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Mitarbeiter/in in der internationalen Zusammenarbeit

Mitarbeiter/innen in der internationalen Zusammenarbeit arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Dazu zählen die Soforthilfe in Krisen- oder Katastrophengebieten und Programme zur nachhaltigen Förderung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung.

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Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales

Branchen

Beratung - Erwachsenenbildung / Kurswesen - Planung - Hoch- und Tiefbau - Pflege und Betreuung

Swissdoc

0.731.48.0

Aktualisiert 19.12.2014

Tätigkeiten

Mitarbeiter/innen in der internationalen Zusammenarbeit (IZA) arbeiten für Nichtregierungsorganisationen, kirchliche Institutionen, staatliche und internationale Organisationen sowie für Unternehmen und Stiftungen. Die Einsatzmöglichkeiten sind je nach Organisation, Auftrag, Land und Fachgebiet sehr verschieden und reichen von Aufgaben im Gesundheitsbereich über Landwirtschaft, Wasserversorgung und Bau- oder Transportlogistik bis hin zu Bildung, Wirtschaft, Menschenrechte oder Friedensförderung.

In der Regel sind IZA-Mitarbeitende hochqualifizierte Fachleute, die für Aufgaben in ihrem Fachgebiet eingesetzt werden. Meist übernehmen sie Management-, Projektleitungs- oder Koordinationsaufgaben in der Schweiz oder im Ausland, oder sie arbeiten vor Ort als Spezialisten für spezifische fachliche Aufgaben. Dabei arbeiten sie eng mit Fachpersonen im jeweiligen Land zusammen. Grundsätzlich übernehmen sie nur Aufgaben, die von Einheimischen nicht selber geleistet werden können.

In der Entwicklungs- bzw. technischen Zusammenarbeit unterstützen IZA-Mitarbeiter/innen Entwicklungs- und Schwellenländer dabei, die Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und sich aus eigener Kraft wirtschaftlich, sozial, kulturell und politisch weiterzuentwickeln. Sie beteiligen sich beispielsweise am Aufbau von Bildungsinstitutionen, erstellen Wasserversorgungen oder Gesundheitszentren, etablieren umweltverträgliche landwirtschaftliche Anbaumethoden oder helfen mit bei der Schaffung demokratischer Strukturen.

In der humanitären Hilfe geht es darum, vermeidbaren Gefahren vorzubeugen oder die Folgen von Katastrophen und Konflikten zu lindern. IZA-Mitarbeiter/innen sorgen zum Beispiel dafür, dass Notunterkünfte, Trinkwasser, Nahrung und sanitäre Einrichtungen verfügbar sind, organisieren Transporte von Menschen und Gütern, unterstützen die Infrastruktur in Bereichen wie Energieversorgung und Kommunikation oder bekämpfen Seuchen. Je nach Situation betreuen sie auch Flüchtlinge oder Häftlinge.

IZA-Mitarbeitende sind ausgesprochen flexibel und psychisch sowie physisch belastbar. Ihre Arbeit findet z. T. in politisch instabilen Kontexten statt. Wer verschiedene Einsätze leistet, muss sich geografisch und kulturell immer wieder neu orientieren können.

Ausbildung

Grundlage

Es gelten die Richtlinien der Bildungsinstitutionen.

Ausbildungsmöglichkeiten

Es gibt keine eigentliche Ausbildung für die internationale Zusammenarbeit (IZA). In der Regel sind in der IZA Fachleute diverser Bereiche tätig, die sich durch anspruchsvolle Aus-, Weiterbildungen und Berufserfahrung qualifiziert haben.

Informationen zu Ausbildungen und Tätigkeiten in der IZA sind erhältlich bei cinfo, Zentrum für Information, Beratung und Bildung für Berufe in der internationalen Zusammenarbeit.

Spezifische Qualifikationen:

  • Bachelor / Master: z.B. Bachelor of Science FH in Agronomie mit Vertiefung Internat. Landwirtschaft oder Master of Science FH in Internat. Waldwirtschaft
  • Nachdiplomstufe: Certificate / Diploma / Master of Advanced Studies (CAS, DAS, MAS) zu Themen wie Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe, Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft, Klimawandel, Migration, Konflikte
  • Nachwuchsprogramme: diverse Programme bei internationalen Organisationen, z.T. durch die Schweiz finanziert

Dauer

1-4 Jahre, je nach Ausbildung

Voraussetzungen

Vorbildung
Je nach Organisation und Art des Einsatzes sind die Voraussetzungen verschieden. In der Regel müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:
  • Hochschulabschluss oder andere qualifizierte Weiterbildung auf Tertiärstufe (Höhere Fachschule, Höhere Fachprüfung, Berufsprüfung)
  • meistens zusätzliche fachliche Qualifikationen in Bereichen wie Projektmanagement, Pädagogik, Erwachsenenbildung, Informatik, Konfliktlösung, Beratung etc.
  • mehrjährige Berufserfahrung
  • nachgewiesene Kenntnisse und/oder Engagement im Umfeld der IZA
  • Fremdsprachenkenntnisse, vor allem Französisch, Englisch und/oder Spanisch
  • persönliche Eignung (gute Gesundheit, hohe psychische Belastbarkeit, Flexibilität u.a.)
  • z.T. bestimmte familiäre Situation (ledig, keine Kinder)
Anforderungen
  • Wer in der IZA tätig werden will, sollte seine Motivation klären, sich über die genauen Anforderungen informieren (siehe: Website von cinfo, Websites der Organisationen, Stelleninserate) und auch sorgfältig abklären, ob die persönlichen Rahmenbedingungen (berufliche und familiäre Situation / Zukunftsvorstellungen) passen.

Weiterbildung

Kurse

Angebote von cinfo, von den in der IZA tätigen Organisationen sowie von Hochschulen zu Themen im Bereich der IZA oder von Ausbildungsinstitutionen im jeweiligen Fachgebiet

Nachdiplomstufe

Angebote von Hochschulen im In- und Ausland zu diversen Themen in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe, Gesundheit, Umwelt, Kommunikation etc.

Berufsverhältnisse

Die Arbeitsbedingungen von Mitarbeiter/innen in der IZA variieren je nach Einsatzland, Organisation und Auftrag. Die Vertragsdauer kann mehrere Jahre dauern, es wird jedoch ein Trend zu Kurzzeit-Aufträgen beobachtet. Die Rekrutierung von Mitarbeitenden bei humanitären Einsätzen ist häufig sehr kurzfristig. In Krisengebiete können Partner/in und Kinder oft nicht mitgenommen werden. An die Berufsleute werden sehr hohe Anforderungen gestellt, und es wird heute in der IZA vermehrt lokales Personal eingesetzt, das mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut ist. Aus diesem Grund und weil die Nachfrage das Angebot weit übersteigt, kann sich die Stellensuche als äusserst schwierig herausstellen.

Weitere Informationen

Adressen

cinfo, Zentrum für Information, Beratung und Bildung für Berufe in der internat. Zusammenarbeit
Zentralstr. 121
Postfach 7007
2500 Biel/Bienne
Tel.: 032 365 80 02
Fax: 032 365 80 59
URL: http://www.cinfo.ch
E-Mail:

DEZA - Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
Hauptsitz
Freiburgstr. 130
3003 Bern
Tel.: 031 322 34 75
Fax: 031 324 16 94
URL: http://www.deza.admin.ch
E-Mail: