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Konservierung / Restaurierung: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

«Mich reizen Objekte mit Geschichte»

M. B. studiert Konservierung im 4. Bachelorsemester an der Hochschule der Künste Bern HKB. Ihn faszinieren Kulturgüter, die eine Geschichte haben – zum Beispiel das Basler Münster.

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu bewogen hat, dieses Studienfach zu wählen?

In meinem dritten Lehrjahr als Steinbildhauer sollte unsere Firma im Schloss Arenenberg den Sandsteinboden abbauen, restaurieren und versetzen. In einem Bereich des Raumes war der Boden aber aus Beton, und wir begannen, das Material wegzuspitzen. Plötzlich brach die Maschine in einen Hohlraum ein. Der Museumsdirektor meinte, im Schloss könnte ein antikes Bad verborgen sein. Als ich an den Wänden des Hohlraums bereits Fliesen erkennen konnte, rutschte ich auf dem Bauschutt aus – und sah plötzlich ein goldenes Adlerrelief vor mir: Ich sass tatsächlich im Tauchbad von Napoleon III! Nach diesem Erlebnis wusste ich, dass ich mich weiterbilden wollte, um an solch wertvollen und bedeutenden Objekten arbeiten zu können. Vor zwei Jahren schloss ich die Gestalterische Berufsmaturität ab.

Welche Erwartungen hatten Sie vor Beginn an Ihr Studium, und werden diese erfüllt?

Ich wollte die chemischen und physikalischen Grundlagen der Restaurierung kennenlernen, verstehen und in die Praxis umsetzen. Und ich wollte meine Kenntnisse in den Bereichen Kunstgeschichte und Materialkunde vertiefen. Das Studium erfüllt diese Erwartungen, auch wenn ich mir das Tempo an der Fachhochschule höher vorgestellt habe.

Was fasziniert Sie an Ihrem Fach?

Die Kombination von Handwerk, Kunst und Naturwissenschaften. Und die Vermittlerrolle, die Restauratoren und Restauratorinnen oft einnehmen: Sie sind in Kontakt mit der Denkmalpflege, mit Architekten, Kunsthistorikerinnen und Handwerkern.

Was sollte man fürs Studium mitbringen?

Wichtig sind gute handwerkliche Grundlagen. Viele von uns haben eine handwerkliche Lehre absolviert, was von grossem Vorteil ist. Darüber hinaus sollte man sich für Fächer wie Chemie, Physik und Kunstgeschichte interessieren und gut schreiben können. Ein Restaurator muss seine Arbeit ständig dokumentieren: Es gilt, das gesammelte Wissen zu einem Fall sinnvoll und geordnet niederzuschreiben und zu archivieren.

Wie oft besucht man Theoriekurse, und wie oft arbeitet man praktisch?

Das Grundstudium dauert zwei Jahre und setzt sich aus Theorievorlesungen und Workshops zusammen, die jeder in seiner Vertiefungsrichtung absolviert. In der Vorlesung behandeln die Dozenten Fächer wie Chemie, Physik, Kunstgeschichte, Analytik, Degradation und Materialkunde etc. Im Atelier-Workshop bearbeitet jeder – in der Schule oder vor Ort – ein Objekt aus seinem Bereich, zusammen mit Studenten aus anderen Semestern. Für grössere Projekte bearbeiten mehrere Studis ein Objekt. Auf diese Weise kann man von den älteren Semestern lernen – was genial ist.

Vermissen Sie etwas im Studium?

Ja, die Freiheit, spezielle Themen vertiefter zu behandeln, z.B. die Eigenschaften eines bestimmten Materials. Oder die Möglichkeit, sich selbst ein Objekt auszusuchen, das man dann untersucht. Das Studium ist trotz der Vertiefungsrichtungen sehr generell gehalten.

In welche Richtung möchten Sie sich spezialisieren?

Aufgrund meines Berufs stand für mich die Vertiefungsrichtung von Anfang an fest: Konservierung und Restaurierung von Architektur und Ausstattung. Innerhalb dieser Richtung fokussiere ich auf Naturstein. Eventuell ergänze ich mein Studium mit einem Erasmus-Semester an einer Fachhochschule in Deutschland. Dort ist eine Vertiefung explizit auf Naturstein möglich.

Konnten Sie Ihr Wissen bereits berufspraktisch anwenden?

Ja, wir absolvieren im Bachelorstudium zwei externe Praktika. Letzten Sommer kam ich am Berner Münster zum Einsatz; diesen Sommer arbeitete ich am Basler Münster. Das erlernte Wissen wird so ideal ergänzt.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach Ihrem Studienabschluss?

Ich träume davon, selbstständig ein Atelier für Steinrestaurierung und Bildhauerarbeiten zu führen. Eine Anstellung, z.B. in einer Münsterbauhütte, wäre auch sehr interessant. Bevor ich mich festlege, würde ich gerne reisen oder das Arbeiten mit dem Reisen verbinden. Dies wäre bei einem international tätigen Restaurator möglich oder bei einer Institution wie dem «International Council on Monuments and Sites».

Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein?

Auf dem Arbeitsmarkt gesucht sind Restauratoren, die sich spezialisiert haben. Mit meiner Lehre und dem darauf aufbauenden Studium erfülle ich bereits einige Anforderungen.



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