Start myBerufswahl

Interessen und Stärken - Schritt 1: Ich lerne meine Interessen und Stärken kennen

Berufe und Ausbildungen - Schritt 2: Ich lerne die Berufs- und Ausbildungswelt kennen

Stärken und Anforderungen - Schritt 3: Ich vergleiche meine Stärken mit den Anforderungen der Berufe und Ausbildungen, die mich interessieren

Schnuppern - Schritt 4: Ich schaue mir die interessanten Berufe genauer an

Überprüfen und entscheiden - Schritt 5: Ich überprüfe die möglichen Berufe oder Schulen und entscheide mich

Lehrstelle finden – Schule anmelden - Schritt 6: Ich setze meine Entscheidung um, suche eine Lehrstelle oder melde mich bei einer Schule an

Vorbereiten auf die Zukunft - Schritt 7: Ich bereite mich auf die Lehre oder die Mittelschule vor oder ich kläre ein Brückenangebot ab

Arbeitsmappe - Deine Ergebnisse

Einen Moment bitte...

myBerufswahl wird geladen.

Abgemeldet

Ihre Login-Session ist abgelaufen. Sie werden auf die Startseite weitergeleitet. Bitte melden Sie sich erneut an, um Ihr Login fortzusetzen.

Evangelisch-reformierte Theologie: Studium selbst erlebt

Wie erfolgt die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Die Breite und Tiefe von Religion und Glauben ausloten

S.H. studiert Evangelisch-reformierte Theologie im 5. Semester an der Universität Zürich UZH.

S.H. (20) konnte trotz ihrer jungen Jahre schon einiges an Lebenserfahrung sammeln. "In meinem Leben hatte ich die Möglichkeit, auf Reisen und Auslandaufenthalten viele andere Kulturen kennenzulernen", beginnt S.H. ihre Antwort auf die Frage, wie sie denn auf das Studienfach Theologie gekommen sei. "Beispielsweise wohnte ich mit meiner Familie während meiner Kindheit für zwei Jahre in Australien. Nach der Matura arbeitete ich in meinem Zwischenjahr sieben Monate als Freiwillige in einem kleinen christlichen Projekt mit verschiedenen Bildungseinrichtungen für notbedürftige Familien und Gefängniskinder in Bolivien. Bedingt durch diese Erfahrung in der Entwicklungsarbeit, begannen mich vermehrt die existenziellen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Besonders interessierte mich letztlich auch die Tatsache, dass das Christentum auf der Welt unglaublich verschieden gelebt und ausgestaltet wird, und ich verspürte immer mehr den Wunsch, diese Thematik genauer zu erforschen."

Ein weiterer Grund für S.H.s Studienwahl war sicher auch ihre Maturarbeit, die sie zum Thema der Stellung der Frau im Judentum, Christentum und Islam geschrieben hat. "Damals habe ich begonnen, mich mit den heiligen Schriften zu beschäftigen", erklärt die angehende Theologin. "Ich habe Interviews mit einer orthodoxen Jüdin, einer reformierten Pfarrerin, einer Nonne und einer Muslima geführt und mich viel mit Religion und Glaubensvorstellungen beschäftigt. Das hat mich fasziniert, auch wenn ich damals noch nicht dachte, dass ich dann Theologie studieren würde."

Studium in familiärer Atmosphäre

Von der Richtigkeit ihrer Studienwahl ist S.H. nach wie vor überzeugt. Von Anfang an gefiel ihr die familiäre Atmosphäre an der Theologischen Fakultät. "Ich hatte eigentlich erwartet, dass es anonymer zu- und hergeht", räumt die Studentin ein. "Doch durch die kleine Anzahl von Studenten in einer Vorlesung kommt man sehr schnell in Kontakt. Durchschnittlich sitzen mit mir etwa 20-30 Studenten im Vorlesungssaal. Kein Vergleich also zu anderen Studienrichtungen wie Psychologie oder Jus. Ich kann mich erinnern, dass wir bei einer Prüfung im letzten Semester weniger als zehn Personen waren und der Dozent mittendrin gefragt hat, ob er jemandem einen Kaffee zur Stärkung bringen solle. Zudem gibt es verschiedene Angebote der Theologischen Fakultät ausserhalb des Studienalltags. Beispielsweise gibt es im Januar immer ein Blockseminar in Wildhaus, bei welchem wir morgens im Lagerhaus eine Vorlesung haben und anschliessend zusammen Skifahren gehen. Am Abend lernt man bei einem Filmabend, Jassturnier oder in persönlichen Gesprächen bei einem Glas Wein die Mitstudierenden und Dozenten anders kennen als im Unialltag. Auch mit den Dozierenden hat man persönlichen Kontakt, wenn man das möchte und darf viele von ihnen 'duzen'."

Herausforderndes Spannungsfeld von persönlichem Glauben und Wissenschaft

Am Theologiestudium schätzt S.H. vor allem die wissenschaftliche Herangehensweise an das Christentum und an den Glauben selbst. "Es liegt in der Natur, dass eine nüchterne Analyse des Glaubens und des Christentums Diskussionspotenzial und auch Zündstoff birgt", erklärt die angehende Theologin. "Da treffen teilweise auch ganz gegensätzliche Weltanschauungen aufeinander, was manchmal spannende Auseinandersetzungen zur Folge hat. Auch hier sieht man eben, wie unterschiedlich man 'glauben' und Christin oder Christ sein kann." Von den theologischen Teildisziplinen interessiert sich S.H. vor allem für die Dogmatik und die Ethik, die Praktische Theologie aber auch für die Kirchengeschichte. "Ich habe aber grundsätzlich alle Fächer gerne, da sie so verschieden sind", relativiert die Studentin.

Am Gymnasium schloss S.H. bereits das Latinum ab, so dass sie an der Uni 'nur' noch Griechisch und Hebräisch lernen muss. "Diese Sprachen sind sehr zeitaufwändig, ermöglichen jedoch einen völlig neuen Blickwinkel auf die Übersetzung der Bibel und die Exegese (Textauslegung)."

Studium und Praxis unter einem Hut

Momentan besucht S.H. ca. neun Vorlesungen à je 90 Minuten pro Woche. Zusätzlich kommen dann noch einmal zwischen 10 und 15 Stunden für die Vor- und Nachbereitung, das Schreiben von Arbeiten und natürlich für das Lernen. Die zeitliche Belastung erscheint S.H. als durchschnittlich.

Die Appenzellerin arbeitet neben dem Studium als Religionslehrerin in zwei Primarschulklassen und einer Sekundarschulklasse, setzt sich in ihrem Wohnort in der Generationenkommission ein und arbeitet zeitweise in einem Café. Wegen diesen Nebenbeschäftigungen pendelt S.H. jeden Tag vom Appenzellerland nach Zürich. "Für mich ist es ein riesiges Privileg, neben dem Studium bereits als Religionslehrerin zu arbeiten. Da kann ich das Gelernte von der Uni direkt praktisch anwenden. Zudem gefällt mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr."



berufsberatung.ch