittel meiner Zeit für die Analyse von Märkten, Handelspositionen oder Transaktionen, die Beurteilung von Marktrisiken, deren Kommunikation und Überwachung. Ein weiteres Drittel meiner Zeit arbeite ich an Projekten oder deren Führung. Einen wichtigen Teil nimmt die Koordination, Führung und Entwicklung von Mitarbeitenden ein. Auch die Zusammenarbeit mit unseren internen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern ist wichtig.

Berufseinstieg

Ich hatte kein fixes Berufsziel, jedoch zwei Hauptinteressen: Erstens wollte ich meine Neugier befriedigen und hinter die Geheimnisse der Natur kommen. Weiter interessierten mich alternative Energien. Ich war überzeugt, dass in der Grundlagenforschung der Schlüssel der Zukunft in diesem Bereich liegt.

Für den Einstieg in den Finanzbereich sind Praktika eine gute Möglichkeit. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) oder Universität oder über Fachverbände gibt es auch die Möglichkeit, sich bankfachliche Grundlagen anzueignen, etwa mit einem Master in Finanzen. Dort kann man auch Kontakte knüpfen, die beim Einstieg helfen.

Tipps

Bei uns in der Risiko Kontrolle arbeiten relativ viele Naturwissenschaftler/innen. Für unsere Arbeit braucht es eine gewisse Unabhängigkeit im Denken, kritisches Urteilsvermögen und selbstständiges Arbeiten. In Studium und Forschung lernte ich, wie man an Probleme herangeht, auch wenn man anfangs keine Lösung erkennt.

Manchmal ist die Datengrundlage nicht vollständig oder es gibt kein «richtig» oder «falsch». Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, doch enorm spannend, sobald man lernt, neben dem Kopf auch Bauch und Herz zu gebrauchen. Im Wirtschaftsleben ist die richtige Lösung, die zu spät kommt, oft wertlos. Dynamik und Timing sind entscheidend.

Physiker in der Industrie

Symbolbild Mikroskop
Symbolbild Mikroskop© Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay
Physiker als "Head of Imaging Infrastructure"

«Bei einem Pharamunternehmen bin ich für den Aufbau einer Infrastruktur für Studien mit medizinischer Bildgebung verantwortlich.»

Laufbahn
Weiterbildungen in Datenstandards für das Gesundheitswesen (HL7, CDISC, DICOM) und Mitgliedschaft in entsprechenden Datenstandard-Komitees
Pharmaunternehmen, Basel, Head of Imaging Infrastructure, 100 %
IT-Koordinator für Patientenstudien mit bildgebenden Verfahren, Departement Neuroradiologie, Universitätsspital Basel, studienbegleitend, 10-20 %
Studienaufenthalt in Schweden mit Fokus auf Computerarchitektur, Programmiersprachen, Philosophie
Physikstudium an der ETH Zürich, Diplom über Modellierung synaptischer Netzwerke im Gehirn
Jetzige Tätigkeit

Mein Team und ich unterstützen firmeninterne Teams dabei, medizinische Bildgebungstechniken wie MRI, PET, CT und Ultraschall einzusetzen. So gewinnen wir neue Einsichten in Krankheitsverläufe.

Der grösste Teil meiner Arbeit besteht im Kommunizieren via E-Mail, Telefon oder persönlichen Treffen. Ich arbeite dazu mit externen Partnern, darunter IT-Unternehmen oder Universitäten und Spin Offs. Für ein Image-Management-System musste ich mit der internen IT-Abteilung und externen Herstellern an der Spezifikation arbeiten. Parallel dazu habe ich mit internen Gruppen die Benutzerprozesse ans neue System angepasst.

Die Datenschutzbeauftragten unterstützten mich dabei, Richtlinien für die interne Nutzung von Bilddaten gemäss europäischen und amerikanischen Recht zu erarbeiten.

Berufseinstieg

Die Kunst, für Analysis-Übungen einen eleganten Lösungsweg zu finden, gleicht der Kunst, für Geschäftsprobleme eine funktionierende Lösung zu erarbeiten. Ich muss flexibel sein und das Wissen in ungewohntem Kontext anwenden. Dafür ist das Physikstudium eine gute Grundlage.

Mein Zusatzwissen stammt aus der Erfahrung in meiner Teilzeitarbeit: Welches sind die Probleme mit medizinischen Bildern in der Praxis? Wie umfassend soll die Informatik-Lösung sein, damit sie breit anwendbar ist und sich trotzdem lohnt?

Tipps

Beim Implementieren von funktionsübergreifenden Systemen arbeiten wir mit mehreren Gruppen. Dort müssen unterschiedlichste Zielvorgaben auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Auch viel Verhandlungsfreude und detektivisches Aufspüren von Möglichkeiten ist gefordert. Nicht zuletzt ist Querdenken hilfreich.

Physikerin im Nationalen Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften

Symbolbild Teilchenphysik
Symbolbild Teilchenphysik, © Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Scientific Manager des NFS Nanowissenschaften

«Als Scientific Manager dem Publikum die komplexen Inhalte der Wissenschaft näherzubringen ist eine Herausforderung, die viel positiven Schwung in den Arbeitsalltag bringt.»

Laufbahn
Universität Basel, Schweizerischer Nationalfonds NFS Nanowissenschaften, Scientific Manager des NFS Nanowissenschaften
Weiterbildung zu Grundlagen des Projektmanagements, Führungsseminar
Studium der Physik in Buenos Aires, Argentinien und an der Universität Basel
Jetzige Tätigkeit

Ich verstehe meine Arbeit als «Brücke» zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Als Vertreterin des Nationalen Forschungsschwerpunkts Nanowissenschaften (NFS) gehe ich beispielsweise in Gymnasien und erkläre Begriffe der Quantenphysik.

In unserem Institut bekommen wir auch Besuch von Forscherinnen, Forschern sowie Vertreter/innen ausländischer Regierungen und Schulen. Dann stelle ich Präsentationen vor oder organisiere Touren durch die Labors und stelle Programme zusammen. Dafür muss ich wissen, wer für welche Aktivität gut geeignet ist und wer das Fachwissen besitzt. Manchmal halte ich auch selbst Vorträge.

Befriedigend sind die positiven Rückmeldungen der Leute und das grosse Interesse, das an der Forschung gezeigt wird.

Berufseinstieg

Während der Doktorarbeit durfte ich meine Forschung im Rahmen des NFS Nanowissenschaften durchführen. Ich widmete mich den Strukturen im Nanobereich und den Quanteneffekten. Nach der Dissertation entschied ich mich für eine Tätigkeit als «Scientific Manager» im NFS Nanowissenschaften, die ich noch heute ausübe.

Tipps

Die Forschung hat früher oder später einen Einfluss im Alltag. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen über wissenschaftliche Aktivitäten und Ergebnisse informiert werden. Das hilft, Unsicherheiten und Ängste vor Neuem abzubauen.



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