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Reha-Spezialist/in sehbeh./blinde Menschen (HFP)

Spezialistinnen und Spezialisten für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen unterstützen Sehbeeinträchtigte dabei, ein eigenständiges Leben zu führen. Sie beraten sie bezüglich Hilfsmittel, fördern ihre Sinne und schulen sie in der Fortbewegung sowie Alltagsbewältigung.

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Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales

Branchen

Medizintechnik - Beratung - Erwachsenenbildung / Kurswesen

Swissdoc

0.731.43.0

Aktualisiert 14.01.2016

Tätigkeiten

Das Hauptziel von Spezialisten für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen ist es, Sehbehinderten zu einem möglichst selbstbestimmten Leben zu verhelfen. Sie beraten die Klienten und unterstützen sie in unterschiedlichen Lebensbereichen. Gemeinsam analysieren sie ihre Bedürfnisse und planen unterstützende Aktivitäten und Hilfsmittel. Sie führen Trainings durch und evaluieren sie. Das berufliche, schulische und private Umfeld der betroffenen Personen beziehen sie in ihre Arbeit mit ein. Sie spezialisieren sich auf einen der drei Fachbereiche:

Auf Low Vision spezialisierte Fachpersonen unterstützen Sehbeeinträchtigte dabei, ihr Sehvermögen optimal zu nutzen. Gemäss ärztlichen Gutachten stimulieren und fördern sie mit geeigneten Trainings und Massnahmen die visuelle Wahrnehmung. Je nach Sehbeeinträchtigung wählen sie passende Sehhilfen sowie nicht-optische Hilfsmittel aus. Sie zeigen den sehbehinderten Personen, wie sie sie im Alltag einsetzen, und üben gemeinsam deren Handhabung. Die Spezialistinnen betreuen Betroffene umfassend über eine längere Zeit hinweg, beraten sie und informieren sie über Versicherungsleistungen.

Im Bereich Orientierung und Mobilität tätige Spezialisten schulen Sehbehinderte und Blinde in einer möglichst sicheren und selbstständigen Fortbewegung. Im Einzelunterricht fördern sie gezielt die vorhandenen Sinne und das Orientierungsvermögen der Betroffenen und beraten sie zum Hilfsmitteleinsatz.

Spezialistinnen im Gebiet Lebenspraktische Fähigkeiten unterstützen sehbeeinträchtigte und blinde Menschen darin, ihren Alltag zu vereinfachen. Sie bringen ihnen Methoden und Strategien zur Alltagsbewältigung bei. Je nach Wünschen, Erfahrungen und Fähigkeiten der Sehbehinderten stellen sie ein individuelles Programm zusammen und schulen sie in Bereichen wie Kochen, Essen, Haushalt sowie Körperpflege. Sie vermitteln ihnen Kommunikationstechniken, erproben den Umgang mit Hilfsmitteln und richten gemeinsam Arbeitsplätze ein.

Spezialisten für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen arbeiten eng mit Fachpersonen aus den Bereichen Medizin und Therapie, Pädagogik und Soziales sowie mit Ämtern und Behörden zusammen.

Ausbildung

Grundlage

Eidg. genehmigte Prüfungsordnung vom 19.9.2011

Prüfungsvorbereitung

Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden i. d. R. in Form von Modulen erworben. Prüfungsordnung und Wegleitung sind beim Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen SZB erhältlich.

Bildungsangebote

Der SZB bietet einen Lehrgang an.

Dauer

Ca. 1 ½ Jahre, berufsbegleitend (Unterrichts- und Praktikazeiten sind je nach Vertiefungsgebiet unterschiedlich)

Vertiefungen und Module

  • generelle Module: interdisziplinäres Grundlagenwissen, Optik im Rehabilitationsprozess
  • Low Vision: Grundlagen, computerbasierte Hilfsmittel, Evaluations-, Trainingsmethoden usw.
  • Orientierung und Mobilität: Anwendungen und Orientierungstechniken in unterschiedlichen Situationen usw.
  • Lebenspraktische Fähigkeiten: Kommunikation, Kochen und Essen, Haushalt und Aktivitäten, Kleiderpflege usw.

In der Vertiefung wird ein Praktikum absolviert.

Abschluss

"Spezialist/in für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen mit eidg. Diplom"

Voraussetzungen

Vorbildung

Bei Prüfungsantritt erforderlich:

  • Abschluss auf Tertiärstufe (z. B. eidg. Berufs- oder Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule, Fachhochschule oder universitäre Hochschule) in den Berufsfeldern Gesundheit, Pädagogik oder Soziales
  • mind. 2 Jahre Berufspraxis in den Bereichen Gesundheit, ­Pädagogik oder Soziales
  • Nachweis über die erforderlichen Praktika
  • erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestäti­gungen

Über Details informiert der Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen SZB.

Anforderungen
  • Kontaktfreudigkeit und Kommunikationsfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Geduld und Ausdauer

Weiterbildung

Kurse

Angebote des Schweiz. Zentralvereins für das Blindenwesen SZB bzw. der Kooperationspartner in Deutschland (Marburg und Hamburg) und Österreich (Graz) und weiterer Fach­verbände

Höhere Fachprüfung (HFP) / Zusatzausbildung

Nach Bestehen der Module einer weiteren Vertiefung können Spezialisten und Spezialistinnen für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen zusätzlich ein eidg. Diplom erwerben.

Berufsverhältnisse

Spezialisten und Spezialistinnen für die Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen arbeiten in Sehbehindertenorganisationen, vereinzelt sind sie auch selbstständigerwerbend. In ihrem beruflichen Alltag sind sie oftmals unterwegs und arbeiten bei den betroffenen Personen zu Hause.

Weitere Informationen

Adressen

Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen SZB
Schützengasse 4
9001 St. Gallen
Tel.: 071 223 36 36
Fax: 071 222 73 18
URL: http://www.szb.ch
E-Mail: