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Archäologe/-login (U)

Archäologen und Archäologinnen rekonstruieren und interpretieren vergangene Gesellschaften und ihre Geschichte. Dazu untersuchen, datieren, dokumentieren und präsentieren sie die materiellen Überreste.

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Kategorien
Bildungstypen

Hochschulberuf

Berufsfelder

Kultur

Branchen

Kulturerhaltung

Swissdoc

0.827.10.0

Aktualisiert 15.01.2018

Tätigkeiten

Archäologen spezialisieren sich meist auf ein bestimmtes Gebiet. In der Klassischen Archäologie befassen sie sich mit den Mittelmeerkulturen von der Prähistorie bis zur Spätantike, in der zentraleuropäischen Archäologie (Ur- und Frühgeschichte, Mittelalter-, Neuzeitarchäologie) erforschen sie verschiedene Regionen und Epochen. Die Aufgaben sind in allen Tätigkeitsbereichen vergleichbar.

Um archäologische Fundstellen genau, aber ohne Ausgrabungen aufzuspüren, wird die archäologische Prospektion eingesetzt. Dafür nutzen Archäologinnen Methoden wie Feldbegehungen, Quellenauswertungen, geophysikalische Methoden (Geomagnetik, Geoelektrik, Georadar) sowie hochauflösende Luftradarbilder. Sie kartieren und erfassen die Fundstellen, damit bei Bauprojekten oder für Forschungszwecke gezielt Grabungen gemacht oder sonstige Massnahmen ergriffen werden können.

Anhand der Daten aus Bodensondierungen und Prospektionen planen Archäologen Forschungs- oder Rettungsgrabungen. Dabei arbeiten sie eng mit Fachleuten wie Grabungstechnikern, Restauratorinnen, Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikerinnen zusammen. Sie leiten die Arbeiten und beteiligen sich an der Bergung und Dokumentation von Bauresten, Resten von Gefässen, Schmuck, Textilien, Werkzeugen, Waffen, Tier- und Menschenknochen. Schicht für Schicht wird das Terrain abgetragen. Die darin enthaltenen Baureste und Fundstücke werden meist mithilfe von Computerprogrammen vermessen, erfasst und fotografiert. In Grabungstagebüchern beschreiben die Archäologen Grabungsschritte, Funde und Fundort. Die Grabungsdokumentation dient als Grundlage für Fundstellenpläne und dreidimensionale Rekonstruktionen.

Besonders wichtig sind Auswertung, Datierung und Interpretation der Funde. Archäologinnen ordnen sie in Systematiken ein und untersuchen sie mit teilweise aufwendigen Verfahren im Labor. Dies erlaubt es ihnen, Fundstücke zu datieren, ihren Zweck zu bestimmen und ihre Gestalt zu rekonstruieren. Die relative Lage von Objekten zueinander sowie zu Bauresten ermöglicht ihnen Aussagen zu Tätigkeiten und Abläufen im ausgegrabenen Bereich.

Archäologen sind auch zuständig für die Wissensvermittlung. Sie verfassen Informationsmittel und wissenschaftliche Publikationen, archivieren Grabungsresultate und bereiten Ausstellungen vor.

Ausbildung

Grundlage

Reglemente der Universitäten und Fakultäten

Studienorte

Universitäten Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Neuenburg und Zürich

Dauer

4½ bis 5 Jahre

Studienaufbau

  • Bachelorstudium (1. bis 3. Jahr): In der Regel unterteilt in Grundstudium mit Vermittlung von Basiswissen und Fachstudium mit Vertiefungen, z. B. in Klassischer Archäologie bzw. Archäologie des Mittelmeerraumes / der Römischen Provinzen, Ägyptologie, Ur- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie u. a.
  • Masterstudium (4. bis 5. Jahr): Die Universitäten bieten verschiedene Schwerpunkte bzw. Vertiefungsrichtungen an. Es werden Ausgrabungs- und Museums-Praktika absolviert und eine Masterarbeit geschrieben.

Abschluss

"Bachelor of Arts (U)", "Master of Arts (U)"

Voraussetzungen

Vorbildung

    In der Regel gilt:

  • eidg. oder eidg. anerkannte Maturität oder Hochschulabschluss (FH, Uni, ETH)
  • oder

  • Berufsmaturität oder Fachmaturität und Ergänzungsprüfung der Schweiz. Maturitätskommission
  • Detaillierte Auskünfte erteilen die Zulassungsstellen der einzelnen Hochschulen. Es bestehen Unterschiede bei der Aufnahmepraxis. Eine Übersicht bietet die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten Swiss­universities.

    Hinweis: Für das Studium in Klassischer Archäologie sind Kenntnisse in Latein und/oder Griechisch erforderlich. Diese können während der Gymnasialzeit oder während der ersten Studiensemester erworben werden. Weitere Fremdsprachenkenntnisse sind erwünscht.

Weiterbildung

Doktorat (Dr. phil. / PhD)

Wissenschaftliche Forschungsarbeit (Dissertation) und Doktoratsprüfung (Promotion)

Nachdiplomstufe

Angebote zu Themen wie Kulturmanagement, Conservation Science, Wissenschaftskommunikation u. a.

Kurse

Angebote von Fachverbänden und Hochschulen in Bereichen wie Denkmalpflege, Restaurierung/Konservierung, Museologie u. a.

Berufsverhältnisse

Stellen für Archäologen und Archäologinnen gibt es in der Schweiz wenige, oft im Rahmen zeitlich befristeter Projekte. Festanstellungen bieten meist nur kantonale oder kommunale archäologische Dienste, selten auch Bundesstellen und -ämter. Möglich ist auch eine Tätigkeit im Bereich Forschung und Lehre an einer Universität oder die wissenschaftliche Mitarbeit bei Ausstellungen und Publikationen, für Sammlungen, in Museen, Archiven und Bibliotheken oder anderen kulturellen Institutionen. In der Regel gilt erst der Masterabschluss als berufsqualifizierend.

Für leitende Funktionen in archäologischen Diensten sind vertiefte Kenntnisse im Managementbereich erforderlich.

Weitere Informationen

Adressen

Archäologie Schweiz
Petersgraben 51
Postfach 116
4051 Basel
Tel.: +41 61 261 30 78
URL: http://www.archaeologie-schweiz.ch
E-Mail:

Swissuniversities
Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen
Effingerstr. 15
Postfach
3001 Bern
Tel.: +41 31 335 07 40
URL: http://www.swissuniversities.ch

Fachportal Altertumswissenschaften in der Schweiz
4051 Basel
URL: http://www.ch-antiquitas.ch

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